Besser als Bethesda und CD Projekt Red? So wurde Obsidian Entertainment zum Rollenspiel-Giganten!

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Besser als Bethesda und CD Projekt Red? So wurde Obsidian Entertainment zum Rollenspiel-Giganten!
Quelle: Microsoft

Auch Rollenspiel-Gigant Obsidian Entertainment hat einmal klein angefangen. Hier geben wir einen kurzen Einblick in die Höhen und Tiefen der Entstehungsgeschichte des beliebten Studios.

Das US-amerikanische Entwicklerstudio Obsidian Entertainment gehört unter Rollenspiel-Fans zu den beliebtesten Gaming-Entwicklern. Durch ihre kreativen Welten, ausgereifte Rollenspielmechaniken und besonders durch ihren ganz eigenen Humor erfreuen sich die Spiele des Studios an einer weitreichenden Beliebtheit.

Heute hat zumindest jeder, der sich ein wenig mit der Videospielszene beschäftigt, schon einmal den Namen Obsidian Entertainment gehört, besonders, da das Studio seit der Übernahme 2018 eng mit Microsoft verwoben ist. Doch wie die meisten Firmen hat auch Obsidian Entertainment klein angefangen und sich in weniger als 20 Jahren zu einer der bedeutendsten Tochtergesellschaften Microsofts entwickelt.

Ein Dachboden voller Ideen: Die Anfänge von Obsidian Entertainment

Als Kernteam der Black Isle Studios waren die fünf Gründer Feargus Urquhart, Chris Avellone, Chris Jones, Chris Parker und Darren Monahan durch jahrelange Zusammenarbeit bereits miteinander vertraut und teilten die gleichen Vorstellungen und Ambitionen in Bezug auf die Art von Spielen, die sie erschaffen wollten.

Black Isle Studios wurde als Teil von Interplay Entertainment 1996 mit der Spezialisierung auf Rollenspiele gegründet. Besonderen Erfolg erzielte das Studio mit Titeln wie Fallout und Fallout 2, aber auch mit Baldur's Gate. Bis sie schließlich die Dungeons-and-Dragons-Lizenz verloren und aus finanziellen Gründen die Fallout-Lizenz an Bethesda veräußern mussten.

Im Juni 2003 kamen Urquhart, Avellone, Jones, Parker und Monahan schließlich zu dem Entschluss, dass es Zeit sei für etwas Neues, etwas Eigenes: Obsidian Entertainment war geboren. Da das neu gegründete Studio mit sehr begrenzten Mitteln startete, diente Feargus Urquharts Dachboden zunächst als Büro.

In Zusammenarbeit mit Simon Jeffrey, damaliger Leiter von LucasArts, erhielt Obsidian seinen ersten Auftrag: Star Wars: Knights of the Old Republic 2. BioWare hatte den Vorgänger entwickelt, aber kein Interesse daran, die Fortsetzung selbst zu gestalten. Die schon damals etablierten RPG-Experten stellten Obsidian allerdings zwei Entwickler aus ihrem Team zur Seite, die dem frisch gebackenen Studio bei der Umsetzung helfen sollten.

Star Wars: Knights of the Old Republic 2 Quelle: Steam Trotz eines engen Entwicklungszeitraums und begrenzten Ressourcen kam KotOR 2 bei Spielern und Kritikern gut an, wurde zum Beispiel von IGN mit dem Editor's Choice Award ausgezeichnet und 2006 für den Saturn Award in der Kategorie "Best Video Game Release (Science Fiction)" nominiert. Der Grundstein für das junge Studio war gelegt.

Entlassungen und Existenzängste: Ein Unternehmen am Scheideweg

Durch Simon Jeffrey, der inzwischen von LucasArts zur Leitung von SEGA gewechselt hatte, bekam Obsidian weitere Lizenz-Aufträge zur Umsetzung, darunter das Spionage-RPG Alpha Protocol im Stil alter James-Bond- und Jason-Bourne-Filme, sowie ein Alien-RPG in Ridley Scotts Universum.

Obsidian setze große Ambitionen auf das Alien-Projekt, bekam von SEGA ein höheres Budget und eine längere Timeline und entwickelte für das perfekte Alien-Design sogar seine eigene Engine "Onyx". Aufgrund von Unzufriedenheit mit Fortschritt und Arbeitsprozessen fasste SEGA allerdings 2009 den Entschluss, das Projekt zu canceln. Dadurch sah sich das sechs Jahre junge Entwicklerstudio mit einem herben Rückschlag konfrontiert, der eine Entlassungswelle zur Folge hatte.

Zu diesem Zeitpunkt starteten die ersten Gespräche mit Bethesda über die Entwicklung von Fallout: New Vegas. Das war ein großer Deal, der das Studio aus seiner schwierigen Lage retten sollte. Immerhin zählt das RPG trotz jeder Menge Bugs zu und nach seinem Release bis heute zu den besten Rollenspielen aller Zeiten.

Durch den Erfolg von Fallout: New Vegas beflügelt, wollte Obsidian mehr Fokus auf eigene IPs legen und begann einen Pitch für Stormlands bei mehreren Publishern vorzulegen, für den 2011 ein Deal mit Microsoft geschlossen wurde. Das Studio hatte große Hoffnungen, dass es mit Stormlands und der Unterstützung von Microsoft den Sprung zum AAA-Entwickler schaffen würde. Doch unglücklicherweise ging der Sprung in die andere Richtung.

Fallout: New Vegas Quelle: Bethesda Nach Vertragsabschluss teilte Microsoft Obsidian einen neuen Executive Producer zu, der sehr viele Änderungen an der ursprünglichen Idee des Spiels, den Entwicklungsschwerpunkten und dem Budget vernehmen wollte. Neue Ideen seitens Obsidians wurden abgelehnt, da sie zu einem erhöhten Budget oder einer längeren Entwicklungszeit geführt hätten, was dazu führte, dass sich Studio und Publisher schnell voneinander distanzierten und sich die Mitarbeiter von Obsidian schließlich nicht in der Lage sahen, die Wünschen und Vorstellungen Microsofts umzusetzen. Sowohl technisch als auch konzeptionell stieß das Team an seine Grenzen.

Bildergalerie

2012 cancelte Microsoft, nach vielen Diskussionen, letztlich das Projekt Stormlands und die zweite und größte Entlassungswelle in der Geschichte Obsidians stand vor der Tür. Innerhalb von 24 Stunden war das Studio gezwungen, eine Vielzahl an Mitarbeitern zu entlassen. Über den verbliebenen Mitarbeitern schwebte die Angst, wie es jetzt weitergehen würde, nachdem man sich mit Microsoft überworfen hatte. Die Zukunft des Studios stand auf der Kippe.

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    • Kommentare (15)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Limerick Spiele-Enthusiast/in
        Zitat von Sardaykin80
        Ich frage mich bei solchen Aussagen immer, wo die ganzen Rollenspiele sind, die so viel moderner/besser sind? Witcher 3 und Cyberpunk77 mal ausgeklammert, die haben aber auch ihre Problemchen.
        Sehe ich ähnlich wie Du.
        Bethesda & Co werden jetzt an den Benchmarks gemessen, die sie selbst vor Jahren gesteckt haben. Das heißt aber nicht, das sie im RPG Genre plötzlich outdated sind. Welcher andere Hersteller schafft RPGs mit mehr Entscheidungsfreiheit als Bethesda? Welches Studio schafft es, das Dialoge und Entscheidungsfindungen derart viel Einfluss auf die Gestaltung der Spielwelt haben, wie Obsidian? Wer kann verrücktere und außergewöhnlichere Quests basteln als CDPR?
        RPGs bleiben immer sehr komplex. Bei einem guten und großen RPG erwartet niemand ein fehlerfreies Spiel. Bei einem RPG zählt für mich immer, wie sehr es eine Welt schafft, dass man voll in sie eintauchen kann, nicht aufhören kann zu spielen und wo der Progress und das upleveln des eigenen Charakters diese schöne wohlige Gefühl vermittelt etwas im Spiel erreicht zu haben. Das sind die Faktoren, die Bethesda, Obsidian und CDPR für mich zu den drei besten Studios im Genre machen. Und früher auch mal Bioware. Nur haben die qualitativ leider so stark nachgelassen, dass sie nicht mehr zur ersten Riege gehören. Auch wenn sie mit dem jüngsten Dragon Age Ableger wieder klar in die Richtigung gehen. :)
      • Von Limerick Spiele-Enthusiast/in
        Zitat von Sardaykin80
        Ich frage mich bei solchen Aussagen immer, wo die ganzen Rollenspiele sind, die so viel moderner/besser sind? Witcher 3 und Cyberpunk77 mal ausgeklammert, die haben aber auch ihre Problemchen.
        Sehe ich ähnlich wie Du.
        Bethesda & Co werden jetzt an den Benchmarks gemessen, die sie selbst vor Jahren gesteckt haben. Das heißt aber nicht, das sie im RPG Genre plötzlich outdated sind. Welcher andere Hersteller schafft RPGs mit mehr Entscheidungsfreiheit als Bethesda? Welches Studio schafft es, das Dialoge und Entscheidungsfindungen derart viel Einfluss auf die Gestaltung der Spielwelt haben, wie Obsidian? Wer kann verrücktere und außergewöhnlichere Quests basteln als CDPR?
        RPGs bleiben immer sehr komplex. Bei einem guten und großen RPG erwartet niemand ein fehlerfreies Spiel. Bei einem RPG zählt für mich immer, wie sehr es eine Welt schafft, dass man voll in sie eintauchen kann, nicht aufhören kann zu spielen und wo der Progress und das upleveln des eigenen Charakters diese schöne wohlige Gefühl vermittelt etwas im Spiel erreicht zu haben. Das sind die Faktoren, die Bethesda, Obsidian und CDPR für mich zu den drei besten Studios im Genre machen. Und früher auch mal Bioware. Nur haben die qualitativ leider so stark nachgelassen, dass sie nicht mehr zur ersten Riege gehören. Auch wenn sie mit dem jüngsten Dragon Age Ableger wieder klar in die Richtigung gehen. :)
      • Von OField Mitglied
        Zitat von Sardaykin80
        Ich sehe bei Starfield schon eine deutliche Evolution.
        Wo? In der Story, die noch schlechter ist als von Skyrim?
        Oder den Copy Paste POIs?
        Oder den 1000 leeren Planeten?
        Oder dem noch sinnfreieren Settlement Building als in FO4?
        Oder den super langweiligen Companions?

        Ich mein das nicht mal verspottend, ich sehe es einfach nicht.
      • Von Sardaykin80 Anfänger/in
        Zitat von OField
        Liegen wir mit unseren Aussagen weit auseinander? Denn ich sehe in der Tat nicht, wie The Outer worlds besser ist als Fallout new vegas, oder Starfield besser als Fallout 4 oder Skyrim. Anders sieht es bei Larian aus, Die Steigerung bei DOS -> DOS2 -> BG3 war bisher jedes mal signifikant.
        The Outer Worlds sollte man separat betrachten, da mit deutlich weniger Budget entwickelt, als Fallout NV.

        Ich sehe bei Starfield schon eine deutliche Evolution. Ohne das Fallout76-Gehampel wäre aber sicher noch mehr drin gewesen.

        Bei BG3 fällt mir schwer, eine große Revolution zu sehen. Es ist einfach ein aufwendigeres DOS2. Allerdings hat es mich deutlich weniger gefesselt als erhofft, besonders weit habe ich es nicht gespielt.
      • Von OField Mitglied
        Zitat von Sardaykin80
        Ich frage mich bei solchen Aussagen immer, wo die ganzen Rollenspiele sind, die so viel moderner/besser sind? Witcher 3 und Cyberpunk77 mal ausgeklammert, die haben aber auch ihre Problemchen.
        Liegen wir mit unseren Aussagen weit auseinander? Denn ich sehe in der Tat nicht, wie The Outer worlds besser ist als Fallout new vegas, oder Starfield besser als Fallout 4 oder Skyrim. Anders sieht es bei Larian aus, Die Steigerung bei DOS -> DOS2 -> BG3 war bisher jedes mal signifikant.
      • Von sauerlandboy79 Mitglied
        Ich vermag keine Vergleiche zwischen den Studios anzustellen weil ich eigentlich kein überzeugter Rollenspiel-Fan bin, jedoch steht Obsdian als einziger von den genannten Studios in ner günstigen Position.

        Alpha Protocol und The Outer Worlds haben mich als Nicht-Genre-Fan trotzdem irgendwie geködert - und das erfolgreich. Stories sind deren große Stärke und zugänglich sind sie obendrein.

        Auf TOW2 freue ich mich wie Bolle, und das vielfach hochgelobte Pentiment werde ich mir auch irgendwann anschauen.
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