Das muss man doch kennen! Ein Plädoyer für Remakes, Reboots und Remaster - Kolumne

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Special Antonia Dreßler - Autorin Maria Beyer-Fistrich Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Das muss man doch kennen! Ein Plädoyer für Remakes, Reboots und Remaster - Kolumne
Quelle: dtp

Remakes und Reboots sind verschrien als Geldmache und Abzocke. Doch wenn die alten Klassiker nicht ab und an entstaubt und neu aufgelegt in den Verkaufsregale landen, wer soll sie dann noch spielen?

"Wer ist Solid Snake?", "Gordon Freeman? Habe ich noch nie gehört, kenne ich nicht." "Desmond... Wer? Altair? Sagt mir nichts." Bei diesen Worten werden sich bei einigen Gamern wohl die Nackenhaare aufstellen, schließlich handelt es sich bei diesen Namen um teils genredefinierende Protagonisten! Trotzdem geraten diese Helden nach und nach in Vergessenheit. Die alten Klassiker sind nämlich nicht nur nicht mehr zeitgemäß, sondern haben inzwischen genügend moderne Konkurrenz, um nur noch in nostalgischen Steam-Communities Thema zu sein.

Für einige undenkbar, ist das meine Spielerealität: Mit zarten 24 Jahren und Sprössling der Generation Z habe ich wirklich sehr viele Games nicht gespielt, die man laut Internet unbedingt erlebt haben muss. Als kleine Schwester war ich nämlich auf den Geschmack meines großen Bruders angewiesen und an welche Konsole ich seiner Meinung nach durfte.

Nicht die Spiele meiner Generation
Die meisten Spiele erlebte ich als "Über die Schulter"-Let's-Play, wenn ich meinem Bruder zuschaute. Bioshock, Assassin's Creed und Half-Life haben mich dahin gebracht, wo ich heute bin - vor meine Playstation, neben meine Xbox und etwas links davon steht der Gaminglaptop. Assassin's Creed habe ich bis Brotherhood nachgeholt, Bioshock immerhin den ersten Teil gespielt und Fallout nur den vierten, sowie den MMO-Ableger Fallout 76. An den restlichen Pile of Shame wage ich mich gar nicht erst ran, auch weil er dank Playstation Plus und Xbox-Gamepass ins Unermessliche steigt. Die Geister von Darksiders, Divinity 2 und Sacred spuken durch meine Spiele-Bibliotheken und warten nur darauf, endlich installiert zu werden. Mit Cyberpunk 2077, Immortals: Fenix Rising und Call of Duty: Black Ops Cold War können sie für mich aber nicht mithalten.
Ob Dragon Age Origins oder wie hier Risen nehmen sich in meinen Augen nichts. Das Spieldesign erinnert mich pausenlos daran, wie veraltet der Titel ist und dass ich mit modernen Spielmechaniken viel mehr Spaß habe. Quelle: Piranha Bytes Ob Dragon Age Origins oder wie hier Risen nehmen sich in meinen Augen nichts. Das Spieldesign erinnert mich pausenlos daran, wie veraltet der Titel ist und dass ich mit modernen Spielmechaniken viel mehr Spaß habe.

Es wäre mir zudem egal, wenn die Gaming-Community nicht so ein verdammt nostalgischer Haufen wäre! Features über Monkey Island, ewige Vergleiche mit Gothic oder Fallout: New Vegas führen mir stets vor Augen, was ich alles an Gaming-Historie verpasst habe. Dabei wollte ich brav die Videospiel-Geschichts-Schulbank drücken und habe mir die Risen-Trilogie, sowie Dragon Age: Origins geholt. Doch nach insgesamt 15 Stunden Spielzeit in den beiden Oldtimern fand mein Bestreben ein Ende. Ohne die Nostalgie-Fanbrille sind die Klassiker für mich nicht spielbar: Von der klumpig-matschigen Grafik mal abgesehen, fühlt sich die Steuerung so unhandlich an, dass ich neben "Augenkrebs" auch ein paar Schreianfälle bekomme. Selbst-Diagnose: Grafikhure und besseres gewohnt.

Die Schatten der Vergangenheit
Die Lösung könnte nicht einfacher sein, schließlich kann ich ja einfach zu neueren Titeln greifen, die meinen Ansprüchen genügen. Aber mal ehrlich - wer will Borderlands 3 spielen, wenn er den ersten Teil verpasst hat? Genauso geht es mir mit The Witcher 3, Diablo 3 und demnächst Diablo 4. Schon besser macht es God of War, denn statt eine alte Handlung weiterzuführen, bekommt die Serie ein Reboot geschenkt. Ein neuer Start, der alte Fans abholt und einer neuen Generation den Einstieg so leicht wie möglich macht. Da kann man es Sony fast verzeihen, dass sie God of War 3 seiner Zeit als Remake verkauft haben, ohne die ersten beiden Teile miteinzubeziehen. Fast. Der bessere Reboot ist Tomb Raider, denn der Wegfall einer vorangehenden Handlung macht jegliches Vorwissen obsolet. Ohne Bauchschmerzen darf ich eine ikonische Videospielheldin spielen, deren Vorgeschichte ich nicht vorher im Internet recherchiert habe.

Ein Reboot muss es aber nicht immer sein, auch ein Remake kommt mir stets sehr gelegen. Dann aber bitte vom ersten Teil - Ja, God of War, du bist gemeint. Und wo Entwickler versagen, springen heutzutage zum Glück Fans ein: Black Mesa ist mein Märchenprinz auf weißem Pferd. Endlich kann ich Half-Life spielen und es sieht nicht wie Grütze aus, sondern erfüllt aktuelle Gamer-Ansprüche. Dass solche Projekte von Fans in ihrer Freizeit umgesetzt werden müssen, ist hingegen ein Armutszeugnis. Valve wird in diesem Leben zwar wohl keiner mehr überreden, ein Remake von Half-Life 2 zu entwickeln, doch auch andere Spiele brauchen, wenn schon keinen Reboot, wenigstens ein Remake.
Die Abenteuer von Gordon Freeman muss man einfach erlebt haben! Und selten ging das schöner als im Half-Life-Remake Black Mesa. Quelle: Crowbar Collective Gott sei Dank haben sich einige fleißige Fans erbarmt ein Remake von Half Life zu entwickeln, andererseits würde ich mich wohl nie an den alten Klassiker wagen. Nicht neu genug
Wo The Witcher 3 brilliert, verdienen die ersten beiden Teile der Reihe durchaus eine Generalüberholung. Ja, selbst die Enhanced Edition von The Witcher ist für mich nicht mehr aktuell genug. Das Remaster mag vor zehn Jahren eine Auffrischung gewesen sein, aber die klobige Steuerung gepaart mit stark schwankendem Schwierigkeitsgrad ist 2020 alles andere als zeitgemäß. Das heißt übrigens nicht, dass der Titel seiner Zeit nicht gut war. Stattdessen ist The Witcher gut genug, dass sich ein wirkliches Remake überhaupt lohnt.

Selbst von The Elder Scrolls dürfte es ein paar Remaster geben, die als Überbrückung zum sechsten Teil der Reihe sicherlich mehr hermachen als der siebte Port von Skyrim. Und bitte Bethesda, wenn ihr es irgendwann mal schafft eure Engine zu erneuern, dann kenne ich viele Spieler, die sogar für eine Remake von Fallout: New Vegas plädieren, der angeblich beste Teil der Reihe! Remakes, Reboots und Remaster müssen schließlich keine Abzocke sein und sind nicht immer ein Zeichen für fehlende Kreativität in der Gamingbranche, sie erhalten Spielwelten und /-helden am Leben, sodass auch Generation Z noch was von ihnen haben kann.

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    • Kommentare (13)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Spiritogre Mitglied
        Zitat von sauerlandboy79
        Ich denke alte Spiele der ersten 3D-Generation wird man allenfalls der allerersten Spielerfahrung wegen positiv im Gedächtnis behalten. Ob man diese erneut anfasst, wage ich fast ein wenig zu bezweifeln. Die Technik steckte damals noch in den Kinderschuhen, die Interaktionsmöglichkeiten waren stark eingeschränkt, vom Komfort will ich erst gar nicht sprechen, und naja, einem 20 Jahre altem 3D-Titel sieht man besagte Jahre leider eben an.
        Bei mir ist die Grenze so Anfang 2000, also so ab Dreamcast / PS2 Grafik-Zeit. Die kann ich immer noch gut spielen. Wenn es dann älter wird, dann wird auch mir die 3D Grafik aber zu hässlich.

        Aber wie von Neawoulf schon angeführt, das größte Problem - und da ist egal ob 2D oder 3D - sind oft Steuerung, Menüs, Speichersystem etc. sprich die generelle Handhabung, die im Vergleich zu heute einfach in der Regel grausig ist. Damals kannte man es nicht besser, heute aber eben schon.
      • Von Spiritogre Mitglied
        Zitat von sauerlandboy79
        Ich denke alte Spiele der ersten 3D-Generation wird man allenfalls der allerersten Spielerfahrung wegen positiv im Gedächtnis behalten. Ob man diese erneut anfasst, wage ich fast ein wenig zu bezweifeln. Die Technik steckte damals noch in den Kinderschuhen, die Interaktionsmöglichkeiten waren stark eingeschränkt, vom Komfort will ich erst gar nicht sprechen, und naja, einem 20 Jahre altem 3D-Titel sieht man besagte Jahre leider eben an.
        Bei mir ist die Grenze so Anfang 2000, also so ab Dreamcast / PS2 Grafik-Zeit. Die kann ich immer noch gut spielen. Wenn es dann älter wird, dann wird auch mir die 3D Grafik aber zu hässlich.

        Aber wie von Neawoulf schon angeführt, das größte Problem - und da ist egal ob 2D oder 3D - sind oft Steuerung, Menüs, Speichersystem etc. sprich die generelle Handhabung, die im Vergleich zu heute einfach in der Regel grausig ist. Damals kannte man es nicht besser, heute aber eben schon.
      • Von matrixfehler Spiele-Enthusiast/in
        Ich sag es immer wieder: Nostalgie wird überbewertet.
        Ich strebe mehr in die Zukunft, daher ist es für mich teilweise schon arg anstrengend,
        irgendwelche Oldies auszupacken.
        Und ich habe eigentlich fast alles seit 1989 mitgenommen.
      • Von G-Kar Hobby-Spieler/in
        Zitat von McDrake
        Ein KOTOR hätte allerdings wirklich eine generelle Aufhübschung verdient.
        Bins ja wieder ein wenig am spielen. Aber grafisch... naaaaja.
        Kleiner Tip, schau mal hier: https://steamcommunity.co... ;)

        Denn ich muss dir zustimmen, das ist ned so gut gealtert.

        Zitat von McTrevor
        Viele Titel, die man im Gedächtnis in höchsten Ehren hält, erweisen sich dann doch als unspielbar, wenn man sie in einem Anflug von Nostalgie noch Mal installiert.

        Ich denke da an Mass Effect und Kotor.
        Mass Effect bekommt ja nächstes Jahr die Legendary Edition. Warten wir mal ab was da gemacht wird.

        Ansonsten gibt es eine Menge Mods mit denen man ME1 richtig gut modernisieren kann. Hier die Topliste von Nexus in den letzten 30 Tagen: https://www.nexusmods.com...

        Nen Riesen Post für Kotor hab ich ja oben schon gelinkt. :)
      • Von Schalkmund Nerd
        Zitat
        Aber mal ehrlich - wer will Borderlands 3 spielen, wenn er den ersten Teil verpasst hat? Genauso geht es mir mit The Witcher 3, Diablo 3 und demnächst Diablo 4.
        Das hier echt Spiele aus der Kategorie "Looten&Leveln" wie Diablo oder Borderlands angeführt werden, da ist die schmale Handlung der Vorgänger doch echt Wumpe. Witcher 3 hat zwar Vorgänger mit etwas mehr Story funktioniert aber auch hervorragend, wenn man Teil 1 und 2 nie gespielt hat. Für mich war es definitiv eines der besten Rollenspiele auch wenn ich nie die ersten beiden Teile durchgespielt habe.

        Was mich bei Reboots nervt ist die Namensvergabe, am Ende weiß keiner mehr von welchem XCOM, Doom, Shadow Warrior, God of War oder Tomb Raider die Rede ist :D
      • Von RoteRosen Hobby-Spieler/in
        Zitat von EvilReFlex
        Daggerfall Unity!
        Hui, wusste gar nichts von dem Projekt, danke dafür :)

        Ansonsten, mir ist noch ein Spiel eingefallen was ich gerne als Remaster hätte: Morrowind! Wobei Skywind mittlerweile echt danach ausschaut was ich mir wünsche.
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