Games Done Quick zieht die Reißleine - Stream zum 30. Geburtstag von Metal Slug abgebrochen

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Games Done Quick zieht die Reißleine - Stream zum 30. Geburtstag von Metal Slug abgebrochen
Quelle: DotEmu

Die legendäre Metal Slug-Reihe feiert dieses Jahr ihren 30. Geburtstag - und ein Stream zu diesem Anlass wurde ein richtiges PR-Desaster.

Games Done Quick, die Speedrunning-Organisation hinter Events wie dem kürzlichen Summer Games Done Quick, hielt vor Kurzem einen gesponsorten Stream zum 30. Geburtstag der Metal-Slug-Reihe ab.

Während der Stream live war, hagelte es im Chat jedoch Kritik von Zuschauern, die ziemlich enttäuscht von den Veranstaltern waren, dass sie so einen Stream überhaupt zulassen, weswegen das Event ziemlich schnell wieder gecancelt wurde.

Community-Aufschrei beendet Stream zum 30. Geburtstag von Metal Slug

Metal Slug gehört nämlich zum Entwicklerstudio SNK, welches auch für King of Fighters und Fatal Fury bekannt ist. SNK selbst wurde vor einiger Zeit von Saudi-Arabien als Teil der Saudi Vision 2030 aufgekauft - einem Projekt, das die Wirtschaft Saudi-Arabiens diversifizieren und den Inlandtourismus fördern soll.

Die Verantwortlichen gehen unter anderem davon aus, dass Fighting-Games hierbei helfen können - vermutlich größtenteils durch Sportswashing. Saudi-Arabien hat zu diesem Zweck daher auch EVO gekauft, eines der größten Videospiel-Turniere der Welt, wodurch man im Fighting-Game-Bereich mittlerweile quasi nur noch unter saudischem Einfluss existieren kann.

Games Done Quick selbst hielt erst vor wenigen Tagen das jährliche Summer Games Done Quick ab, bei dem sie etwa zwei Millionen Euro für Doctors Without Borders sammeln konnten. Eine Organisation, die sich unter anderem für die Hilfe von Menschen einsetzt, die in den letzten Jahren durch Luftangriffe der von Saudi-Arabien angeführten Koalition im Jemen getötet oder verletzt wurden.

Man könnte also durchaus behaupten, dass der Metal-Slug-Stream ein ziemliches PR-Desaster für die Speedrunner war. Viele Fans waren verständlicherweise äußerst frustriert darüber, dass es trotz der katastrophalen Menschenrechtslage in Saudi-Arabien eine Zusammenarbeit mit einem Studio gab, das mittlerweile zu 96 Prozent dem saudischen Staatsfonds PIF gehört.

Wie die Verantwortlichen bei Games Done Quick in einem Statement auf Bluesky erklärten, wussten sie allem Anschein nach aber nicht, dass das überhaupt der Fall ist:

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"Wir haben unseren gesponserten Stream mit SNK abgesagt. Wir haben die Bedenken unserer Community hinsichtlich dieser Partnerschaft zur Kenntnis genommen, insbesondere was die Mehrheitsbeteiligung des saudischen Public Investment Fund an dem Unternehmen sowie die mit der saudischen Regierung verbundenen Menschenrechtsbedenken betrifft.

Wir werden das Geld aus diesem Sponsoring nicht annehmen und auch nicht weiter mit diesem Sponsor zusammenarbeiten. GDQ setzt sich für Menschenrechte und Inklusion ein, und wir erkennen an, dass diese Partnerschaft im Widerspruch zu diesen Werten stand.

Wir waren bei der Überprüfung nicht sorgfältig genug, was wir zutiefst bedauern und dafür die volle Verantwortung übernehmen."

In Zukunft möchten die Verantwortlichen wesentlich mehr darauf achten, welche Sponsorships sie genau annehmen. Es ist schon seit Längerem bekannt, dass SNK zu Saudi-Arabien gehört, weswegen unter anderem Cristiano Ronaldo ein spielbarer Charakter im neuen Fatal Fury ist. Es ist daher wohl ein wenig seltsam, dass bei dem Stream keine Alarmglocken läuteten.

Ob man der Erklärung nun Glauben schenken möchte oder nicht, muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Games Done Quick hat jedoch auf jeden Fall ein wenig Vertrauen der Community verloren, das sie sich jetzt wieder verdienen müssen.

Allzu schwierig sollte das jedoch nicht sein, da die Verantwortlichen schlicht keine Partnerschaft mit "kontroversen" Firmen mehr eingehen dürfen - weltweit gibt es davon bestimmt noch um die fünf Stück.

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