Return to Monkey Island im Test mit Video: Da scheiden sich die Geister(piraten)

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Test Felix Schütz - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen 9,80 €
Return to Monkey Island im Test mit Video: Da scheiden sich die Geister(piraten)
Quelle: Terrible Toybox

Riesige Vorfreude und ein hässlicher Streit um die Grafik begleiten den Release von Return to Monkey Island. Kann Altmeister Ron Gilbert wirklich an das kultige Monkey Island 2 anknüpfen - oder sind die Erwartungen der Fans einfach zu hoch? Wir haben das Piratenabenteuer doppelt durchgespielt und verraten im Test (ohne Spoiler), worauf ihr euch freuen könnt.

Ein bisschen Kritik gibt's lediglich für ein paar Puzzles, die mehrfach zum Einsatz kommen. Ihr müsst zum Beispiel mehrmals Schlösser untersuchen und die passenden Schlüssel anfertigen lassen, was immer nach dem gleichen Muster abläuft. Da stellt sich dann das Gefühl von Wiederholung ein. Außerdem müsst ihr manchmal in alte Räume zurückkehren, wo dann plötzlich neue, wichtige Items rumliegen - das kommt zwar nicht oft vor, kann aber auch mal nerven.

Super dagegen: Wie schon in Monkey Island 2 und 3 gibt's auch hier wieder zwei Schwierigkeitsgrade. Wir haben für diesen Test natürlich den harten Modus durchgespielt, der mehr und kniffligere Rätsel bietet als der Einsteigermodus, aber trotzdem nie überfordert. Unser Tipp: Falls ihr nicht sicher seid, welchen Modus ihr bei Spielstart wählen sollt, raten wir euch definitiv zur schwierigen Variante! Und solltet ihr doch mal partout nicht weiterkommen, könnt ihr euch im Inventar nun ein Buch mit mehrstufigen Rätselhilfen anschauen. (Wer das Feature nicht nutzen will, findet hier in Kürze eine umfangreiche Komplettlösung zu Return to Monkey Island!)

Knobeln mit Komfort

Return to Monkey Island im Test Quelle: Terrible Toybox Return to Monkey Island im Test Auch eine praktische Hotspot-Anzeige ist diesmal mit an Bord, ihr braucht den Bildschirm also nicht mehr mühsam absuchen wie in Thimbleweed Park. Überhaupt spielt sich Return to Monkey Island (jetzt kaufen 9,8 € ) wesentlich moderner als die früheren Teile, was man gleich an Guybrushs Lauftempo merkt: Schon im Normalfall ist unser Lieblingspirat äußerst flott unterwegs, doch per Doppelklick rast der Gute dann förmlich über den Screen - das sieht dann zwar nicht elegant aus, sorgt aber zumindest für sehr kurze Laufwege.

Egal, ob wir gerade etwas sammeln, untersuchen, austüfteln oder kombinieren, die Point-and-Click-Steuerung wurde merklich gestrafft. Aktionsverben wie in Thimbleweed Park findet ihr hier nicht. Stattdessen werden die beiden Maustasten je nach Hotspot unterschiedlich eingesetzt. Der linke Mausklick steht meistens einfach für "untersuchen" und der rechte für eine vorgeschriebene Aktion wie nehmen, benutzen oder ansprechen. Außerdem bekommt ihr Guybrushs Gedanken zu vielen Hotspots gleich angezeigt - dadurch ist oft schon vor dem ersten Klicken klar, was er eigentlich im Sinn hat. Auch im Inventar wurde ausgemistet, wenn ihr hier einen Gegenstand auswählt, seht ihr nun gleich am Cursor, ob ihr etwas kombinieren könnt oder nicht - zeitaufwendiges Rumprobieren fällt dadurch flach. Allerdings geht damit eben auch ein bisschen Charme der früheren Teile verloren, denn das Interface nimmt uns hier fast schon zu viel Denkarbeit ab. Auch so witzige Ideen wie in Curse of Monkey Island, in dem man einfach mal ein bisschen Helium einatmen konnte, finden sich hier nicht - die Steuerung lässt solchen herrlichen Quatsch nämlich gar nicht erst zu.

Ein Nebeneffekt des flotteren Spieldesigns: Das Abenteuer könnte einem kürzer vorkommen, als es tatsächlich ist. Je nachdem, wie lange man an einer Aufgabe knabbert, dürftet ihr sieben bis zehn Stunden beschäftigt sein, zumindest auf dem schweren Modus. Echte Rätselprofis sind vielleicht schon schneller durch, doch für ein klassisches Adventure geht der Umfang trotzdem absolut in Ordnung.
Etwas mehr Spielzeit könnt ihr übrigens noch mit den kleinen Quizkarten rauskitzeln, die zufällig in manchen Screens verteilt werden (die Staubkörner aus Thimbleeed Park lassen grüßen). Wenn ihr die Quizkärtchen einsammelt, werden die Dinger automatisch in eurem Rätselbuch eingeheftet. Die Fragen sind zum Teil ziemlich knifflig und richten sich klar an Monkey-Island-Experten, sind aber (soweit wir wissen) nie verpflichtend. Man kann man sie also beantworten oder einfach links liegen lassen, auf das eigentliche Spiel hatte das in unserem Test keinerlei Auswirkungen. (Update: Wir sich herausgestellt hat, bringen die Quiz-Karten nicht nur Achievements, sondern sie schalten auch ein Easter Egg frei, mit dem Guybrush für sehr kurze Zeit eine Bonusinsel erkunden kann. Spielerisch ist das allerdings bedeutungslos.)

Und auch das ist nett: Wer die Vorgänger nicht mehr so richtig im Gedächtnis hat, kann sich im Hauptmenü ein Fotoalbum anschauen, um ein paar Erinnerungen aufzufrischen. Dazu noch ein kleiner Tipp, sobald ihr das Spiel durchgespielt habt: Schaut euch das Album unbedingt erneut an, denn nach dem Abspann wartet hier ein kleines Extra auf euch.

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    • Kommentare (28)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Shadow_Man Mitglied
        Monkey Island bekommt eine deutsche Sprachausgabe, am 8.November ist es soweit:

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
      • Von Gast1705533002 Mitglied
        Hab es mittlerweile durch und gehe mit Felix' Test 1:1 d'Accord. Nicht der erhoffte Überflieger, aber für alle MI-Fans IMHO Pflicht. Den Grafikstil finde ich OK, stellenweise charmant, aber richtig warm wurde ich tatsächlich im Vergleich zu Teil 1-3 auch nicht damit. Hat mir jedoch nicht den Spaß am Spiel rauben können ;)

        Wer sich hier über Komplettlösungen im Netz echauffiert: Ähm, einfach nicht lesen und gut ist? LOL :B

        Und wegen fehlender deutscher Synchro das ansonsten vollständig auf Deutsch übersetzte Spiel zu meiden ist m.E.n. genauso hirnrissig - schließlich lässt sich das Spiel dennoch genießen, auch wenn man nicht des Englischen mächtig ist. Dann ja sogar ganz wie zu Zeiten von MI 1+2. Wo ist also das Problem?

        Diese Gehate nur des Hatens wegen ist einfach nur armselig und lächerlich.
      • Von inano Mitglied
        Zitat von Proesterchen
        ... um dann hier her zu kommen, im ganz dichten Nebel Vogelscheuchen aufzustellen und sich als heroischstes aller Schneeflöckchen feiern zu lassen.

        "Kontextlos," indeed.
        Noch mehr kontextfreies Geschwurbel. Nice!

        Da hört sich wohl gerne jemand selber reden und versucht mit Polemik Aufmerksamkeit zu erhaschen. Mag ich... nicht!
      • Von Vordack Spiele-Professor/in
        Hab Kapitel 1 jetzt durch.

        Als ich die ersten Bilder sah war ich vom Artstyle auch nicht begeistert aber das hat sich beim Spielen schnell geaendert. Passt sehr gut. Gerne mehr davon.

        Alles in allem bin ich bis jetzt sehr zufrieden, auch wenn die Raetsel mMn nicht ganz an die alten Teile rankommen. Wurde ja auch schon bemaengelt. Sind aber auch gute dabei.
      • Von Loosa Senior Community Officer
        Ich mag den Art Style. Erinnert ein bisschen an die Vereinigung [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] (1911-1914). Die Dauerausstellung gucke ich mir immer mal wieder gerne an.
        (Lenbachhaus ist eh super, mit Künstlern vom Simplicissimus, Carl Spitzweg und so.)

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Nur die Nase hat besser einen Sonnenbrand als Grund. Weil sonst echt unnötig unglücklich.
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