Of Orcs and Men im Test - Das hat uns gefallen
Orks hielten bislang immer als Bösewichter in Videospielen mit Fantasy-Szenario her - im neuen Rollenspiel der Game of Thrones-Macher von Cyanide und Spiders übernehmen die Grünhäute zur Abwechslung mal den Part der Helden. Das klappt erstaunlich gut, auch wenn der frische Story-Ansatz euch weit besser unterhalten dürfte als die dürftigen Spielmechaniken.
Das hat uns gefallen
Spannende Handlung mit ernsten Themen
Die ungewöhnliche Ausgangssituation liefert Stoff für einen interessanten Plot, der Startschwierigkeiten hat, aber etwa nach der Hälfte der zwölf Spielstunden an Fahrt gewinnt. Die Erzählung kokettiert mit ernsten Themen a la Vertreibung oder gesellschaftlicher Wandel, verpackt in eine Fantasy-Erzählung. Das Spiel greift dabei Videospiel-Stereotypen wie das Märchen vom bösen Ork auf und untersucht sie aus einem neuen Blickwinkel – dem der Orks und Goblins.
Sympathische Helden mit Sinn für Humor
Ork Arkail und Goblin Styx sind die Anti-Helden schlechthin und können einander nicht ausstehen. Diese Ausgangssituation liefert viel Stoff für scharfzüngige Dialoge und witzige Pointen. Den Entwicklern ist die Balance aus Humor und Ernsthaftigkeit sehr gut gelungen. Im Lauf der Geschichte gewinnen die Protagonisten zudem noch an Tiefe, nachdem sie zu Beginn eher wie die typischen (wenn auch grünen) Abziehbildhelden wirken. Die menschlichen Nebencharaktere der Erzählung stehen im Vergleich klar zurück.
Im Ansatz komplexes Kampfsystem
Im Kampf verläuft das Geschehen nach einem Druck auf die Leertaste in Zeitlupe. Anschließend markiert ihr für jeden eurer Charaktere ein Ziel und wählt aus zwei Fähigkeitsrädern bis zu vier Spezialangriffe aus, welche diese nacheinander abarbeiten. Zusätzlich gibt es noch Spezialaktionen, mit denen ihr die Lebensregeneration der Helden beschleunigt (Heiltränke: Fehlanzeige!) oder einem bewusstlosen Partner wieder auf die Beine helft.
Gut: Figuren können mit jeder Menge Zustände wie "Vergiftet", "Betäubt" oder "Blutend" belegt sein, zudem reagieren unterschiedliche Gegnertypen jeweils anders auf defensive und offensive Fähigkeiten. Lanzenträger etwa kontern Arkails brutale Schläge relativ einfach, sind aber verwundbar durch Styx' Messerwürfe.
Außerdem gilt es, auf Arkails Wutbalken zu achten: Steckt der Ork zu viel Schaden ein, läuft er Amok. Dann verursacht er hohen Schaden, ignoriert aber eure Tastenkommandos. Wenn es dumm läuft, streckt er dabei sogar seinen Kollegen Styx nieder. Der Goblin wiederum wird auf Knopfdruck unsichtbar. So lassen sich einzelne Widersacher vor Kampfbeginn ausschalten.
Einige gute Leveldesign-Ideen
Während die Entwickler euch in der ersten Spielhälfte viel Standardkost bieten, beweisen sie gegen Ende ein Tacken mehr Kreativität. Positiv in Erinnerung geblieben ist uns zum Beispiel ein Schleich-Level, in dem wir lediglich Styx kontrollieren und uns im Tarnmodus an Wachen heranschleichen. Allerdings fällt dabei die beschränkte Gegner-KI besonders stark auf, marschieren die Soldaten doch ungerührt an den herumliegenden Leichen ihrer Kameraden vorbei.
Gut gefallen hat uns auch eine Traumsequenz, in der wir auf magische Weise das Unterbewusstsein der beiden Helden bereisen. Dabei sehen sich die Protagonisten mit ihrer Vergangenheit konfrontiert und der Spieler trifft eine gewichtige Entscheidung über die Talentauswahl der Grünhäute.
Stimmungsvolle Musik
Die Soundkulisse erzeugt mit Chorgesängen und packender Fiedelmusik eine zünftige Fantasy-Atmosphäre. Hektische und ruhige Passagen wechseln sich ab; in Kämpfen rumst und kracht es, bei einem Spaziergang auf einem schneebedeckten Gipfel unterstreichen sanfte Klänge die raue Schönheit der Umgebung und in der Traumsequenz (siehe vorherigen Abschnitt) klingt alles bedrohlich, düster und auf verhängnisvolle Weise falsch.
Ordentliche Technik
Die Technik ist ausgereifter als in Game of Thrones: Die Gesichter der Helden sehen sehr detailliert aus und die Texturen sind dank großzügig verteilter Glanzeffekte überwiegend gelungen. Manche Hintergrundobjekte und die Rüstungen der Charaktere wirken dagegen verschwommen. In Kämpfen und Dialogen fallen zudem die abgehackten Animationen negativ auf. Insgesamt passt die Optik aber.

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edit: Ah, ist nicht der gleiche Artikel, noch verwirrender.
Wie es aber bei solchen geistig unüblichen Ergüssen aber üblich ist, so werden solche Spiele immer entweder richtig geil... oder richtig scheiße. Dann ist es auch nicht schwer zu entscheiden ob man es sich kauft oder nicht.
Momentan weiß ich nicht was ich davon halten soll, weil's halt so nen Mittelding ist. Werde wohl warten bis es mal bei Steam im Angebot ist, oder es eine diverse SteamKey-Seite für 20€ oder ähnliches drin hat.
Schade, super Idee, wohl nicht gut genug dran rumgewerkelt...