Ich will Spaß, ich geb Gas: Macht Rennspiele endlich wieder simpel! - Kolumne
Erfahrungssysteme, offene Spielwelten und tägliche Herausforderungen: Aktuelle Rennspiele sind oft überfrachtet und voller Features, die nicht immer dem Spielspaß dienen. Dabei möchte unser Autor Olaf Bleich doch nur eines: Autofahren!
Ich mag Project Cars 3. Mir gefällt, dass es zugänglicher ist als seine Vorgänger. Mir gefallen auch das Fahrverhalten und die handliche Rennphysik. Aber warum zum Teufel muss man ein Rennspiel mit neumodischem Firlefanz wie dynamischen Herausforderungen, gleich mehreren Erfahrungssystemen und anderem Schnickschnack überfrachten?
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Das motiviert zum Weiterspielern, heißt es. Spieler müssen ein Gefühl für den Fortschritt bekommen, sagt man. Aber mal ehrlich: Am Ende geht es doch vor allem um den puren Spaß am Fahren. Und der kommt bei vielen aktuellen Racern viel zu selten auf. Ich sage: Macht Rennspiele endlich wieder einfach und bringt Arcade-Racer zurück auf die ganz große Bühne!
Auf der Suche nach dem Spielspaß
Welches Rennspiel rettet garantiert jede müde Party? Genau, Mario Kart! Seit Jahrzehnten stellt Nintendos Fun-Racer Freundschaften auf die Probe. Wie oft haben meine Kumpels und ich schon zu später Stunde die Bude zusammengebrüllt, als kurz vor Schluss eine rote Schildkröte noch für den Führungswechsel sorgte. Mario Kart ist leicht erlernt und dennoch schwer zu meistern. Denn natürlich haben Spieler mit Streckenkenntnissen einen klaren Vorteil.
Trotzdem: Mario Kart und viele andere Arcade-Racer haben gezeigt, dass Einfachheit manchmal die ganz große Spielspaßkunst ist. Drifts, Beschleunigungsbäder und Power-Ups gehören hier ebenso zum guten Ton wie knallharte Positionskämpfe an der Spitze und eine möglichst direkte Steuerung. Gerade mit Playstation 5 und Xbox Series X im Anmarsch wünsche ich mir wieder mehr Mut zum Arcade-Bekenntnis.
Quelle: Activision
Verkanntes Genie: Blur von 2010 gilt als das „Mario Kart für Erwachsene“. Die Power-Ups ähnelten stark dem Nintendo-Vorbild.
Wieso nicht mal Blur aus dem Jahr 2010 neu auflegen? Oder ein neues Ridge Racer an den Start bringen? Weiß eigentlich jemand, was aus Bleifuss (1995) geworden ist? Mal von Need For Speed und ein paar wenigen Racing-Fortsetzungen oder Remasters abgesehen, ist in diesem Sektor geradezu erschreckend wenig passiert.
Die Tücken des Stadtverkehrs
Aber auch fernab der Comic-Flitzer sehe ich noch Nachholbedarf. Schließlich fühlt sich der ganz alltägliche Stadtverkehr manchmal ein wenig wie ein Arcade-Racer an. Okay, vielleicht muss man die Dramatik noch ein wenig nach oben schrauben und mit den entsprechenden Missionszielen potenzieren, aber dann kann ein Open-World-Racer wieder so richtig Freude machen.
Erinnert sich hier noch jemand an Midtown Madness? In dem 1999 veröffentlichten Rennspiel flitzte ich mit dem VW Beetle , einem Bus oder einem Muscle-Car durch die engen Straßen von Chicago. Wie ich das Ziel letztlich erreichte, blieb ganz mir überlassen. Diese Freiheit war großartig, ohne dass sie mich gleichzeitig erschlug. Sie war natürlich und passte zum Gameplay.
Quelle: Moby Games
Die Macher des kürzlich erschienenen Hotshot Racing setzen auf Polygon-Grafik und Drift-Orgien.
Ähnlich unterhaltsam, wenn auch deutlich schräger und lauter, ging es im Dreamcast- und Spielhallenklassiker Crazy Taxi zu. Hier musste ich Fahrgäste möglichst flott ans Ziel bringen und erfreute mich dabei an dem launigen Renn-Gameplay, der wilden Musik und vor allem dem kunterbunten Look. Wieso gibt es eigentlich noch nicht sowas wie Crazy Uber? Von mir aus auch mit Online-Funktionen und echten Menschen, die mir als Fahrer ihre Lebensgeschichten erzählen. Klingt schräg, wäre aber zumindest mal so etwas wie eine Evolution des Arcade-Genres.
Freude an der Zerstörung
Und wo wir schon von viel zu lange verschütteten Racing-Perlen sprechen, darf ich natürlich auch die Burnout-Reihe nicht vergessen. Noch in diesem Jahr erschien Burnout Paradise Remastered auch für die Nintendo Switch. Einen neuen Teil von Criterions rasender Schrottpresse vermisse ich im großen Aufgebot von Playstation 5 und Xbox Series X jedoch noch.
Quelle: Moby Games
Das letzte Lebenszeichen der Burnout-Serie: Burnout CRASH! dampfte die Formel der Rennspielreihe auf ein Minimum herunter. Für zwischendurch war das okay, doch hier fehlte eindeutig das Racing-Gameplay.
Burnout strahlte wie kaum eine andere Serie die raue Lust an der Zerstörung aus. Also genau das, was man in der Realität tunlichst mit seinem Auto vermeiden sollte. Wenn sich das Blech der Sportwagen in Zeitlupe verformte, dann kam stets so richtig Freude auf. Und natürlich besaßen gerade die späteren Serienteile dank offener Spielwelt und einer Vielzahl an Spielarten einen modernen Touch. Im Kern allerdings bliebt selbst ein Burnout Paradise ein reinrassiger Fun-Racer, bei dem der "Fun" stets im Mittelpunkt stand.
Ähnlich wie in Mario Kart war auch jeder Burnout-Teil ideal für lustige Abende. Nicht unbedingt für mehrere Stunden, aber für kurze, krachende Sessions. Der Grund: Absoluter Fokus auf Spielspaß, starkes Balancing und ein ebenso einfaches wie effektives Racing-Gameplay.
Mehr Mut zu Einfachheit
Quelle: Moby Games
Ridge Racer war auf der ersten Playstation ein absolutes Aushängeschild für die Plattform und das Arcade-Racing. Das 2012 erschienene Ridge Racer Unbounded schaffte jedoch den Sprung in die Moderne nicht und scheiterte am eigenen Anspruch.
Und genau das muss es auch in Zukunft wieder stärker geben: Simpel gestrickte, aber dafür umso unterhaltsamere Arcade-Rennspiele. Weg mit Erfahrungssystemen und ausufernden Service-Optionen, her mit Crashs, Raketenantrieben und knallharten Drifts!
Heutzutage sind so viele Spiele einfach komplett überfrachtet und wirken weniger wie ein launiger Zeitvertreib als vielmehr wie optimierte "Zeitfressmaschinen". Nur wenigen Entwicklern gelingt dieser Spagat wirklich. Und auch Project Cars 3 hatte wirklich gute Ideen, wirkte aber am Ende doch zu vollgestopft. Das soll natürlich nicht heißen, dass Raketendüsen, fliegende Schildkröten und Takedowns das Spiel besser gemacht hätten.
Aber für mich dürften auch die Rennspiele der kommenden Generation gerne einen Hauch simpler und einfacher sein. Ein bisschen Spielhallen-Feeling hat auch in Zeiten von Raytracing und SSD-Festplatten noch niemandem geschadet.
Glaubt ihr nicht? Dann empfehle ich euch wärmsten das von Lucky Mountain Games und Sumo Nottingham entwickelte Hotshot Racing. Der auch für PC, PS4 und Switch erhältliche Polygon-Raser ist Teil des Xbox Game Pass und bringt das Fahrgefühl der 90er-Arcade-Games wieder zurück. Das Ganze jetzt noch in Triple A und mit etwas mehr Marketing-Power dahinter: Ich würde das virtuelle Lenkrad so schnell nicht mehr loslassen!

Ich möchte wieder Arcade Racer mit Gummiband um Abends ein paar Runden so zu drehen wie ich es sonst nicht mache und gern mit Schwierigkeitsgrad.
Das dieser mittlerweile bei den meisten Racer wegfällt nervt total. Ich bin kein guter Gamepad-Fahrer habe aber Spaß dran. Aber dauerhaft nicht weiterkommen wie zB bei Dirt Rally frustriet und mach keine Laune....
achja - bleifuss fun vielleicht aber die beiden bleifuss-spiele waren irrsinnig schwer. da mußte man das ganze rennen ohne den geringsten kleinen fahrfehler fahren und 90% der kurven perfekt meistern um die schwierigeren rennen zu gewinnen. als fun-racer würde ich das daher nicht zählen.
Ob GTA V nun eine Rennspiel ist oder nicht liegt eher im Bereich der Wortklauberei. Per Definition natürlich eher nicht - wer aber möchte kann sich insbesondere in GTA Online ( auch nicht so meins) in X verschiedenen Rennen austoben.
Was ist daran so kontrovers? Warum muss man andere Nutzer darüber direkt angehen?
Bitte weniger über wer dohfer ist und mehr zurück zum Thema.
Blur war halt... naja, wohl der verzweifelte Versuch, Bizarre Creations zu retten, die halt zu Xbox360-Zeiten kein Land mehr gegen Forza und co mehr im Bereich Rennsim sahen.
Ich mochte das Studio, geometry wars auf dem DS spiel ich immer noch gerne und find's sauschade, dass dakein 3DS-Ableger kam.
https://de.m.wikipedia.or...
Mir geht dieses "Super Mario Kart ist besser als alles andere - BAMM!!!"-Gelaber einfach auf den Keks, wo es genug attraktive Alternativen wie eben Blur, Grip u. ä. gibt. Was man lieber mag ist ne reine Geschmscksfrage, ich für meinen Teil teile die Ansucht: Hast du ein SMK gesehen, hast du sie alle gesehen. Zumal ich vom poppig-süßen SMK-Look glatt Karies bekomme. ;-)
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Blur war leider für mich der Tiefpunkt des Studios. Die Mischung ging mMn nicht auf. Das Ende kam eh kurz danach.
Dass es das "bessere Mario Kart" sein soll, das muss man nicht verstehen. Aber man weiß ja, wie du zu Nintendo stehst.