Immortals of Aveum, It Takes Two & Co: Warum nicht immer so, EA?
Electronic Arts ist in vielen Spieleraugen das ultimativ Böse, wenn es um die Monetarisierung geht. Dabei kann der Publisher auch anders! Das hat EA mit It Takes Two, Lost in Random oder Immortals of Aveum gezeigt. Redakteur Carlo Siebenhüner fragt sich in seiner Kolumne, warum das nicht immer so geht?
Es ist mal wieder Zeit für eine Kolumne und für die wage ich mich heute mal wieder auf ein wahres Minenfeld. Aber gut, das mache ich doch ganz gerne mal. Heute geht es hier in diesen Zeilen um Electronic Arts! Ja, bei dem Namen sehe ich jetzt schon, wie sich ein paar Augen misstrauisch verengen. Schließlich ist EA einer der Publisher, den Spieler auf der ganzen Welt regelrecht gefressen haben. Auch wir haben erst vor Kurzem einen umfangreichen Bericht zu EAs Machenschaften im Glücksspiel online gestellt. Schaut euch den auf jeden Fall mal an.
Doch so überraschend es klingen mag, aber EA ist nicht ausschließlich Lootboxen und Ultimate Team. Tatsächlich macht EA gleichzeitig an einem anderen Punkt aktuell das komplette Gegenteil vom Lootbox-Schund. In diesem Meinungsstück geht es für mich heute nämlich um die Tatsache, dass EA neben all dem Mist, den sie verzapfen, gleichzeitig auch einer der wenigen Publisher ist, der sich mal was traut und auch experimentelleren Spielen grünes Licht gibt. Währenddessen stehe ich daneben und falle aus allen Wolken, denn: Wenn EA will, dann geht es offenbar auch anders!
Pommes mit Mayo
Mangelnder Wagemut ist ein Problem, das schon seit einer ganzen Weile durch die Spielebranche wabert. Spätestens mit dem Erfolg von PS3 und Xbox 360 wurde Gaming so groß, aber auch so aufwendig, dass es eine mittelschwere, finanzielle Katastrophe darstellt, wenn ein Spiel mal floppt. Also setzte man verstärkt auf die zugkräftigen Marken, die in den Jahren davor etabliert wurden. Die, von denen man wusste, dass sie ihr Geld wieder einspielen, obwohl sie am Ende nur Mittelklasse sind.
Das ist natürlich kein neuer Vorgang, das ist klassisches Kapitalismus-Denken. Das, was funktioniert, wird fortgeführt. Deswegen gibt es heute pro Jahr mehrere Marvel-Filme und Metallica bringt 2023 ein neues Album raus. Ein wenig ist das wie eine Portion Pommes. Die schmeckt jedes Mal. Das hat aber auch eine gemeine Kehrseite. Bekommt man zu oft Pommes vorgesetzt, werden sie eines Tages fad. Ja, Marvel-Filme sind nettes Popcorn-Kino, aber haben längst ihren Wow-Faktor verloren und Metallica klingt auch nicht mehr so aufregend wie früher. An diesem Punkt der ständigen Lebensverlängerung sind wir in der Spieleindustrie mittlerweile ebenfalls angekommen, wenn wir uns auf der nächsten Seite mal die großen Publisher anschauen.

Ubisoft, Bethesda und EA sind die drei Publisher, denen ich einfach keine Meisterwerke zutraue bzw. bei denen ich mich nicht erinnern könnte, wann sie zuletzt eines veröffentlicht hätten. Das heißt aber nicht, dass sie nur schlechte Spiele machen. It takes two hat mich wirklich begeistert, allerdings habe ich gar nicht gespeichert (vielleicht genau deswegen haha), dass das von EA kam. Anyway, die Entwicklung begrüße ich und letztlich hab ich auch keine hard Feelings gegenüber einem der drei genannten Publisher. Ich spiele deren Spiele trotzdem manchmal und hab durchaus Spaß damit. Allerdings im Unterschied zu anderen Publishern so gut wie nie zum Neupreis...