30 Jahre PC Games: Eine Reise durch die Heftgeschichte - Teil 1

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30 Jahre PC Games: Eine Reise durch die Heftgeschichte - Teil 1
Quelle: PC Games

Drei Jahrzehnte, 362 Hefte, Dutzende Autoren, Hunderte Kollegen, unzählige Spiele - das ist die bewegte Geschichte der PC Games. Wir laden euch ein auf einen Trip in die Vergangenheit, von unseren Anfängen bis in die Gegenwart: Wie ist das Heft vor 30 Jahren gestartet, wie haben wir seither uns entwickelt, wer war mit dabei? Welche Höhen gab es - und welche Tiefen? Im ersten Teil unserer großen Rückblick-Serie begleiteten wir die PC Games von ihren ersten Jahren bis zu ihrem größten Erfolg.

In Ausgabe 08/96 reagiert das Team auf die ständig steigenden Hardwareanforderungen: Das anspruchsvolle Virtua Fighter PC wird zum ersten Mal auf mehreren Systemen getestet. Von nun an werden die Reviews analytischer, die Technik nimmt einen großeren Platz im Text ein. Screenshots werden größer abgedruckt und es gibt Vergleichsbilder, mit denen man die Unterschiede von VGA zu SVGA oder verschiedenen Grafikeinstellungen vermitteln will. Wichtige Spiele bekommen außerdem deutlich mehr Umfang spendiert und in Tabellen werden nun Features gegenübergestellt, eine fragwürdige Idee, die zum Teil irre Ausmaße annimmt. Im Review zu Z (08/96) gibt es beispielsweise eine komplette Seite mit Fakten und Daten zu C&C und Warcraft 2, auf der unter anderem die Anzahl der Landschaftstypen oder die Menge an Musikstücken (!) verglichen werden. Und nicht nur das wirkt übertrieben: Im Test zum hervorrangenden Wing Commander 4 (04/96) befindet sich ein Kasten, der mal eben die komplette Handlung des Spiels spoilert, inklusive Finale. Wie sowas überhaupt ins Heft gelangen konnte, ist leider nicht überliefert.

Urgestein Rainer Rosshirt war 28 Jahre lang der kultige Leserbriefonkel der PC Games. Was viele nicht wissen: Unser Rossi war schon in der allerersten Ausgabe an Bord! Quelle: PC Games Urgestein Rainer Rosshirt war 28 Jahre lang der kultige Leserbriefonkel der PC Games. Was viele nicht wissen: Unser Rossi war schon in der allerersten Ausgabe an Bord! Ab September 1996 ist die alte Coverdisk nur noch im Abo erhältlich, 1997 wird der Daten-Oldie endgültig in den Ruhestand geschickt. Dafür bekommt die Ausgabe 10/96 erstmals zwei prall gefüllte CD-ROMs verpasst, ein dickes Angebot, das später zum Standard werden soll. Eine Magazin-Variante ohne Datenträger wird nun ebenfalls verkauft, zum Preis von DM 5,90, während die CD-Variante für knapp 10 Mark über die Ladentheke geht. Mit dem Heft wächst auch das Team: Im Oktober wird Harald Wagner, bislang noch Freier Mitarbeiter, ein fester Teil der Redaktion. Neue Rubriken entstehen, zum Beispiel "Flashback". Darin werden Spiele, die bereits erhältlich sind, einer weiteren Kontrolle unterzogen. Nicht ganz unschuldig daran: Der Bundesliga Manager 97, der in einem üblen Zustand auf den Markt kam. Das Wort "Bugs" erhält Einzug in den Sprachgebrauch vieler Gamer.

Im gleichen Jahr wird die hauseigene PC Action in ein brandneues Magazin mit eigener Redaktion umgewandelt. Das neue Heft befasst sich ausschließlich mit PC-Titeln, setzt aber andere Schwerpunkte als wir. Die PC Action ist zu dieser Zeit zwar komplett eigenständig, wird später für uns allerdings noch wichtig werden.

3D erobert die Welt

Anfang des Jahres 1997 stößt Florian Stangl zum Team, ein wichtiger Neuzugang, denn das Aufgabenfeld wächst und wächst. PC Games rühmt sich nun als erfolgreichstes PC-Spielemagazin Europas, ein Siegel, das der Zeitschrift Tür und Tor öffnet. Immer häufiger steigt das Team nun in den Flieger, man berichtet nicht mehr nur von Messen, sondern stattet den Studios auch häufig persönliche Besuche ab. Die mitgebrachten Infos und Bilder verheißen dem PC eine rosige Zukunft: Während Konsolenspieler noch über das Nintendo 64 staunen, versprechen die neuen 3D-Grafikbeschleuniger bereits deutlich mehr Leistung bei schickerer, hochauflösenderer Grafik - und das sogar auf älteren Systemen. Besonders angesagt ist die Diamond Monster 3D, eine Zusatzkarte mit 3dfx-Voodoo-Chip, die schon Ende 1996 erscheint, anfangs aber kaum Software-Unterstützung findet. Dank DirectX für Windows 95 soll sich das nun ändern. Das Voodoo-Zeitalter bricht an.

Gamer im Voodoo-Rausch

PC Games geht mit der Zeit und passt sich den neuen Umständen an. Im Test zum Racing-Spiel POD vergeben wir erstmals drei Wertungen - eine für den Pentium 200, eine für den P200 MMX und eine für 3D-Beschleuniger wie 3dfx, Rage oder PowerVR. Wer das Rennen macht, ist der Redaktion schon nach ein paar Monaten klar: "Ohne 3dfx-Karte wird man zukünftig auf viele der heißesten Spiele verzichten müssen." Das Heft wird technischer, immer wieder finden sich Specials im Heft, in denen bilineares Filtering, Mip Mapping und Texturen erklärt werden, man spricht von Polycounts, Anti-Aliasing und Z-Buffering. Die Leser nehmen es dankend an, schließlich kommt kaum noch jemand um größere Hardwareanschaffungen herum.

Christian Müller begrüßte die Leser schon in der Erstausgabe der PC Games. Heute ist er immer noch mit dabei - als Geschäftsführer von Computec Media. Quelle: PC Games Christian Müller begrüßte die Leser schon in der Erstausgabe der PC Games. Heute ist er immer noch mit dabei - als Geschäftsführer von Computec Media. Auf der E3 können wir dann erstmals Blicke auf neue Spiele wie Quake 2 oder Forsaken werfen, die deutlich zeigen, wohin die Grafikreise geht: Bunte Echtzeit-Beleuchtung, gefilterte Texturen und grandiose Spezialeffekte machen uns den Mund wässrig. Wer bislang noch nicht auf eine 3D-Karte gespart hatte, fängt nun damit an. Auch ein neues Spiel von einem unbekannten Studio namens Valve sorgt für Aufsehen: Half-Life wird erstmals in Ausgabe 09/97 in einer Randspalte erwähnt. (Fun fact: Die erste Beschreibung im Heft weicht noch ein klitzekleines bisschen vom Endprodukt ab, denn angeblich sollte man in Half-Life einen Spezialagenten verkörpern, der eine außerirdische Raumbasis unter die Lupe nimmt.) Tests zu Action-Highlights wie Turok, Tomb Raider 2 oder Wing Commander Prophecy beweisen dann endgültig, dass der PC schon längst an den aktuellen Konsolen vorbeigezogen ist.

Mittlerweile werfen so viele Hersteller neue PC-Spiele auf den Markt, dass sie in normalen Tests den Rahmen sprengen würden. Es werden deshalb Kurztests eingeführt, die auf engstem Raum die wichtigsten Infos liefern sollen. Nicht nur die Fülle an Themen, sondern auch ein prächtiges Anzeigengeschäft sorgen dafür, dass die Heftumfänge in diesem Jahr erstmals die 300 Seiten knacken, so zu sehen in der ersten Jubiläumsausgabe 10/97: Das Heft schwer wie ein Dachziegel, auf der CD drei Vollversionen plus eine dicke Demo zum heiß ersehnten Dungeon Keeper und ein prall gefülltes Gewinnspiel obendrauf. Im Editorial bedankt sich das Team und richtet sich mit einem Wunsch an die Leser: Sie mögen der PC Games doch bitte auch in Zukunft die Treue halten. Der Appell ist durchaus erst gemeint, denn nur kurz davor ist mit der Gamestar ein starker Mitbewerber erschienen. (Übrigens: Die Kollegen aus München feiern derzeit auch ein großes Jubiläum. Wir gratulieren!)

Lest im zweiten Teil unserer Reise durch die Heftgeschichte: Die 3D-Beschleuniger rennen allen davon und die PC Games macht ihre ersten großen Veränderungen durch. Habt ihr noch mehr Erinnerungen oder Anektdoten aus eurer Zeit mit PC Games? Dann schreibt sie uns gerne in den Kommentarbereich!

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    • Kommentare (8)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Husky666 Anwärter/in
        Ich hab ein paar Fehler in dem Artikel gefunden, kleinkram. Ich möchte das nur nicht unerwähnt lassen. Um ehrlich zu sein. Wäre Jahrgang 1992/93 nicht aktuell meine Bettlektüre ich hätte das wohl auch übersehen (und ja, als echtes Heft, nicht als PDF oder sonst was)

        Auf die Coverdisc gingen nur 720kbyte. Man benutzte (aus Kostengründen) DD Disketten. Die HD varianten waren deutlich teurer damals. HD Coverdiscs gab es sehr selten bei PCGames. 11/94 hatte z.b. eine HD Diskette.

        Die erstausgabe hatte mit Soul Magican und Atom gar 2 Vollversionen auf dem Cover (Computec hatte damals für die PCAction und die AmigaFun wohl diverses an Auftragsarbeiten an Hobbyentwickler gegeben die komplette Spiele für den Verlag schrieben, die man dann verkaufte)

        Ab dann gab es natürlich nur Demos, sieht man von Werbespielen wie Energiemanager und Tony & Friends ab.

        Kolumnen gab es eigentlich nicht, ausser man sieht Rossis fiktiven Leserbrief und das "Whats Up" als Kolumne.

        Man musste Soundkarten übriges nicht nur vor dem Spielstart konfigurieren, schon beim Einbau durfte man mit Jumpern rumhantieren. Man stelle sich vor man legt die Soundkarte auf IRQ7 wo schon der HDD controller sein Werk verrichtet. DA geht dann erstmal gar nichts mehr, weder HDD noch Sound ...

        Ich mag den ersten Wertungskasten eigentlich immer noch am liebsten. Aber gut. Ich mag auch % Wertungen. Ich frag mich eher wie "CD Advantage" ausgewürfelt wurde. 2 fette Multimediaproduktionen, eine bekam Gut, eine Befriedigend und ich denk nur "Hä?"

        Man hätte vielleicht die getrennte CD und Diskettenrubrik erwähnen können die es ab 7/93 gab, die Trennung wurd erst später überhaupt aufgehoben..

        1994 aber von Heftvariante mit CD zu reden ist auch seltsam. Das war eine Papphülle mit einer CD-ROM drin für 19,80. (Das wurd mit dem verschieben der CD-ROM aufs Magazin eine Papphülle mit CD mit Vollversion. Das wurd erst später dann zur PCGames+PCAction Kombi mit Vollversion auf dem Heft, was dann zur PCGames Plus wurde. (Illustre Spiele wie "Magic Candle 2" "Siege" "Hanniball" "wer kennt sie nicht :ugly: )

        Diese "PCAction" gab es seit 1990(!)

        Spoilereien waren übrigens usus in damaligen Heften, mir haben einige Magazine da einiges versaut weil im Test plötzlich eine Wendung mitten im Spiel gespoilert wurde. Oder wie Gamestar die komplette Star Wars Episode 1 Story ins Heft schrieb, seitenverkehrt (spiegelschrift) blöderweise kann ich das von Berufswegen lesen.

        Die erwähnte Rubrik "Flashback" auf Seite 4, gabs in den frühen PCGames auch schonmal. Das war "Lesertest" eines halbwegs aktuellen Spieles.

        10/97, drei Vollversionen, Geburtstagsausabe. Ja, und so ein bisschen den Gamestar Launch torpedieren. Machte man ja 1/05 auch mit der PCPowerplay, da mischten dann auch Gamestar und alle anderen mit.
      • Von Husky666 Anwärter/in
        Ich hab ein paar Fehler in dem Artikel gefunden, kleinkram. Ich möchte das nur nicht unerwähnt lassen. Um ehrlich zu sein. Wäre Jahrgang 1992/93 nicht aktuell meine Bettlektüre ich hätte das wohl auch übersehen (und ja, als echtes Heft, nicht als PDF oder sonst was)

        Auf die Coverdisc gingen nur 720kbyte. Man benutzte (aus Kostengründen) DD Disketten. Die HD varianten waren deutlich teurer damals. HD Coverdiscs gab es sehr selten bei PCGames. 11/94 hatte z.b. eine HD Diskette.

        Die erstausgabe hatte mit Soul Magican und Atom gar 2 Vollversionen auf dem Cover (Computec hatte damals für die PCAction und die AmigaFun wohl diverses an Auftragsarbeiten an Hobbyentwickler gegeben die komplette Spiele für den Verlag schrieben, die man dann verkaufte)

        Ab dann gab es natürlich nur Demos, sieht man von Werbespielen wie Energiemanager und Tony & Friends ab.

        Kolumnen gab es eigentlich nicht, ausser man sieht Rossis fiktiven Leserbrief und das "Whats Up" als Kolumne.

        Man musste Soundkarten übriges nicht nur vor dem Spielstart konfigurieren, schon beim Einbau durfte man mit Jumpern rumhantieren. Man stelle sich vor man legt die Soundkarte auf IRQ7 wo schon der HDD controller sein Werk verrichtet. DA geht dann erstmal gar nichts mehr, weder HDD noch Sound ...

        Ich mag den ersten Wertungskasten eigentlich immer noch am liebsten. Aber gut. Ich mag auch % Wertungen. Ich frag mich eher wie "CD Advantage" ausgewürfelt wurde. 2 fette Multimediaproduktionen, eine bekam Gut, eine Befriedigend und ich denk nur "Hä?"

        Man hätte vielleicht die getrennte CD und Diskettenrubrik erwähnen können die es ab 7/93 gab, die Trennung wurd erst später überhaupt aufgehoben..

        1994 aber von Heftvariante mit CD zu reden ist auch seltsam. Das war eine Papphülle mit einer CD-ROM drin für 19,80. (Das wurd mit dem verschieben der CD-ROM aufs Magazin eine Papphülle mit CD mit Vollversion. Das wurd erst später dann zur PCGames+PCAction Kombi mit Vollversion auf dem Heft, was dann zur PCGames Plus wurde. (Illustre Spiele wie "Magic Candle 2" "Siege" "Hanniball" "wer kennt sie nicht :ugly: )

        Diese "PCAction" gab es seit 1990(!)

        Spoilereien waren übrigens usus in damaligen Heften, mir haben einige Magazine da einiges versaut weil im Test plötzlich eine Wendung mitten im Spiel gespoilert wurde. Oder wie Gamestar die komplette Star Wars Episode 1 Story ins Heft schrieb, seitenverkehrt (spiegelschrift) blöderweise kann ich das von Berufswegen lesen.

        Die erwähnte Rubrik "Flashback" auf Seite 4, gabs in den frühen PCGames auch schonmal. Das war "Lesertest" eines halbwegs aktuellen Spieles.

        10/97, drei Vollversionen, Geburtstagsausabe. Ja, und so ein bisschen den Gamestar Launch torpedieren. Machte man ja 1/05 auch mit der PCPowerplay, da mischten dann auch Gamestar und alle anderen mit.
      • Von arrgh Spiele-Enthusiast/in
        Toller Artikel und tolles Video!
      • Von Matthias Dammes Redakteur
        Zitat von Bonkic
        ich weiß, das thema ist alt und schon längst durch, vermutlich interessiert es auch keinen mehr (außer mich), aber ich halte es unverändert für einen fehler derart aufwendige artikel (beinahe?) zeitgleich - gratis - online zu veröffentlichen.
        Mal völlig abgesehen vom grundsätzlichen Gedanken, das Jubiläum ist nun einmal jetzt und nicht in 2-3 Monaten.
      • Von Falconer75 Mitglied
        Zitat von Bonkic
        ich weiß, das thema ist alt und schon längst durch, vermutlich interessiert es auch keinen mehr (außer mich), aber ich halte es unverändert für einen fehler derart aufwendige artikel (beinahe?) zeitgleich - gratis - online zu veröffentlichen.
        Mich interessiert es. Spreche es nur nicht mehr an, weil die Antworten darauf bekannt sind. Wie bei so vielen Themen, die sich um die Finanzierung von Online-Journalismus drehen. Ich wäre klar pro Paywall, aber wenn Computec befürchtet, dass es zu wenig Zahlungsbereitschaft für Premuim-Content gibt, hat das sicherlich seine Gründe.
        Mit der Qualität, die sie seit einiger Zeit bei den großen Reports bieten, sollten sie eigentlich auf einem guten Weg sein. Und dann schaut man auf die Abrufzahlen auf der Website und bei YouTube und versteht, dass es wohl noch ein lange Strecke ist... Trotzdem ist es gut, dass man sich auf den Marsch gemacht hat.
      • Von Bonkic Mitglied
        ich weiß, das thema ist alt und schon längst durch, vermutlich interessiert es auch keinen mehr (außer mich), aber ich halte es unverändert für einen fehler derart aufwendige artikel (beinahe?) zeitgleich - gratis - online zu veröffentlichen.
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