Outriders in der Vorschau: Sollen sich Destiny und The Division warm anziehen? - mit Video!
Shooter-Fans kennen und schätzen das polnische Studio People Can Fly. Mit Titeln wie Bulletstorm oder auch Gears of War: Judgement haben die Entwickler vorgeführt, dass sie sich im explosiven Genre bestens auskennen. Nun wollen die Polen mit Outriders Loot-Shootern wie The Division oder Destiny Konkurrenz machen. Wir waren bei den Entwicklern zu Besuch und sagen euch, wie viel Potenzial der Titel hat.
Ob nun die Destiny-, The-Division- oder auch Borderlands-Reihe - sogenannte Loot-Shooter gehören zu den Titeln, die sich aktuell nicht nur wie geschnitten Brot verkaufen, sondern auch unglaublich lange und mit viel Leidenschaft gespielt werden. Kein Wunder also, dass sich jetzt neben Bungie, Massive Entertainment und Gearbox auch die Shooter-Experten von People Can Fly zu Wort melden. Die polnischen Entwickler hinter Bulletstorm arbeiten seit nun knapp vier Jahren an Outriders, (jetzt kaufen 16,04 € ) den eigenen Worten nach ein Spiel, das sie seit der Studiogründung schon immer realisieren wollten. Das vielversprechende Projekt mag auf den ersten Blick eine große Ähnlichkeit mit den bekannten Genre-Größen haben, setzt aber auf ein Special-System mit kurzen Abklingzeiten, das uns zum einen viele taktische Möglichkeiten bietet, aber zugleich den Fokus auf Kämpfe in naher bis mittlerer Distanz legt.
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Wir waren bei den Entwicklern in Warschau zu Besuch und konnten vor Ort die ersten drei Stunden von Outriders ausprobieren - sowohl alleine als auch im Koop-Modus mit zwei weiteren Spielern. Da das Spiel laut Publisher Square Enix erst in einem knappen Jahr (Weihnachten 2020) erscheinen soll, haben wir uns beim Event auch nicht darüber gewundert, dass es noch Balancing-Probleme gab und gelegentlich kleinere Grafik-Bugs das Geschehen störten. Insgesamt waren wir vielmehr erstaunt darüber, wie gut Outriders bereits jetzt lange vor seinem Release funktioniert.
Outriders in der Vorschau: Kaputte Erde
Outriders entführt uns in eine düstere Zukunft, in der die Erde durch Kriege und eine starke Klimaveränderung unbewohnbar geworden ist. Die Menschheit hat als letzte Rettungsaktion zwei große Raumschiffe voller Kolonisten zum Planeten Enoch entsandt. Nach einer Reise von sage und schreibe 80 Jahren erreicht leider nur eines der Schiffe das Ziel. Aus ihrem Cryo-Schlaf geweckt, machen sich die sogenannten Outrider auf, um den paradiesisch wirkenden Himmelskörper voller grüner Wälder und malerischer Seen zu erkunden. Schon nach kurzer Zeit stoßen die Erkundungsexperten auf ein fremdes Signal, dessen Herkunft man sogleich ausfindig machen möchte. Doch auf dem Weg dorthin wirbelt ein Sturm die Truppe auseinander - einige der Outrider werden sogar durch die heftigen Winde in Stücke gerissen - und außerdem versagt auch jegliche Technik.
Quelle: Square Enix
Vor der Anomalie wirkt der Planet Enoch wie ein neues Paradies für die Menschheit.
Nur wenige der Experten schaffen es wieder zurück zur Landekapsel, der Sturm hat sie jedoch auf eine merkwürdige Weise verändert. Unser Alter Ego gehört zu diesen wenigen Überlebenden. Doch uns bleibt keine Zeit, die genauen Auswirkungen der Anomalie zu untersuchen. Stattdessen werden wir zu einem Cryo-Pod gebracht, wo wir auf Hilfe warten sollen. Die Hilfe kommt aber nie, erst 30 Jahre später erwachen wir aus dem Schlaf und müssen feststellen, dass sich der Planet Enoch stark verändert hat. Die einst paradiesische Welt ist zu einer Art Vorhölle nach Dante mutiert, in der sich die überlebenden Kolonisten gegenseitig bekämpfen und sich die einst grünen Landschaften in Wüsten verwandelt haben.
Die Zukunft der Menschheit scheint also alles andere als rosig zu sein. Immerhin stehen uns dank der Anomalie Superkräfte zur Verfügung, die uns je nach Klassenauswahl etwa zu einer Art Feuermagier oder zu Zeitmanipulationskünstlern machen. Mit einem Sturmgewehr in der Hand machen wir uns auf den Weg, um nach dem merkwürdigen Signal zu suchen. Schließlich könnte es die letzte Rettung der Menschheit sein.
Outriders in der Vorschau: Mehr als nur eine Kopie?
Quelle: PC Games
Wie etwa in The Division hocken wir uns hinter eine Deckung und nehmen von dort aus die Gegner aufs Korn.
In den ersten Spielminuten fühlten wir uns trotz der andersartigen Story stark an Destiny erinnert. Wir spielen zwar aus der Verfolgerperspektive wie etwa in The Division, doch die trostlose, schmutzige Spielwelt und die Gegner ähneln doch stark denen aus Bungies Erfolgs-Shooter-Reihe. Die Möglichkeit, Deckung zu suchen und von dort aus die fiesen Feinde aufs Korn zu nehmen, erinnert wiederum an Ubisofts Loot-Shooter. Ebenso hat das Inventarmenü eine große Ähnlichkeit mit den anderen Genregrößen und auch das Rollenspielsystem mit seinem recht einfach gestrickten Talentbaum. So machten wir uns ein wenig Sorgen, ob Outriders tatsächlich das Zeug hat, der beinharten Konkurrenz Paroli zu bieten. Doch zum Glück wurden wir eines Besseren belehrt. Dafür brauchte es aber eine Weile, denn die Besonderheit von Outriders steckt in seinen spielbaren Klassen und ihren tatsächlich riesigen Unterschieden.
Outriders in der Vorschau: Klassenunterschiede
Auf dem Event konnten wir drei der insgesamt vier Archetypen ausprobieren. Am Anfang spielten wir mit einem Devastator. Bei ihm handelt es sich um eine Art Tank-Klasse, die durch eine Spezialfähigkeit temporär eine steinerne Haut anlegen kann. Zudem können sich die Devastator in die Luft teleportieren und von dort in Sekundenschnelle auf eine Gegnergruppe springen. Als Spezialattacke verfügen sie obendrein über die Fähigkeit, die Erde an einer schmalen Spur beben zu lassen und so relativ großen Schaden an den Feinden zu verursachen. Im Laufe des Spiels werden wir auch noch weitere Spezialfähigkeiten freischalten, jedoch konnten wir bereits mit den dreien recht unterschiedlichen Taktiken anwenden. Zum Beispiel gab es die Möglichkeit, bei der ersten Sichtung einer Gegnergruppe zuerst aus der Luft zu ihnen zu springen, dann mit der Spezialattacke zwei oder auch drei Feinde zeitgleich auszuschalten, anschließend die steinerne Haut anzulegen und dann mit mehr Ruhe als sonst die restlichen Gegner zu killen. Eine andere Taktik von uns war es, zuerst auf eine Gegnergruppe zuzurennen, die Spezialattacke auszuführen und dann zu einem alleine stehenden Feind zu springen, ihn zu töten und dann die restlichen Widersacher mit einem Sturmgewehr oder einer Maschinenpistole auszuschalten.
Quelle: Square Enix
Wie der Name bereits andeutet, sind Pyromancer wahrhafte Feuerkünstler, die auf Flächenschaden setzen.
Die nächste Klasse, die wir ausprobiert haben, war der Pyromancer. Er ist am ehesten mit einem Feuermagier zu vergleichen, der auf flächendeckende Spezialattacken setzt. Zum einen kann der Pyro eine Flammenmauer auf die Gegner losschicken, die allen Feinden in Sichtweite schadet. Die unserer Meinung nach interessantere Fähigkeit war es aber, Feinde zu tickenden Zeitbomben zu machen. Sobald ein Fiesling stirbt, den wir mit der Thermal-Bomb-Attacke angegriffen haben, explodiert er und reißt so noch weitere Gegner mit in den Tod. Das sieht nicht nur spektakulär blutig aus, sondern ist vor allem gut gegen große Ansammlungen von Feinden. Apropos Gegner: Auf dem Event hatten wir das Gefühl, dass die Feinde zwar nicht unbedingt supersmart agieren, uns mit ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit das Leben aber echt schwermachen. Ob sich die KI bis zum Release noch gravierend ändern wird, können wir aktuell nicht sagen. Als wir die Entwickler auf die eher durchschnittliche Intelligenz der Gegner angesprochen haben, meinten sie, dass man in Outriders auf eine fortgeschrittene KI setzt, die mit den Konkurrenztiteln vergleichbar ist.
Quelle: PC Games
Am Ende einer Mission erwartet uns ein Bossgegner. Beim Event machte der erste große Fiesling zwar nicht allzu viel Schaden, hatte aber viel zu viel Lebensenergie.
Die letzte Stunde auf dem Event haben wir mit dem Trickster gespielt. Er ist wie gemacht für Leute, die lieber auf Nahkampfattacken statt Feuerwaffen setzen. Der Trickster kann zwar wie alle anderen Klassen auch jedes Gewehr im Spiel verwenden, den größten Schaden verursacht er aber mit seinen Fäusten. Damit man gegen bis an die Zähne bewaffnete Gegner eine Chance hat, kann er die Zeit manipulieren. Das ermöglicht ihm zum einen, sich hinter einen Feind zu teleportieren, und zum anderen, eine Sphäre zu erschaffen, in der alle Feinde verlangsamt werden. Zudem verfügt der Trickster über einen Schild, der mit der Anzahl getöteter Feinde stärker wird. Von den drei gespielten Klassen fanden wir den Trickster aktuell noch am stärksten. Seine Nahkampfattacke schaltet mehrere Feinde auf einmal aus und seine Zeitlupenkuppel hält so lange, dass man ohne Probleme mehrere Gegner sogar mit schwachen Gewehren ausknipsen kann.
Outriders in der Vorschau: Gutes Gunplay
Neben ihren unterschiedlichen Spezialfähigkeiten haben alle Klassen noch einen weiteren gravierenden Unterschied: Sie heilen sich jeweils auf eine andere Weise. Während der Trickster zum Beispiel seinen Lebensbalken auffüllt, indem er Feinde mit Nahkampfattacken ausschaltet, muss der Pyromancer Gegner mit Feuerangriffen töten. Mit der Heilmechanik wollen die Entwickler uns offensichtlich ein wenig an der Hand nehmen und uns dazu zwingen, unsere Klasse auch so zu spielen, wie sie gedacht ist. Uns hat das auf dem Event kaum gestört, denn wie bereits erwähnt, liegt die größte Stärke von Outriders in den Unterschieden zwischen Pyro, Devastator und Trickster. Was uns aber auch gut gefallen hat, war die Shooter-Mechanik. Man merkt einfach, dass die Entwickler bei People Can Fly wahre Genre-Experten sind, denn das Gunplay funktioniert schon jetzt richtig gut. Eine Shotgun fühlt sich zum Beispiel einfach wuchtig an, eine Maschinenpistole hingegen durch den geringen Rückstoß recht leicht. Das Trefferfeedback ist ebenfalls gelungen; wie schon in anderen Spielen des Studios platzen die Feinde gerne in tausend Stücke und so hatten wir wegen der gewollt übertriebenen Gewaltdarstellung unsere Freude daran, die monströsen Gegner zu killen.
Quelle: PC Games
An unterschiedlichen Gegnerarten mangelt es Outriders nicht. Die Pitbulls haben zum Beispiel keine Schusswaffen, dafür aber zwei Äxte.
Optisch ist Outriders wiederum zwar schon jetzt recht nett, sieht aber nicht wirklich besser als die bereits älteren Konkurrenztitel wie Destiny 2 oder The Division 2. Auf dem Event haben wir auf einem High-End-PC in 4K-Auflösung gespielt und waren trotzdem von der Grafik nicht wirklich überwältigt. Die Umgebungen waren aber schon recht abwechslungsreich und auch die Charaktermodelle und ihre Animationen wirkten aufwendig. Bitte versteht uns nicht falsch, Outriders merkt man auf jeden Fall an, dass es ein Triple-A-Titel ist, aber es sah in der von uns gespielten frühen Version nicht bahnbrechend aus. Da das Spiel auch für die nächste Konsolengeneration, sprich für die PS5 sowie Xbox Series X, angekündigt ist, hatten wir wohl eine etwas zu hohe Erwartungshaltung. Das kann sich natürlich noch in den nächsten Monaten ändern, da man mit Grafikfiltern und anderen Effekten noch viel mehr aus den recht detaillierten Umgebungen herausholen kann.
Outriders in der Vorschau: Macht einfach Spaß
Nach unseren drei ersten Spielstunden mit Outriders gingen wir mit einem guten Gefühl nach Hause. Das Spiel mag vielleicht in Sachen KI und Optik die Konkurrenz nicht übertrumpfen, dafür machte es richtig Laune - vor allem, wenn man mit den unterschiedlichen Spezialfähigkeiten der Klassen umgehen kann und so einen Gegner nach dem anderen platzen lässt. Da es beim Test von Outriders auch darauf ankommen wird, wie das Endgame ausfällt, wollen wir nach einer so kurzen Spielzeit den vielversprechenden Titel nicht mit zu viel Lob überschütten. Die Aussage aber, dass die Entwickler keine Lootboxen oder andere Pay2Win-Mechaniken einbauen wollen und ihr Spiel auch nicht als ein Games-as-a-Service-Titel ansehen, klingt mehr als gut. Ein Loot-Shooter, der neben Ausrüstungswerten auf Skill setzt, dürfte eben nicht nur bei uns gut ankommen.

Prinzipiell sieht es zwar nett aus, aber für mich, der z.B. in The Division lieber von "hinten" spielt, ist das Nahkampflastige Spiel eher nichts ...
Ach ja, und ich finde das ständige Braun/dreckig/ usw. schon jetzt nach dem Vorschauvideo etwas störend ... hoffe da gibt es noch andere Biome später.
Ähm... die neuen Konsolen werden das Rad auch nicht neu erfinden. Wenn die Dinger rauskommen, haben sie etwa die Leistung eines Mittelklasse-PCs und entsprechend sollte man nicht zu viel erwarten.
Destiny habe ich zu jedem Addon sehr gerne gespielt, wenn man aber dann nur noch pures Grinden vor sich hat und einfach keine neuen PVE Beschäftigungen nachkommen, bin ich da leider auch schnell wieder raus.
Ebenso an dem ewigen Recycling wie beim aktuellen Valentinstags-Event in Destiny, bei dem so ziemlich die Aufgaben und Items vom letzten Jahr zurückkehren.