Wings over Europe: Cold War - Soviet Invasion
Die F-4 Phantom II ist detailliert dargestellt . Nicht so die matschigen Bodentexturen.
Was wäre, wenn der Kalte Krieg ein richtiger Krieg gewesen wäre? Dieser Frage geht Wings over Europe nach und verfrachtet das Vorgängerspiel Wings over Vietnam in den deutschen Luftraum. Sie sind mit insgesamt zwölf verschiedenen Flugzeugen unterwegs, darunter die F-15A Eagle, die F-4 Phantom II und die MiG 21 Fishbed. Mit diesen erleben Sie drei Kampa-gnen aufseiten der Alliierten und wehren die sowjetische Invasion ab. Was sich auf dem Papier wie eine interessante fiktive Vorlage liest, ist in Wirklichkeit eine lieblose Umsetzung der guten Idee. Die Flugzeuge fliegen sich wie von Geisterhand gesteuert und verhalten sich absolut unrea-listisch. Ein Beispiel: Sie fliegen mit der Phantom II, einem von Natur aus instabilen Flugzeug ohne Stabilisierungs-computer, auf 10.000 Fuß mit knapp 600 Knoten Geschwindigkeit. Jetzt setzen Sie zu einer Linkskurve an, drehen das Dach auf den Kopf und ziehen den Steuerknüppel abrupt nach hinten. Normalerweise würde dies weder Pilot noch Flugzeug aushalten. Auch folgendes Manöver wirkt wirklichkeitsfremd. Die Phantom II ist für maximal drei negative G konzipiert. Dabei lastet das Gewicht nicht auf dem Flieger, sondern weicht von ihm. Drücken Sie den Joystick im normalen Horizontal-flug bei 1,9 Mach nach unten. In der Realität würde die Phantom bei einem solchen Manöver zerbersten. Nicht so bei Wings over Europe.
Die grafische Qualität ist durchwachsen. Matschige Boden-texturen wechseln sich mit durchaus ansehnlichen volumetrischen Wolken und detaillierten Flugzeugen ab. Insgesamt ist Wings over Europe aber nur leidenschaftlichen Sammlern zu empfehlen, die Arcade-Flugaction lieben und keinen Wert auf eine realistische Simulation legen.
