Resident Evil Revelations im Test: Das hat uns nicht gefallen + Wertung

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Resident Evil Revelations im Test: Die Kampagne ist abwechslungsreicher als der überladene sechste Teil, doch Steuerung und KI sind mangelhaft. (6)
Quelle: PC Games

Eineinhalb Jahre nach der Veröffentlichung auf dem Nintendo 3DS Anfang 2012 veröffentlicht Capcom sein Horror-Actionspiel Resident Evil Revelations für PC, Playstation 3 und Xbox 360 in einer angepassten HD-Fassung. Unser Test samt Video verrät euch, ob die Handheld-Portierung mit toller Gruselatmosphäre für aufgestellte Nackenhaare sorgt - oder ob dafür nur die mittelmäßige Technik verantwortlich ist.

Das hat uns nicht gefallen

Schwerfällige Maus-Tastatur-Steuerung

Schon auf dem Nintendo 3DS war die Steuerung ein großes Manko von Resident Evil Revelations. Die PC-Umsetzung bringt da kaum Linderung, denn mit Maus und Tastatur steuert sich das Spiel auf den Standardeinstellungen unglaublich träge und schwerfällig. Erst mit Feintuning in Sachen Mausempfindlichkeit ließ sich unsere Testversion halbwegs vernünftig bedienen. Zusammen mit dem sehr eingeschränkten Sichtfeld (FOV), dessen Größe sich nicht anpassen lässt, und der im Kampf bisweilen unübersichtlichen Kameraperspektive gibt das ein dickes, fettes Minus in Sachen Steuerungskomfort.

Mit einem Gamepad steuert sich Revelations einen Tick angenehmer: Die behäbigen Bewegungen und das lahmarschige Lauftempo der Spielfigur fallen bei der analogen Steuerungsmethode nicht ganz so unangenehm auf. Ein weiterer Kritikpunkt ist die reichlich nutzlose, weil viel zu ungenaue 3D-Karte der Queen Zenobia, da diese nur einen groben Überblick liefert, aber keine detaillierte Raumaufteilung in bereits besuchten Gebieten anzeigt. Dafür bedarf es eines Blicks auf die kleine Minimap im Spiel. Immerhin: Das Inventar fällt weniger fummelig als in Resident Evil 6 aus.

Häufige Rückkehr an besuchte Orte (Backtracking)

Ganz in der Tradition der Serie scheut sich Revelations nicht, antike Spielkonzepte zu nutzen, die zu Recht aus der Mode gekommen sind. Eines davon ist unnötiges Backtracking: Oft stoßt ihr auf verschlossene Türen, für die ihr einen Schlüssel benötigt, den ihr erst sehr viel später erhaltet. Habt ihr den Gegenstand schließlich erhalten, heißt es lange Laufwege in Kauf zu nehmen, um die Handlung voranzutreiben. Besonders an Bord der Queen Zenobia mit ihrer zum Teil sehr verworrenen Levelstruktur nervt es tierisch, wenn ihr nach dem Abhaken eines Missionsziels mal wieder vom einen Ende des Schiffes ans andere geschickt werdet.

Die Episodenstruktur des Spiels lässt euch zudem viele Szenen aus der Perspektive verschiedener Charaktere erleben. Das ist aber nur eine schöne Umschreibung für fieses Level-Recycling, bei dem die exakt gleichen Umgebungen einfach mehrmals zum Einsatz kommen. Nach der Hälfte der Spielzeit kennt ihr dadurch einige Level-Ecken besser als eure Westentasche. Das gelegentlich öde Design mancher Korridore (besonders in den Rückblenden auf die Ereignisse in der Stadt Terragrigia) macht das Ganze nicht unbedingt besser.

Plot mit Logiklücken

Resident Evil Revelations im Test: Die Kampagne ist abwechslungsreicher als der überladene sechste Teil, doch Steuerung und KI sind mangelhaft. (2) Quelle: PC Games Resident Evil Revelations im Test: Die Kampagne ist abwechslungsreicher als der überladene sechste Teil, doch Steuerung und KI sind mangelhaft. (2) Kann die spannende Inszenierung der Handlung zu Anfang noch überzeugen, macht sich mit fortschreitender Spieldauer mehr und mehr das "Resident Evil-Syndrom" bemerkbar: Eine hanebüchene Wendung folgt auf die nächste, die Handlungsmotive vieler Charaktere bleiben im Dunkeln oder wirken rundheraus absurd, Figuren verhalten sich unglaubwürdig und die Gespräche wirken mit ihren todernst vorgetragenen Dialogzeilen gelegentlich lächerlich.

Selbst wer diesen für Resident Evil und japanische Spiele im Allgemeinen typischen Story-Quatsch erträgt, wundert sich zwangsläufig über einige Logikschnitzer in der Erzählung. Trotzdem sei gesagt: Revelations erzählt immer noch eine bessere Geschichte als den unsäglichen Murks aus Resident Evil 6.

Übrigens: Wer sich von Revelations (englisch für "Enthüllungen") ein paar Augenöffner-Momente hinsichtlich der bisherigen Resident Evil-Handlung erhofft, wird schwer enttäuscht. Der Plot des Spiels hat bis auf wenige Ausnahmen nichts mit den Ereignissen der anderen Spiele zu tun, ihr erhaltet lediglich ein paar (unwichtige) Informationen zur Anti-Bioterror-Behörde BSAA vor deren erstem Auftritt in Resident Evil 5.

Zu viele (öde) Ballereien in Hälfte 2

Erinnert ihr euch noch, dass wir zu Beginn des Artikels die tolle Atmosphäre des Spiels, das langsame Tempo und die vielen kleinen Gruselmomente gelobt haben? Das Dumme ist: Revelations legt diesem altmodischen Resident Evil-Charakter nach einer Weile mehr und mehr ab. Stattdessen konzentriert sich das Spiel vor allem in den letzten vier Stunden stark auf andauernde Kämpfe. Das wäre für sich genommen noch kein K.O.-Kriterium, doch leider fühlen sich diese Gefechte bei weitem nicht so befriedigend an wie etwa das blutige Hantieren mit dem Plasma-Cutter in Dead Space.

Das liegt zum einen an der Gegner-KI, die stur in Richtung des Spielers rennt und dabei gerne mal an unsichtbaren Kanten oder anderen Zombies hängen bleibt. Der KI-Partner, der eure Spielfigur fast immer begleitet, hat mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Zum anderen ist das Treffer-Feedback meilenweit vom auf grausige Art befriedigenden Amputations-Gameplay eines Dead Space entfernt: Maschinenpistole, Scharfschützengewehr oder Revolver fühlen sich an wie Spielzeugwaffen mit Platzpatronen, lediglich Magnum und Schrotflinte haben etwas mehr Bums. Ansatzweise glaubwürdig fühlen sich die Wummen aber nicht an. Auch Granaten oder Minen verursachen überraschend wenig Schaden.

Dazu kommt die angesprochene Trägheit der Steuerung sowie der Charaktere an sich: In den Gefechten habt ihr meist keine andere Wahl, als nach hinten zurückzuweichen., während ihr Schüsse abgebt und nachladet. Ja, Schießen und gleichzeitig Laufen in einem Resident Evil-Spiel, das geht! Nur leider fühlt es sich furchtbar behäbig an, da hilft auch die Ausweichfunktion nichts, mit der ihr unter Angriffen hindurch taucht. Zumal die im Eifer des Gefechts nie so ganz zuverlässig funktioniert.

Überflüssiger KI-Partner

Die meiste Zeit über begleitet euch ein vom Computer gesteuerter Charakter. Der stellt sich aber ähnlich schlau an wie der Coyote in den Road-Runner-Zeichentrickfilmen und ist weder im Kampf noch sonst eine große Hilfe. Seine häufige Präsenz macht zudem gelegentlich die Gruselstimmung zunichte, die das Spiel aufzubauen versucht – Passagen, in denen der KI-Kumpane kurzzeitig anderen Aufgaben nachgeht, sind daher deutlich spannender als die Szenen im Doppelpack. Immerhin steht der Kamerad nie im Weg herum und kann nicht sterben, ihr braucht euch um die Nervensäge also nicht andauernd zu kümmern. Wir erinnern uns in dem Zusammenhang mit Grauen an Ashley aus Resident Evil 4 … so schlimm sind die KI-Partner in Revelations glücklicherweise nicht!

Schwache deutsche Übersetzung

Unser Tipp: Spielt Resident Evil Revelations auf Englisch. Der ein oder andere Sprecher wirkt zwar auch in der englischen Version deplatziert, doch gegen die deutschen Stimmen ist das Gehörte hohe Sprachkunst. Den Synchronsprechern in schwarz-rot-goldenen Landesfarben mangelt es durchgehend an Motivation, viele Dialoge wirken wie gelangweilt abgelesen. Zudem sind in der deutschen Fassung auch einige Texte sehr schluderig übersetzt worden, was den in Panik verfassten Botschaften verzweifelter Überlebender viel von ihrer Dramatik nimmt. So zeichnen sich einige dieser Texte durch ein reichlich saloppes Deutsch aus, das in der Situation unpassend wirkt. Prima: Ihr könnt im Spielmenü beliebige Kombinationen von gesprochener Sprache und Texteinblendungen bestimmen.

Niedrig aufgelöste Texturen

Da Resident Evil Revaltions eine Handheld-Umsetzung ist, hätte man sich denken können, dass die HD-Version trotz überarbeiteter Optik in Sachen Technik nicht höchsten Ansprüchen genügt. Dennoch hat uns die generelle Detailarmut des Spiels negativ überrascht: Sowohl die Kleidung der Figuren als auch Wand- und Bodentexturen sowie zahlreiche Ziergegenstände wirken aus der Nähe sehr grobkörnig.

Effekte wie Explosionen machen zudem einen kraftlosen Eindruck, die für die Atmosphäre so wichtigen Schatten pixeln an den Rändern stark auf. Außerdem hat es Capcom verpasst, die niedrig aufgelösten Render-Zwischensequenzen an die höhere Auflösung des PCs anzugleichen. Da helfen auch die vielen Grafikoptionen nichts; ein Unterschied ist je nach Einstellung kaum festzustellen. Immerhin: Der generelle Look von Revelations wirkt stimmig und einige Kulissen wie etwa eine mit Blattgold verzierte Theaterhalle oder ein glitzerndes Casino sehen hübsch aus.

Bildergalerie

Wertung zu Resident Evil: Revelations (PC)

Wertung:

7.0 /10
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    • Kommentare (23)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Peter Bathge Mitglied
        Zitat von Jeric
        Weiters möchte ich noch anmerken dass es, anderst als im Test erwähnt, in dem Spiel keine Zombies gibt.
        Du hast Recht! Ich weiß ehrlich gesagt nicht, warum ich das damals so geschrieben habe. Werde es bei Gelegenheit mal korrigieren :)

        Was das beste RE angeht (das Gamecube-Remake), gehe ich mir dir d'accord. Ganz große Klasse, hätte gerne auch Neuauflagen dieser Art von RE2 bis Zero gesehen. Das war auch eines der wenigen Remakes, die diesen Namen verdient: Eine verbesserte Version eines alten Spiels, nicht nur ein liebloses Texturen-Update.
      • Von Peter Bathge Mitglied
        Zitat von Jeric
        Weiters möchte ich noch anmerken dass es, anderst als im Test erwähnt, in dem Spiel keine Zombies gibt.
        Du hast Recht! Ich weiß ehrlich gesagt nicht, warum ich das damals so geschrieben habe. Werde es bei Gelegenheit mal korrigieren :)

        Was das beste RE angeht (das Gamecube-Remake), gehe ich mir dir d'accord. Ganz große Klasse, hätte gerne auch Neuauflagen dieser Art von RE2 bis Zero gesehen. Das war auch eines der wenigen Remakes, die diesen Namen verdient: Eine verbesserte Version eines alten Spiels, nicht nur ein liebloses Texturen-Update.
      • Von Jeric Mitglied
        auch wenn der Test mittlerweile 1 Jahr alt ist möchte ich noch meinen Senf dazugeben.
        Ich bin mit Resident Evil (Directors Cut) groß geworden und liebe die alten Teile bis Teil 4, der zwar als Spiel super war aber als Resident Evil total versagt hat. Ich fand die 3rd Person Perspektive für Resident Evil ungeeignet, da mir die fixen Perspektiven mit ein bischen Bewegung ala Code Veronica im Vergleich sehr gut gefielen.

        Nach langem Überlegen habe ich mir nun doch die PC Version von Revelations gekauft, durchgespielt und den Raubzugmodus bis lvl. 10 gespielt. Mein Fazit: genau so muss ein aktuelles Resident Evil aussehen. Die Atmosphäre am Anfang war mehr als nur bedrängend - so etwas kannte ich bisher nur von Silent Hill bzw Dead Space, zum Ende hin gab es zwar weniger Horror und mehr Action, aber das war für mich nie störend.

        Das im Test kritisierte "backtracking" fand ich nicht negativ sondern im Gegenteil sehr positiv, da das backtracking in den alten Teilen üblich war (sehr auffällig in RE: Zero). Weiters möchte ich noch anmerken dass es, anderst als im Test erwähnt, in dem Spiel keine Zombies gibt.

        Meiner Meinung nach das mit Abstand beste RE seit dem RE Remake auf dem Gamecube.
      • Von Shadow_Man Mitglied
        Zitat von LouisLoiselle
        Meinetwegen könnte es ruhig noch altmodischer werden. Ich sag nur gerenderte Hintergründe und feste Kameraperspektiven. Die haben das ganze immer wie einen Film wirken lassen, und irgendwie war das spannender. Ich kenn jedenfalls kein Spiel mehr heutzutage, dass die tolle Atmosphäre vom Resident Evil Remake auch nur ansatzweise erreichen kann. Das gelang auch mit RE4 nicht. Zwar nicht nur wegen der 3D Grafik, sondern weil auch da der Action-Anteil deutlich gestiegen ist.
        Solche festen Kameraperspektiven könnten auch heute noch top und atmosphärisch aussehen. Im Resi-Remake haben sich zum Beispiel die Flammen der Kerzen bewegt - da gäbe es sicher noch viel mehr, dass sich dezent animieren liesse. Schade, dass man sowas wohl nie mehr sehen wird.

        Ich hätte auch nichts dagegen, noch einmal sowas wie die alten Alone in the Dark Teile zu spielen. Einfach nur mit verbesserter Grafik.
        Ist da irgendwas so in der Art in der Mache? Vielleicht bei kickstarter? :-D
      • Von OldShatterhand Mitglied
        Zitat von lodown-82
        allein das Capcom nach dem schlechten Resi 5 und Resi 6 hier noch mal back to the roots gegangen ist
        aber wohl allem anschein nach auch nur teilweise.
      • Von Peter Bathge Mitglied
        Zitat von lodown-82
        Vielleicht solltet Ihr dann aber Euer Wertungssystem bezüglich NEU ENTWICKELTER TITEL oder UMSETZUNGEN überdenken.
        Du hast ja zurecht Resi 6 negativ bewertet, - u.a. auch wegen der mangelnden Horror-Elemente und das ist auch gut so.

        Deshalb hätte man doch gerade bei diesem Titel hier den Usern ein etwas positiveres Fazit geben müssen - ich habe ja gesagt, dass es kein 90 % Game ist aber allein das Capcom nach dem schlechten Resi 5 und Resi 6 hier noch mal back to the roots gegangen ist, hätte durchaus einen kleinen Sonderbonus geben können. Und nochmal: es ist und bleibt eine 3-DS Umsetzung und das sollte man DEFINITIV in die (Grafik)-Wertung mit einbeziehen... Ich erwarte ja hier keinen großen Sinderbonus aber nach dem Desaster von Resi 6 und dem Versuch von Capcom, dieses Spiel auch für andere Konsolen und PC (natürlich aus kommerziellem Aspekt) anzubieten, hätte man etwas großzügiger sein können. Nur meine Meinung....
        Das Spiel muss am Ende immer für sich alleine stehen. Wir vergeben keine höheren/niedrigeren Wertungen, um andere auszugleichen, und wir gehen bei einem Test auch nicht danach, ob sich ein Entwickler nun besonders bemüht hat. Zur 3DS-Umsetzung: Mit besserer Technik und Steuerung hätte das Spiel allenfalls fünf Punkte mehr bekommen, mehr nicht. Wie gesagt, die größten Kritikpunkte liegen woanders.
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