Review: Pornorama
Als Regisseur hat man es nicht einfach, vor allem wenn man einen Aufklärungsfilm drehen will. Marc Rothemund lieferte eine flotte Komödie ab.
Provokant und frech: dieser Film verspricht nackte Tatsachen.
Ende der Sechzigerjahre: Die sexuelle Revolution hat ihren Höhepunkt erreicht. Die Menschen protestieren für freie Liebe und kurze Röcke auf der Straße. Der Polizeischüler Bennie soll sich bei einer solchen Veranstaltung unter die Massen mischen und Verdächtige mit der Filmkamera festhalten. Dabei kommt ihm Luzi vor die Linse, die er nach einer kurzen und schmerzhaften Kennenlernphase davon überzeugen kann, nicht für die Gesetzeshüter, sondern für ein Uniprojekt zu filmen.
Das Bühnenbild mit feuchtfröhlicher Atmosphäre.
Sein älterer Bruder Freddie will indes einen Aufklärungsfilm drehen, um seine Geldsorgen loszuwerden. Bennie soll die Kameraführung übernehmen, hat aber wie der Rest des Teams keine Ahnungen von Filme machen geschweige denn Sex. Ausgerechnet Luzi, in die sich Bennie Hals über Kopf verliebt hat, will für Abhilfe sorgen.
Gina Ferrari (Valentina Lodovini) spielt mit ihren Reizen.
Spuren der Vergangenheit
Marc Rothemunds Regiearbeiten sind äußerst unterschiedlich. Während er für sein Drama Sophie Scholl sogar für den Oscar nominiert worden war, geht Pornorama wieder eher in Richtung Klamauk. Anders als der Titel vielleicht vermuten lässt, verbirgt sich hinter seinem neuen Streifen im Grunde eine Mainstream-taugliche romantische Komödie, bei der zwischen wilden Slapstick auch nachdenkliche Passagen ihren Platz haben. Gleichzeitig verarbeitete er und Produzent Bernd Eichinger frühe Erfahrung der eigenen Karrieren, was das Filmemachen angeht. Leider packen weder Story und Charaktere die Zuschauer wirklich, weswegen der Streifen trotz des locker-schlüpfrigen Themas etwas dahinplätschert.
