Das Land der verlorenen Seelen

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MASSENKEILEREI Eine Armee von Helden fällt über die Untoten von Madrigal ein. Der eigentliche Held hält sich bei der Schlacht im Hintergrund. MASSENKEILEREI Eine Armee von Helden fällt über die Untoten von Madrigal ein. Der eigentliche Held hält sich bei der Schlacht im Hintergrund. In Madrigal scheint die Sonne für immer untergegangen zu sein. Seit Jahren herrscht Finsternis und Hass in dem Land, in dem sechs Gottheiten den Bewohnern einst ihre Seelen raubten. Sie ziehen aus, Madrigal von den Peinigern zu befreien - doch sind Sie stark genug, es gegen sechs Dämonen gleichzeitig aufzunehmen?
Schon der Introfilm macht klar, welchem großen Vorbild Soulbringer nacheifert: In düsteren Bildern wird der Kampf eines Recken gegen eine noch namenlose dunkle Kraft gezeigt. Das Ganze erinnert nicht zufällig an Diablo. Ganz wie im Meisterwerk von Blizzard besteht Ihre Aufgabe als Held darin, mit einem riesigen Arsenal von Zaubersprüchen und Waffen durch die Berge, Wälder und Täler von Madrigal zu reisen und Heerscharen von Skeletten, Geistern und feindlichen Soldaten unschädlich zu machen.
Die Geschichte beginnt, als Ihre Hauptfigur mit einer Fähre in Madrigal ankommt. Vom Schicksal des Landes wissen Sie zunächst nichts; eigentlich befinden Sie sich auf der Suche nach einem verschollenen Verwandten. Die Bewohner des Landes geben Ihnen zwar einen Tipp, wo sich das gesuchte Familienmitglied befindet, warnen Sie aber gleichzeitig: Der Onkel sei ein Sonderling und habe wohl vor Jahren schon den Verstand verloren. Schon auf dem Weg zu seiner Behausung werden Sie plötzlich von feindlichen Wachen scheinbar grundlos angegriffen; als Sie den Eremiten schließlich treffen, klärt dieser Sie auf: Madrigal wird schon seit langer Zeit von sechs bösen Gottheiten terrorisiert. Die teuflischen Gestalten haben fast allen Bewohnern ihre Seelen geraubt und horten diese an einem geheimen Ort. Nun ist es an Ihnen, die Götter zu vertreiben und damit den Fluch vom Land zu nehmen.
Soulbringer orientiert sich zwar stark an Diablo, bietet aber auf den ersten Blick mehr als der erfolgreiche Klassiker: Obwohl auf die Wahl einer Heldenklasse verzichtet wird, ergeben sich bei über 60 Zaubersprüchen, Wagenladungen von Nah- und Fernkampfwaffen und einem akzeptablen Attributesystem genügend Möglichkeiten, Ihre Figur nach eigenem Geschmack auszurichten. Magische Angriffe können ebenso wie Schwertattacken in so genannten Kombos zusammengefasst werden: Sie kombinieren hierzu einfach einzelne Manöver miteinander, weisen der Abfolge eine Nummer zu und rufen diese über eine Tastenkombination später auf. Mit einem einfachen Mausklick könnte Ihre Figur also beispielsweise dem Gegner zunächst einen Feuerball entgegenschleudern, ihm einen kräftigen Tritt verpassen, mit dem Schwert nachschlagen und zur Stärkung noch einen Heiltrank zu sich nehmen. Theoretisch eröffnen die Kombos ungeahnte taktische Möglichkeiten im Kampf praktisch bringen sie den Helden an den Rand eines Nervenzusammenbruchs. Die Steuerung reagiert oftmals dermaßen träge, dass Ihre Figur schon eine Vielzahl von Schlägen und Tritten einstecken muss, bevor sie überhaupt eine Waffe zücken kann.
Eine weitere Idee, die sich in der Theorie besser anhört als sie eigentlich ist, ist das so genannte Saeculorum. Hierbei handelt es sich um ein bewegliches Diagramm, auf dem die magischen Fähigkeiten des Helden verwaltet werden. Die Zaubersprüche gehören zu verschiedenen Klassen (Feuer, Erde, Wasser, Luft), die sich gegenseitig beeinflussen. Wer beispielsweise permanent mit Feuerbällen um sich wirft, tut dies auf Kosten eines anderen Elements und muss dementsprechend früher oder später auf die machtvolleren Wasserzauber verzichten, weil sich sein Saeculorum ungünstig verschoben hat. Wie bei den Kampfkombos gilt auch hier: Eigentlich eine gute Idee, die aber langweilig umgesetzt wurde. Das permanente Hin- und Hergeschiebe von Mana-Energie, magischen Sprüchen und Elementarkräften macht die Zauberei lediglich unnötig kompliziert, aber noch lange nicht komplex.
Optisch ist Soulbringer ein zweischneidiges Schwert: Während die meisten Zaubersprüche ausgesprochen originell umgesetzt wurden und mit zahlreichen grandiosen Lichteffekten aufwarten können, sind die Landschaften und Figuren schlicht und einfach potthässlich. Die Bodentexturen wirken wie ein einziger matschfarbener Pixelbrei, die Figuren verkommen bei näherer Betrachtung zu klobigen Pappkameraden und die rotierbare Kamera vollführte an einigen Stellen die absurdesten Perspektivenwechsel. Fehlende Extras wie eine brauchbare Kartenfunktion und der viel zu schnell ansteigende Schwierigkeitsgrad dürften vor allem für Einsteiger zusätzliche Frustfaktoren darstellen.

Bildergalerie: Soulbringer
Bild 1-3
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Wertung zu Soulbringer (PC)

Wertung:

7.0 /10

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