Portal: Begleiterkollektion im Test: Diese Sammlung gehört in jede Sammlung

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Test Felix Schütz - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Portal: Begleiterkollektion im Test: Diese Sammlung gehört in jede Sammlung
Quelle: Valve

Zugegeben, so richtig griffig ist der Name "Begleiterkollektion" nicht. Aber das sollte euch auf keinen Fall vom Kauf abhalten: Die Sammlung aus Portal und Portal 2 vereint zwei Puzzle-Meisterwerke zu einem unschlagbaren Paket. Auch die technische Umsetzung kann sich absolut sehen lassen, beide Spiele zeigen sich auf der Switch in Topform.

Und gerade als man denkt, Valves Autoren hätten ihr Pulver langsam verschossen, kommt eine überraschende Wendung zur Spielmitte. Ihr erkundet nun neue Schauplätze und knobelt euch durch gigantomanische Bauwerke, wie sie sich nur ein Wahnsinniger ausdenken kann. Immer wieder hantiert ihr mit frischen Spielmechaniken und lernt dabei eine weitere Figur kennen, die brüllkomisch von Hollywood-Star J. K. Simmons (Whiplash, Spider-Man) eingesprochen wurde.

In diesem Spielabschnitt, den wir euch natürlich nicht spoilern wollen, müsst ihr Portale oft auf riesige Distanzen schießen, um irgendwie den nächsten Ausgang zu erreichen. Dazu gibt es zwar eine nützliche Zoom-Funktion, trotzdem geraten hier manche Puzzles etwas zu verkopft, auch weil die Umgebungen nun ganz anders aufgebaut sind als die übersichtlichen Testkammern, die man bis dahin gewohnt war. Bis man da auf die Lösung kommt, kann es also eine Weile dauern, darum spielt sich die zweite Spielhälfte auch grundsätzlich etwas zäher als die erste. Dafür entschädigt aber wieder das großartige Finale, in dem Valve nochmal alle Spannungsregister zieht.
GLaDOS und Wheatley (im Original gesprochen von Stephen Merchant) sind unvergessliche Charaktere, die euch mit Witz und Herz durchs zweite Spiel begleiten. Quelle: PC Games GLaDOS und Wheatley (im Original gesprochen von Stephen Merchant) sind unvergessliche Charaktere, die euch mit Witz und Herz durchs zweite Spiel begleiten.

Um die Ecke denken

Portal 2 nutzt zwar die gleichen Mechaniken wie der erste Teil, fügt aber regelmäßig neue Ideen hinzu, um das Gameplay frisch zu halten. So müsst ihr nun Laserstrahlen geschickt mit Prismen umleiten, um Schalter zu aktivieren oder Geschütze zu zerstören. Neue Energiebrücken kommen in kreativen Kistenrätseln und Geschicklichkeitseinlagen zum Einsatz, genauso wie Sprungbretter, die euch kreuz und quer durch die Testkammern pfeffern. Mit einem Traktorbeam (der sich auch umkehren lässt), befördert ihr euch stilvoll in unerwartete Höhen. Und im letzten Spieldrittel lernt ihr noch drei Sorten von Gel kennen, das aus speziellen Rohren sprudelt. Mit geschickt platzierten Portalen könnt ihr den Glibber dann kreuz und quer im Level verteilen und so Rutschbahnen, Sprungfelder und Portalflächen improvisieren. Wenn dann auch noch die anderen Mechaniken (also Brücken, Kisten, Energietunnel und so weiter) hinzukommen, braucht es schon ordentlich Hirnschmalz. Das Erfolgserlebnis, wenn man eine vertrackte Aufgabe endlich geschafft hat, ist dafür umso größer. So motiviert Portal 2 bis zum Schluss, den ihr in acht bis zehn Stunden erreicht.
Tolle Ideen, kluges Design, witzige Story und exzellentes Gameplay Portal 2 war das letzte große Singleplayer-Spiel von Valve. Quelle: PC Games Mittels Portal leiten wir einen blauen Transportstrahl um, der das orange Gel so ausbreitet, dass wir uns damit eine schöne Schlitterbahn improvisieren.

Toller Koop-Modus

Nach der exzellenten Einzelspielerkampagne ist aber noch lange nicht Schluss, denn Portal 2 bietet auch noch einen umfangreichen Koop-Modus. Der findet losgelöst vom Hauptspiel statt und erzählt eine eigene kleine Story, GLaDOS inklusive. Diesmal steuert ihr nicht eure bekannte Heldin, sondern zwei knuffige Roboter durch eine Reihe neuer Testkammern, in denen ihr clever zusammenarbeiten müsst, um die deutlich kniffligeren Puzzles zu knacken. Ihr habt auf der Switch die Wahl zwischen einem Online-Modus oder, was noch besser ist, einem lokalen Koop, den ihr mit einem Freund am geteilten Bildschirm bestreitet. Prima: Der Splitscreen kann auf Wunsch horizontal oder vertikal verlaufen, ganz wie ihr es gerade mögt.
Im kniffligen Koop-Modus müsst ihr mit vier statt zwei Portalen denken. Quelle: PC Games Im kniffligen Koop-Modus müsst ihr mit vier statt zwei Portalen denken.

Saubere Technik auf der Switch

Für die Switch-Fassung hat Valve das Entwicklerteam Nvidia Lightspeed Studios ins Boot geholt, die Portal bereits auf Nvidia Shield geportet hatten. Gemeinsam haben sie eine erstklassige Umsetzung abgeliefert, die beide Spiele voll zur Geltung bringt. Zunächst mal laufen beide Titel die meiste Zeit über flüssig mit 60 Bildern pro Sekunde, sowohl mobil wie auch im TV-Modus. Hier und da gibt es zwar kleinere Framerate-Einbrüche, die in der Praxis aber kaum auffallen. (Am deutlichsten merkt man es übrigens im letzten Spieldrittel, wenn man sich direkt in eine Gel-Fontäne stellt.) Abgesehen davon ist die Performance aber spitze und übertrifft damit die alten Xbox-360- und PS3-Fassungen bei Weitem. Das gilt auch für die Bildqualität: Im Handheld-Betrieb erwarten euch 720p, im TV-Modus werden sogar 1080p erreicht. Dank solider Kantenglättung und überwiegend scharfen Texturen macht vor allem Portal 2 richtig was her. An den hübschen Effekten wurde nichts geschnitten, nur ganz selten sind uns kleinere Zugeständnisse aufgefallen: Hier mal ein matschig texturiertes Rohr, dort mal ein Echtzeitschatten, der im Vergleich zur PC-Fassung etwas unschärfer aussieht.

Auch das technisch aufwändige Gel fällt auf der Switch sichtbar klobiger aus, die Illusion einer klebrigen Flüssigkeit bleibt aber auch hier erhalten. Wie in allen Fassungen gibt es auch auf der Switch häufige Ladeunterbrechungen. Zwischen jeder Testkammer müsst ihr beispielsweise einige Sekunden warten, bevor es weitergeht. Weniger Unterbrechungen wären zwar schön gewesen, doch wir finden, das ist angesichts der schieren Qualität verschmerzbar. Auf der Switch habt ihr außerdem die Möglichkeit, beide Spiele mit einer neuen Bewegungssteuerung zu erleben. Das Feature ist standardmäßig ausgeschaltet, funktioniert aber gut - also einfach mal ausprobieren!

Portal: Begleiterkollektion ist zum Preis von 18,99 Euro als Download via eShop erhältlich. In dieser Sammlung sind Portal sowie Portal 2 inklusive Koop-Modus enthalten. Der Leveleditor (Puzzle Creator), der bislang nur für PC und Mac veröffentlicht wurde, fehlt auch auf der Switch.

Meinung

Wertung zu Portal: Begleiterkollektion (NSW)

Wertung:

10 /10
Pro & Contra
Fantastisch ausgetüfteltes Puzzle-GameplayTolle CharaktereSehr gute deutsche SprecherÜberragende englische SprecherPortal 2 ist immer noch die reinste GagparadeUnheimlich dichte Atmosphäre in Portal 2Technisch gute, flüssige Switch-UmsetzungKlasse Koop-Modus, lokal via Splitscreen und onlineBrauchbare Bewegungssteuerung
Häufige LadezeitenPortal 1 stinkt im Vergleich zum Nachfolger etwas abZweite Spielhälfte in Portal 2 etwas schwächer als die erste

Habt ihr Portal und seinen Nachfolger schon durchgespielt? Wartet ihr auch so sehnsüchtig auf ein Portal 3 wie wir? Dann solltet ihr euch vielleicht mal das aufwändige Portal Stories: Mel anschauen. Das kostenlose Spiel erzählt eine mehrstündige, alternative Story und rückt eine neue Heldin in den Mittelpunkt. Das Gameplay bleibt vertraut, allerdings fällt der Schwierigkeitsgrad richtig knackig aus - da kommen auch Portal-Profis voll auf ihre Kosten. Zum Installieren benötigt ihr nur eine PC-Vollversion von Portal 2, den Download startet ihr bequem über Steam. In unserem Test erfahrt ihr alles, was ihr über Portal Stories: Mel wissen müsst.

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    • Kommentare (25)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Sheggo Spiele-Kenner/in
        Irgendwo im Titel hättet ihr mal unterbringen können, dann hätte ich mir die Vorfreude gespart :(
      • Von Sheggo Spiele-Kenner/in
        Irgendwo im Titel hättet ihr mal unterbringen können, dann hätte ich mir die Vorfreude gespart :(
      • Von audiopathik Mitglied
        Zitat von Bonkic
        irgendwie reden wir aneinander vorbei.
        von portal 1 + 2, hl2 und einigen weiteren titeln existieren NATIVE ports für shield, nix mit streaming oder so (wofür shield tatsächlich primär mal gedacht war). was die specs angeht, ist shield (um genau zu sein die aktuellere version) wie gesagt ziemlich nahe an der switch. deshalb wohl auch der simple port, mit dem ich wie ebenfalls schon gesagt bereits früher gerechnet hätte.
        Tatsache, da hast du Recht, den Port gibts. Ich denke trotzdem nicht dass hinter einem davon Nvidia steckt, Valve arbeitet selbst schon seit geraumer Zeit Fuß in der Hardware-Branche zu fassen und dabei sind das nützliche Schritte zudem hat Nvidia wohl kaum was von der Portierung und Nintendo würde sich wohl andere, populärere Titel für eine Portierung wählen.
        Aber alles Spekulationen darum sollte man sich nicht zu sehr den Kopf zerbrechen.

        Und das Shield ist gerade heute umso mehr fürs Streaming gedacht, weil das nun schon sehr gut funktioniert und man sich die aufwändige Portierung sparen kann und dabei noch Highend Games in 4K mit Raytracing möglich sind. Mit Netflix, Prime usw sind auch ne Menge anderer Streamingdienste drauf, aber mit der Leistung hast du recht, es ist trotzdem nicht gerade bekannt für eine großartige Auswahl nativer Games.
      • Von Bonkic Mitglied
        Zitat von audiopathik
        Mit SHIELD kann man man Spiele von PC oder Android-Smartphone auf das Shield-Gerät und damit angeschlossenen TV streamen, somit ursprünglich so etwas wie das Steam Link aber heute durch Apps & Co mehr wie Fire TV, und mit GeForce NOW auch aus der Cloud streamen. Dazu loggt man sich in sein eigenes Steam-/Epic-/Uplay-/Origin-Konto ein und das Spiel wird auf Nvidias Servern ausgeführt und ans Shield-Gerät (oder Smartphone, PC-Browser) gestreamt. Bis zur Ende der mehrjährigen Beta-Phase konnte man da uneingeschränkt alle Steam Games streamen und mit Tricksereien sogar anderes, auch WoW wurde da noch unterstützt, als Nvidia das dann aus der Beta nahm und mit Premiumkonten für Geld anbot konnten sie nur noch jene Spiele deren Publisher explizit einwilligten anbieten, Blizzard und vieles andere verschwand.

        Dabei werden die PC-Versionen auf Nvidias Servern ausgeführt, keine Portierung notwendig, insofern ist es keine andere Platform oder Architektur als PC, anders als Google Stadia oder Amazon Luna die als eigene DRMs und Storefronts einen seperaten Kauf vorraussetzen.
        irgendwie reden wir aneinander vorbei.
        von portal 1 + 2, hl2 und einigen weiteren titeln existieren NATIVE ports für shield, nix mit streaming oder so (wofür shield tatsächlich primär mal gedacht war). was die specs angeht, ist shield (um genau zu sein die aktuellere version) wie gesagt ziemlich nahe an der switch. deshalb wohl auch der simple port, mit dem ich wie ebenfalls schon gesagt bereits früher gerechnet hätte.
      • Von audiopathik Mitglied
        Zitat von Bonkic
        natürlich ist shield quasi ne eigenständige plattform und als solche äußerst eng mit der switch verwandt. deshalb war der port ja auch so naheliegend und eher verwunderlich, dass er nicht schon viel früher kam.
        pc-versionen laufen zumindest nativ mal mit sicherheit nicht auf shield.
        Mit SHIELD kann man man die eigenen Spiele von PC oder Android-Smartphone auf das Shield-Gerät und damit angeschlossenen TV streamen, somit ursprünglich so etwas wie das Steam Link aber heute durch Apps & Co mehr wie Fire TV, und mit GeForce NOW auch aus der Cloud streamen. Dazu loggt man sich in sein eigenes Steam-/Epic-/Uplay-/Origin-Konto ein und das Spiel wird auf Nvidias Servern ausgeführt und ans Shield-Gerät (oder Smartphone, PC-Browser) gestreamt. Bis zur Ende der mehrjährigen Beta-Phase konnte man da uneingeschränkt alle Steam Games streamen und mit Tricksereien sogar anderes, auch WoW wurde da noch unterstützt, als Nvidia das dann aus der Beta nahm und mit Premiumkonten für Geld anbot konnten sie nur noch jene Spiele deren Publisher explizit einwilligten anbieten, Blizzard und vieles andere verschwand.

        Dabei werden die PC-Versionen auf Nvidias Servern ausgeführt, keine Portierung notwendig, insofern ist es keine andere Platform oder Architektur als PC, anders als Google Stadia oder Amazon Luna die als eigene DRMs und Storefronts einen seperaten Kauf vorraussetzen.
      • Von Bonkic Mitglied
        Zitat von audiopathik
        Möglich das die Initiative nicht von Valve ausging aber Nvidia verdient da über die Portierung hinaus nichts dran und Shield ist ja keine eigene Platform oder Architektur sondern verwendet einfach die PC-Versionen, insofern konnte man da bis zu einer gewissen Zeit ganz einfach alle PC-Spiele spielen.
        natürlich ist shield quasi ne eigenständige plattform und als solche äußerst eng mit der switch verwandt. deshalb war der port ja auch so naheliegend und eher verwunderlich, dass er nicht schon viel früher kam.
        pc-versionen laufen zumindest nativ mal mit sicherheit nicht auf shield.
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