Skulls of the Shogun im Test: Probleme, Extras und Wertung
Der Trip in die Unterwelt lohnt sich: Das Indie-Spiel Skulls of the Shogun entpuppt sich im Test als zugängliches Rundentaktik-Juwel mit charmanter Inszenierung und pfiffigem Witz. Warum es trotz starker Kampagne und gutem Mehrspielermodus nicht ganz zum uneingeschränkten Hit-Status reicht und wieso Totenschädel in diesem Spiel so ungeheuer nahrhaft sind, verrät euch unser Review samt Testvideo.
Dazu kommen Elemente wie Deckung im Schilf, welche die Trefferchance auf 80 Prozent reduziert, Abgründe, in die man Gegner per Angriff stupsen kann, und Seelenwälle, durch die nebeneinander stehende Einheiten immun gegen solche Stöße sind. Als Spieler müsst ihr so stets abwägen, welche fünf Einheiten ihr pro Zug bewegt und was ihr mit diesen anstellt: Heilt ihr eine zuvor angegriffene Einheit mit dem Verspeisen eines Schädels? Geht ihr in die Offensive und nehmt die automatischen Konterangriffe eines Widersachers in Kauf? Blast ihr mit dem Rabenmönch die Schädel eigener Einheiten in einen Lavafluss, um sie vor dem Zugriff des Gegners zu bewahren? Benutzt ihr eine eurer Aktionen, um an einem Schrein einen neuen Bogenschützen zu rekrutieren? Oder blockiert ihr mit einem Seelenwall eine Brücke, um euren General vor der feindlichen Reiterei zu schützen?
All diese Feinheiten des Spiels bringt euch die Kampagne auf vorbildliche Weise nach und nach bei. Der Schwierigkeitsgrad steigt mit jeder Mission sanft an, in jeder Schlacht lernt ihr etwas Neues. Das macht den Einzelspielermodus sehr abwechslungsreich und unterhaltsam, Langeweile kommt so schnell nicht auf. Alles vorausgesetzt, dass ihr dem taktischen, rundenbasierten Spielprinzip etwas abgewinnen könnt, das an einen Mix aus X-COM und Schach erinnert. Prima: Bereits absolvierte Einsätze lassen sich jederzeit wiederholen, der Wiederspielwert wird durch verdiente Rangabzeichen und Achievements für optionale Siegkonditionen erhöht.
Außerdem eignet sich die Kampagne perfekt als Trainingsmodus für den Mehrspielermodus. Der erlaubt Partien für bis zu vier Spielern sowohl online als auch an einem PC im Hotseat-Modus. Das Spiel enthält sogar eine Option, Züge per E-Mail mit seinen Widersachern auszutauschen. Die Mehrspieler-Duelle sind spannend und fordernd, obwohl als Modi nur Deathmatch und Team-Deatchmatch auf acht Karten zur Verfügung stehen. Besonders die Abwesenheit eines Nebels des Krieges sorgt für Nervenkitzel, da jeder Teilnehmer die Bewegungen des Gegners sehen und daraus seine Schlüsse auf den dahinterstehenden großen Plan ziehen kann. Das Ergebnis ist ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel, ganz ähnlich wie bei einer Partie Schach.
Die Probleme
Quelle: PC Games
Einheiten können nur die Schädel gegnerischer Einheiten futtern. Alles andere würde die Ehre der Samurai beschmutzen, ist doch klar!
Obwohl Skulls of the Shogun ein großer Spaß für Taktik-Fans und Freunde abgedrehten Humors ist, perfekt ist das Spiel des kleinen Indie-Studios 17-Bit nicht. Besonders die magere Einheitenauswahl stört auf Dauer: Mit nur drei Standardkämpfern (Samurai, Bogenschütze und Reiter) hat man das dem Spiel zugrunde liegende Stein-Schere-Papier-System schnell durchschaut. Weitere Truppentypen wie Pikeniere hätten hier nicht geschadet. Zumal sich die Schlachten besonders gegen Ende der Kampagne arg in die Länge ziehen und die künstliche Intelligenz des Computergegners nicht immer auf der Höhe ist. So verhalten sich die feindlichen Truppen stets recht defensiv und wagen keine lohnenden Ausfälle oder bringen sich durch das Futtern von herumliegenden Schädeln in prekäre Situationen: Immer wieder gelang es uns im Test, mehrere feindliche Einheiten über Abgründe zu schubsen, weil der Computer-General zu selten nützliche Seelenwälle bildete.
Obwohl sich Skulls of the Shogun sowohl mit Maus und Tastatur als auch Gamepad (!) sehr komfortabel und intuitiv steuern lässt, ist es oft unnötig schwer, mit dem Mauszeiger den gewünschten Gegner/Schädel/Schrein zu markieren, wenn sich mehrere Objekte in unmittelbarer Nähe befinden. Fehler lassen sich jedoch ganz einfach ungeschehen machen: Das Spiel legt bei jedem Rundenstart einen automatischen Spielstand an, zudem dürft ihr jederzeit frei speichern – vier Speicher-Slots stehen euch dafür zur Verfügung.
Die Extras
Skulls of the Shogun erschien ursprünglich nur für Windows 8 und Xbox 360. PC-Spieler mit Windows XP, Vista oder 7 gingen leer aus. Die Bone-A-Fide-Edition behebt diesen Missstand und erweitert das Originalspiel nebenbei um eine zusätzliche Story-Episode nach dem Ende der Hauptkampagne. Darin enthalten sind vier frische Missionen und ein neuer Mönch-Typ. Der Mini-Feldzug punktet mit einer interessanten neuen Idee im Vergleich zum Hauptspiel: Wo ihr im Original für jede Schlacht eine vorgegebene Truppenanzahl gestellt bekommt, übernehmt ihr hier eure Truppen, deren gefutterte Schädel und den gesammelten Reis in den nächsten Level. Zusammen mit dem knackigen Schwierigkeitsgrad samt der an unfairen Stellen auftauchenden KI-Verstärkung stellen die Zusatzeinsätze selbst für Profis eine Herausforderung dar.
Info: Wo kaufen?
Skulls of the Shogun gibt es ausschließlich als kostenpflichtige Download-Version über Steam. Ihr benötigt zwingend ein Steam-Konto und eine Internetverbindung, der Weiterverkauf ist ausgeschlossen. Preis: ca. 14 Euro.
Meinung
[RATING}

Es gab mal Zeiten, da war das ein Standardfeature für PC Spiele.... :(