30 Jahre PC Games: Eine Reise durch die Heftgeschichte - Teil 1
Drei Jahrzehnte, 362 Hefte, Dutzende Autoren, Hunderte Kollegen, unzählige Spiele - das ist die bewegte Geschichte der PC Games. Wir laden euch ein auf einen Trip in die Vergangenheit, von unseren Anfängen bis in die Gegenwart: Wie ist das Heft vor 30 Jahren gestartet, wie haben wir seither uns entwickelt, wer war mit dabei? Welche Höhen gab es - und welche Tiefen? Im ersten Teil unserer großen Rückblick-Serie begleiteten wir die PC Games von ihren ersten Jahren bis zu ihrem größten Erfolg.
Obwohl man auf dem richtigen Weg ist, startet Christian Müller schon in der Ausgabe 1/93 eine Leserumfrage, um "einige Geburtsfältchen auszubügeln." Nur drei Hefte später bedankt er sich: Die PC Games ist nun das meistverkaufte PC-Spiele-Magazin im deutschsprachigen Raum. Von alleine kam der Erfolg allerdings nicht: Besonders Tests, das wird schnell klar, sind eine aufwändige Angelegenheit. PC Games macht sich das Leben anfangs unnötig schwer: Anstelle einer Spielspaßwertung gibt's eine komplizierte Tabelle, in der Einzelkategorien wie Grafik oder Steuerung abhängig vom Genre in ein Endergebnis umgerechnet werden. Erst nach einem Jahr ist Schluss damit: Ab Ausgabe 10/93 wird die Wertung unabhängig von anderen Zahlen vergeben, von nun an entscheidet das "Bauchgefühl" der Tester, so wie es heute üblich ist. Dafür rücken nun andere Aspekte in den Vordergrund.
Das Zeitalter der Silberscheibe
Moderne Grafik spielt zu der Zeit nur eine geringe Rolle, was sich auch im Heft widerspiegelt: Viele Screenshots erinnern noch an größere Briefmarken und auch in den Texten hält man sich mit Fachbegriffen zurück. Texturen, Polygone, Frames per second? Davon ist noch keine Rede. (20 Bilder pro Sekunde werden übrigens als völlig ausreichend empfunden!) Im Test zu Ultima Underworld warnt Redakteur Alex Geltenpoth eher vor dem riesigen Platzbedarf: "Auf der Festplatte schluckt dieser Gigant 13 MB, verzichtet man auf die digitalisierte Sprache, so sind es nur noch elf."
Apropos: Digitale Sprachausgabe ist Anno 1993 eher noch eine Seltenheit, da sie auf Disketten kaum Platz findet. Doch es gibt Licht am Ende des Tunnels: das CD-ROM-Laufwerk startet endlich seinen Siegeszug. Titel wie Star Wars: Rebel Assault werden nun zu Wegbereitern für eine völlig neue Generation von Spielen, die mit hochwertigen Sounds und aufwendigen Videos alles übertrifft, was man bislang auf dem PC gesehen hatte. Grafikkarten sind allerdings noch Randerscheinungen, auf den Hardware-Seiten werden dafür neue Soundkarten vorgestellt, die man - typisch für die MS-DOS-Ära - noch mühsam vor dem Spielstart konfigurieren muss.
Doom schlägt ein
Der PC mutiert zur waschechten Multimedia-Maschine und schießt dank CD-ROM an jeder Konkurrenz vorbei. Weil "die Silberlinge groß im Kommen sind", führt PC Games im Wertungskasten den "CD Advantage" ein - damit soll der Leser schnell erkennen, wie gut der Datenträger ausgenutzt wird. Die Bedeutung versteht zwar niemand so richtig, doch die Marschrichtung ist klar: Der CD-ROM gehört die Zukunft.
Ausgedehnte Entwicklerportraits und Studioberichte erfreuen sich derweil immer großer Beliebtheit im Heft. Vor allem Markus Krichel sorgt als US-Korrespondent für Nachschub, er besucht angesagte Studios wie Origin und Interplay. Die Leser blicken so erstmals hinter die Kulissen und lernen "Stars" wie Peter Molyneux oder Chris Roberts kennen, die PC Games auch in den folgenden Jahren erschöpfend ins Rampenlicht rückt.
Mit Ausgabe 08/93 gibt Christian Müller die Leitung an Thomas Borovskis und Oliver Menne ab, die das Heft in den nächsten Jahren kräftig weiterentwickeln und geschickt an neue Hardware-Trends anpassen. Doom, das wir in Ausgabe 03/94 testen, markiert beispielsweise einen Wendepunkt: Grafik 96 Prozent, Spielspaß 95 Prozent - laut Borovskis ein technischer Meilenstein und Vorreiter einer neuen Spielegeneration. Der heftige Gewaltgrad zieht allerdings Diskussionen nach sich, im Mai 1994 folgt die Indizierung des Spiels.
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Der Anteil an Tipps und Tricks (die man auf Wunsch heraustrennen und abheften kann), nimmt weiter zu, das Heft wächst um 32 farbige Seiten. Immer wieder stößt man nun auf größere Tests von Herbert Aichinger, der damals auch für die Textkorrektur des Magazins zuständig ist. 1994 bringt PC Games dann erstmals eine Heftvariante mit CD-ROM auf den Markt. Die Nachfrage ist so groß, dass man zur Ausgabe 1/95 beschließt, das Heft künftig regulär in zwei Varianten auszuliefern: wahlweise mit Diskette für DM 7,50 oder zum Aufpreis von DM 2,- mit vollgepackter CD. Dank Silberscheibe können Leser erstmals bewegte Trailer anschauen und neue Demos antesten, darunter das Render-Spektakel Cyberia, das auf Disketten niemals möglich gewesen wäre. Später finden sich auch erste Video-Reportagen auf der Disc, darunter Vor-Ort-Berichte zur E3 oder Entwicklerbesuche, wie etwa in Ausgabe 6/96, in der wir den exzentrischen Richard Garriott treffen.
Was viele nicht wissen: Zu dieser Zeit gibt es auch noch eine dritte Heftvariante, die PC Action. Die war damals noch kein eigenes Heft, sondern bestand lediglich aus einer PC Games, der ein Vollpreisspiel beigelegt war. Stolzer Preis für das Bundle: 20 Deutsche Mark. Auf der nächsten Seite: Der Siegeszug der CD-ROM.

Auf die Coverdisc gingen nur 720kbyte. Man benutzte (aus Kostengründen) DD Disketten. Die HD varianten waren deutlich teurer damals. HD Coverdiscs gab es sehr selten bei PCGames. 11/94 hatte z.b. eine HD Diskette.
Die erstausgabe hatte mit Soul Magican und Atom gar 2 Vollversionen auf dem Cover (Computec hatte damals für die PCAction und die AmigaFun wohl diverses an Auftragsarbeiten an Hobbyentwickler gegeben die komplette Spiele für den Verlag schrieben, die man dann verkaufte)
Ab dann gab es natürlich nur Demos, sieht man von Werbespielen wie Energiemanager und Tony & Friends ab.
Kolumnen gab es eigentlich nicht, ausser man sieht Rossis fiktiven Leserbrief und das "Whats Up" als Kolumne.
Man musste Soundkarten übriges nicht nur vor dem Spielstart konfigurieren, schon beim Einbau durfte man mit Jumpern rumhantieren. Man stelle sich vor man legt die Soundkarte auf IRQ7 wo schon der HDD controller sein Werk verrichtet. DA geht dann erstmal gar nichts mehr, weder HDD noch Sound ...
Ich mag den ersten Wertungskasten eigentlich immer noch am liebsten. Aber gut. Ich mag auch % Wertungen. Ich frag mich eher wie "CD Advantage" ausgewürfelt wurde. 2 fette Multimediaproduktionen, eine bekam Gut, eine Befriedigend und ich denk nur "Hä?"
Man hätte vielleicht die getrennte CD und Diskettenrubrik erwähnen können die es ab 7/93 gab, die Trennung wurd erst später überhaupt aufgehoben..
1994 aber von Heftvariante mit CD zu reden ist auch seltsam. Das war eine Papphülle mit einer CD-ROM drin für 19,80. (Das wurd mit dem verschieben der CD-ROM aufs Magazin eine Papphülle mit CD mit Vollversion. Das wurd erst später dann zur PCGames+PCAction Kombi mit Vollversion auf dem Heft, was dann zur PCGames Plus wurde. (Illustre Spiele wie "Magic Candle 2" "Siege" "Hanniball" "wer kennt sie nicht :ugly: )
Diese "PCAction" gab es seit 1990(!)
Spoilereien waren übrigens usus in damaligen Heften, mir haben einige Magazine da einiges versaut weil im Test plötzlich eine Wendung mitten im Spiel gespoilert wurde. Oder wie Gamestar die komplette Star Wars Episode 1 Story ins Heft schrieb, seitenverkehrt (spiegelschrift) blöderweise kann ich das von Berufswegen lesen.
Die erwähnte Rubrik "Flashback" auf Seite 4, gabs in den frühen PCGames auch schonmal. Das war "Lesertest" eines halbwegs aktuellen Spieles.
10/97, drei Vollversionen, Geburtstagsausabe. Ja, und so ein bisschen den Gamestar Launch torpedieren. Machte man ja 1/05 auch mit der PCPowerplay, da mischten dann auch Gamestar und alle anderen mit.
Mit der Qualität, die sie seit einiger Zeit bei den großen Reports bieten, sollten sie eigentlich auf einem guten Weg sein. Und dann schaut man auf die Abrufzahlen auf der Website und bei YouTube und versteht, dass es wohl noch ein lange Strecke ist... Trotzdem ist es gut, dass man sich auf den Marsch gemacht hat.