Offiziere statt Helden
Teil 2 der Artikelserie Wettlauf um Europa
Als "Starcraft im Zweiten Weltkrieg" beschrieben einige Fans auf der Games Convention 2005 Rush for Berlin: Durch Taktik und Spielweise sollen sich Alliierte, Sowjets und Deutsche spürbar voneinander unterscheiden.
Je vier Offiziere definieren durch verschiedene Begabungen den Stil der Fraktionen: Selbst den stärksten Feind zerlegt der deutsche "Tank Ace" mit seinem Präzisionsschuss - der jedoch erst nach Minuten wieder einsetzbar ist; der Sowjet-"Kommissar" demoralisiert Feinde mit Propagandaausrufen; der alliierte "Supply Officer" beschafft Nachschub per Versorgungsflieger. Die Anführer seien kräftemäßig nicht vollständig ausgeglichen, erläutert Stormregion. Stattdessen würden sich für jede Nation interessante Kombinationen von Fertigkeiten ergeben.
Ein Unterschied zu Helden in Warcraft 3 und Co: Stirbt ein Offizier im Solospieler-Modus, ist in den meisten Fällen die Mission nicht automatisch gescheitert. Zudem entscheiden sie Gefechte weniger durch ihre reine Kampfkraft - es liegt am Spieler, eine den Fähigkeiten entsprechende Strategie auszutüfteln und anzuwenden. Den wertvollen deutschen Präzisionsschuss kann ein Alliierter beispielsweise durch eine Panzerattrappe anlocken und so für eine halbe Spielewigkeit wirkungslos machen.
Zusätzlich verändern Nationenboni die Spielweise: Sowjets produzieren Infanterie schneller und stellen in kurzer Zeit beachtliche Trupps zusammen; Deutsche Einheiten steigen dagegen schneller in die Ränge "Bewährt" und "Veteran" auf, die unter anderem neue Spezialfähigkeiten freischalten; Alliierte starten mit einem zehnprozentigen Rohstoffbonus.
Ob das Fähigkeitensystem von Rush for Berlin funktioniert - vor allem im Mehrspieler-Modus -, hängt wesentlich vom Testaufwand der Entwickler ab. Laut Deep Silver "stehen intensive Single- und insbesondere Multiplayer-Tests auf dem Arbeitsplan", der Feinschliff sei Stormregion besonders wichtig.