Du schon wieder: Sind Remaster und Ports bloß üble Abzocke?

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Special Manuel Zippl - Autor Lukas Schmid - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen 17,55 €
Du schon wieder: Sind Remaster und Ports bloß üble Abzocke?
Quelle: Nintendo

Anstatt neuer Spiele ständig aufgewärmter Kram - das ist Realität in der Spielebranche. Doch ist das verständlich - oder doch bloß üble Abzocke?

In der Filmindustrie ist es keine Seltenheit, dass Filme nach Jahren in besserer Auflösung wiederveröffentlicht oder ganz neu gedreht werden. Ähnlich ist es bei Videospielen: Erst Mitte September beispielsweise kündigte Nintendo für 2024 ein vielversprechend aussehendes Remake von Paper Mario 2: Die Legende vom Äonentor an, dem wohl bisher besten Paper-Mario-Spiel. Die Vorfreude der Fans ist auch Wochen nach der Ankündigung noch zu spüren.

Ganz anders sieht es bei Rockstar aus. Das Entwicklerstudio kündigte im August nach wochenlangen Gerüchten an, seinen Western-Klassiker Red Dead Redemption auf der PS4 und der Nintendo Switch herauszubringen. Dabei kam es zu einem gewaltigen Aufruhr bei Fans und Journalisten. Die Wünsche nach einem Remake im grafischen Stil von Red Dead Redemption 2 wurden nicht erfüllt: Stattdessen verlangt das Entwicklerstudio, das sich mit der GTA-Reihe sowieso schon eine goldene Nase verdient, 50 Euro für einen simplen Port der Complete Edition - ohne Multiplayer. Fans, die seit Jahren auf einen PC-Port warteten, gingen ebenfalls komplett leer aus. Auch grafisch hat sich fast nichts getan. Das Spiel läuft lediglich in einer besseren Auflösung bei nach wie vor 30 FPS - und das im Jahr 2023.

Entsprechend war die Reaktion der Fans: haufenweise negative Bewertungen auf den Trailer und unzählige Kommentare darüber, wie enttäuscht man von Rockstar sei.

Keine neue Situation für Rockstar: 2021 veröffentlichte das Entwicklerstudio remasterte Versionen ihrer Klassiker GTA 3, GTA: Vice City und GTA: San Andreas als GTA: The Trilogy - The Definitive Edition. Nicht aber, ohne vorher die Originalspiele aus allen Online-Shops zu nehmen.

Die anfangs ausgelöste Hype-Welle war schnell verschwunden, als das 60 Euro teure Spiel erschien, da es von Bugs übersät war und den Meinungen der meisten Fans nach den Originalspielen nicht gerecht wurde. Im Gegensatz zu Red Dead Redemption bekam diese "Definitive" Edition einen neuen grafischen Stil, der aber ebenfalls nicht gut ankam: zu cartoonhaft, zu starke Schatten und ein grausiger Regeneffekt.

GTA: The Trilogy - The Definitive Edition Quelle: Moby Games Auch das schlechte AI-Upscaling wurde kritisiert. Eine Entschuldigung von Rockstar folgte sogleich: das Spiel erfülle zum Launch nicht die Qualitätsstandards des Entwicklerstudios und man werde versuchen, die Probleme des Spiels zu beheben. Die Originalspiele wurden zumindest für PC wieder zum Kaufen verfügbar gemacht und viele Fehler des Spiels durch Updates korrigiert.

Doch der fade Beigeschmack bleibt: Geht man so mit Klassikern um? Warum zeigt man ihnen nicht die Liebe, die sie verdienen? Wieso füttert man Fans mit halbgaren bzw. unfertigen Produkten?

Um die Antwort auf die zwei letzten Fragen gleich vorwegzunehmen: weil sie trotzdem gekauft werden. Die "Definitive" Edition der GTA Trilogy verkaufte sich zum Launch ganze zehn Millionen Mal und auch der Red-Dead-Redemption-Port eroberte die Top 10 der Sales-Charts in mehreren Ländern.

Das heißt, Rockstar scheffelt trotz der ganzen Shitstorms massenweise Geld. Und nicht nur Rockstar: Neuauflagen sind für die ganze Videospielindustrie ein Millionengeschäft.

Port vs. Remaster vs. Remake

Wie sollte man nun also über Wiederveröffentlichungen denken? Um sich über diese Frage Gedanken machen zu können, ist es wichtig, zuallererst die Begriffe Port, Remaster und Remake voneinander abzugrenzen. Trotz klarer Definitionen werden diese drei Arten der Neuveröffentlichung nämlich oft verwechselt und ihre Eigenschaften vermischt.

Ein Port ist nichts anderes als die Anpassung des Codes eines Spiels, damit es auf einer anderen Plattform läuft. Es gibt wenige Änderungen, die der Spieler sieht, wie etwa eine bessere Auflösung. Red Dead Redemption - ursprünglich für die Xbox 360 und die PS3 erschienen - wurde nun also wie erwähnt auf die PS4 und die Nintendo Switch geportet.

Bei einem Remaster wird ein Spiel grafisch an die modernen Standards angepasst. Verbesserungen der Performance, des Sounds und des Gameplays sind ebenfalls möglich.

An sich ist es aber immer noch das gleiche Spiel. Games wie Bioshock, Halo, Dark Souls und The Last of Us wurden bereits als Remaster veröffentlicht, oft als Komplettpaket mit DLCs. Auch die "Definitive" Edition der GTA Trilogy versteht sich als Remaster.

Ein Remake ist hingegen eine Neuinterpretation eines älteren Titels mit modernisierten Features und frischem Content. Die Grundessenz des Originalspiels bleibt jedoch erhalten. Black Mesa ist zum Beispiel ein Remake des ersten Half-Lifes, Super Mario 64 DS gilt als Remake von Super Mario 64, und Shadow of the Colossus bekam ein Remake, das denselben Namen wie das Originalspiel trägt.

Bildergalerie

In der Theorie lässt sich aus jeder Art der Neuauflagen etwas Positives ziehen: Ports bieten die Möglichkeit, ein Spiel auch auf anderen Plattformen spielen zu können, Remasters hübschen das Game noch zusätzlich auf und Remakes bieten grenzenlose Möglichkeiten der Neuinterpretation eines Spiels.

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    • Kommentare (9)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Skullverton Mitglied
        Ich halte von allen drei Varianten nichts.
        Wenn man in einem "Remake" schon neue Inhalte bringt, kann man die doch direkt als DLC oder auch (je nach Umfang) als zweiten Teil rausbringen. Das verfremdet das Original einfach zu sehr.

        Ein Port ergibt nur Sinn, wenn das Original nicht auf moderner Hardware läuft.
        Und Remaster sind tatsächlich (in meinen Augen) Geldmacherei - vor allem, wenn die Spiele zum Vollpreis rausgehauen werden. Hübsche Grafik hin oder her - das Original war ein Produkt seiner Zeit. Alles was man jetzt daran verändert, löscht die Nostalgie irgendwie aus (Überspitzt gesagt).
      • Von Skullverton Mitglied
        Ich halte von allen drei Varianten nichts.
        Wenn man in einem "Remake" schon neue Inhalte bringt, kann man die doch direkt als DLC oder auch (je nach Umfang) als zweiten Teil rausbringen. Das verfremdet das Original einfach zu sehr.

        Ein Port ergibt nur Sinn, wenn das Original nicht auf moderner Hardware läuft.
        Und Remaster sind tatsächlich (in meinen Augen) Geldmacherei - vor allem, wenn die Spiele zum Vollpreis rausgehauen werden. Hübsche Grafik hin oder her - das Original war ein Produkt seiner Zeit. Alles was man jetzt daran verändert, löscht die Nostalgie irgendwie aus (Überspitzt gesagt).
      • Von Unregistriert Spiele-Novize/Novizin
        Trotzdem hätte ich lieber neue Spiele gehabt als die ganzen Ports von Titel die ich schon habe.
        Bis auf MK8D habe ich keines von denen gekauft, und das nur wegen dem Battle Mode.
      • Von Bustacap Spiele-Novize/Novizin
        Zitat von Eyisnnurmeinemeinung
        In meinen Augen schlechte Remakes/Ports:
        So ziemlich alle Ports von Nintendo
        grade nintendo macht immer sehr gute, da sie zusätzlich zum sehr guten spiel meist auch noch zusätzlichen content bieten
      • Von Eyisnnurmeinemeinung Anwärter/in
        Meiner Meinung nach kommt es auf den Kontext des Remakes/Ports an, ob es Abzocke ist:
        Macht das Remake Sinn? Kann das Original noch mit wenig aufwand gespielt werden? Ist es teuer? Was wird erneuert? Werden Bugs gefixt?

        In meinen Augen gute Remakes/Ports in der letzten Zeit:
        Dead Space, Resident Evil 2 und 4, System Shock, FINAL FANTASY X/X-2 HD Remaster, Nier Replicant, Black Mesa

        In meinen Augen schlechte Remakes/Ports:
        So ziemlich alle Ports von Nintendo. GTA Collection
      • Von Roman_Reigns Hobby-Spieler/in
        Wenn ich an die „Qualität“ so mancher Spiele in den letzten Jahren denke, ja dann nehme ich lieber ein gutes Remaster oder Remake eines älteren Spieles. Vorzugsweise eines, dass ich noch nicht habe.
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