New World in der gamescom-Vorschau: Das neue Sandbox-MMORPG von Amazon

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Special Philipp Sattler - Redaktionsleiter Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
New World in der gamescom-Vorschau: Das neue Sandbox-MMORPG von Amazon
Quelle: Amazon

Wer dachte, die Zeiten von gewaltigen MMORPGs seien schon seit Jahren vorbei, den belehrt Amazon nun eines Besseren. Das Unternehmen hat richtig viel Geld in die Hand genommen und über die vergangenen Jahre ein Sandbox-MMO erschaffen, dessen eigene Ansprüche kaum in Worte zu fassen sind. Wir durften uns im Rahmen der gamescom 2018 erstmals selber davon überzeugen, ob New World das Zeug dazu hat, andere Genre-Größen vom Thron zu schubsen.

Amazon ist nicht gerade dafür bekannt, in kleinem Maßstab zu denken. Das war offensichtlich auch nicht der Fall, als man sich vor einigen Jahren dazu entschloss, ein MMORPG auf die Beine zu stellen. Statt das Geld lieber in günstigere Projekte zu stecken, nahmen die Verantwortlichen richtig viel Kohle in die Hand, gingen ein großes Risiko ein und erschufen mit New World (jetzt kaufen ) ein Sandbox-MMORPG, das sich nicht vor anderen Spielen verstecken soll. Und das in Zeiten, in denen Online-Rollenspiele ihre große Hype-Zeit eigentlich schon lange hinter sich gelassen haben. Allein dafür muss man den Entwicklern hinter Amazon schon Respekt zollen. Aber hält das MMORPG auch das, was die Entwickler sich davon versprechen? Im Rahmen der gamescom 2018 hatten wir erstmals die Gelegenheit, selber Hand anzulegen und - geführt von Entwicklern - die Welt von New World kennenzulernen.

New World: Kein Fantasy, dafür 17tes Jahrhundert

Schon damit hebt sich New World von den meisten anderen MMORPGs auf dem Markt ab. Statt auf klasische Fantasy zu setzen, bleiben die Entwickler lieber in der (halbwegs) realen Welt. Unser Helden bewegen sich dabei durch ein alternatives 17tes Jahrhundert und wir treiben auf einem abgeschotteten Kontinent unser Unwesen. Als Waffen greifen wir also nicht auf magische Schwerter oder Feuerbälle zurück, sondern Bögen, Piken, Streitäxte und auch schon rudimentäre Schusswaffen wie Musketen.

Dabei sind wir von jeder Menge feindseliger Natur, mysteriösen Orten und natürlich anderen Spielern umgeben - immerhin ist PvP der Hauptaspekt des Spiels. Obwohl es durchaus möglich ist, alleine sein Glück zu versuchen, setzt New World ganz klar auf gemeinsames Spielen in Gilden. Diese können - so sie gut zusammenarbeiten - ganze Gebiete der Karte besetzen und im Kampf gegen andere Gruppen verteidigen. Und genau hier liegt auch der Fokus von New World. Questgeber sucht ihr in den reinen Sandbox-MMORPG vergebens.

New World: Wir starten als kleiner Hänfling

New World in der gamescom-Vorschau. (3) Quelle: Amazon New World in der gamescom-Vorschau. (3) Unser Reise, die wir gemeinsam mit einem der Entwickler antreten, beginnt in einem winzigen Lager, das eigentlich kaum mehr als ein Lagerfeuer mit ein paar Zelten ist. Dies Lager spielen, zumeist in größeren Ausführungen, eine große Rolle in New World. Sie sind der Dreh- und Angelpunkt für eure gemeinsamen Aktivitäten mit eurer Gilde. Hier könnt ihr Dinge lagern und je nach Umfang des Lagers auch Kochen, Schmieden oder anderen Handwerkstätigkeiten nachgehen.

Unser Held startet bereits mit ein paar Stofffetzen am Körper und einem winzigen Schwert, das in anderen MMORPGs eher als Dolch durchgehen würde. Die erste Aufgabe, die uns die Entwickler und nicht das Spiel stellen, ist, einen Wolf in der Welt zu finden, ihn zu töten und ihm das Fell über die Ohren zu ziehen. Dafür müssen wir uns aber erstmal ein Kürschnermesser herstellen, wofür wir wiederum einen scharfen Feuerstein und etwas Holz brauchen. Unter Anleitung der Entwickler ist beides schnell gefunden und per Tastatur-Shortcut legen wir mit unserer Holzfälleraxt einen Baum um und sammeln Feuersteine zwischen den Gesteinsbrocken. Anschließend stellen wir unser mobiles Lager auf, das auch als Respawn-Punkt gilt und daher besonders praktisch ist, auf und basteln uns unser Kürschnermesser. Spieler-Charaktere im Kampf mit einem Bären im MMO New World von Amazon Quelle: Amazon New World in der gamescom-Vorschau. (5)

New World: Wölfe und Soldaten statt Monstern und Magie

Mit dem Messer im Gepäck machen wir uns auf die Jagd nach den Wölfen, die schnell gefunden sind. Unserer großartigen Kampfeskunst sei dank, liegt der Wolf nach wenigen Schlägen auf der Erde und muss sein Fell an uns abtreten. Ein wenig rohes Fleisch gibt es direkt noch obendrauf. Mit dem Fleisch machen wir uns auf den Weg in eines der Hauptlager unserer Gilde, das die Entwickler freundlicherweise bereits vorher für uns erbaut haben, womit sie uns mehrere Stunden Spielzeit erspart haben. Dort kochen wir unser Fleisch zu nahrhaftem Essen und schnappen uns zudem noch etwas Wasser aus dem Brunnen. Zudem rüsten uns die Entwickler mit hochwertigeren Tier-3-Rüstungen und Waffen aus. Ganz Rollenspiel-typisch haben diese bessere Werte und steigern damit unsere Überlebensfähigkeit und unsere Angriffskraft. Das ist auch bitter nötig, denn jetzt stürzen wir uns in den PvP-Kampf, der ja das eigentliche Ziel in New World ist.

New World: Angriff auf das feindliche Lager

Auf dem Weg zum feindlichen Lager flüchten wir noch kurz vor einigen wilden Bären, die uns eindrucksvoll beweisen, dass die Natur für niedrigstufige Helden durchaus gefährlich ist. Am gegnerischen Lager angekommen, stehen wir dann vor dem ersten Problem. Wie sollen wir die hohe Palisade New World in der gamescom-Vorschau. (4) Quelle: Amazon New World in der gamescom-Vorschau. (4) überwinden, ohne dabei vom Gegner niedergemetzelt zu werden. Glücklicherweise gibt es im 17ten Jahrhundert schon Schießpulver und so legen die Entwickler schlicht ein kleines Fässchen davon an die Holzwand und sprengen kurzerhand eine Seite auf. Wir stürmen sogleich hinein und metzeln und durch die gegnerischen Reihen.

Das Kampfsystem ist dabei sehr actionreich und aktiv, aber nicht besonders anspruchsvoll. Rechte Maustaste Blocken, Linke Maustaste Angreifen und per Q-Taste lassen sich Spezialattacken starten. Jeder Block oder Angriff kostet uns zudem Punkte unserer Actionbar, die sich mit der Zeit wieder auffüllt. Durch Trinken von Wasser können wir das übrigens ein wenig beschleunigen. Lediglich anvisieren müssen wir selber, um nicht vorbei zuschlagen. Allerdings hilft es uns dabei, dass wir Gegner per mittlerer Maustaste markieren können, wodurch unser Charakter ihm zumindest halbherzig folgt.

New World: Jeder kann alles - wenn er genug Zeit hat

Nachdem wir die Basis eingenommen hatte, war die Demo-Runde auch schon zu Ende. Wir haben die Zeit nutzen können, um uns das Skill-System etwas genauer anschauen zu können. Da ihr euch in New World nicht zwischen verschiedenen Klassen entscheiden müsst, individualisiert ihr euren Charakter durch das Verteilen von Talentpunkten. Neben euren Fertigkeiten im Kampf lassen sich auch handwerkliche Fähigkeiten steigern. So könnt ihr euch beispielsweise zum Meisterschied hocharbeiten oder der wertvollste Erzsammler eurer Gilde werden. Durch das recht komplexe Handwerkssystem, das derzeit nur rudimentär implementiert ist, werden viele verschiedene Fähigkeiten gebraucht, um wirklich Waffen oder andere Gegenstände von hoher Qualität herzustellen. Allerdings gibt es aktuell kein Limit fürs Leveln und die Entwickler haben auch nicht vor, eins zu implementieren. Das bedeutet, dass fleißige Spieler sich irgendwann in allem spezialisieren könnten und Zeit ein Schlüssel zum Sieg ist.

New World: Endloses Ringen um die Vorherrschaft

Das Ziel des Spiels ist es übrigens, möglichst viel Ländereien auf dem gewaltigen Kontinent für sich zu beanspruchen und dann natürlich auch zu halten. Je größer dieses Gebiet ist, desto schwerer ist es natürlich zu verteidigen, was für ein permanentes hin und her sorgen soll. Wer versucht, sich alleine durchzuschlagen, hat hingegen kaum eine Chance - was auch so gedacht ist. New World ist ganz klar auf das gemeinsame Spielen als große Gruppe ausgelegt.

Wann New World veröffentlicht wird, steht derzeit noch in den Sternen. Die Entwickler peilen 2019 an, was aber sehr ambitioniert erscheint. Gerade in technischer Hinsicht wartet noch einiges an Arbeit auf die Entwickler. Aufploppende Grafiken, jede Menge Glitches und hölzerne Bewegungsanimationen stehen da beispielsweise auf der Liste. Auch das Handwerkssystem und die Talente waren zwar angedeutet, aber größtenteils noch nicht nutzbar.

Meinung

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    • Kommentare (11)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Drake802 Gelegenheitsspieler/in
        Zitat von McDrake
        Sie haben ihre Engine und ihre Server.
        Also warum nicht sowas?
        Weil PVP only ein Zeugniss dafür ist, das ein Entwickler (nicht nur Amazon) entweder nicht die Fähigkeiten hat eine vernünftike Questreihe zu bauen oder mit möglichst wenig Geldeinsatz, möglichst viel Gewinn raus schlagen will. In den meisten Fällen dürfte es letzterres sein.
        Das ist zwar verständlich aber für jeden der sich nicht nur mit anderren "kloppen" will oder sich nicht ständig Gedanken darum machen will das hinter der nächsten ecke ein anderer Spieler wartet um einem den gar aus zu machen eben ärgerlich.
        Immerhin gibt es immer öfters Spiele die sich auf PvP only konzentrieren.

        Spiele mit getrennten PvE und PvP Zonen oder Servern wo jeder selbst entscheiden kann wie er am liebsten spielt scheinen aus der Mode zu kommen.
      • Von Drake802 Gelegenheitsspieler/in
        Zitat von McDrake
        Sie haben ihre Engine und ihre Server.
        Also warum nicht sowas?
        Weil PVP only ein Zeugniss dafür ist, das ein Entwickler (nicht nur Amazon) entweder nicht die Fähigkeiten hat eine vernünftike Questreihe zu bauen oder mit möglichst wenig Geldeinsatz, möglichst viel Gewinn raus schlagen will. In den meisten Fällen dürfte es letzterres sein.
        Das ist zwar verständlich aber für jeden der sich nicht nur mit anderren "kloppen" will oder sich nicht ständig Gedanken darum machen will das hinter der nächsten ecke ein anderer Spieler wartet um einem den gar aus zu machen eben ärgerlich.
        Immerhin gibt es immer öfters Spiele die sich auf PvP only konzentrieren.

        Spiele mit getrennten PvE und PvP Zonen oder Servern wo jeder selbst entscheiden kann wie er am liebsten spielt scheinen aus der Mode zu kommen.
      • Von McDrake Mitglied
        Zitat von Malifurion
        Ganz ehrlich, Amazon hätte lieber das Geld in ein anderes Genre stecken sollen. Das Spiel wird genauso bitter enden wie der Rest.
        Sie haben ihre Engine und ihre Server.
        Also warum nicht sowas?
      • Von Malifurion Mitglied
        Ganz ehrlich, Amazon hätte lieber das Geld in ein anderes Genre stecken sollen. Das Spiel wird genauso bitter enden wie der Rest.
      • Von Sheggo Spiele-Kenner/in
        Tja schade. In einem anderen Beitrag hattet ihr es mit SWG verglichen, aber das hat ja mal gar nichts damit zu tun. Würde es eher als Conan Exiles und ARK Clone bezeichnen. Die Zeit der echten MMORPGs ist scheinbar wirklich vorbei ;(
      • Von Drake802 Gelegenheitsspieler/in
        Zitat von Haehnchen81
        Dauerzocker-Onlinezwang, Zwang in großer Gruppe zu spielen, die großen Gruppen sind eh nicht zu schlagen... 3 Todschlagargumente die jeden Spielspass im Keim ersticken, sogar für die erfolgreichen "großen Gruppen" die mangels Konkurrenz dann auch schnell die Motivation verlieren werden...

        sone Spiele locken auch keine tollen und netten Communities an, sondern huafenweise idioten die niemanden auch nur den Hauch der entfaltung geben wollen.

        Hat man sich dann mal ein wenig was erspielt und erobert, fährt man vllt mal in den Urlaub oder auch nur ein Wochenende weg, kommt man wieder und alles erspielte ist weg... das macht doch laune.

        Sowas ist echt nur was für 24/7 zocker die sich was drauf einbilden wenn sie dank ihres Zeitaufwands in einem Spiel große Überlegenheit anderen gegenüber haben...

        Aber da darf man sich nicht täuschen, davon gibt es tatsächlich ziemlich viele. Ich gehöre nicht dazu, und darum werd ich das spiel auch keine Sekunde weiter beobachten.
        Das MMO (Massive Multiplayer Online) in MMORPG sollte den Onliezwang eigentlich rechtfertigen ;)
        Ansonsten bin ich aber ganz deiner Meinung. Ist ja nicht so als wenn es nicht schon gefühlt Millionen MMORPG's geben würde die es ALLE nicht geschafft haben die Spielverderber zu (ver-)bannen.
        Hier wird es nicht anders werden.

        Zitat von Melometlar80
        Gelesen und bis zum "...immerhin ist PvP der Hauptaspekt des Spiels..." gekommen, kein Interesse
        So weit habe ich nicht mal gelesen. Heute findest du doch kein (modernes) MMORPG mehr bei dem es nicht hauptsächlich um PvP und/oder (nervigen) Vollzeit Grind geht :/
      Direkt zum Diskussionsende
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