Redfall im Test: Ein Pflock ins Herz für alle Vampir-Fans

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Test Michael Grünwald - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen 35,99 €
Redfall im Test: Ein Pflock ins Herz für alle Vampir-Fans
Quelle: Arkane Austin

Seit dem 02. Mai ist die Jagd auf Vampire mit Redfall eröffnet. Doch der Loot-Shooter für PC und Xbox Series enttäuscht in vielerlei Hinsicht. Wir haben den (Achtung Wortwitz!) blutleeren Koop-Titel von Arkane Austin getestet.

Spiele der Entwicklerstudios Arkane Lyon und Arkane Austin haben immer etwas Besonderes an sich. Sowohl die Stealth-Reihe Dishonored als auch die Shooter Prey und Deathloop glänzen mit innovativem Gameplay und abgedrehten Storys. Das neueste Projekt von Arkane Austin lässt uns nun auf Vampirjagd gehen. Seit dem 02. Mai geht es in Redfall den lästigen Blutsaugern an ihren hochgestellten Kragen. Doch der Microsoft-Exklusivtitel schwächelt an allen Ecken und Enden so sehr, selbst Graf Dracula hat wohl keine ruhige Sekunde mehr in seinem Sarg.

Der Loot-Shooter sollte in einem eher schwachen Releasejahr von Sony die Xbox-Offensive einläuten. Mit Forza Motorsport, Starfield und eventuell sogar Stalker 2 stehen schließlich etliche Blockbuster-Titel für 2023 in den Startlöchern. Doch der Schuss geht für Publisher Bethesda und auch Microsoft nach hinten los. Redfall (jetzt kaufen 10,00 € / 35,99 € ) gerät in Sachen Performance, KI, Story und Gameplay gehörig ins Straucheln und ist damit bereits jetzt eine der Enttäuschungen des Jahres. Ein paar positive Aspekte haben wir in unserem Test jedoch auch gefunden.

Einer für alle und alle für einen

Wir wählen zu Beginn des Spiels einen von vier verschiedenen Charakteren aus - alle mit individuellen Fähigkeiten. Devinder kann beispielsweise einen Blitzspeer auf die Gegner werfen, um diese zu elektrifizieren. Außerdem ist es möglich, sich mit ihm ein paar Meter zu teleportieren.

Jacob hat dagegen einen Raben bei sich, der Feinde in der Nähe markiert. Auf Knopfdruck aktivieren wir zudem einen Schleier, der unsere Figur für kurze Zeit unsichtbar macht. Dazu gesellt sich noch eine mächtige, ultimative Fähigkeit, die sich zwar langsam auflädt, aber den Gegnern in der Umgebung deutlich mehr Schaden hinzufügt oder wahlweise Verbündete heilt.

Obwohl Redfall durch diese Eigenschaften eindeutig für eine Koop-Erfahrung ausgelegt ist, lässt sich der Titel auch im Solomodus ohne größere Probleme spielen. Zu Beginn stehen drei verschiedene Schwierigkeitsgrade zur Verfügung, ein Vierter wird freigeschaltet, sobald wir die Story einmal abgeschlossen haben.

In einem Skilltree verbessern wir die angesprochenen Fähigkeiten der Charaktere nach und nach. Außerdem lässt sich durch ausgegebene Punkte unter anderem mehr Munition für die unterschiedlichen Waffenklassen mitnehmen. Einige wenige Aufwertungen sind für den Einzelspieler-Part jedoch sinnlos, da sie nur als Unterstützung des Teams dienen.

In einem Solodurchgang bringt es uns schließlich nichts, wenn wir Truppmitglieder schneller heilen können oder unsere Mitspieler den Gegnern durch bestimmte Fertigkeiten mehr Schaden zufügen. Das ist ziemlich schade, denn so richtig hilfreich sind die meisten Fähigkeiten allgemein nicht.

Redfall im Test: Ein Pflock ins Herz für alle Vampir-Fans Quelle: Arkane Austin

Vorsicht bissig!

In der circa 25-stündigen Story müssen wir herausfinden, was im ehemals beschaulichen Inselstädtchen Redfall die Vampir-Apokalypse ausgelöst hat. Die Blutsauger haben die Sonne verdunkelt und treiben nun ihr Unwesen auf dem gesamten Eiland.

So richtig verrückt wie in anderen Titeln von Arkane wird die Geschichte leider nicht. Stattdessen geht ihr im späteren Verlauf sogar ordentlich die Luft aus. Die Sequenzen zwischen den Missionen werden nicht in bewegten Bildern, sondern als vertonte Artworks erzählt. Das ist per se kein negativer Punkt, wenn wir aber zur Aufgabe haben, eine Filmrolle in einen Projektor einzulegen und der Streifen auf der Leinwand ebenfalls in Artworks abläuft, dann ist das schon ein wenig skurril.

Die Designentscheidungen bezüglich der Story sind auch nicht wirklich optimal. In unserer Basis reden wir zwischendurch noch mit diversen NPCs, die uns mit ziemlich viel Belanglosigkeiten vollplaudern. Hin und wieder gibt's eine Sidequest obendrauf. Viele interessante Informationen zum Geschehen in Redfall erhalten wir aber über gefundene Audiologs, Tagebücher und Briefe. Wer das Zeug nicht findet, hat eben Pech gehabt. Das ist nicht sonderlich gut gelöst.

Redfall im Test: Ein Pflock ins Herz für alle Vampir-Fans Quelle: Arkane Austin

Abwechslung: Fehlanzeige

Redfall ist aufgeteilt in zwei offene Spielwelten. Sobald wir einen gewissen Fortschritt in der Kampagne erreicht haben, reisen wir ins nächste Gebiet. Von diesem Zeitpunkt an kommen wir nicht mehr in den ersten Bereich zurück. Davor warnt uns das Spiel zwar, doch im Grunde erledigen wir auf der zweiten Map ohnehin bloß dieselben Aufgaben nochmal.

Neben den Hauptmissionen suchen wir Unterschlupfe, durch die wir schneller von A nach B gelangen. Wir erkunden die Stadt und entdecken dadurch die bereits angesprochenen Briefe, Tagbücher und Audiologs. Und wir kämpfen natürlich zwischendurch gegen Vampire, menschliche Soldaten und Kultisten. Dieser Ablauf wiederholt sich im zweiten Abschnitt exakt.

Für ein bisschen Abwechslung sorgen die Vampirnester. Die sind auf der Karte markiert und befinden sich quasi in einer Art Parallelwelt. Es gibt dort deutlich mehr Blutsauger und stärker sind die Möchtegern-Draculas auch noch. Unser Ziel ist es, uns einen Weg bis zum Herz des Nests freizukämpfen und dieses zu zerstören. Im Anschluss haben wir noch eine Minute Zeit, um an guten Loot zu kommen, bevor das Gebiet einstürzt.

Diese Abschnitte machen tatsächlich ordentlich Laune, allerdings sind viele der Nester optisch identisch. Nur die Gegneranzahl variiert. Selbst die Hauptmissionen ähneln sich größtenteils. In den meisten Fällen schlendern wir zu einem bestimmten Punkt auf der Map, müssen dort nach einem Schlüssel oder besonderen Gegenstand suchen, erledigen ein paar Gegner und kehren nach erfolgreichem Abschluss zur Basis zurück.

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