SpaceCraft: Offline-Modus nach wenigen Wochen - schlechtes Zeichen fürs MMO?
SpaceCraft bekommt kurz nach dem Early-Access-Start einen Offline-Modus. Klingt gut, wirkt aber wie ein Warnsignal für den MMO-Traum.
SpaceCraft ist noch nicht lange im Early Access, da bekommt das Weltraum-Aufbauspiel bereits ein ziemlich großes neues Feature. Wie Shiro Games mitteilt, können Spieler die Galaxie ab sofort auch komplett offline erkunden. Damit erfüllt das Studio nach eigenen Angaben einen der meistgewünschten Wünsche der Community.
"Wir sind stolz, heute, weniger als einen Monat nach dem Start des Early Access, eines der meistgewünschten Features einzuführen", erklärt Nicolas Cannasse, CEO von Shiro Games. Der Offline-Modus soll sich dabei nicht einfach nur wie die Online-Version ohne andere Spieler anfühlen. Laut Shiro wurden Spielfortschritt, Balance und die Kernsysteme angepasst, um eine flüssige und lohnende Einzelspieler-Erfahrung zu bieten. Gleichzeitig sollen die Tiefe und Freiheit erhalten bleiben, die SpaceCraft auszeichnen.
Im Kern dreht sich das SpaceCraft um den Bau eigener Raumschiffe, Ressourcenabbau, Basenbau, Automatisierung und die Erkundung einer großen Galaxie. Genau diese Mischung hatte uns auch in unserem PCG-Early-Access-Test grundsätzlich gefallen. Vor allem der Schiffsbau konnte bereits im frühen Zustand überzeugen. Gleichzeitig blieb aber die große Frage, ob aus diesem soliden Fundament wirklich ein lebendiges MMO werden kann.
Und genau deshalb wirkt der neue Offline-Modus auf uns auch ziemlich seltsam. Klar, auf dem Papier klingt es erst einmal gut, wenn Spieler SpaceCraft ganz in Ruhe und im eigenen Tempo erleben können. Aber bei einem Spiel, das mit einer großen gemeinsamen Galaxie, Wirtschaft, Aufbau und langfristiger Online-Motivation punkten will, fühlt sich ein vollwertiger Solo-Modus weniger nach einem naheliegenden nächsten Schritt an - und mehr nach einem Notausgang.
Eigentlich ist so etwas eher der letzte Schritt in der Entwicklung eines Online-Spiels. Dual Universe ist da ein gutes Beispiel: Erst sollte ein großes, gemeinsames SciFi-MMO entstehen, später kam die Standalone-Version, weil die offiziellen Server runtergefahren wurden. Bei SpaceCraft passiert nun zumindest der erste Teilschritt nun weniger als einen Monat nach dem Early-Access-Start. Das ist schon ein ziemlich merkwürdiges Signal.
Denn wenn man den Spielern früh eine komplett offline spielbare Version anbietet, killt man damit nicht direkt auch ein Stück weit die Chance, dass sich überhaupt noch ein MMO-Gefühl entwickelt? Warum soll sich eine lebendige Community, eine gemeinsame Wirtschaft oder ein echtes Online-Universum formen, wenn ein großer Teil der Spieler direkt in die Solo-Galaxie abbiegt? Für ein normales Aufbau- oder Crafting-Spiel wäre das völlig okay. Für ein Spiel mit MMO-Ambitionen fühlt es sich aber nach einem sehr frühen Eingeständnis an.
Vielleicht ist der Offline-Modus am Ende genau das, was SpaceCraft braucht. Vielleicht funktioniert das Spiel als entspannter Solo-Baukasten sogar besser als als großes Online-Universum. Aber dann muss man auch ehrlich fragen: Hat Shiro Games schon jetzt gemerkt, dass der MMO-Traum von SpaceCraft vielleicht doch nicht aufgeht?
Noch ist SpaceCraft im Early Access, und genau dafür ist diese Phase schließlich da. Trotzdem bleibt ein komisches Gefühl, oder? Nutzt gerne die angebotene Kommentarfunktion und teilt uns eure Meinung zum Thema mit. Beachtet beim Kommentieren aber bitte die Forenregeln und die allgemeine Netiquette im Internet . Solltet ihr noch keinen Account haben, könnt ihr über eine Registrierung nachdenken , die viele Vorteile mit sich bringt. Unsere Video-Inhalte findet ihr bei Youtube , Instagram und Tiktok.
