Müde Wirtschaftssimulation im Spielebusiness.
Man nehme ein dürftiges Konzept, sperre ein paar Programmierer über einige Wochen in eine Abstellkammer, und heraus kommt das Spiel des Jahres. So funktioniert das Spielebusiness -jedenfalls bei Software Tycoon. Ähnlich wie im Klassiker Mad TV hetzen Sie Ihre Spielfigur durch eine Comic-Kleinstadt. Im Büro Ihres hoffnungsvollen Software-Unternehmens klicken Sie sich aus diversen Elementen wie Sprite-Technik, EGA-Grafik und Joystick-Steuerung ein Spielkonzept zusammen, heuern in der örtlichen Spielhalle Programmierer, Komponisten und Grafiker an und teilen Ihnen in der Entwicklungsabteilung Aufgaben zu. Sobald das Stück Code mehr oder weniger ausgereift ist, wandert die Diskette ins Kopierwerk und von dort hübsch verpackt in den Softwareladen, wo sogleich Horden von Käufern darüber herfallen. Werbung und Filmlizenzen kurbeln die Verkäufe an, mit Computerviren können Sie unliebsame Konkurrenten ausstechen. Aus dem Szenario hätte man wirklich viel machen können, Software Tycoon scheitert kläglich. Nach ein paar Stunden Spielzeit hat man alles gesehen und produziert Hits am Fließband.
