SWTOR: Knights of the Fallen Empire im buffed-Test

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Natürlich kommt es auch zum Duell mit Arcann, dem Sohn Valkorions. Wie der Kampf ausgeht verraten wir aber nicht!
Quelle: buffed.de

Knights of the Fallen Empire ist BIowares drittes SWTOR-Addon und es soll das Spiel auf ein neues Niveau heben. In der Levelphase ist das auch gelungen, was aber bietet KotFE darüber hinaus?

Am 27. Oktober 2015 ist die dritte SWTOR (jetzt kaufen )-Erweiterung Knights of the Fallen Empire offiziell erschienen und laut Bioware soll es auch ihre bislang beste sein - und das mit Abstand! James Ohlen, der Game Director des Spiels, gab im Vorfeld an, dass alle ihre Erfahrungen in Sachen Storytelling hier zusammengeflossen wären. Was ja auch irgendwie logisch ist. Bedeutet dies aber auch, dass KotFE wirklich deutlich besser ist als Shadow of Revan? Olli-Wan Kenobi hat den buffed-Test gemacht.

SWTOR: Was ist mit Spoilern im Test?

Wir haben versucht, so gut es geht auf Spoiler zur Handlung zu verzichten. Einige wenige Punkte mussten wir jedoch nennen, da es sonst schwierig gewesen wäre, einen Test zu schreiben. Dennoch glauben wir, dass wir mit diesem Text nicht viel vorwegnehmen. Wer auf Nummer sicher gehen will, liest sich nur das Test-Fazit durch.

SWTOR: Trials of Olli-Wan

Um sich warmzuspielen, hat Olli-Wan noch kurz zuvor die ersten beiden Erweiterungen Aufstieg des Huttenkartells und Shadow of Revan durchgespielt. Die beiden Addons sind gut, aber eben nicht überwältigend. Beide bieten zwar exotische neue Orte, kranken aber an kaum spannenden Handlungsbögen. So ist weder die Bedrohung der Hutten, noch die Revans wirklich zu spüren. Gemächlich questet man sich durch die Level-Gebiete und sammelt zehn von diesen Items und tötete 20 von jenen Mobs.

Sicher, die Story-Missionen sind meist schön gestaltet, aber der zwischenzeitliche Quest- und XP-Grind nimmt das Tempo aus dem Spiel. So hat man nie das Gefühl, das Ende der Galaxis - oder zumindest das der jeweiligen Welt - stünde kurz bevor. Das sollte sich gleich mit der ersten Mission in Knights of the Fallen Empire ändern.
Han Solo lässt grüßen: Gleich in Kapitel 3 werdet ihr aus Karbonit aufgetaut. Quelle: buffed.de Han Solo lässt grüßen: Gleich in Kapitel 3 werdet ihr aus Karbonit aufgetaut.

SWTOR: Die Singleplayer-Kampagne ist großartig!

Wie jetzt, Singleplayer? Wir nennen es so, weil sich die Levelphase von 60 bis 65 genauso anfühlt. Die meiste Zeit ist man in instanzierten Bereichen unterwegs, schaut sich Zwischensequenzen an und zwischendurch bestreitet man ein paar Kämpfe. Das Meiste ist spielerisch kaum anspruchsvoll, was uns aber nicht weiter stört. Die Level-Phase von Knights of the Fallen Empire ist eher wie ein interaktiver Action-Film an, dessen Handlung man hier und da etwas beeinflusst. Natürlich folgt man einem roten Faden, dennoch kann man den Szenen seinen eigenen Anstrich geben. Lässt man etwa tausende Unschuldige auf Zakuul durch eine Reaktorexplosion sterben oder versucht man zumindest, den GAU zu verhindern? Auch in Knights of the Fallen Empire ist es möglich, Liebesbeziehungen mit Nichtspieler-Charakteren einzugehen. Quelle: buffed.de Auch in Knights of the Fallen Empire ist es möglich, Liebesbeziehungen mit Nichtspieler-Charakteren einzugehen.

Die Begleiter merken sich eure Entscheidungen. Natürlich lassen sie euch nicht sofort stehen, wenn ihr mal eine Entscheidung trefft, die ihnen zuwider ist. Dennoch, wer sich einem "hellen" Charakter gegenüber permanent als Schurke präsentiert, hat irgendwann einen Freund weniger. Dem kann man natürlich auch mit Geschenken entgegenwirken. Manche Begleiter möchte man aber vielleicht gern wieder loswerden. Egal wie, man fühlt sich stark an Biowares Rollenspiel-Hit Knights of the Old Republic erinnert, was Fans des Klassikers nur recht sein kann.

SWTOR: Böser Cliffhanger, oder doch nicht?

Ohne von der Geschichte zu viel zu verraten, die Story an sich ist tatsächlich die beste, die Bioware innerhalb von SWTOR bislang erzählt hat. Es gibt sogar einen "Bitte was?"-Moment à la Knights of the Old Republic, wenngleich dieser in SWTOR nicht ganz so heftig ausfällt wie anno 2003 in KotOR. Dennoch merkt man dem Addon an, wie viel Mühe, Hirnschmalz und Liebe zum Detail die Entwickler und Autoren in die Story-Missionen investiert haben. Allein die Zwischensequenzen sind gefühlt dreimal so gut inszeniert wie noch in Shadow of Revan.

Auch sind die Nichtspieler-Charaktere, denen man begegnet, lebendiger als ihre Vorgänger. Nach und nach kommt man hinter die Geheimnisse von Valkorion, Arcann und Vaylin. Selbst ältere Figuren wie Lana Beniko gewinnen an Profil, und neue wie Senya oder Koth Vortena fügen sich stimmig ins Gesamtbild ein.
Neue Begleiter wie Senya (l.) schließen sich euch im Laufe eures Abenteuers an. Quelle: buffed.de Neue Begleiter wie Senya (l.) schließen sich euch im Laufe eures Abenteuers an. Nach Kapitel 9, welches den Endpunkt der Release-Fassung des Storymodus in Knights of the Fallen Empire markiert, hat man das Gefühl, bereits etwas vollbracht zu haben. Ohne, dass dabei der gesamte Krieg gewonnen wurde. Nein, das Ewige Imperium hat einen heftigen Dämpfer erlitten, der Sieg aber liegt noch in weiter Ferne! Dementsprechend groß ist die Vorfreude auf Kapitel 10, das voraussichtlich Anfang 2016 erscheinen wird. Weitere Episoden erscheinen laut Bioware monatlich. Eine für ein storylastiges Online-Rollenspiel angemessene Erscheinungsweise, welche die Entwickler bereits anno 2012 nach dem Release hätten anschlagen sollen. Dennoch ist in KotFE nicht alles Aurodium was glänzt.

SWTOR: Eure eigene Garnison

Ist die Geschichte mit Kapitel 9 an ihrem vorläufigen Ende angelegt, kommt man in einen neuen Social Hub namens Odessen. Das ist ein Planet, auf dem sich Spieler beider Fraktionen, also Republik und Imperium, tummeln. In den Story-Bereichen wird einem die Basis als die eure verkauft. Für jeden Spieler wirkt es also, als ob er der Herrscher über die Allianzbasis von Odessen wäre. Eure Anhänger stampfen im Nu eure Allianzbasis auf dem Planet Odessen aus dem Boden. Quelle: buffed.de Eure Anhänger stampfen im Nu eure Allianzbasis auf dem Planet Odessen aus dem Boden.

Eine schöne Idee und die Basis bietet auch jede Menge Komfort. Vielleicht etwas zu viel Komfort. Praktisch alle wichtigen Features wie Quest-Terminals, Zugang zum Handelsmarkt und auch Begleiter findet ihr hier. Sogar Heldenmissionen aller Planeten der SWTOR-Galaxis lassen sich hier auf einen Schlag annehmen. Was leider auch nötig ist, wie sich bald herausstellt.

Eure Allianzbasis steht trotz allem noch am Anfang und ihr müsst erst weitere Nichtspieler-Charaktere anwerben und bereits vorhandene glücklicher machen als sie es bereits sind, um gegen Bösewicht Arcann eine Chance zu haben. Das bedeutet im Klartext: farmen! Und zwar Vorratskisten, die ihr über Heldenmissionen und ein paar Quests bekommt. Das Ewige Imperium hat nämlich über allen Planeten sogenannte Sternenfestungen in Position gebracht, die ihr vernichten müsst. Um das zu erreichen, gilt es erst, die Schildgeneratoren (Endor lässt grüßen) auf den jeweiligen Welten zu vernichten, um im Anschluss in Zwei-Spieler-Flashpoints dem jeweiligen Stationskommandanten, dem Exarch, das Lebenslicht auszublasen.

SWTOR: Du kannst nicht verlieren

Das Ewige Imperium hat überall in der Galaxis Sternenfestungen in Position gebracht. Um den bedrohten Planeten zu helfen, müsst ihr diese Festungen vernichten. Quelle: buffed.de Das Ewige Imperium hat überall in der Galaxis Sternenfestungen in Position gebracht. Um den bedrohten Planeten zu helfen, müsst ihr diese Festungen vernichten. Was in der Story-Kampagne noch wie ein nettes Stilelement wirkt, das den Spieler zum unsterblichen Helden macht, ist in dieser Spielphase deplatziert. Die "Heldenmissionen" sind derart leicht, dass man eher von Kindergarten-Ausflügen sprechen sollte. Wobei, selbst eine Fahrt in den Zoo ist anspruchsvoller als das hier. Man klappert der Reihe nach alte Planeten ab und erledigt Heldenmissionen, für die man vom Level her viel zu hoch ist. Wenn man zum Beispiel auf Nar Shaddaa (max. Level 24) unterwegs ist, ist der Begriff "Spaziergang" noch zu hoch gegriffen. Selbst spätere Planeten wie Belsavis (max. Level 44) stellen euch nicht vor Herausforderungen.

Grund dafür sind die Begleiter, welche man seit Knights of the Fallen Empire nicht mehr ausrüsten muss und deren Fähigkeiten analog zu eurem Level wachsen. Auch kann man jetzt beliebige Begleiter als Tank, Schadensausteiler oder Heiler einsetzen. Letztere sind derart mächtig, dass eure Lebenspunkte in Heldenmissionen praktisch nie unter 99 Prozent fallen. Übrigens, auch die des Heilers nicht, da er sich ebenso gut selbst verarzten kann wie er euch.

Damit gerät die Vorphase zum eigentlich Endgame zum geistlosen Grind und die Sternenfesten müssen immer nach demselben Muster abgeklappert werden:

  1. Belagerten Planet per Schnellreise besuchen
  2. Schutzschildbunker mit dem Makro-Fernglas betrachten.
  3. Ressourcen über Heldenmissionen farmen.
  4. Bunker stürmen und Generator überlasten.
  5. Jetzt noch die Sternfestung infiltrieren, hochjagen und fertig.

Das einzige, was ihr dazu investieren müsst, ist Zeit und die lässt sich zumindest per Schnellreise etwas reduzieren. Einfach auf Odessen am Quest-Terminal alle Heldenmissionen annehmen und dann per Mausklick auf das jeweilige Quest-Item in eurem Inventar vor der Haustür der gewünschten Heldenmission materialisieren. Bevor es aber der Sternenfestung an den Kragen geht, müsst ihr erst den Schildbunker auf dem Planeten zerstören - hat da jemand 'Rückkehr der Jedi-Ritter' gesagt? ;-) Quelle: buffed.de Bevor es aber der Sternenfestung an den Kragen geht, müsst ihr erst den Schildbunker auf dem Planeten zerstören - hat da jemand "Rückkehr der Jedi-Ritter" gesagt? ;-)

Die mal kurzen, mal elend weitläufigen Heldenmissionen versetzen uns jedoch nicht in Ekstase. Bei vielen davon kann man nicht einfach durchbrausen, da sonst der eigene Begleiter zurückbleibt; ohne ihn und seine Heilung geht die Sache schnell ins Auge. Also ist man dazu gezwungen, die meisten Mob-Gruppen auszuschalten. Je nach Ausrüstung eures Charakters und Level der Quest, geht das mal schneller, mal langsamer. Egal wie, es ist und bleibt langweiliger Grind. Damit haben die Entwickler von Bioware die Sternenfestungen, ein auf den ersten Blick interessantes Feature, mit Bravour vor die Wand gesetzt.

SWTOR: Bereit fürs Endgame?

Ist die Basis endlich ausgebaut bzw. sind eure NPC-Gefährten happy, bekommt ihr über sie zusätzliche Fähigkeiten. So erschließt sich endlich das eigentliche Endgame! Nur, was bietet Knights of the Fallen Empire progressiven Spieler? Leider nicht viel. Neue Operationen und Flashpoints sind (noch) Fehlanzeige, einzig das bisherige Flashpoint-System wurde überarbeitet. So könnt ihr jetzt alle 21 Gruppen-Instanzen mit Charakteren von Level 50 bis 65 spielen; 19 davon stehen sogar als taktische Flashpoints für Spieler ab Level 10 bis 65 offen.
Ist der Schutzschild gefallen, dringt ihr in einem Zwei-Spieler-Flashpoint in die Sternenfestung ein und besiegt deren Kommandanten, einen Exarch. Quelle: buffed.de Ist der Schutzschild gefallen, dringt ihr in einem Zwei-Spieler-Flashpoint in die Sternenfestung ein und besiegt deren Kommandanten, einen Exarch. Wer lange nicht mehr reingeschaut hat: In taktischen Flashpoints werden alle Charaktere vom Level her auf dasselbe Niveau gebracht, so dass auch Veteranen mit Neueinsteigern zusammen spielen können. Das führt zu einer deutlich schnelleren Gruppensuche für alle. Die meisten Flashpoints lassen sich sogar solo durchlaufen. Operationen (Raids) kann man im Story-Modus mit acht Spielern zwischen Level 50 und 65 durchlaufen. Als Belohnung winken - je nach Schwierigkeitsgrad - verschiedene Arten von Datenkristallen, über die ihr neue Ausrüstung kaufen könnt.

SWTOR: Leicht Abwertung trotz toller Story

Als wir Star Wars: The Old Republic mit Shadow of Revan zuletzt testeten, vergaben wir 86 Punkte. Das war am 18. Januar 2015. Jetzt, nicht mal ein Dreivierteljahr später, ist mit Knights of the Fallen Empire die dritte Erweiterung erschienen und wir gehen ... einen Punkt runter. Warum? Weil KotFE nur in jenem Gebiet glänzt, in dem SWTOR bereits im MMORPG-Genre das beste Spiel war: bei der Inszenierung.

In anderen Bereichen hat sich dagegen wenig bis nichts getan. Der Umbau aller alten Instanzen zu taktischen Flashpoints war längst überfällig, sonst ist bis auf einige Vereinfachungen durch die Allianzbasis nicht viel passiert. Keine neuen Operationen, nur ein weiterer Flashpoint, keine Kriegsgebiete oder Raummissionen. Grafisch legte SWTOR zwar etwas zu, im Vergleich zu modernen Online-Rollenspielen wie Wildstar oder TESO aber reicht dies nicht für eine Aufwertung aus.

SWTOR: Wertung & Test-Fazit

Wertung zu SWTOR - Star Wars: The Old Republic (PC)

Wertung:

8.5 /10
Pro & Contra
Erstklassige Levelphase & StoryFilmreif inszenierte ZwischensequenzenLeicht verbesserte Grafik
Kaum Endgame-ContentAnspruchsloser Sternenfestungs-Grind
Fazit

Irgendwie beschleicht uns das Gefühl, ein Déjà-vu zu haben. Die Levelphase ist grandios, im Anschluss folgt jedoch geistloser Grind. Hat hier jemand Warlords of Draenor gesagt? Allianzbasis alias Garnison, Daten- statt Apexiskristalle. Dennoch sind die Story-Kapitel derart stark inszeniert, dass sie das Negative größtenteils überdecken. Zu sehr freuen wir uns auf Anfang 2016, wenn es mit dem Ewigen Imperium und unserer kleinen Allianz weitergeht. Es wäre nur gut, wenn bei der Gelegenheit auch ein paar neue Flashpoints, Operationen, Raummissionen und Kriegsgebiete rausspringen würden. Muss ja nicht alles auf einmal kommen, aber so nach und nach.

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    • Kommentare (1)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Batze Mitglied
        Ähm der Test und das AddOn ist 3 Jahre alt, ist das jetzt wirklich nochmal eine News wert oder hat es da einen besonderen Grund?
      • Von Batze Mitglied
        Ähm der Test und das AddOn ist 3 Jahre alt, ist das jetzt wirklich nochmal eine News wert oder hat es da einen besonderen Grund?
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