Raytracing: Bisher noch nicht in Games - sorgt Nvidia für einen Umbruch?
Die Präsentation sowie auch die Namen der neuen Grafikkarten von Nvidia haben ein professionelles Verfahren für das Berechnen von 3D-Szenen in Verbindung mit Spielen gebracht: Raytracing. Doch worum geht es bei Raytracing? Wo wurde es bisher schon eingesetzt? Und wird es wirklich bei Spielen im größeren Rahmen zum Einsatz kommen?
Bisher kein Raytracing in Games
In Spielen kam echtes Raytracing bisher nicht zum Einsatz, nicht einmal in einer abgeschwächten Form, wie sie nun durch die neuen RTX-Grafikkarten von Nvidia in einige Games eingebaut wird. Man könnte beispielsweise nur die Reflexionen per Raytracing dem ansonsten per gängiger 3D-Engine erzeugtem Bild hinzufügen, was nun auch mit der neuen RTX-Technologie getan werden kann, wie wir später noch ausführen werden.
In diesem Artikel
- Seite 1 Raytracing: Einleitung und Erklärung der Funktionsweise
- Seite 2 Raytracing: Unterschiede zu 3D-Gaming-Engines, Einsatzgebiete
- Seite 3 Raytracing: Bisher noch nicht in Games - sorgt Nvidia für einen Umbruch?
- Seite 4 Raytracing: Abschließende Einschätzung und ein Blick die Zukunft
- Seite 5 Bildergalerie
Doch bisher war selbst dies zu aufwendig. Eine akzeptable Bildwiederholrate mit 100-prozentigem Raytracing wäre zwar theoretisch machbar - aber dafür müsste man die 3D-Szene eines Games stark vereinfachen, bei der Objektvielfalt viele Abstriche in Kauf nehmen sowie auch noch die Auflösung senken und nur die wirklich wichtigsten Lichtquellen in die Szene einfügen.
Das spätere Ergebnis aus einer solchen abgespeckten Szene wäre optisch sehr arm und alles andere als fotorealistisch. Für Spiele wurden daher schon seit Beginn der 3D-Ära spezielle Engines entwickelt, die durch viele Kniffe und Tricks eine ansehnliche Grafik berechnen können und inzwischen oft auch das Label fotorealistisch einheimsen können, wenn man einen passenden Augenblick erwischt. Denn bei vielen Kleinigkeiten fehlt noch der letzte Kniff - man bemerkt minimale Unstimmigkeiten, da die modernen 3D-Engines Stärken, aber auch Schwächen haben. So kann eine Engine möglicherweise extrem realistisch wirkende Lichteffekte in geschlossenen und staubigen Räumen ermöglichen, aber schwächelt vielleicht bei Reflexionen und Detailreichtum sowie der Darstellung von runderen und organischen Formen. Eine andere Engine hat vielleicht wiederum ihre Stärken bei Charakteren, dafür mangelt es an einer optisch glaubhaft wirkenden Umwelt. Doch die Frage ist: brauchen wir langfristig gesehen überhaupt echtes Raytracing in Spielen? Wir schauen uns zuerst an, welche Aspekte von Raytracing Nvidia mit den neuen RTX-Grafikkarten schon jetzt etablieren will.
Nvidia RTX: Raytracing für alle?
Mit der Präsentation der Grafikkarten GeForce RTX 2070, RTX 2080 und RTX 2080 Ti will Nvidia auch Raytracing in Echtzeit auf die heimischen PCs bringen. Games müssen die neue RTX-Technologie aber auch unterstützen, ähnlich wie Nvidias PhysX oder Hairworks.
Quelle: EA (Screenshot: PC Games Hardware)
RTX von Nvidia in Battlefield - die Flammen spiegeln sich authentisch auf dem nassen Boden und in der Seite des Autos.
Zudem geht es bisher nur um zusätzliche Aspekte, die durch echtes Raytracing mit ins Spiel kommen, und nicht um ein komplett per Raytracing entstehendes Spieleerlebnis. Drei Blockbuster-Spiele, die die neue GeForce RTX-Technik unterstützen werden, sind bereits bekannt: Shadow of the Tomb Raider (Release geplant für den 14. September), Battlefield 5, bei dem der Release gerade erst auf den 20. November verschoben wurde, und Metro Exodus (22. Februar 2019). Zu allen drei Spielen haben wir ja auch je ein Präsentations-Video von Nvidia sowie zu Battlefield 5 auch ein Testvideo der PC Games Hardware in unserem Special platziert, und zwar pro Seite jeweils eines am Ende der Seite.
Das Testvideo stammt aus dem schon zu Anfang verlinkten Artikel unserer Kollegen der PC Games Hardware - in dem Artikel findet ihr am Beispiel einer Vorabversion von Battlefield V zudem einiges zu dem Thema Nvidia RTX im Detail erklärt. Zusammengefasst handelt es sich bei dem Raytracing, das man in dem Dice-Shooter bei Verwendung einer passenden Grafikkarte aktivieren kann, ausschließlich um Reflexionsberechnungen. Die Ergebnisse werden in die ohnehin schon optisch ansprechende durch die Frostbite-Engine erzeugte Grafik eingefügt, um dem Gesamtbild eine noch realistischere Optik zu verleihen. In der von unseren Kollegen anhand einer Nvidia GeForce RTX 2080 Ti getesteten Map Rotterdam gibt es unter anderem viele Pfützen und Wasseroberflächen, aber auch beispielsweise glatte, gleichzeitig runde Karosserien und weitere Gegenstände, bei denen die Raytracing-Reflexionen für eine tolle Optik sorgen, wie ihr anhand der beiden Screenshots auch gut vergleichen könnt.
Quelle: EA (Screenshot: PC Games Hardware)
Ohne RTX glänzt die Autoseite ohne Reflexion vor sich hin, auf dem Boden ist nur dezent ein Huch einer Flammenspiegelung zu erkennen.
Allerdings senken die aktivierten Raytracing-Reflexionen die Bildrate merkbar, und das obwohl die Reflexionen offensichtlich in einer geringeren Qualität als der Rest des Bildes berechnet werden. Denn bei den gespiegelten Bildern erkannten unsere Kollegen der PC Games Hardware Unsauberkeiten und eine geringere Auflösung, zudem wurden nur relativ nah gelegene Objekte in die Berechnung aufgenommen - ein vor einem Haus geparktes Auto könnte also als Reflexion zu erkennen sein, das Haus aber fehlt möglicherweise. Dies zeigt, dass bereits diese nur als Sahnehäubchen gedachten Raytracinginhalte immer noch sehr viel Leistung benötigen. Mit aktiviertem Raytracing wirkte Battlefield V auf der Nvidia GeForce RTX 2080 Ti unrunder als ohne Raytracing mit einer Mittelklassegrafikkarte. Man muss zwar betonen, dass es sich bei dem Test noch um eine Alpha-Version der Technik handelt - aber dass Raytracing nicht von einer Grafikkartengeneration zur nächsten zu 100 Prozent und ohne Leistungseinbußen und kleinere Abstriche zu verwirklichen ist, wäre nun wahrlich keine Überraschung.

Was man zugeben muss- aus aktueller Sicht auf das Gaming sind viele Aspekte im Artikel und den Kommentaren natürlich sicherlich korrekt eingeschätzt.
Der Aufwand und die Kosten lohnen sich für das Gros des modernen 2D Gaming (ich beziehe mich auf die Darstellungsebene) - schlicht nicht.
Klar es sieht schon nice aus und wenn man es haben kann ist es schön, aber das sagte man auch von PhysX ...und der Technologie hatte ich auch viel zugetraut. Es ist immer sehr viel einfacher nachzuplappern : "Das war schon immer so und wird sich nicht ändern...die sollen ma einfach weiter Rastern bis ich meine 250FPS in VR habe. FCK the Hype! "
Dennoch muss man auch im Hinterkopf behalten, wohin die Reise gehen wird...nicht nur im Bezug auf Gaming sondern auch im Alltag.
Ich habe keine Glaskugel und wissen kann ich es auch nicht, aber ich glaube ziemlich fest daran, dass VR und allem voran AR in der Zukunft ein zentraler Bestandteil unseres Lebens sein wird. AR überall und VR in Teilbereichen wo es sinn macht voll wegzutreten ;)
Wer dachte schon vor 20 Jahren dass heute quasi jeder einen Minicomputer rumträgt der um ein vielfaches schneller ist als das was man damals allgemeinhin kannte?
Nun, wenn ich mir um auf die Games zurück zu kommen ein Cyberpunk 2077 ansehe, so habe ich dabei das erste Mal seit Descent2 und VFX1 das Bedürfnis verspürt : das will ich in VR !
Wie immersiv kann VR wohl ohne glaubhafte Reflexionen und Spiegelungen sein? Doch nur so realistisch wie unsere 2D Mattscheibe - wahrscheinlich durch das "mittendrin" sogar noch weitaus unrealistischer als wir denken.
Braucht man es? Wahrscheinlich genausowenig wie GodRays, Tesselation und HBAO - aber es sind Schritte das was wir virtuell erleben glaubhaft zu machen - so wie auch Raytracing Effekte.
Im Endeffekt muss man es halt so sehen, wie die HUDs in den aktuellen Autos...es kostet mal eben 4.000€ Aufpreis und ja...man kann die Anzeige im Prinzip 1:1 auch hinter dem Lenkrad wo klassischerweise die Anzeigen sind darstellen...oder eben irgendwo auf einem Monitor in der Mittelkonsole. Mehr als eine praktische Spielerei ist es eben auch kaum - auch wenn man jetzt sicherlich einbringen könnte, dass weltweit 0.01% der Unfälle vermieden würden, wenn der Fahrer eben nicht die 0.1 Sekunden auf den Tacho geschaut hätte. Dennoch macht es als logische Weiterentwicklung der Anzeigen Sinn und wird sich deshalb auch langfristig durchsetzen.
Was ich sagen will ist- die Technologie hat schon ihre Daseinsberechtigung und jemand wie Nvidia (oder Volvo oder Audi oder Mercedes Benz) muss auch neue Sachen irgendwo entwickeln und finanzieren. Kann man sicherlich über Jahre im stillen Kämmerlein machen, aber die Praxis ist der beste Lehrer. Insofern kann jeder für sich entscheiden, ob er RT braucht oder eben nicht. Mit der 3er Reihe werden sicherlich Performance steigen und Preis etwas sinken...dank der RTX2er Reihe natürlich.
Ich komme mir als Konsument immer verarscht vor!
Ich zumindest werde mir keine Schrott Karte, die gerade mal paar Prozent schneller ist als meine kaufen, nur weil sie eine für (zZ) Konumenten bescheuerte Tech behinhaltet...
Genau wie PhysiX, welches ja mittlerweile von CPU´s berrechnet wird....ohh das kann nur eine dedizierte zweite Karte NICHT!
Und ja ich weiß, echtes PhysiX und echtes RT wären bestimmt nette gimmiks, aber mal im ernst, sieht man es als Spieler?
Ergo, bitte lasst diesen ganzen Hype um Scheisse, bzw schreibt doch mal das es zZ Müll ist...
Wieviel Prozent Schneller ist es denn diese Dolle Karte gegenüber einer 1080Ti?
Wenn denn echt mal eine 2080 mit doppelt so viel geschwindigkeit, und eine CPU mit 5 GHz von Haus aus kommt, dann bitte dann schreibt was...
Aber so...RT ist was fürn ARSCH!
Ich will endlich 90FPS in VR, oder 60FPS in 4K! Idioten!
PS: Ich Wette, dieser Artikel, obwohl er schon ca 5 Tage hier ist, morgen verschwunden ist....
Unreal und Unity sollen das wohl generell anbieten.
Hier gibt es eine Übersicht:
PhysXInfo.com - Projects using PhysX SDK
Es sind nicht so viele, aber doch einige sehr "Bekannte"
Dafür, dass PhysX so um 2005/6 (ca.) raus kam, ist die Liste doch etwas lächerlich kurz.
Wirklich durchgesetzt hat es sich damit wohl eher nicht und ist ein nettes Gimmick geblieben.
Raytracing wird es wohl eher ähnlich ergehen. Nettes Gimmick, aber für den Gamer zu Hause eher irrelevant.