Der Kapitän, dein Helfer

Port Royale 2 Wer nicht ständig dem schnöden Mammon hinterherhetzen mag, für den hält Port Royale 2 eine ganze Menge Abenteuer bereit. In Kneipen oder auf Märkten treffen Sie mit schöner Regelmäßigkeit zwielichtige Gestalten oder verzweifelte Bürger, die Ihre Hilfe suchen. Mal will ein Kaufmann schlicht eine besonders große Ladung Kakao zum Festpreis erwerben, mal bittet Sie ein besorgter Vater, ihm bei der Suche nach seinem verschwundenen Sohn zu helfen, dann wieder will man Ihnen ein Stück einer obskuren Schatzkarte andrehen. Diese Mini-Missionen folgen einer Hand voll einfacher Strickmuster: Für gewöhnlich geht es schlicht darum, Person A nach B zu bringen, Gegenstand C zu suchen oder Ware D zu liefern, Ehre und klingende Münze sind Ihnen gewiss. Die Aufgaben sind aber stets so liebevoll verpackt, dass sie so schnell nicht langweilig werden, und noch abwechslungsreicher als im ohnehin umfangreichen ersten Teil von Port Royale. Wirklich fordernde Aufträge gibt's bei den Gouverneuren der größten Städte. Da sollen Sie etwa einen aufstrebenden Freihafen mehrere Wochen lang mit billigem Baumaterial unterstützen - ein ausgesprochen verlustreiches Geschäft - oder dringend benötigte Arbeitskräfte durch die halbe Karibik schippern. Wer sich als besonders loyal erweist, für den halten die Vizekönige der vier Kolonialmächte einen besonderen Auftrag bereit: die Übernahme einer Stadt.

Ein Geschenk der Krone

Ob Holland gegen Frankreich oder England gegen Spanien - in der Neuen Welt herrscht immer irgendwo Krieg. Wenn Sie in der Gunst der Obrigkeit stehen, bittet man Sie um Hilfe. Für eine Hand voll Dollar ist ein Kaperbrief zu erwerben, mit dem Sie ganz legal die Schiffe der verfeindeten Nation aufbringen dürfen. Ein andermal lautet Ihr Auftrag, die Handelsrouten einer gegnerischen Stadt zu kappen und sie so regelrecht auszuhungern. Überwinden Sie dann noch die Hafenforts, weht über dem Gouverneurspalast bald eine neue Flagge. Kein leichtes Unterfangen, aber es winkt eine hohe Belohnung: eine ureigene Siedlung, in der allein Sie das Sagen haben. Experten haben bis zu vier Bürgermeisterposten inne, jedes ein Geschenk eines der vier Vizekönige. Wer so weit kommen will, muss sich nacheinander mit allen Kronen gut stellen - hat also immer mindestens eine zum Feind. Die Auswirkungen sind gravierender als im ersten Teil von Port Royale. Man verweigert Ihrer Flotte den Ankerplatz, hetzt sogar Kriegsgaleonen auf Sie. Nur gegen einen hohen Geldbetrag können Sie sich von allen Sünden reinwaschen und wieder Vertrauen zurückgewinnen.

Clevere KI-Kapitäne

Was einen Freibeuter hart trifft, macht ein Leben unter schwarzer Flagge fast schon unmöglich. Unter Umständen genügt schon ein Überfall auf einen großen Konvoi und Sie dürfen keinen einzigen Hafen mehr
anlaufen - wer da kein eigenes Refugium hat, ist schlicht aufgeschmissen, zumal bereits eine kleine Handelsflotte mehr Gewinn einfährt, als selbst die eifrigsten Piraten mit gekaperten Waren und eroberten Kähnen erzielen können. Die CPU-Korsaren, die automatisch die Meere unsicher machen, scheint das allerdings wenig zu scheren - werden sie nicht rechtzeitig bekämpft, wachsen ihre Nester schnell zu wahren Festungen heran. Die Seegefechte selbst sind fordernder und damit spannender geworden. Die KI-Kapitäne agieren wesentlich cleverer als in Port Royale 1. Eine kleine Schaluppe macht sofort kehrt und sucht das Weite, wenn sie von einer Militärfregatte attackiert wird. Fährt der Computergegner mehrere Eskorten auf, geben diese sich gegenseitig Deckung, wechseln sich im Kampf ab und ziehen sich nach schweren Treffern zurück. Ohne löchrige Segel aus einem Kanonenduell hervorzugehen ist zwar immer noch möglich, aber eben anstrengender als früher. Das alte Problem, dass Seeschlachten spätestens mit einem halben Dutzend Pötten gänzlich in Chaos ausarteten, hat Hersteller Ascaron einfach umgangen: Sie kommandieren nur noch ein Flaggschiff, dürfen das aber auswechseln, wenn die Lage allzu brenzlig wird. Die Gegenseite führt bis zu fünf Segler gleichzeitig ins Gefecht.

Artikel teilen

Per E-Mail versenden

1
    • Kommentare (1)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von hitazcl Mitglied
        Ich weiß, dass diese Antwort keine auf den Spieletest ist, aber indirekt hat es was mit der persönlichen Meinung zu tun, die evtl. ebenso den Test ergänzen kann.
        Allein in der Demo hänge ich immer auf der Seekarte fest und wechsel nur ganz selten in die "was auch immer" Perspektive - ach ja, Stadtansicht :-D
        Das Spiel macht dann richtig Spaß, sobald man anfängt richtig Kohle zu scheffeln.
        Ich frage mich: wer seinen Finger wohl nicht auf der 'Leertaste' behält! :-)
        Früher Patrizier - heute Port Royale (2) Die Zeiten ändern sich...

        Viel Spaß
      • Von hitazcl Mitglied
        Ich weiß, dass diese Antwort keine auf den Spieletest ist, aber indirekt hat es was mit der persönlichen Meinung zu tun, die evtl. ebenso den Test ergänzen kann.
        Allein in der Demo hänge ich immer auf der Seekarte fest und wechsel nur ganz selten in die "was auch immer" Perspektive - ach ja, Stadtansicht :-D
        Das Spiel macht dann richtig Spaß, sobald man anfängt richtig Kohle zu scheffeln.
        Ich frage mich: wer seinen Finger wohl nicht auf der 'Leertaste' behält! :-)
        Früher Patrizier - heute Port Royale (2) Die Zeiten ändern sich...

        Viel Spaß
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk