Pioneers of Pagonia im Test: Wie viel Siedler steckt drin?

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Pioneers of Pagonia im Test: Wie viel Siedler steckt drin?
Quelle: Envision Entertainment

Wie viel Siedler steckt eigentlich in Pioneers of Pagonia und wie gut ist das Aufbauspiel jetzt zum Release? Das und mehr erfahrt ihr auf Seite 2 unseres Tests.

Um mit den Gegnern klarzukommen, müssen wir darauf achten, die jeweiligen Kontereinheiten auszubilden und an den richtigen Stellen in den Einsatz zu schicken. Schemen werden von Hexern in die Schranken gewiesen, Scavs manövrieren wir mit Klingentänzern aus und Werwölfe ziehen den Kürzeren gegen Draufgängerinnen. Die kommen nämlich mit Silberwaffen zum Kampf. Davon abgesehen haben alle Einheiten auch eine Kampfstärke und somit mehr oder weniger gute Chancen, gegen die meisten Gegner trotzdem bestehen zu können.

Die Kehrseite der Kämpfe

Und das ist auch ein entscheidender Punkt: Das Kampfsystem in Pioneers of Pagonia geht nicht klassisch nach Trefferpunkten, sondern ist zu einem gewissen Grad Glückssache. Wenn wir die richtigen Einheiten nutzen, läuft's zwar meistens gut, aber man kann auch mit etwas Pech fies auf die Nase fallen, wenn man früh in der Partie wichtige Kämpfe verliert und erst mal mühsam neue Ausrüstung herstellen muss.

Eure Einheiten könnt ihr nur indirekt steuern, indem ihr ihnen Sammelpunkte auf der Karte gebt. Quelle: PC Games Eure Einheiten könnt ihr nur indirekt steuern, indem ihr ihnen Sammelpunkte auf der Karte gebt. Außerdem artet die Verteidigung auf größeren Karten mit vielen verschiedenen Gegnertypen oft in kleinteiligem Mikromanagement aus. Denn wie einige Siedler-Teile setzt auch Pagonia auf indirekte Kämpfe. Wir können die Truppen also nicht wie in einem Echtzeitstrategiespiel einzeln anwählen und über die Karte navigieren. Vielmehr entscheiden wir, welche Einheiten in einem Wachturm oder einer Festung stationiert sind, und geben ihnen einen Sammelpunkt für Patrouillen und Attacken vor. Wenn wir also regelmäßig von unterschiedlichen Gegnern aufs Korn genommen werden, müssen wir ständig mit den Einheiten jonglieren und im besten Fall sogar zahlreiche Wachgebäude bauen.

Essen muss auf den Tisch

Doch die kosten natürlich Baumaterial und das brauchen wir auch für andere wichtige Gebäude wie Wohnhäuser, Getreidefarmen, Schmieden oder sogar große Monumente. Wir können aber nicht einfach sofort frei nach Schnauze alle Gebäude errichten. Die sind in Entwicklungskategorien unterteilt wie Kupfer, Eisen, Stein oder Beton. Erst, wenn wir bestimmte Voraussetzungen erreicht haben, werden die Gebäude im Baumenü anwählbar. Die Anforderungen und unseren Fortschritt können wir jederzeit in einer Übersicht prüfen. Das hat den Vorteil, dass neue Spieler nicht lauter Gebäude in Auftrag geben, obwohl sie die nötigen hochwertigen Waren oder Werkzeuge noch gar nicht herstellen können.

Um genug Träger für größere Karten zu haben, muss man schon eine stattliche Siedlung aufbauen und die Leute mit ausreichend Essen versorgen. Quelle: PC Games Um genug Träger für größere Karten zu haben, muss man schon eine stattliche Siedlung aufbauen und die Leute mit ausreichend Essen versorgen. Und aufbauen müssen wir so einiges, um die verschiedenen Ziele einer Karte zu erfüllen. Manche Bewohnergruppen wie Erkunder, Schatzsucher oder Bergleute arbeiten nicht auf leeren Magen. Gleichzeitig müssen wir auch für Nahrung und Wohnraum sorgen, damit sich Träger vermehren. Die schleppen nicht nur die ganzen Waren über die Straßen, sie werden auch zu allen anderen Berufen weitergebildet. Über Beerensammler, Fischer, Gemüsefarmen, Bäckereien und mehr gibt es viele Möglichkeiten, unseren Leuten Essen auf den Tisch zu bringen. Je mehr Vielfalt, desto besser. Und in fortschrittlicheren Häusern erwarten die Bewohner dann auch eine Taverne, in der sie bekocht werden.

Klassiker trifft Moderne

Letztendlich bauen wir das alles auf, um einerseits die Ausrüstung fürs Militär ranzuschaffen. Und andererseits geht's darum, Aufgaben von neutralen Dörfern zu erledigen. Und da kann alles Mögliche dabei sein, etwa die Lieferung ganz spezifischer Waren. Aber auch abseits der Ziele ist Handel mit den anderen Pagoniern sinnvoll, da sie manchmal sonst knappe Rohstoffe bieten oder sogar Geschenke parat haben. So kommen wir manchmal auch an ganz wertvolle Dinge wie Edelsteine oder Gold ran. Oder wir bemühen stattdessen unsere Geologen, die wie in den guten alten Zeiten in Bergbaugebieten nach Vorkommen suchen und kleine Schildchen aufstellen - inklusive Yippie-Ruf, wenn's ein Volltreffer ist. Mit Schatzsuchern buddeln wir dagegen an Ruinen nach verschiedenen Schätzen und Wegbereiter räumen Hindernisse auf der Karte weg.

Geologen suchen in Bergbaugebieten nach Rohstoffvorkommen. Siedler-Fans kennen das ja. Quelle: PC Games Geologen suchen in Bergbaugebieten nach Rohstoffvorkommen. Siedler-Fans kennen das ja. In einer gut ausgebauten Siedlung wuseln gut und gerne mehr als eintausend Pioniere über die Karte und gehen ihrem Tagwerk nach. Und wie in Siedler könnt ihr auch in Pagonia jede einzelne Ware komplett nachverfolgen und den Leuten bei der Verarbeitung zusehen. Richtig praktisch sind da einige Komfortfunktionen und visuelle Hilfen, bei der Darstellung der Wirtschaftsdaten. So können wir auf einen Blick sehen, wie die Auslastung unserer Träger gerade ist oder ob bei bestimmten Rohstoffen Engpässe auf uns zukommen. Und das ist auch nötig, denn im späteren Spiel lässt sich nicht so einfach mit bloßem Auge der Überblick behalten.

Karteneditor und Zukunftsausblick

Wenn ihr euch an der Kampagne, den mitgelieferten Szenarien der Entwickler und den zufallsgenerierten Karten sattgespielt habt, findet ihr noch mehr Futter in Form von Community-Maps. Die kann man mit einem praktischen Karteneditor selbst erstellen. Der bietet alle Elemente, die das Spiel selbst auch bei der Generierung einer Karte nutzt, ist aber gleichzeitig nicht überkomplex in der Bedienung.

Auch abseits der Kampagne könnt ihr Pagonia übrigens im Koop für bis zu vier Spieler erleben. Was das Indie-Spiel im Vergleich zu Siedler aber nicht bietet, sind verschiedene Völker und ein PvP-Mehrspielermodus. Zumindest bisher nicht. Doch die Entwickler haben uns bereits verraten, dass sie Pagonia auch nach Release noch weiter mit Inhalten versorgen. Sowohl kostenlose Updates als auch mindestens ein DLC sind in Planung - im Januar soll die neue Roadmap folgen.

Pioneers of Pagonia im Live-Stream
Ihr habt Fragen zu Pioneers of Pagonia oder möchtet Live-Gameplay sehen? Dann schaut bei unserem Tester und Strategieexperten Vik im Live-Stream vorbei und stellt eure Fragen im Chat.

Auf Twitch (VikSpielt) streamt Vik mehrmals die Woche entspannte Let's Plays mit Tipps und Challenges. Ab dem 9. Dezember gibt's unter anderem auch Pioneers of Pagonia auf seinem Kanal.

Ein würdiges Siedler-Erbe

Kommen wir also zu der Frage vom Anfang zurück: Wie viel Siedler steckt da nun drin? Aufmerksame Fans der Reihe haben es sicher schon gemerkt: eine ganze Menge! Da wären die offensichtlichen Parallelen zu den Klassikern mit den Grenzsteinen und Wachhäusern über die Geologen bis hin zur Versorgung der Bergleute mit Nahrung. Doch viel entscheidender ist, dass Pagonia auch das Feeling wie damals trifft.

Hier erwartet euch ein knuffiges Aufbauspiel, das sich um Erkundung, Expansion und Logistik dreht. Es bietet den gewohnten Wuselfaktor, der zum Innehalten und Zusehen der Bewohner einlädt. Gleichzeitig bringt es aber auch eigene Facetten mit - etwa die Möglichkeit, ganz ohne Kampf zu spielen und einfach nur mal die Seele baumeln zu lassen oder etwas Hübsches aufzubauen. Wer sich schon lange ein Siedler wie in den alten Zeiten wünscht, wird hier ebenso fündig wie alle, die ein Aufbauspiel suchen, das einen Mittelweg aus Spieltiefe und Entspannung bietet.

Meinung

Wertung zu Pioneers of Pagonia (PC)

Wertung:

8.0 /10
Fazit

Ein würdiger Siedler-Nachfolger im Geiste, der auch seine eigenen Ideen mitbringt.

Nach etwa fünf Jahren Entwicklungszeit, davon zwei Jahre im Early Access, erscheint Version 1.0 von Pioneers of Pagonia am 11. Dezember 2025 und bringt die Kampagne mit. Das Spiel kostet 35 Euro auf Steam und wird auch künftig mit weiteren Inhalten von den Entwicklern versorgt. Transparenzhinweis: Für die Erstellung dieses Beitrags wurde die Releasefassung von Pioneers of Pagonia von Envision Entertainment gestellt.

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  1. Seite 1 Mit Kampagne das beste Siedler-Erlebnis?
  2. Seite 2 Kämpf, Wirtschaft, Fazit & Wertung
    • Kommentare (6)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von xdave78 Mitglied
        Zitat von Nevrion
        Ich habe sehr lange und sehr oft Die Siedler 2,3 und 4 gespielt.
        Auf jeden Fall. Hab zwar hauptsächlich "Die Siedler" (1) und den dritten Teil gespielt, aber ohne andere "Mitspieler" (oder Gegenspieler) fehlt mir da auch wirklich was. Ich habe PoP zwar schon vor Äonen gekauft, aber das ist genau der Downer, weshalb für mich vermutlich nicht annähernd den Stellenwert eines klassischen Siedler-Teils einnehmen wird.
      • Von xdave78 Mitglied
        Zitat von Nevrion
        Ich habe sehr lange und sehr oft Die Siedler 2,3 und 4 gespielt.
        Auf jeden Fall. Hab zwar hauptsächlich "Die Siedler" (1) und den dritten Teil gespielt, aber ohne andere "Mitspieler" (oder Gegenspieler) fehlt mir da auch wirklich was. Ich habe PoP zwar schon vor Äonen gekauft, aber das ist genau der Downer, weshalb für mich vermutlich nicht annähernd den Stellenwert eines klassischen Siedler-Teils einnehmen wird.
      • Von ViktorEippert Leitender Redakteur Themen
        Zitat von Nevrion
        Ich habe sehr lange und sehr oft Die Siedler 2,3 und 4 gespielt. Die Nähe zum Spiel zu ziehen ist auf Grund des Chefentwicklers wohl nicht verwunderlich, aber insgesamt ist das Spiel zu weit weg von den eben genannten alten Siedler-Teilen. Ja, es gibt ein paar Gemeinsamekeiten, wie die Grenzsteine, aber die Unterschiede wiegen schwerer. Es gibt keine anderen Völker mit Besonderheiten und wie erwähnt auch keine anderen KI Gegner auf der Karte, die einen den Platz streitig machen könnten. Bestimmte Produktionsketten sind im Vergleich zu den o.g. Siedler-Teilen unnötig verkompliziert worden und auch sonst war mir in den allermeisten Anläufen im Early Access mal etwas aufzubauen nach 30 Minuten schon langweilig, weil es eigentlich nichts von strategischen Wert auf der Karte zu entdecken gab. Der Vergleich zu Siedler weckt bei mir definitiv andere Erwartungen und ich weiß nicht genau auf welchen Siedler Teil das referenzieren soll, weil ich nicht alle gespielt habe, aber an die alten Siedler Spiele kommt es trotz moderenen Gewand einfach nicht ran.
        Siedler 2-4 hab ich auch mit weitem Abstand am meisten gespielt und mache es immer noch alle paar Jahre. 5-8 alle nur ein Mal durchgespielt. Und Siedler 1 hab ich mit der History-Edition auch noch mal ausgiebig gespielt, aber bei weitem nicht so viel wie 2-4.

        Die fehlenden klassischen KI-Spieler, die Völker und der PvP-Mehrspieler sind definitiv die beiden größten Unterschiede zu Siedler, daher hab ich auch Wert darauf gelegt, das im Test klarzustellen. Je nachdem, wie man Siedler spielt und was einem wichtig ist, wird man das schon vermissen, wie in deinem Fall zum Beispiel.
        Am direktesten ist der Vergleich zu Siedler 1 & 2. Im Grunde ist es ein moderner Hybrid der beiden mit eigenen Aspekten und ohne die genannten Punkte.

        Die komplexeren Baumaterialien find ich aber gut in PoP. Das ist ein netter neuer Impuls, ohne zu übertreiben. Im Grunde sind das jetzt ja nur noch das "Holz" und der Beton. Und die werden jeweils nur für ein paar Startgebäude und Endlevel-Gebäude gebraucht. Laubstämme werden nicht beim Bau genutzt und die meisten Gebäude brauchen Nadelholz-Stämme oder die Bretter.
      • Von Weedotastisch Gelegenheitsspieler/in
        Geil, geil, geil. Da warte ich auch schon lange drauf.

        Da gönn ich halt hart n sehr gutes Spiel mit ordentlich Umsatz. Dann bauen die das sicher noch aus, das wird großartig.
      • Von Nevrion Spiele-Kenner/in
        Ich habe sehr lange und sehr oft Die Siedler 2,3 und 4 gespielt. Die Nähe zum Spiel zu ziehen ist auf Grund des Chefentwicklers wohl nicht verwunderlich, aber insgesamt ist das Spiel zu weit weg von den eben genannten alten Siedler-Teilen. Ja, es gibt ein paar Gemeinsamekeiten, wie die Grenzsteine, aber die Unterschiede wiegen schwerer. Es gibt keine anderen Völker mit Besonderheiten und wie erwähnt auch keine anderen KI Gegner auf der Karte, die einen den Platz streitig machen könnten. Bestimmte Produktionsketten sind im Vergleich zu den o.g. Siedler-Teilen unnötig verkompliziert worden und auch sonst war mir in den allermeisten Anläufen im Early Access mal etwas aufzubauen nach 30 Minuten schon langweilig, weil es eigentlich nichts von strategischen Wert auf der Karte zu entdecken gab. Der Vergleich zu Siedler weckt bei mir definitiv andere Erwartungen und ich weiß nicht genau auf welchen Siedler Teil das referenzieren soll, weil ich nicht alle gespielt habe, aber an die alten Siedler Spiele kommt es trotz moderenen Gewand einfach nicht ran.
      • Von Dominik Pache Leitender Redakteur Video
        Das wird dann wohl mein Weihnachtsspiel :X
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