Ski Racing 2005 feat. Hermann Maier
In der Hauptsaison kann Skifahren manchmal ganz schön an die Substanz gehen. Zuerst kämpft man sich durch endlose Schlangen vor den Liften und dann blockieren Skikurs-Gruppen und herumsitzende Snowboarder die Piste. Mal eben zügig vom Gipfel ins Tal fegen, ohne dabei einen Anfänger unter die Kanten zu bekommen, ist in vielen Skigebieten oftmals nur bei den freitäglichen Touristenrennen möglich. Und dann wäre da noch die Sache mit der weißen Pracht: Wenn's dumm läuft, dürfen Sie auf einem Mix aus hartem Kunstschnee, Gras und Geröll fahren. Diese Sorgen haben Sie in Ski Racing 2005 nicht. Hier herrscht zwar nicht immer eitel Sonnenschein, dafür sind die Pistenbedingungen stets perfekt. Und Störenfriede lassen sich erst gar keine blicken - abgesehen von den Streckenmarkierungen natürlich.
Wo ist der Herminator?
Herzstück von Ski Racing 2005 featuring Hermann Maier ist der World Cup-Modus. Ihr Ziel: Werden Sie Weltmeister der Saison 2004/2005. Das klingt leichter, als es ist. Denn für Sie schnallt nicht etwa das österreichische Skiass Hermann Maier die Bretter an, sondern ein absolut unbeschriebenes Blatt. Der Herminator taucht lediglich als Konkurrent in der Ergebnistabelle auf. Zu Spielbeginn erwartet Sie die Charaktergenerierung - Sie entscheiden sich für ein Outfit, die Gesichtsform sowie Ihre Nationalität und suchen sich Bretter der Firmen Atomic, Fischer oder zweier Fantasiehersteller aus. Jetzt trennt Sie nur noch ein Schritt von der Piste: die Bestimmung Ihrer Anfangsfähigkeiten. Zur Wahl stehen Geschwindigkeit, Technik und ein gesunder Mix aus beiden. Mit der letzten Einstellung haben wir die besten Erfahrungen gemacht. Wenn Sie in einem Rennen gut waren, verbessert sich Ihr Können automatisch. Rollenspieluntypisch können Sie in Ski Racing 2005 nicht beeinflussen, welche Fertigkeit trainiert werden soll.
Vierkampf
Der Meisterschafts-Modus ist unterteilt in fünf Etappen mit jeweils bis zu fünf Austragungsorten. Um eine Etappe abzuschließen, brauchen Sie bei keiner einzigen Veranstaltung aufs Treppchen zu fahren. Es reicht, wenn Sie eine bestimmte Zahl an Weltmeisterschaftspunkten erspielen. Diese winken auch für Platzierungen jenseits der Top Ten, fallen dann aber extrem spärlich aus. Falls Sie bei den schwierigen Slalom-Veranstaltungen partout keine gute Zeit auf die Kanten legen können, stehen immer noch drei weitere Disziplinen an. Vielleicht liegen Ihnen ja Riesenslalom, Super-G oder Abfahrtslauf besser. Bei den Strecken setzt Ski Racing 2005 auf die originalen Schauplätze der aktuellen Saison. Sie wedeln beim Schladminger Nachtrennen um die Slalomstangen, fegen im italienischen Val Gardena mit über 160 Sachen ins Tal oder stellen am Hahnenkamm zu Kitzbühel neue Bestzeiten auf. Auch wenn die Pisten ihren Vorbildern sehr ähnlich sehen und mit einem authentischen Gefälle aufwarten, vermittelt Ski Racing 2005 - abgesehen vom glaubwürdigen Geschwindigkeitsgefühl - nur ein durchschnittliches Fahrerlebnis. Der Untergrund erinnert eher an eine glatt gepresste Gipsmasse als an die weiße Pracht. Spuren von Ihren Vorgängern fehlen ebenso wie kleinere Unebenheiten oder vereiste Stellen. Am meisten stört aber, dass Ihr Charakter selbst in engen Kurven keine einzige Schneeflocke aufwirbelt. Ähnlich steril wirkt die Umgebung. Hässliche 2D-Zuschauer klatschen vor detail-armen Hintergründen Applaus. Immerhin gibt Ihr Skiprofi eine gute Figur ab und die direkte Steuerung überzeugt auf der ganzen Linie. Sowohl mit der Tastatur als auch mit dem Gamepad legen Sie geschmeidige Schwünge hin. Wollen Sie das Tempo erhöhen, gehen Sie in die Hocke, enge Tore meistern Sie, indem Sie die Kanten belasten.
