Sea of Thieves: Schaffen es die Entwickler, das Ruder trotz Gegenwind nochmal herumzureißen?

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Special Emily Schuhmann - Autorin Benedikt Plass-Fleßenkämper - Autor Maria Beyer-Fistrich Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Sea of Thieves: Schaffen es die Entwickler, das Ruder trotz Gegenwind nochmal herumzureißen?
Quelle: Rare

Seit einem knappen Jahr können Spieler in Sea of Thieves dem virtuellen Piratendasein frönen - und das feiern die Entwickler von Rare bald mit einem großen Update. Wir haben die Briten für euch besucht und herausgefunden, warum es sich lohnt, das Piraten-MMO nochmal aus der Schatzkiste zu kramen.

Landratten aufgepasst! Wer von euch hat es als Kind auch geliebt, den Holzsäbel klirren zu lassen oder Nervensägen wie die kleine Schwester über die Planke (aka Bettkante) zu schubsen? Das Leben als Freibeuter lockt mit Abenteuern und Freiheit - wer könnte dem schon widerstehen? Kleine Piraten werden allerdings irgendwann erwachsen, und oft verblasst der Kindheitstraum. Oft, aber nicht immer. Und für all diese Träumer gibt es Spiele wie Sea of Thieves (jetzt kaufen ).

Zu sagen, Microsofts Vorzeigespiel für die Xbox-Familie hätte eine bewegte Vergangenheit hinter sich, wäre eine ziemliche Untertreibung. Im Laufe der letzten vier Jahre - so lange ist die Ankündigung des Spiels mittlerweile tatsächlich her - hat sich das Piratenabenteuer ganz schön verändert. Es hat nicht nur seine Konsolenexklusivität eingebüßt, sondern auch zahlreiche neue Mechaniken, Herausforderungen und Geschichten dazugewonnen.

Gleich zu Beginn unseres Besuchs im Rare-Hauptsitz in Twycross, Großbritannien, wird klar: Die Entwickler haben keine Minute an ihrem Projekt gezweifelt - fast das komplette Studio ist mit Sea-of-Thieves-Memorabilia geschmückt. Mit dem kostenlosen Anniversary Update wollen sie ihrem Spiel nun die Krone aufsetzen: Ab dem 30. April 2019 erwarten euch heiße Arenakämpfe, Quests, die der Spielwelt Leben einhauchen und vieles mehr. Nicht schlecht für einen Titel, der einen eher unglücklichen Start hingelegt hat.

Flaute beim Start

Wir erinnern uns: Trotz großer Aufmerksamkeit seitens Presse und Spielerschaft liefen die ersten Tage bei Sea of Thieves alles andere als optimal. Der Spieleransturm sorgte für Serverprobleme; es kam zu Login-Fehlern, verzögerten Ingame-Belohnungen und zu spät freigeschalteten Achievements. Diejenigen, die es ins Spiel schafften, waren meist ernüchtert: Wo waren die versprochenen Abenteuer? Wo die epischen Schlachten und Schatzsuchen? Stattdessen durftet ihr Hühner fangen und diese zum nächstgelegenen Außenposten bringen. Nicht gerade das, was man sich vorstellt, wenn man vom wilden Piratenleben träumt! Kanonen an der Hauswand: So sieht es aus, wenn sich ein Entwicklerstudio voll und ganz einem Spiel verschreibt. Quelle: Medienagentur plassma / Emily Schuhmann Kanonen an der Hauswand: So sieht es aus, wenn sich ein Entwicklerstudio voll und ganz einem Spiel verschreibt.

Für Otto-Normalspieler fehlte bei Sea of Thieves einfach der Tiefgang. Was für den einen ein Sandkasten mit unbegrenzten Möglichkeiten ist, ist für den anderen ein großer Haufen Nichts. Keine Geschichte, die einen an der Hand nimmt, kein konkretes Ziel vor Augen - damit kommt nicht jeder klar. Und dann gibt es natürlich noch das kleine Problem, dass Sea of Thieves ohne Mitspieler nur wenig Sinn macht. Wie es bei MMOs so oft der Fall ist, sind Solisten auch hier eher fehl am Platz.

Allerdings verging vielen Spielern nach dem Release schon viel früher die Lust: Rare präsentierte bei der Charaktererstellung ein Piraten-Roulette mit zufällig generierten Avataren - ein echter Editor mit zahlreichen Reglern und Optionen fehlte. Ein merkwürdiges System für ein Spiel, dessen horizontales Fortschrittssystem auf kosmetischen Gegenständen fußt. Das eigene Schiff schick zu machen, hat natürlich was, aber das eigene Alter Ego sollte ebenfalls Individualität bieten. Die Folge: Zahlreiche Spieler berichteten in Online-Foren von stundenlangem Charakterwürfeln und der damit einhergehenden Unlust, überhaupt in See zu stechen.

Vom Schiffsjungen zur Piratenlegende

Tatsache ist: Sea of Thieves kann unglaublich viel Spaß machen. Die bunte, comichafte Grafik und das hervorragende Audiodesign wecken die Sehnsucht nach Seeluft und langen Nächten voller gelallter Lieder und Gelächter. In einer Gruppe mit Gleichgesinnten wird die Kontrolle der Für die Entwickler stand von Anfang an fest, dass sie in engem Kontakt mit der Community stehen wollen. Deshalb bauten sie schon früh ein Studioset für Entwicklertagebücher und Videoansprachen. Design Director Mike Chapman fühlt sich in der Rare-eigenen Taverne sichtlich wohl. Quelle: Medienagentur plassma / Emily Schuhmann Für die Entwickler stand von Anfang an fest, dass sie in engem Kontakt mit der Community stehen wollen. Deshalb bauten sie schon früh ein Studioset für Entwicklertagebücher und Videoansprachen. Design Director Mike Chapman fühlt sich in der Rare-eigenen Taverne sichtlich wohl. Schaluppe oder der größeren Galeone zum Kunstwerk: Jeder Spieler ist ein Rädchen, das perfekt ins nächste greift. Anker lichten, Segel hissen und stets den Horizont nach Inseln und fremden Segeln absuchen - das sorgt für reichlich Freibeuter-Flair. Ihr selbst schreibt in Sea of Thieves die Geschichte. Und manchmal handelt sie eben auch davon, wie ihr bei voller Fahrt versehentlich vom Boot gesprungen und von einem Hai gefressen worden seid.

Die Tierwelt ist euch in diesem Spiel ohnehin nicht wohlgesinnt. Vor allem die leicht zu übersehenden Giftschlangen können ein großes Ärgernis sein. Und dann wären da natürlich noch die Skelette: Die nette Variante der knochigen Gesellen ist und bleibt tot und macht die Welt lebendiger. Beispielsweise ein Kerl mit Anker am Fuß, der sich am Strand einer Insel sonnt. Da fragt man sich als Spieler: Was hat der arme Tropf verbrochen? Wie kommt es, dass er an Land und nicht unten im Meer liegt? Die andere Art Skelett hat den Tod indes so liebgewonnen, dass sie ihn mit euch teilen will. Trefft ihr auf ein solches Exemplar und ist euch euer Leben lieb, dann solltet ihr entweder gut zu Fuß oder geübt im Umgang mit Waffen sein. Auf dem Weg zur Piratenlegende findet ihr also Kisten voller Gold, durchsegelt die Weltmeere, fangt Federvieh, kreuzt die Donnerbüchsen und Säbel mit allerlei Halunken und begegnet vielleicht sogar dem mächtigen Kraken. Das war einmal alles, was Sea of Thieves zu bieten hatte.

Riesenhaie, Skelettschiffe und jede Menge Nebel

Die Betonung liegt auf "war", denn die Entwickler bei Rare haben in den letzten Monaten auf ihre Spieler gehört und sogar Entscheidungen getroffen, die ihren ursprünglichen Ideen widersprechen. Beispiel gefällig? "Jedes Segel am Horizont ist eine Crew aus echten Spielern." Mit diesem Slogan wurde anfangs massiv geworben - KI-Gegner sollten sich nicht in Geschichten und Gefechte auf hoher See einmischen. Mit dem kostenlosen Cursed-Sails-Update von Ende Juli 2018 änderte sich das, und die Skelettschiffe begannen ihre Kaperfahrten.

Die anderen - ebenfalls allesamt kostenlosen - Mini-Erweiterungen The Hungering Deep, Shrouded Spoils und Forsaken Shores erfrischten mit kurzen Kampagnen, neuen Mechaniken, neuen Gegnern und sogar neuen Arealen. Anfangs sah das Spiel auf jedem Bildschirm ungefähr gleich aus. Doch mit jedem Content-Update erweiterte Rare die Welt ein kleines bisschen, sie wurde vielfältiger. Sturm, Regen, Nebel, Blitze, Tentakel, kochendes Meer und nicht enden wollende Zahnreihen im klaffenden Maul der Megalodons: Mit etwas Pech könnt ihr in Sea of Thieves mittlerweile regelrechte Albtraumszenarien erleben, die mit Piratenidylle so gar nichts mehr zu tun haben. Das lockt natürlich Schaulustige an.

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  1. Seite 1 Sea of Thieves: Zu Besuch bei Rare - Seite 1
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    • Kommentare (8)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Monco Mitglied
        Sea of Thieves kann durchaus Spaß machen, vor allem zu viert. Einzelspielern, die lieber auf eigene Faust in See stechen, würde ich dieses Spiel nach wie vor nicht empfehlen - da kommt schnell Frust auf - z.B., wenn man sich mühevoll ein paar Schätze gesichert hat und dann bei der Fahrt zum Hafen vom Kraken geplättet wird. Insgesamt macht man immer wieder dasselbe, es gibt kaum Abwechslung. Daran ändern auch die Events nicht viel. Diese können sogar extrem nerven, z.B. wenn gefühlt zehn Schiffe vor einer Insel parken und darauf warten, andere Spieler zu versenken, die im Rahmen einer Quest immer wieder zu dieser einen Insel müssen. Nach jedem Event zocken wir wir mal wieder ne Session, dann reicht's aber meist auch schon wieder...
      • Von Monco Mitglied
        Sea of Thieves kann durchaus Spaß machen, vor allem zu viert. Einzelspielern, die lieber auf eigene Faust in See stechen, würde ich dieses Spiel nach wie vor nicht empfehlen - da kommt schnell Frust auf - z.B., wenn man sich mühevoll ein paar Schätze gesichert hat und dann bei der Fahrt zum Hafen vom Kraken geplättet wird. Insgesamt macht man immer wieder dasselbe, es gibt kaum Abwechslung. Daran ändern auch die Events nicht viel. Diese können sogar extrem nerven, z.B. wenn gefühlt zehn Schiffe vor einer Insel parken und darauf warten, andere Spieler zu versenken, die im Rahmen einer Quest immer wieder zu dieser einen Insel müssen. Nach jedem Event zocken wir wir mal wieder ne Session, dann reicht's aber meist auch schon wieder...
      • Von Celerex Mitglied
        Das Spiel hätte einen riesigen Erfolg gehabt, wenn es damals mehr Content gegeben und man den Fokus nicht auf 4 Spieler ausgelegt hätte. Es wurde einfach mindestens ein Jahr zu früh released und der Content kam erst, als es kaum noch jemand gespielt hat. Ich hab es damals mit meinem Bruder ein paar Tage lang gespielt, wobei wir PvP größtenteils vermieden haben. Die Schatzsuche, vor allem als es an die kniffligen Rätsel ging, hat ziemlich viel Spaß gemacht. Dazu diese zeitlose, aber dennoch hübsche Optik, wahnsinnig gute Vertonung und ein simples aber motivierendes Gameplay der Schiffe und Waffen. Ich hab es sogar zeitweise alleine gespielt, alle Schiffe lassen sich solo steuern, wobei die Schaluppe natürlich am besten dafür geeignet ist. Ich hab damit sogar solo eine mit vier Mann besetzte Galeone versenkt, obwohl die Jungs und Mädels mich angegriffen haben. Die meisten Kämpfe gegen Galeonen verliert man aber leider deutlich, wenn die Spieler wissen, was zu tun ist, weshalb ich mir Server gewünscht hätte, auf denen dann auch nur Schaluppen unterwegs sind. Wäre zwar vielleicht nicht gerade realistisch und dem Piratensetting unzuträglich, aber für solo oder duo Spieler definitiv Spielspaß fördernd. Was mich aber beinahe am meisten gestört hat, war die fehlende Verwendung für das Gold. Ein paar optische Anpassungen für die Schiffe (Skins), Kleidung und Waffen (Skins)... sonst nichts. Wirklich schade um das ansonsten sehr gelungene Spiel.
      • Von Nikolis Spiele-Novize/Novizin
        SoT hat eine stabile und positive fanbase. und es sind sicher nicht wenige.
        was bin ich froh, endlich aus dieser itemlevel-hetzjagt a'la WoW etc. ausgestiegen zu sein... immer nur höher, schneller, weiter, besser... und wenn das nächste addon kommt? alles wieder von vorn.
        DAS ist sowas von sinnlos. dann rennen wir wieder wie heronin-süchtige los, um das beste gear mit dem höchsten DPS-output zu bekommen.
        ich habe regelmäßig ne menge spaß mit meinen jungs ne fette galeone über das mehr zu steuern!
        wusstet ihr eigentlich, dass sich ingame die lieder mit den instrumenten verändern, je nachdem wieviel grog du gesoffen hast? da steckt soviel liebe zum detail drin, einfach toll!

        ach und übrigens, natürlich kann man ein schiff allein steuern. eingentlich jedes der drei. aber dafür ausgelegt ist das kleinste, die sloop.
      • Von Gast1664917803 Mitglied
        Wenn nur nicht das kleine Wörtchen wenn nicht wär...

        Hört sich besser an als zu Anfang - scheint mehr zu tun zu geben und genau das würde mich ja sogar dazu verleiten es mal zu spielen, wenn das große WENN nicht wär.
        Wenn ich die Möglichkeit hätte mein eigenes Schiff zu steuern mit der Hilfe von NPCs bzw. Bots.
        Von meinen Freunden haben die meisten sehr oft nicht genug Zeit zeitgleich zu spielen und dann müßten die auch alle das Piratensetting genauso gerne mögen wie ich es tu.
        Mich stundenlang in Sea of Thieves aufzuhlten um mich mit "Randoms" anzufreunden, ist auch nicht die beste Verwendung meiner Zeit.
        Ich sag ja nicht das die NPCs besser oder gleich einem durchschnittlichen Spieler agieren sollen, aber so könnte man ein Schiff zumindest grundbemannen.
        Außerdem hätten die Leute was wofür sie ihr Gold ausgeben könnten...vielleicht sogar Tier Crew? Bessere Crew für mehr Gold etc. .
        Solange das nicht im Spiel ist, muß ich leider auf Sea of Thieves verzichten.

        (Trauriges) Arrrr!:-B
      • Von Romim Gelegenheitsspieler/in
        Zitat von Najamal
        Aufgezwungenes PvP und man kann die Schiffe nicht alleine Steuern,
        das will eben nicht jeder.
        Ein neues "Sea Dogs" oder "Pirates!" wäre schon lange fällig, aber die Einwickler haben wohl keine Lust auf Spielspaß, müssen alles ins Multiplayer Korsett zwingen und wundern sich, warum es nicht so läuft.
        Ich denke ein Piraten MMO oder gar MMORPG mit Progress, wäre eingeschlagen wie eine Bombe. Auch mit " aufgezwungenem PvP". Rare hat sich aber dafür entschieden es auf 10 Jährige oder Rentner zuzuschneiden. Jeder hat sofort alles und ansonsten gibts nur langweilige Skins. Der kurzfristige Hype durch Summit1G wurde durch den Apex Legends release auch ganz schnell wieder beendet.
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