Raytracing: Abschließende Einschätzung und ein Blick die Zukunft

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Raytracing: Abschließende Einschätzung und ein Blick die Zukunft
Quelle: Epic Games

Die Präsentation sowie auch die Namen der neuen Grafikkarten von Nvidia haben ein professionelles Verfahren für das Berechnen von 3D-Szenen in Verbindung mit Spielen gebracht: Raytracing. Doch worum geht es bei Raytracing? Wo wurde es bisher schon eingesetzt? Und wird es wirklich bei Spielen im größeren Rahmen zum Einsatz kommen?

Einschätzung: Raytracing als neuer Standard?

Nvidia läutet mit den neuen RTX-Grafikkarten eine neue Ära ein, oder versucht dies zumindest. Denn im Endeffekt, das haben wir ja zuvor erklärt, sind es aktuell nur einige wenige Aspekte aus dem Bereich Raytracing, die von den neuen Grafikkarten bei den passenden Games genutzt werden, um ein realistisches Bild zu erstellen - es handelt sich aber nicht um Szenen, die zu 100 Prozent per Raytracing entstehen.

Doch man darf die Frage stellen, inwiefern sich Raytracing in der Zukunft, wenn Grafikkarten noch stärker werden, möglicherweise auch als Bildberechnungsmethode durchsetzen kann, die wirklich alle Aspekte der Grafikberechnung bei einem Spiel in Echtzeit übernimmt. Ein wichtiger Punkt spricht dagegen: der künstlerische Aspekt einer Spielegrafik. Viele Spiele sehen nicht fotorealistisch aus - und sollen auch gar nicht so aussehen.

Borderlands 2 Quelle: 2k Games Borderlands 2 Es wird bei vielen Spielen - völlig unabhängig davon, wie die Charaktere, Flora und Fauna oder Architektur von ihrer grundlegenden Optik konzipiert wurden - ganz bewusst auf eine absichtlich unrealistische Atmosphäre gesetzt, was die Farben, die Stimmung, Effekte und so weiter angeht. Einige Spiele leben geradezu davon, wie das in einem 3D-Comicstil gehaltene Borderlands, auch viele Mischformen zwischen einer eher realistischen und eindeutig künstlich oder comicartig wirkenden Grafik sind pure Absicht. Natürlich könnte man Raytracing so verwenden, dass es nach einer unrealistischem, comicartigen Grafik aussieht - aber dies wäre verschenkte Rechenpower. In vielen Fällen hätten die Entwickler ohnehin, wenn sie wollten, schon mit bisherigen 3D-Engines eine deutlich fotorealistischere Grafik erstellen können, bevorzugen aber eben bewusst eine unrealistische Optik.

Raytracing kann natürlich auch bei Szenarien, die nicht unbedingt fotorealistisch wirken sollen, einiges an positiven Verbesserungen bewirken. Aber es macht in vielen Fällen auf absehbare Zeit keinen Sinn, das stets leistungshungrigere Raytracing-Verfahren zu verwenden, wenn bisherige bewährte Grafik-Engines die künstlerisch gewollte Optik viel problemloser bewältigen. Und selbst in Spielen, die eine realistische Optik bieten wollen, stellt sich die Frage, ob man nicht lieber mit einer der gängigen 3D-Engines sehr gute Ergebnisse erzielt, die selbst in besonders hohen und immer populärer werdenden Auflösungen deutlich mehr FPS (Bilder pro Sekunde) oder auch Details bieten kann als per Raytracing. Kandidaten, bei denen ein hoher Anteil an Raytracing durchaus gut ankommen würde, da man keine extrem hohen FPS-Werte benötigt, wären beispielsweise Sportsimulationen. Zumindest was die Sportler, das Spielfeld und die Sportgeräte angeht wäre dies in naher Zukunft möglicherweise schon gut umsetzbar.

Die auch aus Battlefield bekannte Frostbite-Engine kommt in Teilen Fotorealismus recht nahe - hier eine Szene aus Madden 19. Quelle: EA Sports Die auch aus Battlefield bekannte Frostbite-Engine kommt in Teilen Fotorealismus recht nahe - hier eine Szene aus Madden 19. Viele Sportfans würden sicher bei einem Madden, Fifa oder Pro Evolution Soccer nur 50 bis 60 Fps akzeptieren, wenn die Spieler und das Spielfeld wie real aussehen und man sich nur beim Publikum einiger Tricks bedient. Zusammengefasst: es wird auch dann, wenn 100-prozentiges Raytracing in der Zukunft dank stärkerer Grafikkarten immer leichter umsetzbar sein sollte, bei vielen Spielen eine Abwägung zwischen Qualität und Leistung geben. Auf absehbare Zeit erscheint uns daher der Weg, nur bestimmte Aspekte des Bildes per Raytracing zu berechnen, um der Grafik den letzen Pfiff zu geben, am wahrscheinlichsten. Und selbst dabei werden sicher einige Nutzer lieber auf das Aktivieren des Features verzichten, um mehr Bilder pro Sekunde nutzen zu können. Ein ganz anderer Technologiesektor könnte aber möglicherweise doch dafür sorgen, dass Raytracing auch auf dem heimischen Monitor in einigen Jahren einkehren kann: Cloudgaming. Denn hier könnten Supercomputer das Bild in Echtzeit berechnen und dann zum Nutzer schicken, der seinerseits gar keinen starken PC benötigt . Zum Thema Cloudgaming hatten wir bereits im Juni ein Special für euch verfasst. Auf der anderen Seite kann es aber auch sein, dass die zukünftigen Spieleengines dermaßen stark werden, dass sie bei weniger Leistungshunger die gleichen Ergebnisse wie Raytracing erzeugen, so dass Raytracing ohnehin irgendwann obsolet wird. Die Zukunft der 3D-Grafik wird also in jedem Falle spannend werden.

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  1. Seite 1 Raytracing: Einleitung und Erklärung der Funktionsweise
  2. Seite 2 Raytracing: Unterschiede zu 3D-Gaming-Engines, Einsatzgebiete
  3. Seite 3 Raytracing: Bisher noch nicht in Games - sorgt Nvidia für einen Umbruch?
  4. Seite 4 Raytracing: Abschließende Einschätzung und ein Blick die Zukunft
    • Kommentare (11)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von xdave78 Mitglied
        Zitat von DerBloP
        Scheiss auf RT...sollten mal lieber 4K UND/ODER VR im Auge behalten...
        Der Text und dein Avatar bilden eine tolle Einheit. Ich glaube genau hier fehlt eben der Blick über den Tellerrand. Neben RT bringt die RTX2080 TI ja wohl im Vergleich zur 1080Ti wohl auch 45% mehr Leistung. Also fang an zu sparen.

        Was man zugeben muss- aus aktueller Sicht auf das Gaming sind viele Aspekte im Artikel und den Kommentaren natürlich sicherlich korrekt eingeschätzt.
        Der Aufwand und die Kosten lohnen sich für das Gros des modernen 2D Gaming (ich beziehe mich auf die Darstellungsebene) - schlicht nicht.
        Klar es sieht schon nice aus und wenn man es haben kann ist es schön, aber das sagte man auch von PhysX ...und der Technologie hatte ich auch viel zugetraut. Es ist immer sehr viel einfacher nachzuplappern : "Das war schon immer so und wird sich nicht ändern...die sollen ma einfach weiter Rastern bis ich meine 250FPS in VR habe. FCK the Hype! "

        Dennoch muss man auch im Hinterkopf behalten, wohin die Reise gehen wird...nicht nur im Bezug auf Gaming sondern auch im Alltag.
        Ich habe keine Glaskugel und wissen kann ich es auch nicht, aber ich glaube ziemlich fest daran, dass VR und allem voran AR in der Zukunft ein zentraler Bestandteil unseres Lebens sein wird. AR überall und VR in Teilbereichen wo es sinn macht voll wegzutreten ;)
        Wer dachte schon vor 20 Jahren dass heute quasi jeder einen Minicomputer rumträgt der um ein vielfaches schneller ist als das was man damals allgemeinhin kannte?

        Nun, wenn ich mir um auf die Games zurück zu kommen ein Cyberpunk 2077 ansehe, so habe ich dabei das erste Mal seit Descent2 und VFX1 das Bedürfnis verspürt : das will ich in VR !
        Wie immersiv kann VR wohl ohne glaubhafte Reflexionen und Spiegelungen sein? Doch nur so realistisch wie unsere 2D Mattscheibe - wahrscheinlich durch das "mittendrin" sogar noch weitaus unrealistischer als wir denken.
        Braucht man es? Wahrscheinlich genausowenig wie GodRays, Tesselation und HBAO - aber es sind Schritte das was wir virtuell erleben glaubhaft zu machen - so wie auch Raytracing Effekte.

        Im Endeffekt muss man es halt so sehen, wie die HUDs in den aktuellen Autos...es kostet mal eben 4.000€ Aufpreis und ja...man kann die Anzeige im Prinzip 1:1 auch hinter dem Lenkrad wo klassischerweise die Anzeigen sind darstellen...oder eben irgendwo auf einem Monitor in der Mittelkonsole. Mehr als eine praktische Spielerei ist es eben auch kaum - auch wenn man jetzt sicherlich einbringen könnte, dass weltweit 0.01% der Unfälle vermieden würden, wenn der Fahrer eben nicht die 0.1 Sekunden auf den Tacho geschaut hätte. Dennoch macht es als logische Weiterentwicklung der Anzeigen Sinn und wird sich deshalb auch langfristig durchsetzen.

        Was ich sagen will ist- die Technologie hat schon ihre Daseinsberechtigung und jemand wie Nvidia (oder Volvo oder Audi oder Mercedes Benz) muss auch neue Sachen irgendwo entwickeln und finanzieren. Kann man sicherlich über Jahre im stillen Kämmerlein machen, aber die Praxis ist der beste Lehrer. Insofern kann jeder für sich entscheiden, ob er RT braucht oder eben nicht. Mit der 3er Reihe werden sicherlich Performance steigen und Preis etwas sinken...dank der RTX2er Reihe natürlich.
      • Von xdave78 Mitglied
        Zitat von DerBloP
        Scheiss auf RT...sollten mal lieber 4K UND/ODER VR im Auge behalten...
        Der Text und dein Avatar bilden eine tolle Einheit. Ich glaube genau hier fehlt eben der Blick über den Tellerrand. Neben RT bringt die RTX2080 TI ja wohl im Vergleich zur 1080Ti wohl auch 45% mehr Leistung. Also fang an zu sparen.

        Was man zugeben muss- aus aktueller Sicht auf das Gaming sind viele Aspekte im Artikel und den Kommentaren natürlich sicherlich korrekt eingeschätzt.
        Der Aufwand und die Kosten lohnen sich für das Gros des modernen 2D Gaming (ich beziehe mich auf die Darstellungsebene) - schlicht nicht.
        Klar es sieht schon nice aus und wenn man es haben kann ist es schön, aber das sagte man auch von PhysX ...und der Technologie hatte ich auch viel zugetraut. Es ist immer sehr viel einfacher nachzuplappern : "Das war schon immer so und wird sich nicht ändern...die sollen ma einfach weiter Rastern bis ich meine 250FPS in VR habe. FCK the Hype! "

        Dennoch muss man auch im Hinterkopf behalten, wohin die Reise gehen wird...nicht nur im Bezug auf Gaming sondern auch im Alltag.
        Ich habe keine Glaskugel und wissen kann ich es auch nicht, aber ich glaube ziemlich fest daran, dass VR und allem voran AR in der Zukunft ein zentraler Bestandteil unseres Lebens sein wird. AR überall und VR in Teilbereichen wo es sinn macht voll wegzutreten ;)
        Wer dachte schon vor 20 Jahren dass heute quasi jeder einen Minicomputer rumträgt der um ein vielfaches schneller ist als das was man damals allgemeinhin kannte?

        Nun, wenn ich mir um auf die Games zurück zu kommen ein Cyberpunk 2077 ansehe, so habe ich dabei das erste Mal seit Descent2 und VFX1 das Bedürfnis verspürt : das will ich in VR !
        Wie immersiv kann VR wohl ohne glaubhafte Reflexionen und Spiegelungen sein? Doch nur so realistisch wie unsere 2D Mattscheibe - wahrscheinlich durch das "mittendrin" sogar noch weitaus unrealistischer als wir denken.
        Braucht man es? Wahrscheinlich genausowenig wie GodRays, Tesselation und HBAO - aber es sind Schritte das was wir virtuell erleben glaubhaft zu machen - so wie auch Raytracing Effekte.

        Im Endeffekt muss man es halt so sehen, wie die HUDs in den aktuellen Autos...es kostet mal eben 4.000€ Aufpreis und ja...man kann die Anzeige im Prinzip 1:1 auch hinter dem Lenkrad wo klassischerweise die Anzeigen sind darstellen...oder eben irgendwo auf einem Monitor in der Mittelkonsole. Mehr als eine praktische Spielerei ist es eben auch kaum - auch wenn man jetzt sicherlich einbringen könnte, dass weltweit 0.01% der Unfälle vermieden würden, wenn der Fahrer eben nicht die 0.1 Sekunden auf den Tacho geschaut hätte. Dennoch macht es als logische Weiterentwicklung der Anzeigen Sinn und wird sich deshalb auch langfristig durchsetzen.

        Was ich sagen will ist- die Technologie hat schon ihre Daseinsberechtigung und jemand wie Nvidia (oder Volvo oder Audi oder Mercedes Benz) muss auch neue Sachen irgendwo entwickeln und finanzieren. Kann man sicherlich über Jahre im stillen Kämmerlein machen, aber die Praxis ist der beste Lehrer. Insofern kann jeder für sich entscheiden, ob er RT braucht oder eben nicht. Mit der 3er Reihe werden sicherlich Performance steigen und Preis etwas sinken...dank der RTX2er Reihe natürlich.
      • Von DerBloP Mitglied
        Scheiss auf RT...sollten mal lieber 4K UND/ODER VR im Auge behalten...
        Ich komme mir als Konsument immer verarscht vor!

        Ich zumindest werde mir keine Schrott Karte, die gerade mal paar Prozent schneller ist als meine kaufen, nur weil sie eine für (zZ) Konumenten bescheuerte Tech behinhaltet...

        Genau wie PhysiX, welches ja mittlerweile von CPU´s berrechnet wird....ohh das kann nur eine dedizierte zweite Karte NICHT!

        Und ja ich weiß, echtes PhysiX und echtes RT wären bestimmt nette gimmiks, aber mal im ernst, sieht man es als Spieler?

        Ergo, bitte lasst diesen ganzen Hype um Scheisse, bzw schreibt doch mal das es zZ Müll ist...

        Wieviel Prozent Schneller ist es denn diese Dolle Karte gegenüber einer 1080Ti?

        Wenn denn echt mal eine 2080 mit doppelt so viel geschwindigkeit, und eine CPU mit 5 GHz von Haus aus kommt, dann bitte dann schreibt was...
        Aber so...RT ist was fürn ARSCH!

        Ich will endlich 90FPS in VR, oder 60FPS in 4K! Idioten!

        PS: Ich Wette, dieser Artikel, obwohl er schon ca 5 Tage hier ist, morgen verschwunden ist....
      • Von reddragon1212 Anwärter/in
        Warum sollte das schon ein "Trend" sein wenn das bisher niemand nutzt?
      • Von bockwurst90 Anwärter/in
        Die Frage ist nicht, ob es kommt. Die Frage ist, ab wann die Hardware soweit ist, dass man den Grossteil problemlos in Echtzeit ray tracen kann. Ray Tracing ist bereits Vulkan Standard, DirectX Standard, alle grossen Engines (Unreal, Unity, Frostbite) haben es bereits implementiert. Jetzt kommt die passende Hardware-Beschleunigung durch dedizierte Prozessoren. PhysX wurde mittlerweile hinfällig, da es lediglich eine proprietäre Bibliothek war, welche mit der Normalisierung von Compute Shadern für die meisten Fälle irrelevant wurde. Es gibt Havok, es gibt Bullet, oder man schreibt einfach selbst etwas, dass zum Teil auf der CPU läuft und zum Teil auf der Grafikkarte. Damals war PhysX einer der schnellsten und besten Physik-Engines und die dazu gehörende Hardware wurde mit verkauft. Dies war ein enger Verbund, der durch die Standardisierung von Compute Shadern zu nichte gemacht wurde. Man sollte Ray Tracing eher mit Physikeffekten generell vergleichen. Natürlich haben sich Physikeffekte durchgesetzt, aber die Berechnung dieser ist bei weitem nicht so simpel und allgemein wie diese bei Ray Tracing. Würde NVidia versuchen das proprietär zu machen, hätten die nicht am Vulkan Standard zu Ray Tracing mitgearbeitet. Die haben gelernt, und es profitieren bei weitem alle. NVidia ist nun einfach der Erste, weil sie vielleicht höher gepokert haben als AMD, aber AMD wird bald was Vergleichbares auf den Markt bringen.
      • Von NOT-Meludan Spiele-Enthusiast/in
        Zitat von LesterPG
        Relativ !
        Unreal und Unity sollen das wohl generell anbieten.

        Hier gibt es eine Übersicht:
        PhysXInfo.com - Projects using PhysX SDK
        Es sind nicht so viele, aber doch einige sehr "Bekannte"
        Anbieten kann man es ja, aber nutzen tun es wohl nur die wenigsten.
        Dafür, dass PhysX so um 2005/6 (ca.) raus kam, ist die Liste doch etwas lächerlich kurz.
        Wirklich durchgesetzt hat es sich damit wohl eher nicht und ist ein nettes Gimmick geblieben.
        Raytracing wird es wohl eher ähnlich ergehen. Nettes Gimmick, aber für den Gamer zu Hause eher irrelevant.
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