SWAT 4: The Stetchkov Syndicate
Bietet die erste Erweiterung zu SWAT 4 mehr als bloß ein paar neue Missionen? Unser Polizeibericht schafft Klarheit.
Auch unbeteiligte Zivilisten sind vorsichtshalber in Gewahrsam zu nehmen. Hier kam es bei einem Rockkonzert zu einer Schießerei.
Nach fast einjähriger Pause schickt Irrational Games das Special Weapons and Tactics Team (SWAT) zurück in den aktiven Dienst. Denn in The Stetchkov Syndicate vergießen abermals Verbrecher und Terroristen das Blut Unschuldiger und Sie sollen als Anführer der berühmten amerikanischen Spezialeinheit den Bösewichten das Handwerk legen.
Auch wenn der Untertitel der ersten Erweiterung zum Taktik-Shooter SWAT 4 eine spannend erzählte Story um die berüchtigte Stetchkov-Bande vermuten lässt, stellen die sieben Einzelspielermissionen in sich abgeschlossene Szenarien dar. Ein Zusammenhang zwischen den Einsätzen ist kaum erkennbar, auf Zwischensequenzen wurde wieder komplett verzichtet. Stattdessen gelangen Sie lediglich anhand öder Text-Briefings an Informationen über die momentane Krisensituation.
Bekannte Texturen
Dieser Terrorist hat sich ergeben und kann abgeführt werden.
The Stetchkov Syndicate beginnt mit einer Schießerei in einer Spielhölle. Wie gehabt rüsten Sie Ihre fünfköpfige Polizeitruppe aus, legen fest, ob der Zugriff durch den Vorder- oder Hintereingang erfolgen soll und finden sich wenige Augenblicke später am Ort des Geschehens wieder. Dort macht sich unter SWAT 4-Veteranen zunächst dezente Ernüchterung breit.
Statt optischer Verbesserungen verwendeten die Entwickler sogar die Texturen des Hauptprogramms. An den Wänden klebt beispielsweise die leuchtende Sternchentapete aus dem Sektenlevel und die Spielautomaten kennt man ebenfalls bereits. Und eine Besserung ist nicht in Sicht: Auch in den übrigen Levels tappt man von einem Déjà-vu-Erlebnis zum nächsten.
Nichtsdestotrotz erzeugen fast alle Missionen eine überaus bedrohliche Atmosphäre, die Ihren Puls immer wieder in die Höhe schnellen lässt. Beispielsweise wenn Gangster im Altersheim drohen, wehrlose Rentner zu ermorden oder Sie im U-Bahnhof mitten in einen Bandenkrieg geraten und blutüberströmte Leichen in den kahlen Gängen vorfinden. Doch die Schauplätze wirken nicht so originell wie in SWAT 4. Der bewaffnete Überfall auf ein Rockkonzert etwa erinnert an ein Remake der Geiselnahme in einer Diskothek aus SWAT 4.
Einen Raum von zwei oder drei Seiten gleichzeitig zu stürmen, war in SWAT 4 zwar theoretisch möglich, in der Praxis entpuppte sich diese simple Aktion als hochkomplexes Manöver für Fingerakrobaten, das nicht selten im Chaos endete. Im Gegensatz zur fehlenden Story haben die Entwickler das Manko erkannt und so genannte Go-Codes eingebaut. Geben Sie bei gedrückter "Strg"-Taste ein Kommando, wird dieses erst ausgeführt, wenn Sie die Leertaste betätigen.
So lassen sich gemeinsame Aktionen nicht nur wesentlich einfacher koordinieren, das Spielprinzip gewinnt dadurch zusätzlich an Dynamik. Als sehr hilfreich empfanden wir auch die neuen Nahkampffähigkeiten des Protagonisten. Die Zeiten, in denen Sie widerspenstige Zivilisten oder Feinde umständlich mit Pfefferspray zur Kooperation "ermutigten", sind ein für alle mal vorbei. Stattdessen malträtieren Sie die Aufständischen so lange mit Faustschlägen, bis sich diese Handschellen anlegen lassen.
