Realismus zum Anfassen
Quelle: Frogster Interactive
Wer hier an einen Battlefield 1942-Klon denkt, irrt. Zwar dient auch hier der zweite Weltkrieg als Hintergrund, das war es dann aber so ziemlich mit den Gemeinsamkeiten. Wie der Name schon vermuten lässt, dient bei Red Orchestra der Russlandfeldzug als Schauplatz, wobei beispielsweise auch der Reichstag in Berlin zu den Szenarien zählt.
Realismus statt Action
Spielerisch setzt sich Red Orchestra aber durch eine ordentliche Portion Realismus ab, was jeder Spieler schon auf den ersten Blick merkt: als Infanterist haben Sie gar kein Fadenkreuz auf dem Schirm. Wie Sie dann trotzdem treffen? Über Kimme und Korn natürlich, wie es sich gehört. Das ist nicht ganz einfach, denn die Waffe wackelt im Takt der Atmung. Auch fehlt eine genaue Munitionsanzeige, Sie können lediglich das Gewicht des Magazins abschätzen. Aus dem gleichen Grund gibt es auch keine Lebensanzeige. Ein Schema zeigt lediglich, wo Sie getroffen wurden.
Zu Fuß unterwegs
Am ehesten lässt sich das Spiel mit Day of Defeat vergleichen. Hier können Sie ebenfalls nur über kurze Distanz Sprinten, brauchen dann eine Verschnaufpause, bevor es wieder langsam losgehen kann. Und auch hier bedeutet ein gut gezielter Schuss des Gegners sofort das aus. Auf der Karte verteilt stehen Funkgeräte. Hochrangige Soldaten peilen mit dem Fernglas Ziele an und geben anschließend per Funk die Koordinaten für einen Artillerieschlag an.
Panzer!
In Red Orchestra sind Sie nicht nur per Pedes unterwegs, sondern auch in Kettenfahrzeugen (Beschreibung in unserer Galerie). Die haben allerdings wenig mit den Rundum-Sorglos-Vehikeln von Battlefield gemein. Die Türme drehen langsam, Geschosse fliegen und prallen physikalisch akkurat ab, je nach Trefferzone nimmt das Fahrzeug unterschiedlich Schaden. Wer also nicht genau zielt oder im ungünstigen Winkel zum Gegner steht, der semmelt die Granate irgendwo in den Acker und vergeudet Zeit - schließlich folgt eine wirklichkeitsnahe Nachladepause, während der Sie dem Gegner wehrlos gegenüberstehen.
Spannende Panzerschlachten
Quelle: Frogster Interactive
In den Panzern haben Sie sehr eingeschränkte Sichtverhältnisse, können aber auch die Luken öffnen, für eine bessere Übersicht - und sich dadurch eine gegnerische Kugel oder Handgranate einfangen. Idealer Weise benötigen Sie zwei, drei Leute pro Panzer für die Rollen als Schütze, Kommandant und Fahrer. Dann nämlich kommt es zu dynamischen Gefechten: während des Nachladens in Bewegung bleiben, sobald geladen ist Winkel zum Gegner korrigieren und Bremse rein - Schuss! Hier lohnt sich ein Headset.
So packende Gefechte lassen auch über die Stellenweise nicht überzeugende Grafik der Unreal-Engine sowie die völlig unfähigen Bots hinwegsehen - aber schließlich ist es ein Mehrspielertitel.
