Cloudgaming: Latenzproblem; Steam Link für Homecloudgaming
Das Schauen von Livestreams über Twitch oder andere Anbieter wird immer beliebter - doch wie sieht es aus, wenn man nicht nur Zuschauer ist, sondern der Stream das Spiel ist, das man gerade selber spielt? Wir schauen uns einige Cloudgaming-Dienste näher an, erklären die Konzepte dahinter und rechnen auch aus, ob sich ein solcher Dienst lohnen kann, da man sich schließlich einen ausgewachsenen Spiele-PC sparen kann.
Großer Nachteil: Latenz
Im Gegensatz zu einem Multiplayerspiel, das ihr auf eurem PC zu Hause spielt, müssen beim Cloudgaming viel mehr Daten durch die Leitung wandern. Für ersteres fallen lediglich einige Codes für die Bewegungsdaten und Aktionen der Spieler als Daten an.
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Für Cloudgaming aber müssen das komplette Bild und der Ton zu Euch gelangen, so dass eine hohe Bandbreite wichtig ist. Für TV per Internet sind beispielsweise mindestens DSL16.000 nötig, und bei Cloudgaming handelt es sich effektiv um ein sehr ähnliches Signal und ähnliche Datenmengen, nämlich um einen Videostream - da aber selbst bei nur 30 FPS mehr Bilder pro Sekunde übertragen werden sollen als bei einem TV-Signal, fallen höhere Datenmengen an. Wenn eure Internet-Bandbreite groß genug ist, ist die wichtigste Voraussetzung für Cloudgaming gegeben. Doch eine zweite technische Problematik kann euch den Spaß trotzdem vermiesen: die Latenz. Dies ist die Verzögerung, mit der ein Datenpaket an einem PC oder an einem Server ankommt - die Latenz ist oft unabhängig von der Bandbreite.
Um die Latenz und die Bandbreite bildlich darzustellen: nehmen wir an das Datenpaket sei eine Menschenmenge und steht vor einer Halle. Nehmen wir nun an, dass - im übertragenen Sinne - für ein ruckelfreies Bild mindestens 15 Personen pro Sekunde in die Halle eintreten müssen. Das Eingangstor ist offen, die Menschen können sofort in die Halle gehen - es gibt keine Verzögerung, also keine Latenz. Es passen beispielsweise 20 Personen pro Sekunde durch das Tor - also ist alles bestens: keine Latenz, ausreichende Bandbreite. Wenn das Tor nun aber geschlossen ist, muss die erste Person in der Menschenmenge das Tor erst öffnen, was beispielsweise zwei Sekunden dauert - wenn das Tor dann offen ist, bleibt es bei 20 Personen pro Sekunde. Die komplette Menschenmenge kommt also ruckelfrei, aber um zwei Sekunden verspätet in der Halle an. Dies wäre unsere bildliche Darstellung einer Latenz. Eine im übertragenen Sinne zu niedrige Bandbreite wäre nun der Fall, dass das Tor zu schmal ist und beispielsweise nur 10 Personen pro Sekunde hindurchpassen. Auch wenn das Tor stets offen steht, es also keine Latenz gibt, wäre der Menschenfluss also in diesem Fall nicht ruckelfrei.
Einige Spieler empfinden schon eine kleine Latenz von 30 bis 50 Millisekunden (auch als Ping bezeichnet) als sehr störend, wenn sie einen Multiplayertitel am heimischen PC spielen. In diesem Falle kommen vor allem die Daten der Mitspieler verzögert an - man sieht einen Gegner vor sich stehen, obwohl er beispielsweise in Wahrheit schon einen Meter weiter links steht. Beim Cloudgaming verdoppelt sich die Latenz, da ja eure Befehle zum Server gelangen müssen und danach das Bild vom Server auch noch zu euch gesendet wird. Vor allem wenn über den gleichen Internetanschluss gleichzeitig andere Anwendungen und Geräte auf das Internet zugreifen, kann die Latenz noch weiter ansteigen.
Quelle: buffed
Ein Beispiel für eine sehr hohe Latenz: die 714 ms bedeuten, dass zu den Mitspielern eine Verzögerung von über 0,7 Sekunden liegt.
Um es anschaulich zu machen: nehmen wir an, Euer Internetzugang hat eine Latenz von 0,05 Sekunden, was einem Ping von 50 entspricht. Hiermit können viele Spieler im Multiplayermodus und bei Nutzung ihres heimischen PCs noch leben, aber für Cloudgaming bedeutet dies, dass selbst in Singleplayer-Spielen zuerst Eure Aktionsdaten (Mausbewegung, Tastatureingaben und so weiter) zum Server wandern und dann erst das Bild zu eurem Bildschirm zu Hause. Die Latenz von 0,05 Sekunden fällt also zwei Mal an und summiert sich auf eine ganze Zehntelsekunde, was viele Spieler stark stören würde. Hinzu kommt noch eine weitere Verzögerung, da der Videostream des Spiels, um Daten zu sparen, zunächst beim Cloudserver komprimiert und dann auf eurem PC wieder dekomprimiert werden muss. Den Auswirkung einer hohen Latenz beim Cloudgaming kennen einige Gamer auch von LCD-TVs, wenn diese nicht für Spiele geeignet sind oder man versehentlich den Spielemodus nicht aktiviert: man bewegt einen Controller-Stick, auf dem Bildschirm sieht man aber erst eine Sekunde später die entsprechende Reaktion. Daher ist es besonders wichtig, falls man sich für Cloudgaming interessiert, zunächst ein Probeabo zu nutzen oder zumindest zunächst nur einen einzelnen Monat zu buchen. Denn erst in der Praxis merkt man, ob der hauseigene Internetanschluss eine akzeptable Latenz liefert.
Steam: Streamingfunktionen
Bevor wir zu Cloudgaming-Anbietern kommen, wollen wir einen Blick auf die Streamingfunktionen von Steam werfen. Denn mit der kleinen Netzwerkbox Steam Link könnt ihr beispielsweise eine Art Home-Cloudgaming umsetzen. Wenn ihr die Box beispielsweise an einem LCD-TV in eurem Wohnzimmer anschließt und einen Gaming-PC in einem anderen Zimmer stehen habt, könnt ihr über die Box ein Spiel auf dem PC starten und es auf eurem LCD-TV genießen.
Quelle: Steam
Mit der Box Steam Link lässt sich im Heimnetzwerk streamen.
Auch die Steuerung erfolgt über die Box, da ihr dort Maus, Tastatur oder ein Gamepad anschließen könnt. Was inzwischen mit Steam auch ohne die Steam Link-Box möglich ist: ein Spielestream von einem PC zu einem anderen PC. Wenn ihr beispielsweise einen Laptop habt, der eigentlich für Spiele zu schwach ist oder auch einfach nur zu wenig Speicherplatz für eure Spiele habt, könnt ihr trotzdem Steam auf dem Laptop installieren und euch mit eurem gewohnten Account einloggen. Findet der Laptop im Netzwerk euren Gaming-PC, der eingeschaltet ist und auf dem ebenfalls euer Steamaccount gerade online ist, dann stehen euch am Laptop alle auf dem PC installierten Steam-Spiele zur Verfügung, und zwar in Form eines Streams. Die nötige Power kommt dann von eurem PC. Brandneu ist die Steam Link-App, die derzeit schon für Android verfügbar ist. Für den AppStore von Apple wird die App vermutlich noch folgen - hier gab es bei einer ersten Version Probleme mit den Statuten des AppStores. Die Steam Link-App ermöglicht es euch, auch per Smartphone oder Tablet auf euren Steam-Account des PCs zuzugreifen und somit ein Spiel zu streamen.

Nun zum eigentlichen Thema:
Wenn man sich in Gamingcommunitys zum Thema Cloudgaming umhört stellt man hauptsächlich Eines fest und zwar das es im Prinzip nur 2 Lager gibt auf der einen Seite Pro-Cloudgamer die in der Mehrheit (Sogenannte) Casualgamer sind - die den geringen Nachteil eventueller kleiner Qualitätseinbußen zb bei der Grafik gern hinnehmen , da für sie der Kosten - Nutzen - Faktor diesen wieder mehr als ausgleicht , da für Bruchteile vom Preis eines Neuen PC's oder einer inzwischen ja ebenso teuren Konsole, neuste AAA TITEL Gespielt werden können. Von der Möglichkeit das die Accounts geshared werden könnten (und mit Sicherheit auch werden!) und dies das Gaming wohl noch günstiger machen wird ( so wie auch der für mich wichtige ökologische Pluspunkt durch Einsparungen von Ressourcen ) mal ganz zu schweigen.Und auf der anderen Seite die Die Anti- Cloudgaming Fraktion welche Quantität niemals der Qualität vorziehen würden. Zu meist sind dies Coregamer und Clangamer sowie Highend-Enthusiasten . Nicht zu vergessen natürlich die riesige Community der Consoleros die dem Cloudgaming wohl eher aus romantisch nostalgischen Gefühlen( zu ihren NINTENDOS , PLAYSTATIONS, und XBOXES ) heraus ablehnend gegenüberstehen , auch wenn sie teilweise (absurde)Technische Bedenken als Argumente vorschieben ,die objektiv nicht als solche haltbar sind. Ich denke wenn Cloudgaming (oder besser "Gamestreaming", denn nichts anderes ist es!) seinen Kinderkrankheiten entwachsen und genauso wie zuvor das Videostreaming , seinen Erfolszug durch die weiten der Digitalen Welt Antritt, werden Konsolen da landen wo sie schon seit längerem hin gehören , aus Ökologischer sowie Ökonomischer Sichtweise, nämlich in ein Gaming - Museum ! (..und vom technischem Standpunkt aus betrachtet... gehören sie dort eigentlich schon vom ReleaseTag an hin , wenn man sie mit einem PC/NOTEBOOK zum gleichen Preis in Funktionalität Leistung und Ausstattung vergleicht )
Im Ernst Herbboy, Deine Mudda nutzt Windows, weil es schon vorinstalliert ist und einfach ab Werk läuft. Und wenn es ein Problem gibt, dann gibt es ein Problem, weil sich eben kein Marcell D'Avis vor ihrer Tür materialisiert. Glück, wenn man einen erwachsenen Sohn hat, der sich dann darum kümmert. Und die Kids von heute sind wie unsere Eltern. Bei unseren Eltern war das Internet gleichbedeutend mit dem IE. Bei den Kids heute ist der IE einfach durch WhatsApp, Snapchat und Co ersetzt. Hat sich im Grunde nicht viel geändert. Nur, dass heute eben auf Tablets und Handys ausgewichen wird bzw. gar kein PC mehr in Gebrauch ist. Es gibt Ausnahmen, aber die bestätigen nur die Regel.
Ich kann mit meiner R9 290, die ich vor ca 3,5 Jahren geholt hatte, zwar noch alles "spielen", aber schon seit längerem hakt es bei maximalen Details, seit einer Weile auch schon bei hohen Details. Wenn ich jetzt immer noch so viel Wert darauf legen würde wie ich es vor 3-4 Jahren tat, als ich gerne mind "hohe" Details in 50 FPS haben wollte, hätte ich schon längst eine neue Karte geholt. Da das aber nicht mehr so ist, habe ich noch nicht aufgerüstet - aber nur weil ich meine Ansprüche etwas zurückgedreht habe. Oder hast auch Du vlt nur die Ansprüche gesenkt?
Wenn es um die CPU geht: da ist es schon seit zig Jahren so, dass eine CPU eher 5-6 Jahre "ausreicht", sofern die Grafikkarte stark genug ist. Das ist kein neues Phänomen. Es hat sich nur seit der PS3 etwas verstärkt, weil die Entwickler die Games im Kern für PC und Konsole parallel entwickeln und die Konsole daher die nötige CPU-Power teilweise vorgibt.
@1xok: den PC selber konfigurieren und verwalten soll ein großer Nachteil sein, im Ernst jetzt? ^^ Man installiert 1x Windows und die neuesten Treiber, das war's dann. Den Rest an Updates macht Windows selber, nen neuen Grafikkartentreiber holt man sich dann ab und zu auch, das war's. Was soll man da noch großartig konfigurieren? Wer DESWEGEN Cloud-PC wählt, der, wovon du ja ausgehst, merkbar teurer ist, muss also schon echt ziemlich faul oder EXTREM "noobig" sein... :D ;)
Ich versuche alle Kinder und Jugendlichen in meiner Umgebung - soweit möglich - mit dem PC in Verbindung zu bringen. Aber das ist schwer. Ich denke, dass ich es schaffe, weil ich erfahren bin und weiß wie man die üblichen Probleme vermeidet. Aber ohne Hilfe sitzen die Kids recht hilflos vor nicht enden wollenden Windows-Update, verwirrenden Einstellungen und eben vor den ganz typischen PC-Problemen, die man so hat. Wir haben uns da früher durchgekämpft und Lösungen gefunden. Aber heute greifen die Kids einfach zum Tablet. Warum sich quälen, wenn bei Apple und Co. doch alles so schön einfach ist? Ist selbst Kindern und Jugendlichen schwer zu erklären. Wenn sie dann natürlich begeistert CSGO und andere typische PC-Games spielen, Videos schneiden, Bildbearbeitung machen, streamen, und, und , und, dann wird es ihnen klar, wozu so eine PC gut ist. Bis dahin kommen die meisten aber heute erst gar nicht mehr. Vieles geht halt auch irgendwie am Smartphone oder Tablet.
Wenn Valve und Co. in Zukunft noch ihre Spiele unters Volk bringen wollen, müssen sie sich also etwas einfallen lassen oder ihr Portfolio radikal umstellen. Bei Valve sehe ich da erste Tendenzen auch in diese Richtung. Statt HL3 erscheint dieses Jahr Artifact, was dann im nächsten Jahr selbstverständlich auch für die Mobilen kommt.
Ich denke, ohne Cloud-Gaming wird das klassische Gaming einfach ganz langsam verschwinden. So wie die PCs aus den Kinderzimmern verschwinden. Grafisch allzu aufwendige Titel vermeiden viele Entwickler ja heute schon. Die Zeiten, wo jedes Jahr neue Grafik-Knaller und dazu die passenden Grafikkarten erschienen, ist längst vorbei. CSGO ist immer noch auf dem Stand von vor 5 Jahren. Auch PUBG und Fortnite glänzen nicht gerade durch High-End-Grafik. Das muss halt alles letztlich auch auf dem Handy laufen. Wird nicht mehr allzu lange dauern, dann werden die Spiele primär fürs Handy entwickelt.
Ich weiß nicht, ob Cloud-Gaming, das die Leute zum Beispiel auf dem TV abholt oder die Spiele gleich auf die mobilen Endgeräte streamt, dem allgemeinen Trend entgegen wirken kann. Aber dieser Trend, weg vom Gaming-PC hin zu Smartphone und Tablet, auch für anspruchsvollere Spiele, der ist jedenfalls voll im Gange.
Nicht weil ich jetzt Konsolen so toll finde, aber weil ich brillianter weise weiß, das eher Intel sich auf seinen Lorbeeren ausgeruht hat :-S