Ori and the Blind Forest im Test: Gameplay à la Metroid

18
Test Felix Schütz - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Rührend: Zu Spielbeginn wird Ori von einer fürsorglichen Waldkreatur aufgenommen.
Quelle: PC Games

Nie war hüpfen schöner: Mit fantastischer 2D-Grafik und aufwühlender Musik geht Ori glatt als modernes Kunstwerk durch. Doch auch die inneren Werte stimmen: Hinter der Pracht-Fassade steckt ein knackiger Metroidvania-Plattformer, der sich ähnlich gut spielt wie er aussieht. Ori and the Blind Forest im Test für PC und Xbox One.

Action-Adventure à la Metroid

Im Kern ist Ori and the Blind Forest ein typisches Metroidvania-Spiel. Die zeichen sich vor allem dadurch aus, dass man wichtige Upgrades in der Spielwelt sammelt, um damit weitere Levelabschnitte zu erreichen und Secrets zu entdecken. Ori hält sich streng an diese Formel und so erbeuten wir nach und nach neue Fertigkeiten und Upgrades, beispielweise einen Doppelsprung, eine Kletterfunktion oder eine Stampfattacke, An solchen Bäumen lernt Ori neue Fertigkeiten, etwa einen Doppelsprung oder eine Stampfattacke. Quelle: PC Games An solchen Bäumen lernt Ori neue Fertigkeiten, etwa einen Doppelsprung oder eine Stampfattacke. mit der Ori poröse Böden zerdeppern kann. Der Großteil dieser Fähigkeiten gewinnt leider keinen Innovationspreis, doch immerhin ein Skill ist ziemlich originell: Mit einem Dash-Manöver kann Ori sich an gegnerischen Geschossen und bestimmten Objekten "entlangschleudern", was für ein paar aufregende Geschicklichkeitspassagen sorgt.

In einer Vulkanhöhle soll Ori beispielweise von einem Feuerball zum nächsten hechten, natürlich ohne dabei in die tödliche Lava zu fallen, während Ori nebenbei noch Geschosse zu ihren Gegnern zurückzulenken muss – ein hübsch vertrackter Mix aus Rätsel und Jump & Run, der dank der hervorragenden Steuerung prima von der Hand geht. Ebenfalls schön: Je mehr Upgrades wir erbeuten, desto flotter kommen wir auch vorwärts – ehemals unüberwindbare Abgründe überquert Ori dann in Windeseile, so kann das Geisterkind die Welt immer gründlicher erforschen und nach weiteren Verbesserungen absuchen, die seinen Lebenskraft- und Manavorrat erweitern. Dadurch hält sich auch das Backtracking (ein typisches Metroidvania-Merkmal) in erträglichen Grenzen.

Im Talentemenü schalten wir mächtige Verbesserungen für Ori frei. Quelle: PC Games Im Talentemenü schalten wir mächtige Verbesserungen für Ori frei. Zusätzlich sammelt Ori Erfahrungspunkte, die ab einer bestimmten Menge in Fähigkeitenpunkte umgerechnet werden. Letztere stecken wir in drei kleine Talentbäume, mit der sich Oris Eigenschaften stark verbessern lassen. So schalten wir beispielweise einen stärkeren Funkenangriff frei oder erhalten Markierungen auf der Karte, die uns zu unentdeckten Secrets führen. Am Ende eines Talentbaumes lernt Ori sogar einen Dreifachsprung, den man so früh wie möglich freischalten sollte – er macht viele Geschicklichkeitspassagen im späteren Spielverlauf bedeutend einfacher.

Tipp: Was ist ein "Metroidvania"? Die Antworten gibt's in unserem Special.

Checkpoints in Eigenregie

Stachelige Wände, Lavagruben, tödliche Strahlen - es gibt massenhaft Gelegenheiten, um in Ori draufzugehen, insbesondere in einigen der vertrackteren Sprungpassagen. Darum haben sich die Entwickler ein schlaues System ausgedacht: Wir drücken einfach die A-Taste, um unser Spiel an diesem Ort zu speichern. Sollte Ori sterben, wird er dann in Sekundenbruchteilen an genau diesem Punkt wiederbelebt. Das System ist großzügig, denn zum Speichern benötigt man lediglich einen Energiepunkt, von denen man aber jede Menge in der Spielwelt findet. Natürlich sind Quicksaves für PC-Spieler nichts Neues, doch in einem Jump & Run ist das Konzept sehr ungewöhnlich.

Auf der Flucht droht Frustgefahr

Gegen Spielende warten die kniffligsten Umgebungspuzzles. Unfair wird das aber nie. Quelle: PC Games Gegen Spielende warten die kniffligsten Umgebungspuzzles. Unfair wird das aber nie. Trotz selbstgemachter Speicherpunkte spielt sich Ori angenehm fordernd, der Schwierigkeitsgrad ist über weite Strecken fair. Lediglich in drei besonderen Szenen haben wir herzlich geflucht: Ori muss im Spielverlauf drei "Tempel" erkunden und dort die jeweiligen Energiequellen aktivieren. Ist das erledigt, folgt jedes Mal eine rasante, unbarmherzige Fluchtsequenz, in der Ori so schnell wie möglich das Weite suchen muss. Egal ob man vor riesigen Wassermassen flüchtet, durch eine brennende Höhle hetzt oder herabstürzenden Trümmern ausweicht: wer hier einen Fehler macht, wird erbarmungslos bestraft. Die Schnellspeicher-Funktion ist dabei abgeschaltet, was bedeutet: Wenn Ori hier stirbt, wird die Fluchtsequenz komplett zurückgesetzt und beginnt von Neuem. Man hat also keine Wahl, als einen Versuch nach dem nächsten zu starten und den Abschnitt auswendig zu lernen und, bis man den Bogen raus hat. Für die letzte Fluchtsequenz haben wir locker 20 Anläufe gebraucht – da schlägt die Freude dann schnell in Frust um.

Die ersten 20 Minuten aus Ori and the Blind Forest

Bildergalerie

18
  1. Seite 1 Ori and the Blind Forest im Test: Fantasy-Märchen mit klasse Optik
  2. Seite 2 Ori and the Blind Forest im Test: Gameplay à la Metroid
  3. Seite 3 Ori and the Blind Forest im Test: Fazit & Wertung
    • Kommentare (18)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von BurningCat Gelegenheitsspieler/in
        wo kann man es denn antesten?:)
      • Von BurningCat Gelegenheitsspieler/in
        wo kann man es denn antesten?:)
      • Von RedDragon20 Mitglied
        Das Spiel gekauft, installiert und für anspruchsvoll, kunstvoll und genial befunden. Wunderbares Spiel, das seine 20 Euro bei Steam wert war.
      • Von Triplezer0 Hobby-Spieler/in
        Wunderschönes Spiel, wurde nach kurzem antesten sofort gekauft :-)

        Nur 268 Tode xD
      • Von sauerlandboy79 Mitglied
        Zitat von FelixSchuetz
        Für Ori lass ich jedes Rayman liegen. ;-) Mich sprechen Metroidvanias deutlich mehr an.
        Bei mir ist es genau umgekehrt.

        Diesem Spiel würde ich nichtsdestotrotz eine Chance geben.
      • Von Felix Schuetz Redakteur
        Zitat von Zebediah87
        Für mich Bestes Spiel 2015 Dem Spiel merkt man einfach an wieviel liebe darein gesteckt wurde.
        2015 geht ja noch eine Weile. ;-) Aber ich denke auch, dass Ori zum Jahresende den ein oder anderen Preis abräumen wird.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 07/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk