Roter Sturm: Mockba to Berlin
Endlos-Szenario Zweiter Weltkrieg - taktieren Sie sich durch russische Schlachtfelder bis nach Berlin.
Bomberangriffe sind nicht so effektiv und spektakulär
inszeniert wie bei den Genrekollegen Blitzkrieg 2 oder Panzers 2.
Die Panzerkolonne pflügt kettenrasselnd durch die herbstliche Landschaft vor Leningrad. Der vorausgeschickte Kundschafter entdeckt anrückende Landser. Sofort graben sich die eigenen Fahrzeuge ein und warten auf den Gegner. Klingt spannend? Ist es im neuesten Teil der Strategieserie von Monte Christo Games auch, zumindest für eine kurze Weile. Nach D-Day, Afrika Korps vs. Desert Rats und 1944: Winterschlacht in den Ardennen kämpfen Ihre Truppen in Roter Sturm: Mockba to Berlin an den Ostfronten auf Seiten der Deutschen und Russen. Der Einzelspielermodus umfasst drei Kampagnen mit 20 Missionen.
Panzers light?
Nach dem eher schlichten Tutorial suchen Sie sich aus, mit welcher Kampagne Sie beginnen möchten, alle drei Kapitel sind von Anfang an freigeschaltet. Wie im Genre üblich, steigt der Schwierigkeitsgrad der Kampagnen linear an. Einsteiger beginnen also besser mit dem ersten Kapitel, das die Schauplätze Minsk, Kiew, Brest Litowsk, Leningrad und Moskau (Mockba) umfasst.
Basenbau entfällt komplett, Sie bekommen vielmehr eine vorgefertigte Truppe zur Verfügung gestellt. Erfahrungspunkte wie beim Genreprimus Codename: Panzers gibt es nicht. Ebensowenig Helden, sodass die Soldaten und Einheiten einem nicht gerade ans Herz wachsen. Große Verluste in den Schlachten dürfen Sie trotzdem nicht hinnehmen, sonst sind die Missionen zu schwer lösbar.
Taktischen Tiefgang bekommt Roter Sturm durch die aus den Vorgängern bekannten individuell zusammensetzbaren Fahrzeugbesatzungen: Packen Sie beispielsweise einen Offizier an Bord eines Panzers, verbessert sich die Effektivität der Primärwaffe, während ein Scharfschütze zu höherer Sichtweite verhilft. Im laufenden Gefecht erhalten Sie ab und zu Nachschub, wenn Sie etwa einen gegnerischen Stützpunkt erobert oder ein Skriptereignis ausgelöst haben.
Zweite Liga
Flammenwerfer-Einheiten machen auch mit gepanzerten Einheiten kurzen Prozess.
Aus technischer Sicht ist Roter Sturm ein laues Lüftchen. Die Figuren sind polygonarm, die Texturen, vor allem in der Nahansicht, matschig. Dafür flutscht die Kamerasteuerung wie geölt, das Zoomen und Drehen geht leicht von der Hand. Gruselig: Bei der Wegfindung verheddern sich Panzer an Bäumen und Häusern, Transporter rühren sich nicht mehr vom Fleck, wenn zu viele Infanteristen drum herum stehen - das frustet! Im eher unspektakulären Mehrspielermodus bekriegen Sie sich mit maximal acht Spielern. Ganz nett: Es gibt drei unterschiedliche Spielmodi (Eroberung, Kampf um die Flagge und Deathmatch).
