Silent Hill 2 im Retro-Check: Horror, der das Herz bricht
Passend zur schaurigen Herbstzeit werfen wir einen Blick zurück auf den Survival-Horror-Klassiker Silent Hill 2. Ein Remake des Titels, der erstmals vor mehr als 20 Jahren für die Playstation 2 erschien, wurde erst vor wenigen Tagen angekündigt und befindet sich angeblich bereits seit drei Jahren in Entwicklung. Bevor wir Hand an die Neuauflage legen können, nehmen wir uns noch einmal das Original zur Brust und checken, ob das alte Teil trotz angerosteter Optik und Mechaniken auch heute noch begeistern kann.
Obwohl Survival Horror erst wenige Jahre zuvor mit Resident Evil seinen großen Durchbruch hatte, gilt das 1999 erschienene Silent Hill bereits als eine Revolution des Genres. Erschaffen wurde der Titel von Team Silent, einer Gruppe von Männern und Frauen, die aus verschiedenen Abteilungen von Konami zusammengeworfen wurde. Inkompatibel mit anderen Teams und erfolglos in ihren vorherigen Projekten, galt Team Silent als Resterampe des Studios. Ursprünglich damit beauftragt, ein Hollywood-ähnliches Horrorspiel im Stil von Resident Evil zu entwickeln, um damit den westlichen Markt zu erreichen, verlor Konami schon früh in der Entwicklungsphase den Glauben an einen Erfolg. Frustriert von ihrem Status als Versagertruppe, beschlossen die Mitglieder von Team Silent, sämtliche Vorsicht in den Wind zu schießen und ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Entgegen der Erwartungen des Studios, verschoben sie den Fokus des Spiels weg von Action und hin zu emotionalem, psychologischem Horror. Geboren war Silent Hill - und der Rest ist Geschichte.
Statt in der Fortsetzung zwei Jahre später zu denselben Figuren, Mythen und Handlungssträngen zurückzukehren, wagte Team Silent mit Silent Hill 2 (jetzt kaufen / 27,84 € ) erneut eine Revolution. Die Figuren um Protagonist Harry Mason kehren im Sequel ebenso wenig zurück wie der mysteriöse Kult, in dessen Kontrolle sich die Stadt in Teil eins noch befand. Stattdessen schlüpfen wir in die Rolle von Witwer James Sunderland, der von einem Brief seiner verstorbenen Ehefrau Mary nach Silent Hill gerufen wird.
Quelle: PC Games
Silent Hill 2 im Retro-Check: Horror, der das Herz bricht (2)
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In dichten Nebel getaucht und bevölkert von alptraumhaften Kreaturen entpuppt sich das Ferienziel bei seiner Ankunft als perverser Spiegel seines eigenen Unterbewusstseins. Trotz allem Horror, kehrt James aber nicht um, sondern dringt immer tiefer in den Bauch der Hölle ein, angetrieben von der schmalen Hoffnung, am Ende erneut mit seiner Frau vereint zu werden. In glücklicheren Zeiten besuchten die beiden gemeinsam ein Hotel im Norden der Stadt, wo am Ende des Spiels die finale Konfrontation zwischen James und seinen inneren Dämonen stattfinden wird.
Verkehrsberuhigt, aber nicht zwingend fußgängerfreundlich
Um überhaupt in die Nähe des Ortes zu kommen, muss er sich aber erst einmal einen Weg durch die verlassene Stadt bahnen. Viele Straßen sind versperrt, Brücken eingestürzt, Keller unter Wasser gesetzt, Unterführungen mit Brettern verbarrikadiert und sämtliche öffentliche Gebäude abgesperrt. Für uns heißt das konkret, dass wir einen großen Teil der Spielzeit damit verbringen, Aufgaben zu lösen und Schlüssel und andere Objekte zu finden, die neue Passagen öffnen und weitere Teile der Stadt zugänglich machen.
Quelle: PC Games
Ein Teil der Karte von SIlent Hill. Wir erkunden unter anderem ein Krankenhaus, eine Bowlingbahn und ein Museum.
Weil Silent Hill 2 je nachdem, wem man glaubt, entweder in den 90ern, 80ern oder späten 70ern spielt, helfen uns bei der Orientierung nur Straßen- und Gebäudepläne, die es erst in der Spielwelt zu finden gilt. Stoßen wir auf ein Hindernis, das nicht passiert werden kann, markiert James die Blockade mit rotem Edding auf der jeweiligen Gebietskarte. Das verhindert, dass wir die gleichen Straßen aus Versehen hundertmal ablaufen oder dieselbe Tür mehrmals checken.
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Wie es um das Studio hinter dem Spiel und seinen Machern bestellt war, hat mich bis jetzt noch nie gekümmert. Das ganze liest sich beinahe schon selber ein bisschen so, als wären sie Protagonisten in ihrem eigenen Spiel. Hat finde ich aber erstaunliche Parallelen zu FINAL FANTASY.
Interessant wäre vielleicht auch noch zu erwähnen, dass im Original des Spiels die Voiceactors allesamt KEINE PROFIS waren, sondern wohl teilweise irgendwelche Leute, die halt gerade Zeit und Lust hatten, sich ein bisschen was dazuzuverdienen. Das hat man dann in den späteren Versionen geändert, und nicht wenige Fans sind der Meinung, die Amateure vor den Micros haben damals eine überzeugendere Performance hingelegt, als die Pros.
Zitat:
Die Narrative ist eine der größten Stärken des Spiels, obwohl darin gar nicht mal so viel gesprochen wird. Im Gegensatz zu vielen modernen Protagonisten hält James Sunderland über weite Strecken des Spiels seine Schnauze. Es gibt Momente, in denen wir unten am Bildschirm kurz lesen können, was er über eine Situation denkt, ein großer Redner ist allerdings nicht an ihm verloren gegangen. Auch seine Reaktionen auf die Scheußlichkeiten von Silent Hill sind bis auf wenige Ausnahmen sehr untertrieben. Durch diese Passivität scheint es fast, als würde sich der Schrecken direkt an uns vor dem Bildschirm richten. Ein Trick, der in den ersten vier Silent-Hill-Spielen immer wieder aufgegriffen wird."
James ist, zumindest in der originalen Fassung ein sehr introvertierter Mensch, der zwar irgendwo Gefühle zeigt, aber selbst diese ein ganzes Stück immer wieder in sich hineinfrisst. Und stellenweise hätte man sich vielleicht schon gewünscht, dass er hier und dort mal den Mund aufmacht oder einfach zeigt, dass er ein Mensch und keine... Videospielfigur ist. Aber das ist halt sein Charakter, das meiste passiert in seinem Kopf oder versandet in ihm. Außer in ganz wenigen Momenten, wie in der, als er das kleine Mädchen anschimpft, als diese eine Äußerung über Mary von sich gibt, die ihm allzusehr schmerzt.
Und das wird vermutlich der Knackpunkt sein, den ich beim Bloober-James kommen sehe:
Dieser James ist in der Lage seine Gefühle auszuleben und er tut es auch. Das zeigt der Trailer bereits zu Genüge. Ich habe schon Kommentare gelesen von Leuten die das nicht gut finden, aber genauso von anderen, die gerade das vermisst haben. Weil der neue James zwar immer noch dieselbe Pein erlebt, sich aber nun irgendwo dagegen wehrt, in dem er notfalls laut ausschreit.
Und als jemand, der LAYERS OF FEAR alleine dreimal durchgespielt hat, nicht weil das Gameplay gut ist, das Spiel hat kaum Gameplay, nur son bisschen was, das wie Gameplay aussieht... Möchte ich FÜR MICH sagen, dass das Schauspiel der Figuren großartig ist, ich war von der Heldin und ihrem kleinen Bruder wahrlich begeistert. Und wenn das von Bloober auch nur einigermaßen auf Silent Hill übertragen wird, kann das Spiel sehr viel dazugewinnen. Allerdings könnte damit auch ein Stück weit das stille, subtile verlorengehen. Und eventuell die Fans spalten, die sich dann endlose Diskussionen liefern werden, ob Silent Hill 2 heute nicht mehr so funktioniert wie damals, oder eben doch und ob die vorhandenen Veränderungen notwendig waren oder nicht.
Ich muss wirklich sagen, ich war schon sehr lange nicht mehr so gespannt auf ein Game, vor allem auf eine Neuauflage wie hier. Was aber, wenn man alleine die Klickzahl auf dem YT-Kanal von SONY zum Trailer anschaut, sehr viele Leute sind.
Dass es keine aktuell lauffähige Version vom Original gibt, ist wirklich schade, das ist wahr. Aber vielleicht ändert sich das ja noch.
Die Hoffnung stirbt nur in Silent Hill immer zu erst.