30 Jahre PC Games: Eine Reise durch die Heftgeschichte - Teil 1

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Special Felix Schütz - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
30 Jahre PC Games: Eine Reise durch die Heftgeschichte - Teil 1
Quelle: PC Games

Drei Jahrzehnte, 362 Hefte, Dutzende Autoren, Hunderte Kollegen, unzählige Spiele - das ist die bewegte Geschichte der PC Games. Wir laden euch ein auf einen Trip in die Vergangenheit, von unseren Anfängen bis in die Gegenwart: Wie ist das Heft vor 30 Jahren gestartet, wie haben wir seither uns entwickelt, wer war mit dabei? Welche Höhen gab es - und welche Tiefen? Im ersten Teil unserer großen Rückblick-Serie begleiteten wir die PC Games von ihren ersten Jahren bis zu ihrem größten Erfolg.

Spätestens mit der Ausgabe 02/95 besteht kein Zweifel mehr, das Zeitalter der Diskette ist vorbei: Wing Commander 3 wird auf vier CDs ausgeliefert und lässt im Test sämtliche Kinnladen runterklappen. Die Redakteure zücken eine irre Wertung von 96 Prozent- ein Ergebnis, das erst Half-Life 2 wieder erreichen wird. Um Chris Roberts' Meisterwerk zu spielen, muss allerdings ein blitzschneller Rechner her, selbst ein 486er DX4 100 ist mit der topmodernen 3D-Grafik in 640x480 Bildpunkten völlig überfordert. Ambitionierte Spieler rüsten auf und greifen lieber gleich zu einem Pentium 90 mit rasanten 16 MB RAM - umso besser, dass PC Games erst wenige Ausgaben zuvor den Hardwareteil im Heft aufgebohrt hat! Denn nun geht es Schlag auf Schlag, die Frage "Läuft das noch auf meinem PC?" erscheint oft wichtiger als die Spielspaßwertung selbst.

Die Konsolen schlagen zurück

Spannend wird es dann Mitte 1995: Wir berichten über die neuen Superkonsolen Sony Playstation und Sega Saturn, die mit Spielen wie Ridge Racer für Staunen sorgen. Ist die Vormachtstellung des PCs etwa in Gefahr? Die Redaktion macht den Lesern Hoffnung: Laut Gerüchten arbeiten namhafte Grafikkartenhersteller bereits an "speziellen Lösungen" für PC-Spieler, mit denen der Prozessor entlastet werden soll. Da winken also schon die ersten 3D-Beschleuniger um die Ecke.

Der Bericht über die Konsolen markiert auch den gefühlten Startschuss der "Systemkriege", in dem sich Konsolenspieler gegen die selbsternannte "PC Master Race" positionieren. Wo zockt es sich am besten? Wo gibt es die aufregendsten Spiele? Warum ist die Playstation oder das N64 besser als ein Durchschnitts-PC? Diese Fragen wirken heute albern, unnötig, doch ab Mitte der 90er Jahre lag zwischen PC- und Konsolenspielern oft ein tiefer Graben. Selbst zehn Jahre später, als Xbox 360 und PS3 bereits den Konsolenmarkt regierten, war die Debatte noch in vollem Gange.

Bildergalerie

Gaming goes Hollywood

Bis es zum großen 3D-Durchbruch auf dem PC kommt, gibt es allerdings kaum Spiele, die ohne (mehr oder weniger) aufwendige Videos auskommen. Immer mehr Hersteller pumpen Geld in Rendersequenzen oder lassen Filmszenen mit echten Schauspielern drehen, nicht selten geht der Inszenierungswahn auf Kosten des Gameplays. Um ein Hardware-Upgrade kommen nur die wenigsten herum, doch immerhin: Die Installationsgrößen halten sich zu dieser Zeit noch in Grenzen, da vieles einfach direkt von der CD gelesen wird. Adventures aller Couleur erfreuen sich großer Beliebtheit und SVGA-Grafik entwickelt sich zum neuen Standard. Vor allem das Render-Abenteuer Myst landet auf zahllosen Rechnern, selbst bei Leuten, die sonst einen großen Bogen um Computerspiele machen. Für PC Games sind es wundervolle Jahre, das Heft wächst kräftig mit dem Markt und die Leser danken es mit glänzenden Verkaufszahlen.
Im Juni 1995 wird Petra Maueröder dann endlich festes Mitglied der Redaktion und entdeckt ein neues Genre für sich. Denn genau zu dieser Zeit wird die Echtzeitstrategie überraschend populär: Waren Strategiespiele bislang eher rundenbasiert, knifflig und verkopft, entpuppt sich das Hightech-Spektakel Command & Conquer als waschechter Blockbuster. Das zugängliche Gameplay und die aufwändige Präsentation machen den Dune-2-Nachfolger zum Kassenschlager, dicht gefolgt von Warcraft 2 (Test in 02/96), an dem bald kein PC-Spieler vorbeikommt.

1996 bis 1997

Schon im April nehmen wir unsere erste Homepage in Betrieb, die Adresse kennt ihr möglicherweise: www.pcgames.de. (Tipp: Hier gibt's ein eigenes Retro-Special zu unserer Website!) Anfangs noch als "PC Games Online" bezeichnet, finden sogenannte "DFÜ-Anwender" hier einen bunten Mix aus Tests, Bugfixes und einigem mehr, dazu lädt die Redaktion regelmäßig zu launigen Chat-Runden ein. Dieses Internet ist allerdings für viele noch ein Buch mit sieben Siegeln, und ein teures noch dazu: Flatrates sind noch lange nicht in Sicht, wer surfen, chatten, mailen will, muss horrende Minutenpreise zahlen. Ob sich das jemals durchsetzen wird? Die Hersteller glauben zumindest daran: Meridian 59 wird das erste Online-Rollenspiel mit echter 3D-Grafik.

Ein Jahr später veröffentlicht Origin dann Ultima Online, das sich nach einem schleppenden Start zu einem echten Kultspiel entwickelt. Auf der E3 (Ausgabe 07/96) sieht sich Petra Maueröder dann ein Spiel namens Diablo an und wittert glatt eine Sensation: "Man klickt einfach im Hauptmenü auf den Internet-Button und wird automatisch mit dem Blizzard-Server verbunden, so daß man gegen Spieler aus aller Welt antreten kann." Hammer! Vier Monate später packt PC Games eine exklusive Demo des Action-RPGs auf die Heft-CD, die danach auf vielen Schulhöfen zum begehrten Tauschobjekt wird.

Währenddessen zeichnet sich bei der Grafik ein Beben ab. Befeuert von modernen Pentium-Prozessoren, feiern große 3D-Titel ihre Premiere. Kultspiele wie Quake, Duke Nukem 3D oder Tomb Raider verschieben die Messlatte mächtig nach oben, ein Jahr später folgen wunderschöne Spiele wie Dungeon Keeper und das abgefahrene MDK, die noch von Software-Renderern angetrieben werden und dadurch massig Leistung fressen. Wohl dem, der einen flotten Pentium 133 im Gehäuse hat! Weiter geht's auf der nächsten Seite: Rechenpower ist gefragt!

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    • Kommentare (8)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Husky666 Anwärter/in
        Ich hab ein paar Fehler in dem Artikel gefunden, kleinkram. Ich möchte das nur nicht unerwähnt lassen. Um ehrlich zu sein. Wäre Jahrgang 1992/93 nicht aktuell meine Bettlektüre ich hätte das wohl auch übersehen (und ja, als echtes Heft, nicht als PDF oder sonst was)

        Auf die Coverdisc gingen nur 720kbyte. Man benutzte (aus Kostengründen) DD Disketten. Die HD varianten waren deutlich teurer damals. HD Coverdiscs gab es sehr selten bei PCGames. 11/94 hatte z.b. eine HD Diskette.

        Die erstausgabe hatte mit Soul Magican und Atom gar 2 Vollversionen auf dem Cover (Computec hatte damals für die PCAction und die AmigaFun wohl diverses an Auftragsarbeiten an Hobbyentwickler gegeben die komplette Spiele für den Verlag schrieben, die man dann verkaufte)

        Ab dann gab es natürlich nur Demos, sieht man von Werbespielen wie Energiemanager und Tony & Friends ab.

        Kolumnen gab es eigentlich nicht, ausser man sieht Rossis fiktiven Leserbrief und das "Whats Up" als Kolumne.

        Man musste Soundkarten übriges nicht nur vor dem Spielstart konfigurieren, schon beim Einbau durfte man mit Jumpern rumhantieren. Man stelle sich vor man legt die Soundkarte auf IRQ7 wo schon der HDD controller sein Werk verrichtet. DA geht dann erstmal gar nichts mehr, weder HDD noch Sound ...

        Ich mag den ersten Wertungskasten eigentlich immer noch am liebsten. Aber gut. Ich mag auch % Wertungen. Ich frag mich eher wie "CD Advantage" ausgewürfelt wurde. 2 fette Multimediaproduktionen, eine bekam Gut, eine Befriedigend und ich denk nur "Hä?"

        Man hätte vielleicht die getrennte CD und Diskettenrubrik erwähnen können die es ab 7/93 gab, die Trennung wurd erst später überhaupt aufgehoben..

        1994 aber von Heftvariante mit CD zu reden ist auch seltsam. Das war eine Papphülle mit einer CD-ROM drin für 19,80. (Das wurd mit dem verschieben der CD-ROM aufs Magazin eine Papphülle mit CD mit Vollversion. Das wurd erst später dann zur PCGames+PCAction Kombi mit Vollversion auf dem Heft, was dann zur PCGames Plus wurde. (Illustre Spiele wie "Magic Candle 2" "Siege" "Hanniball" "wer kennt sie nicht :ugly: )

        Diese "PCAction" gab es seit 1990(!)

        Spoilereien waren übrigens usus in damaligen Heften, mir haben einige Magazine da einiges versaut weil im Test plötzlich eine Wendung mitten im Spiel gespoilert wurde. Oder wie Gamestar die komplette Star Wars Episode 1 Story ins Heft schrieb, seitenverkehrt (spiegelschrift) blöderweise kann ich das von Berufswegen lesen.

        Die erwähnte Rubrik "Flashback" auf Seite 4, gabs in den frühen PCGames auch schonmal. Das war "Lesertest" eines halbwegs aktuellen Spieles.

        10/97, drei Vollversionen, Geburtstagsausabe. Ja, und so ein bisschen den Gamestar Launch torpedieren. Machte man ja 1/05 auch mit der PCPowerplay, da mischten dann auch Gamestar und alle anderen mit.
      • Von Husky666 Anwärter/in
        Ich hab ein paar Fehler in dem Artikel gefunden, kleinkram. Ich möchte das nur nicht unerwähnt lassen. Um ehrlich zu sein. Wäre Jahrgang 1992/93 nicht aktuell meine Bettlektüre ich hätte das wohl auch übersehen (und ja, als echtes Heft, nicht als PDF oder sonst was)

        Auf die Coverdisc gingen nur 720kbyte. Man benutzte (aus Kostengründen) DD Disketten. Die HD varianten waren deutlich teurer damals. HD Coverdiscs gab es sehr selten bei PCGames. 11/94 hatte z.b. eine HD Diskette.

        Die erstausgabe hatte mit Soul Magican und Atom gar 2 Vollversionen auf dem Cover (Computec hatte damals für die PCAction und die AmigaFun wohl diverses an Auftragsarbeiten an Hobbyentwickler gegeben die komplette Spiele für den Verlag schrieben, die man dann verkaufte)

        Ab dann gab es natürlich nur Demos, sieht man von Werbespielen wie Energiemanager und Tony & Friends ab.

        Kolumnen gab es eigentlich nicht, ausser man sieht Rossis fiktiven Leserbrief und das "Whats Up" als Kolumne.

        Man musste Soundkarten übriges nicht nur vor dem Spielstart konfigurieren, schon beim Einbau durfte man mit Jumpern rumhantieren. Man stelle sich vor man legt die Soundkarte auf IRQ7 wo schon der HDD controller sein Werk verrichtet. DA geht dann erstmal gar nichts mehr, weder HDD noch Sound ...

        Ich mag den ersten Wertungskasten eigentlich immer noch am liebsten. Aber gut. Ich mag auch % Wertungen. Ich frag mich eher wie "CD Advantage" ausgewürfelt wurde. 2 fette Multimediaproduktionen, eine bekam Gut, eine Befriedigend und ich denk nur "Hä?"

        Man hätte vielleicht die getrennte CD und Diskettenrubrik erwähnen können die es ab 7/93 gab, die Trennung wurd erst später überhaupt aufgehoben..

        1994 aber von Heftvariante mit CD zu reden ist auch seltsam. Das war eine Papphülle mit einer CD-ROM drin für 19,80. (Das wurd mit dem verschieben der CD-ROM aufs Magazin eine Papphülle mit CD mit Vollversion. Das wurd erst später dann zur PCGames+PCAction Kombi mit Vollversion auf dem Heft, was dann zur PCGames Plus wurde. (Illustre Spiele wie "Magic Candle 2" "Siege" "Hanniball" "wer kennt sie nicht :ugly: )

        Diese "PCAction" gab es seit 1990(!)

        Spoilereien waren übrigens usus in damaligen Heften, mir haben einige Magazine da einiges versaut weil im Test plötzlich eine Wendung mitten im Spiel gespoilert wurde. Oder wie Gamestar die komplette Star Wars Episode 1 Story ins Heft schrieb, seitenverkehrt (spiegelschrift) blöderweise kann ich das von Berufswegen lesen.

        Die erwähnte Rubrik "Flashback" auf Seite 4, gabs in den frühen PCGames auch schonmal. Das war "Lesertest" eines halbwegs aktuellen Spieles.

        10/97, drei Vollversionen, Geburtstagsausabe. Ja, und so ein bisschen den Gamestar Launch torpedieren. Machte man ja 1/05 auch mit der PCPowerplay, da mischten dann auch Gamestar und alle anderen mit.
      • Von arrgh Spiele-Enthusiast/in
        Toller Artikel und tolles Video!
      • Von Matthias Dammes Redakteur
        Zitat von Bonkic
        ich weiß, das thema ist alt und schon längst durch, vermutlich interessiert es auch keinen mehr (außer mich), aber ich halte es unverändert für einen fehler derart aufwendige artikel (beinahe?) zeitgleich - gratis - online zu veröffentlichen.
        Mal völlig abgesehen vom grundsätzlichen Gedanken, das Jubiläum ist nun einmal jetzt und nicht in 2-3 Monaten.
      • Von Falconer75 Mitglied
        Zitat von Bonkic
        ich weiß, das thema ist alt und schon längst durch, vermutlich interessiert es auch keinen mehr (außer mich), aber ich halte es unverändert für einen fehler derart aufwendige artikel (beinahe?) zeitgleich - gratis - online zu veröffentlichen.
        Mich interessiert es. Spreche es nur nicht mehr an, weil die Antworten darauf bekannt sind. Wie bei so vielen Themen, die sich um die Finanzierung von Online-Journalismus drehen. Ich wäre klar pro Paywall, aber wenn Computec befürchtet, dass es zu wenig Zahlungsbereitschaft für Premuim-Content gibt, hat das sicherlich seine Gründe.
        Mit der Qualität, die sie seit einiger Zeit bei den großen Reports bieten, sollten sie eigentlich auf einem guten Weg sein. Und dann schaut man auf die Abrufzahlen auf der Website und bei YouTube und versteht, dass es wohl noch ein lange Strecke ist... Trotzdem ist es gut, dass man sich auf den Marsch gemacht hat.
      • Von Bonkic Mitglied
        ich weiß, das thema ist alt und schon längst durch, vermutlich interessiert es auch keinen mehr (außer mich), aber ich halte es unverändert für einen fehler derart aufwendige artikel (beinahe?) zeitgleich - gratis - online zu veröffentlichen.
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