Ein Shooter unter Wasser muss nicht zwangsläufig Bioshock heißen. Taugt Red Ocean zur Überbrückung der Wartezeit?

Schießen Sie mit Ihrer Waffe, verdeckt das Mündungsfeuer die Sicht. Die meisten Effekte sind so überzogen. Schießen Sie mit Ihrer Waffe, verdeckt das Mündungsfeuer die Sicht. Die meisten Effekte sind so überzogen. Der Name ist Programm. Denn wenn der Protagonist eines Ego-Shooters Jack Hard heißt, braucht man über die Marsch-richtung des Spiels keine Fragen mehr zu stellen. Hart geht es in Red Ocean von Anfang an zur Sache. Allerdings im negativen Sinne: Denn die nicht vorhandene Story, die dumme KI und das misslungene Leveldesign machen dem Titel keine Ehre.

Sprung ins kalte Wasser
Der Einstieg in Red Ocean könnte spannungsärmer kaum sein: Auf einem Tauchgang entdecken Sie eine mysteriöse Forschungsanlage - das war's. Was Sie dort überhaupt zu suchen haben, wird Ihnen nicht verraten. Auf engstem Raum finden Sie bald die erste Schusswaffe, einen Atemzug später treffen Sie auf schießwütiges Sicherheitspersonal. Schon nach der ersten Viertelstunde wiederholen sich Gänge und Objekte so oft, dass man den Glauben an Schauplatzabwechslung verliert.

Die spärlichen Ausnahmen bieten Unterwassergefechte, etwa wenn durch die Wucht einer Detonation die Wand zerreißt und Meerwasser eindringt. Dann sorgen sehenswerte und durchaus gelungene Effekte für einen coolen Verwischeffekt auf dem Bildschirm. Verlassen Sie jedoch das kühle Nass, empfangen Sie wieder endlose Reihen von Containern und Lagerhallen (ach, und Zügen). Darin erwarten Sie Massen an immer gleichen Gegnern, die zwar gut treffen, das Wort Deckung selbst aber wohl noch nie gehört haben. Ihre schiere Übermacht und die spärlich gesäten Gesundheitspakete lassen Sie dennoch öfter frustriert auf die Laden-Taste hämmern.

Kurz: ja. Gut: nein
Zerstörbare Fässer finden Sie auch in Red ­Ocean. Die daraus folgenden Explosionen sehen wirklich gut aus. Zerstörbare Fässer finden Sie auch in Red ­Ocean. Die daraus folgenden Explosionen sehen wirklich gut aus. Trotz guter Ansätze wie der sehenswerten, aber etwas übertriebenen Grafikeffekte ist Red Ocean nur ein ganz gewöhnlicher Ego-Shooter. Dazu ist er mit einer Spielzeit von etwa drei Stunden verdammt kurz - was man ertragen könnte, wenn das Spiel wenigstens eine interessante Hintergrundgeschichte und Abwechslung bieten würde. So wie Red Ocean jetzt daherkommt, ist es leider wirklich nicht zu empfehlen.

Bildergalerie: Red Ocean
Bild 1-3
Klicken Sie auf ein Bild, um die Bilderstrecke zu starten! (4 Bilder)

Wertung zu Red Ocean (PC)

Wertung:

6.0 /10
Pro & Contra
Teilweise sehenswerte EffekteUnkomplizierte Ballereien
Unmotivierende StoryKlobige und doofe GegnerExtrem kurz

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