Etwas dick auftragendes Drama, das mit seiner Tragik, seiner Romantik und seinem Humor aber zu Tränen rührt
Zwar war Sometimes Happy, Somethime Sad 2003 alles andere als ein Hit bei uns. Dennoch hat die Romantikkomödie hierzulande zartes Interesse am Bollywood-Kino geweckt. Nun standen die beiden Hauptdarsteller Shahrukh Khan und Kajol – in ihrer Heimat absolute Topstars – erneut für einen Film gemeinsam vor der Kamera. Und auch wer mit dem bonbonbunten, zuckersüßen Kino Indiens sonst wenig anfangen kann, sollte My Name Is Khan nicht voreilig abtun.
Quelle: Fox
My Name is Khan
Der unter dem Asperger-Syndrom (einer Form des Autismus) leidende Rizwan Khan, ein Moslem aus Mumbai, verliebt sich in den USA in die Frisörin Mandira. Obwohl Rizwan seine Emotionen nicht ausdrücken kann, gelingt es ihm, die schöne Hindufrau für sich zu gewinnen. Doch ihr Glück ist nur von kurzer Dauer: Nach den Anschlägen vom 11. September kommt es in den Staaten zu üblen rassistischen Übergriffen auf Moslems. Als Mandiras Sohn einem solchen zum Opfer fällt, stößt Mandira Rizwan von sich.Daraufhin macht sich der autistische Muslim auf eine Reise zum Präsidenten der USA, um diesem mitzuteilen: „Mein Name ist Khan und ich bin kein Terrorist!“
Ohne die ausschweifende Optik und das für indische Filme so typische Gesinge und Getanze gelingt My Name Is Khan ein Spagat zwischen westlichem Kino des Tiefgangs und fröhlicher Unbeschwertheit Bollywoods. Die Tragikromanze ist ein Film über die Liebe und den Glauben, über Hilfsbereitschaft und Wahrhaftigkeit. Zugleich ist sie ein Appell gegen jede Form der Intoleranz. Zwar kommt sie nicht ohne stellenweise arg dick auftragende Theatralik aus, zeigt sich aber überaus bewegend und besticht mit einer naiven, aber umso aufrichtiger wirkenden Moral. Ein modernes Märchen von einem, der auszog, der Welt zu zeigen, dass er ein guter Mensch ist.
