Party Animals im Test: Auf dieser Party wird sich geprügelt
Wenn diese Tierchen feiern, wird sich gehauen! Egal, ob auf dem Fußballplatz, auf einem U-Boot oder in einer Kneipe: Im Tierreich herrscht das Recht des Stärkeren! Unser Test zum Party-Brawler.
Es ist Sonntagmorgen und ihr steht auf dem Sportplatz. So richtig möchte das Koordinationssystem eures Körpers noch nicht funktionieren. War es vielleicht der wenige Schlaf, eine zu kurze Vorbereitung oder doch die durchzechte letzte Nacht? Na ja, aufrappeln, losstampfen, irgendwie gegen den Ball treten und die Gegenspieler aus dem Weg räumen. Genau so fühlt sich Party Animals an! Der chaotische Party-Brawler möchte mit vielen süßen Tierchen überzeugen, die sich mit Pömpel, Baseballschläger und Lolli fleißig aufs Fressbrett hauen. Wie viel Party wirklich drinsteckt, haben wir uns angeschaut.
Gut Ding will Weile haben
Party Animals trieb schon einige Jahre auf den verschiedensten Streaming-Plattformen sein Unwesen. 2020 wurde das Spiel erstmals vorgestellt und ging auf Twitch direkt durch die Decke. Trotzdem hat es weitere drei Jahre gedauert, bis es nach mehreren Testphasen nun auch für alle in die Startlöcher ging. Was das Spiel von den zig anderen Party-Spielen mit absurder Physik unterscheidet? Na ja, erst einmal nicht so viel. Auf den ersten Blick kommen da direkt Vergleiche zu Gang Beasts oder Fall Guys in den Kopf. Party Animals sticht aber mit zahlreichen, putzig animierten Tierchen hervor. Obendrein können alle in noch süßere und witzigere Kostüme gesteckt werden.
Bevor wir unser Lieblingstier auswählen dürfen, starten wir aber zunächst mit Nemo dem Corgi in das Tutorial. Wir lernen anhand des schnuffeligen Vierbeiners die grundlegenden Bewegungsabläufe und begegnen direkt der aberwitzigen Physik. Die Bewegungen lassen sich wohl am besten mit einem Betrunkenen auf Rollschuhen beschreiben. Das Prinzip kennen wir ziemlich gut aus ähnlichen Spielen wie Human Fall Flat oder eben Gang Beasts. So unkoordiniert die Bewegungen auch zu sein scheinen, sind sie mit etwas Übung doch gut koordinierbar. Anders sieht es aus, wenn es um Sprünge, Schläge und Griffe geht. Da gilt das Motto: Auf gut Glück in die Masse kloppen! Wenn der Schlag richtig sitzt, geht der Gegner zu Boden und kann von uns für einen kurzen Moment durch die Gegend getragen werden, bis er wieder zu sich kommt. Treffen wir nicht, sieht's halt einfach albern aus. Sprünge und Griffe sind wie eine höhere Macht, auf die wir keinen richtigen Einfluss haben. Da, wo der Arm gerade ist, wird auch gegriffen. Da man die Arme selbst aber nicht steuern kann, greifen wir gerne mal die falschen Objekte.
Ist das Tutorial geschafft, können wir uns endlich in die Kämpfe gegen andere Spieler stürzen. Zum einen gibt es hier den Online-Modus, um mit Spielern aus aller Welt zu konkurrieren. Alternativ kann man auch private Sessions erstellen und mit Freunden, gegen oder mit Bots spielen. Ein lokaler Multiplayer mit Splitscreen ist auch möglich, wenn auch ziemlich versteckt. In unserem Test am PC musste eine Session erstellt werden, erst dann durfte der nächste Controller angeschlossen werden und dann konnten die Mitspieler beitreten. Etwas umständlich, aber immerhin steht die Funktion zur Verfügung. Danach steht dem Splitscreen-Chaos aber nichts mehr im Weg.
Online oder lokal?
Bis ein Online-Spiel gefunden ist, dauert es nur wenige Sekunden. Wenn es doch mal länger dauert, wird man mit Bots in einen Topf geworfen, aber das passiert wirklich nur in absoluten Ausnahmefällen. Aus bis zu 30 Charakteren kann dann ausgewählt werden. Die Tierchen sind bis ins kleinste Detail wunderbar designt und kommen mit freischaltbaren Skins daher. Die werden zwar im spieleigenen Shop erworben, das klingt zunächst aber drastischer, als es ist. In Party Animals gibt es zwei Arten von Währungen: Nemo Bucks und Cookies. Die Cookies erspielen wir uns im Laufe des Spiels. Die Nemo Bucks müssen durch Echtgeld erworben werden. Tatsächlich können aber 70 Prozent der Items allein mit den Cookies freigeschaltet werden. Zwar wären 100 Prozent natürlich schöner, aber im Vergleich mit anderen Spielen muss man die 70 Prozent wohl positiv hervorheben. Zumal wir durch bloßes Spielen auch Bucks freischalten können. Trotzdem können die restlichen Skins nur im Lootbox-System aus einem Automaten gezogen werden und das ist schade. Die putzigen Skins, die von Darth Vader bis Garfield im Morgenmantel reichen, sind aber natürlich nur kosmetischer Natur. Im Spiel selbst verhalten sie sich genauso bescheuert wie alle anderen auch.
Auf ins Getümmel!
Wir stimmen mit dem Rest der Lobby ab, auf welche Map es gehen soll, und dann geht die Party ab. Grundsätzlich bietet Party Animals drei verschiedene Spielmodi: Last Stand und Team Score, beide mit jeweils neun verschiedenen Maps, sowie Arcade. In Last Stand steckt exakt das drin, was der Name verspricht: Wir prügeln uns mit den sieben anderen Spielern und wer mit seinem Teamkameraden am längsten überlebt, hat am Ende gewonnen. Gespielt wird in mehreren Runden, damit sich jedes Team beweisen darf. Um sich seinen Platz an der Sonne zu sichern, darf man die Gegner verprügeln, durch die Gegend zerren oder von der Map werfen. Aber Achtung: Wegen der wobbeligen Steuerung ist das kniffliger, als es klingt. Zumal sich die Gegner auch wehren können. Hin und wieder findet man im Spiel Zubehör, das im Kampf eingesetzt werden kann. Darunter Pömpel, Baseballschläger oder Armbrüste. Ob man damit wirklich effektiver die Gegner aus dem Weg schlägt, sei mal dahingestellt. Denn auch hier zeigt sich: Die Spielphysik ist unberechenbar. Segnen wir doch einmal das Zeitliche, können wir von außen verschiedene Gegenstände wie Bananen, Bomben oder Fische auf die übrigen Teilnehmer werfen und unseren Teamkameraden aus dem Jenseits unterstützen.
Bildergalerie
Bei Team-Score geht es etwas geordneter zu. Zumindest, wenn man das so bezeichnen möchte. Zwei Teams treten in einem Spiel gegeneinander an, bei dem es darum geht, möglichst viele Punkte zu sammeln. Darunter Klassiker wie Fußball, Football oder Hockey, nur eben mit einem Kniff. Große Fußball-Stars werden aus unseren Tierchen nicht mehr. Lange halten können sie die Bälle nicht, Pässe werden eher hoffnungsvoll in eine Richtung geschleudert und Fouls gibt's natürlich auch nicht. Tatsächlich haben uns diese Spielchen beim Test am meisten Spaß bereitet.
Aber auch die Karte "Into the Game" hat uns sehr gefallen. Hier treten zwei Teams in einem Arcade-Wettstreit gegeneinander an. Jedes Team hat einen Automaten, den es zu erobern und verteidigen gilt. Stellt sich ein Spieler an den Arcade, öffnet sich ein Spiel im Spiel und wir müssen in einem 2D-Pixelart-Mini-Game Münzen und Edelsteine für das Team sammeln. Werden wir dabei verdroschen, können wir nicht mehr weiterspielen und müssen uns entweder den Platz zurück erkämpfen oder eben den Gegner plump verprügeln. Wichtig ist nur, dass auch am richtigen Automaten gespielt wird. In unserem Test haben wir in der ersten Runde dem Gegner zum Sieg verholfen, weil wir auf der falschen Seite standen. Zwar haben die Team-Maps viel Spaß gemacht, aber wenn beide Mannschaften besonders schlecht oder besonders gut sind, ziehen sich die Partien sehr in die Länge. Ein Timer läuft nämlich nicht ab.
