Railway Empire 2: Mit Volldampf zum Erfolg und das effizienter als die Deutsche Bahn
Bitte steigen sie ein und Vorsicht bei der Abfahrt des Zuges. Railway Empire 2 der Entwickler von Gaming Minds Studio und Publisher Kalypso Media ist da und wir haben uns die Wirtschaftssimulation im Test angeschaut.
Die Eisenbahn. Seit nunmehr fast 200 Jahren fasziniert die schienengebundene Fortbewegung die Menschen. Nicht nur nerdige Physiker wie Sheldon Cooper, auch viele andere sind Fans von Zügen. Da ist es nicht verwunderlich, dass auch bei Videospielen die Eisenbahn immer wieder als gern gesehenes Szenario dient, vorrangig in Wirtschaftssimulationen. Schon der legendäre Sid Meier hatte das Potenzial erkannt und mit Railroad Tycoon vor über 30 Jahren das Genre geprägt. Mit Railway Empire versuchten 2018 die Entwickler von Gaming Minds und Publisher Kalypso in diese Fußstapfen zu treten. Das ist ihnen ordentlich gelungen, auch wenn das Spiel noch einige ungeschliffene Ecken und Kanten hatte. Mit dem Nachfolger Railway Empire 2 sollen die nun der Vergangenheit angehören. Ob dem Entwicklerteam eine sinnvolle Weiterentwicklung geglückt ist, klären wir im Test.
Eisenbahngeschichte
Erneut geht es im Kern darum, eine Eisenbahngesellschaft zu führen und dieser zwischen 1830 und 1930 zu wirtschaftlichen Erfolg zu verhelfen. Genau wie im Vorgänger konzentrieren sich die Macher also erneut ausschließlich auf die Ära der Dampflokomotiven. Wer gehofft hatte, endlich auch Diesel- und Elektrozüge in späteren Jahrzehnten auf die Schiene zu schicken, schaut in die Röhre. Zu tun gibt es aber natürlich trotzdem genug. Als Firmenchef planen wir nicht nur die Strecken, sondern kümmern uns auch um Personal, Material und Finanzen. Austoben können wir uns dabei auf gewaltigen Karten. Neben Nordamerika, das als einziges in der Grundversion des ersten Teils enthalten war, können wir diesmal auch Europa von Beginn an mit unserem Schienennetz erobern. Ebenfalls bereits vom Start weg verfügbar sind diesmal große Karten, die den gesamten europäischen Kontinent oder eben die kompletten USA umfassen. Kleinere regionale Karten sind aber auch wieder mit dabei.
Die Kampagne beschränkt sich entsprechend nicht mehr nur auf die Eroberung der Weiten Nordamerikas, sondern bietet auch Einblicke in die Entwicklung der Eisenbahn in Europa. Neben den Anfängen während der industriellen Revolution in England erleben wir auch Versuche, wie Ende des 19. Jahrhunderts die Völker Europas mit einer Verbindung von Paris nach Sankt-Petersburg zusammengebracht werden sollen. Die insgesamt fünf Missionen der Kampagne sind jeweils äußerst umfangreich, mit diversen zu bewältigenden Aufgaben. Da gilt es bestimmte Städte miteinander zu verbinden, Waren zu liefern und den Ortschaften zu Wachstum zu verhelfen. Die Aufgaben müssen dazu stets bis zu einem bestimmten Zeitpunkt erledigt werden, denn die Geldgeber warten nicht ewig auf gewinnbringende Ergebnisse.
Die Missionen fallen etwas knackiger aus als im Vorgänger und entwickeln in ihrem Verlauf eine angenehme Komplexitätskurve. Eine Handlung, die den Namen verdient, solltet ihr bei der Kampagne allerdings nicht erwarten. Aber auch ohne Erzählung fesseln die fünf Missionen für jeweils mehrere Stunden. Damit sich Neueinsteiger in die Spielmechaniken einarbeiten können, gibt es diesmal ein gut gemachtes Tutorial. In sieben Lektionen werden darin Grundlagen wie Gleisbau, Streckenoptimierung und Produktion erläutert. Wer nach der Kampagne Lust auf mehr hat, kann zusätzlich zudem aus 14 Szenarien mit unterschiedlicher Schwierigkeit wählen. Auch der Sandkastenmodus ist wieder dabei. Zusätzlich bietet das Spiel diesmal einen Modellbaumodus: Darin gibt es weder Konkurrenten noch Aufträge und auch kein Finanzsystem. Hier könnt ihr einfach drauflosbauen.
Quelle: Kalypso Media
Railway Empire 2 im Test. (13)
Effizienz und Präzision
Beim Gameplay haben die Entwickler das Rad nicht neu erfunden. Vieles funktionierte im Vorgänger bereits ausgezeichnet. An sinnvollen Stellen wurden Verbesserungen und Anpassungen durchgeführt. Der wichtigste Unterschied beim Gleisbau ist der Wegfall des einfachen Schienensystems, bei dem sich Züge unabhängig voneinander auf einem Gleis hin- und herbewegen. Stattdessen müssen die Schienen jetzt immer realistisch verlegt werden. Wenn wir also mehrere Züge auf einer Strecke einsetzen wollen, müssen wir Doppelgleise oder Ausweichstellen errichten sowie mit Weichen und Signalen für den richtigen Verkehrsfluss sorgen. Zum Glück haben sich die Entwickler dafür ausgezeichnete Komfortfeatures überlegt, die den Gleisbau sehr einfach von der Hand gehen lassen. So müssen wir vor Bahnhöfen nicht mehr händisch in friemeliger Kleinarbeit Weichenverbindungen zwischen verschiedenen Gleisen erstellen. Dazu gibt es jetzt den sogenannten Weichenkopf. Diesen ziehen wir über eine beliebige Zahl parallel verlaufender Gleise, wodurch automatisch die passenden Weichen und Signale entstehen. Alle über diesen Weichenkopf ankommenden Zugstrecken suchen sich dann im Bahnhof automatisch ein freies Gleis aus. Sehr praktisch.
Auf der eigentlichen Strecke müssen wir nun nicht mehr händisch Signale setzen. Stattdessen bestimmen wir per Klick die Fahrtrichtung eines Gleises und das Spiel erstellt automatisch alle dazu benötigten Signale. Hervorragend gefallen hat uns auch, dass wir beim Gestalten unserer Strecken nicht mehr so künstlich eingeschränkt werden. Das beginnt schon damit, dass Bahnhöfe mit acht Gleisen jetzt doppelt so groß sein können wie im Vorgänger. Außerdem lassen sich jetzt beliebig viele Gleise parallel nebeneinander bauen und nicht mehr nur zwei Stränge. Ansonsten funktioniert das Verlegen der Schienen sehr einfach. So verbinden wir schlicht zwei Bahnhöfe miteinander, wodurch zwar die direkteste, aber mitunter nicht die billigste Strecke entsteht. Wahlweise passen wir die vorgeschlagene Gleisführung noch an, oder verlegen die Schienen gleich manuell in mehreren Schritten.

Züge finden ihren Weg bspw. nicht dynamisch. Hat man also zwei Parallelgleise in dieselbe Richtung und hat auf Gleis A ein Zug eine Panne, so weicht der nächste Zug B nicht aufs Parallelgleis aus, trotz Weiche selbstredend. Er bleibt stehen und es gibt Stau.
Hat man bspw. nach oder vor einem Bahnhof mehrere Parallelgleise um den Durchsatz erhöhen zu können, so fädelt sich der Zug nach dem Bahnhof immer auf das Gleis mit dem kürzesten Weg (also das Gleis mit der engsten Kurve) ein. Die anderen Gleise bleiben leer. Soweit ich das beobachtet habe wählen die Züge noch nichteinmal vor dem Bahnhof ein freies Gleis sondern warten stur auf "ihr" freies Gleis. Man kann dann also mitzählen, wie vielen Zügen man Gleis 1 und wievielen Gleis 2 zugewiesen hat, um einen Ausgleich zu schaffen. Aber selbst wenn man im Bahnhof versucht gut zu verteilen, fädeln sie sich nach dem Bahnhof wieder auf ein Gleis ein und damit kann immer nur ein Zug abfahren.
Wirklich gut funktioiert RE2 nur, wenn man es dumm spielt. Ein Gleis pro Stadtverbindung. Viele Züge passen da dann halt net drauf...
Verbindungen verbessern sollte man auch nicht...sobald man die Strecke oder den Fahrplan ändert wird der Zug zur nächsten Station teleportiert, fährt dann seinen Fahrplan im "Ghost"-Modus einmal komplett ab, bis er wieder bei der richtigen Station ankommt. Während dessen hält er nicht, lädt nicht ab oder auf und wird in der Folge auch nicht repariert. Er bleibt also dann bald mit Panne auf der Strecke liegen und blockiert euer einziges Gleis. Es hat schon einen Grund warum im Quartalsbericht die Stau-Tage und die Pannen-Tage ausgewiesen werden. Zudem hat man ständig Ghost-Züge auf der Strecke...
Also es ist mir wirklich schleierhaft, wie man da ein befriedigendes Spielgefühl entwickeln kann. Das geht meiner Meinung nach nur, wenn man das Spiel oberflächlich, ohne viel nachzudenken spielt. Und vermutlich ist das ja auch das Ziel der Entwickler gewesen, damit das Game im Wohnzimmer auf der Konsole gut funktioniert...
Zum Spiel, ich mag sone wirtschafts-aufbau-sims ganz gerne. Railway Empire habe ich aber nie gespielt, kam im Test auch nicht so gut weg wie der zweite Teil hier falls ich mich richtig erinnere. Allerdings bei so "spezialisierten" Sims (hier gehts halt echt nur um Schienenverkehr) bin ich in der Regel nicht bereit viel Geld auszugeben. Werde daher eventuell mal zuschlagen wenns für nen 10er oder so zu haben ist. Der nächste Steamsale kommt immer, und recht schnell landen solche Titel da auf der Liste. Außerdem habe ich ein großes Problem mit der DLC Politik bei Spielen dieser Art. Sei es Kalypso, Frontier oder andere Entiwkcler solcher Aufbau/Wirtschafts sims... da gibts dann alle Naselang EIN neues Detail fürs Spiel zu kaufen im Dreh um die 5 Euro... Bei Jurassic World dann halt nen neuer Dino. Bei anderen Spielen ne Gebäudeart, oder hier dann mit Sicherheit irgendwelche anderen Züge. Das bin ich echt leid und unterstütze ich nicht weiter.
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Das impliziert, das die Bahn überhaupt effizient ist.
Hab ich irgendwas verpasst?
Bin ich in einem Paralleluniversum gelandet?
;)