Monitore für Gamer: allgemeine Kauftipps Teil 2 und Marktübersicht
Mit einem guten Monitor macht Gaming noch mehr Spaß als auf einem durchschnittlichen Display - wir klären, worauf ihr bei der Monitor-Wahl achten solltet und bieten zudem eine Marktübersicht mit 40 empfehlenswerten Monitoren.
Kauftipps zu Monitoren Teil 2 und Marktübersicht
Vor unserer abschließenden Marktübersicht kümmern wir uns noch um die letzten offenen Fragen wie die Bildwiederholfrequenz, Sync-Techniken und einer Zusammenfassung dazu, was einen guten Spielemonitor ausmacht.
In diesem Artikel
60 oder 144 Hertz?
Ab einer gewissen Preisklasse habt ihr bei der Bildwiederholfrequenz die Wahl zwischen den seit Jahren üblichen 60Hz (Hertz) oder 144Hz. Die einige Zeit erhältlichen 120Hz-Modelle sind inzwischen nicht mehr auf dem Markt. Vereinzelt gibt es auch Modelle mit 75Hz, im High-End-Bereich finden sich auch 165Hz. Die Hertz-Werte geben die Zahl an Bildern pro Sekunde an, die der Monitor darstellen kann. Doch was genau bringt die Bildwiederholfrequenz? Bei den alten Röhrenmonitoren war es noch so, dass bei zum Beispiel 50Hz auch 50 Mal pro Sekunde ein neues Bild kreiert wurde - der Monitor war dabei auch 50 Mal pro Sekunde komplett schwarz. 50Hz waren etliche Jahre auch der Standard bei Röhrenfernsehern, was auch damit zu tun hat, dass unser Stromnetz mit 50Hz arbeitet.
Quelle: Prad
Acer GN246HLBbid
Ein Bildaufbau wie bei Röhrenmonitoren kann als Flimmern wahrgenommen werden; und je niedriger die Bildwiederholfrequenz ausfällt, desto stärker und unangenehmer wird das Flimmern. Höhere Werte führen bei Röhrenmonitoren wiederum dazu, dass das Bild stabiler wird und ein Flimmern nicht mehr auffällt, was auch für ein längeres Arbeiten am Monitor vorteilhaft ist. Doch LCD-Monitore arbeiten anders. Sie aktualisieren das Bild lediglich X Mal pro Sekunde: wenn ein Pixel seine Farbe ändern soll, dann geschieht dies, ohne dass das Pixel erst schwarz wird - es gibt also keine Flimmern erzeugende Schwarzbilder mehr. Ausnahme: manche Hintergrundbeleuchtung erzeugt ein leichtes Flackern, das empfindliche Nutzer als Flimmern wahrnehmen können.
Moderne LCD-TVs nutzen 50Hz, Monitore 60Hz. Höhere Frequenzen können aber durchaus Vorteile haben: bei 144Hz wird das Bild mehr als doppelt so häufig aktualisiert - das heißt, dass ihr im Zweifel ein von der Grafikkarte berechnetes Bild früher sehen könnt als bei 60Hz. Insgesamt führen 144Hz bei Monitoren zu einem gefühlt deutlich weicheren Bild. Der Effekt ist schwer zu beschreiben, und die hohen Werte sind auch nicht wirklich nötig - aber wer eine Weile die Bildwiederholfrequenz von 144Hz genutzt hat, der wird selbst im Windows-Betrieb bei nur 60Hz ein leichtes Ruckeln des Mauszeigers wahrnehmen können. In Spielen bringen die hohen Frequenzen auch dann etwas, wenn der PC deutlich weniger als 144 FPS (Bilder pro Sekunde) berechnen kann, da das gesamte Spielerlebnis als flüssiger wahrgenommen wird. Ab etwa 80 bis 90 FPS kann die hohe Bildwiederholfrequenz sogar dazu führen, dass ihr einen Vorteil in schnellen Multiplayerspielen habt, da ihr den Gegner einige Millisekunden früher sehen könnt als bei 60Hz.
Free-Sync und G-Sync
Eng Verbunden mit der Bildwiederholfrequenz sind die Techniken G-Sync (Nvidia) und Free-Sync (AMD). Diese beiden Verfahren sollen vor allem das so genannte Tearing vermeiden, sorgen aber auch für ein insgesamt angenehmeres Bild. Beim Tearing scheint das Bild in zwei Hälften geschnitten, was daran liegt, dass Monitor Grafikkarte nicht zueinander synchron laufen und an den Monitor eventuell schon ein Halbbild eines neuen Bildes übertragen wird, während er für die andere Bildhälfte noch das vorige Bild verwendet.
Quelle: Prad
Dell UltraSharp U2515H
Mit der euch sicher bekannten Softwaretechnik V-Sync wird dieses Problem deutlich entschärft. Anspruchsvolle Gamer sehen aber trotz V-Sync noch kleinere Unzulänglichkeiten - und genau für diese Gamergruppe sind G-Sync und Free-Sync ideal. Denn hier arbeiten Grafikkarte und Monitor wirklich synchron, und zwar auf Hardware-Ebene. Der Monitor stellt genau dann ein neues Bild dar, wenn die Grafikkarte ein neues Bild fertig berechnet hat. Schafft die Grafikkarte in einem Spiel 80 FPS, dann läuft der Monitor also mit 80 Hz. Natürlich gibt es während des Spiels Schwankungen, aber die Techniken sorgen dafür, dass sich alles korrekt aneinander anpasst. Selbstredend ist die Obergrenze bestimmt durch die Bildwiederholfrequenz des Monitors. Viele Modelle haben auch einen engeren Bereich, in dem die Sync-Technik aktiv ist, beispielsweise von 30 bis nur 120 Hz, obwohl der Monitor bis 144 Hz spezifiziert ist. Für Nvidias G-Sync müsst ihr übrigens auch eine Nvidia-Grafikkarte nutzen, bei AMDs Free-Sync folglich eine AMD-Grafikkarte. Die Monitore lassen sich natürlich aber auch mit der jeweiligen Konkurrenz betreiben, allerdings fällt dann eben die Sync-Funktion weg. Da AMDs Free-Sync im Gegensatz zu G-Sync kaum einen Aufpreis kostet, ist das Problem bei Free-Sync-Monitoren allerdings zu vernachlässigen.
Der passende Gamer-Monitor
Ein konkreter Rat, der für jeden gilt, ist selbstverständlich nicht möglich, da die Ansprüche und Budgets unterschiedlich sind. Zudem sind Sonderformate wie 21:9 für die einen Spieler durchaus sinnvoll, für andere bedeutet das Format aber einen unnötigen Aufpreis. Hinzu kommt, dass die zusätzliche Breite auch 3D-Leistung frisst. Ihr solltet aber bedenken, dass man einen guten Monitor am Ende auch oft 6 bis 7 Jahre nutzt - insofern raten wir in jedem Falle dazu, nicht zu sehr zu sparen. Verschiebt einen Neukauf lieber um ein paar Monate, um euch dann ein ordentliches Modell zu kaufen. Der Einstieg ist bei etwa 150 Euro zu sehen, wenn es um 24 Zoll-Geräte geht, bei 27 Zoll sind es etwa 180 Euro. Wer es sich leisten oder durch Abwarten mehr Geld zusammenkratzen kann, der sollte einen Monitor nehmen, der eine hohe Bildwiederholfrequenz wie 144Hz bietet, oder aber auf eine WQHD-Auflösung setzen. Denn diese Auflösung ist im Gegensatz zu 4k auch mit Mittel- bis Oberklasse-Grafikkarten gut zu bewältigen und durchaus netter anzusehen als Full-HD, vor allem bei Bildschirmdiagonalen ab 27 Zoll. Teurer, aber für einen Gamer-Monitor noch besser geeignet ist natürlich die Kombination aus WQHD und 144Hz. Für 4K gilt: Diese hohe Auflösung ist derzeit aus technischen Gründen nur mit einer Bildwiederholfrequenz von 60Hz möglich, zudem verliert man im Vergleich zu Full-HD oder WQHD enorm viel Leistung - aber trotzdem gibt es Nutzer, die dies in Kauf nehmen und ein schärferes Bild haben möchten. Neben Displaytyp, Bildwiederholfrequenz und Displaygröße solltet ihr auch darauf achten, dass der Monitor möglichst höhenverstellbar ist. Zusatzfunktionen wie ein kipp- oder drehbares Display (letzteres nennt sich auch Swivel) sind ebenfalls nicht verkehrt. Als Anschlüsse sollte mindestens ein digitaler Anschluss (HDMI, DVI oder Displayport) vorhanden sein.
Marktübersicht
Abschließend haben wir nun noch 40 Monitore in einer Marktübersicht für euch aufbereitet. Der Schwerpunkt liegt auf Modellen, die mehr als 60 Hertz Bildwiederholfrequenz bieten; auch Monitore mit WQHD-Auslösung wollen wir möglichst lückenlos auflisten. Bei Modellen, die nur 60 Hz oder Full-HD bieten, haben wir möglichst viele IPS-Monitore herausgesucht. 4K und 21:9 lassen wir in unserer Übersicht außen vor, da sie nur für wenige Spieler relevant sind.
| Modell | Diagonale | Panel | Auflösung | Hertz | Sync-Technik | Preis ab |
|---|---|---|---|---|---|---|
| BenQ GL2460HM | 24 Zoll | TN | 1920x1080 | 60 Hz | keine | 140 Euro |
| AOC G2460VQ6 | 24 Zoll | TN | 1920x1080 | 75 Hz | Free-Sync | 170 Euro |
| BenQ GW2760HM | 27 Zoll | TN | 1920x1080 | 60 Hz | keine | 190 Euro |
| LG 27MP57VQ-P | 27 Zoll | IPS | 1920x1080 | 60 Hz | keine | 200 Euro |
| Samsung S27E390H | 27 Zoll | TN | 1920x1080 | 60 Hz | keine | 200 Euro |
| Acer GN246HLBbid | 24 Zoll | TN | 1920x1080 | 144 Hz | keine | 250 Euro |
| Philips 242G5DJEB | 24 Zoll | TN | 1920x1080 | 144 Hz | keine | 250 Euro |
| AOC G2460PF | 24 Zoll | TN | 1920x1080 | 144 Hz | Free-Sync | 255 Euro |
| BenQ XL2411Z | 24 Zoll | TN | 1920x1080 | 144 Hz | keine | 270 Euro |
| LG 27MP77HM-P | 27 Zoll | IPS | 1920x1080 | 60 Hz | keine | 280 Euro |
| AOC Q2577Pwq | 25 Zoll | IPS | 2560x1440 | 60 Hz | keine | 300 Euro |
| Asus VG248QE | 24 Zoll | TN | 1920x1080 | 144 Hz | keine | 290 Euro |
| iiyama G-Master GB2488HSU-B2 | 24 Zoll | TN | 1920x1080 | 144 Hz | Free-Sync | 290 Euro |
| Acer XF240Hbmjdpr | 24 Zoll | TN | 1920x1080 | 144 Hz | Free-Sync | 290 Euro |
| Asus VX24AH | 24 Zoll | IPS | 2560x1440 | 60 Hz | keine | 290 Euro |
| Dell UltraSharp U2515H | 25 Zoll | IPS | 2560x1440 | 60 Hz | keine | 320 Euro |
| AOC G2770PF | 27 Zoll | TN | 1920x1080 | 144 Hz | Free-Sync | 340 Euro |
| Asus PB258Q | 25 Zoll | IPS | 2560x1440 | 60 Hz | keine | 350 Euro |
| iiyama ProLite B2783QSU-B1 | 27 Zoll | TN | 2560x1440 | 75 Hz | Free-Sync | 350 Euro |
| iiyama G-Master GB2788HSU-B1 | 27 Zoll | TN | 1920x1080 | 144 Hz | Free-Sync | 350 Euro |
| NEC MultiSync EA244WMi | 24 Zoll | IPS | 1920x1200 | 60 Hz | keine | 370 Euro |
| BenQ XL2430T | 24 Zoll | TN | 1920x1080 | 144 Hz | keine | 370 Euro |
| Asus VG278HV | 27 Zoll | TN | 1920x1080 | 144 Hz | keine | 370 Euro |
| Samsung S27D850T | 27 Zoll | IPS | 2560x1440 | 60 Hz | keine | 390 Euro |
| Eizo FlexScan EV2455 | 24 Zoll | IPS | 1920x1200 | 60 Hz | keine | 400 Euro |
| Asus PB277Q | 27 Zoll | TN | 2560x1440 | 75 Hz | keine | 400 Euro |
| AOC G2460Pg | 24 Zoll | TN | 1920x1080 | 144 Hz | G-Sync | 400 Euro |
| BenQ GW2765HT | 27 Zoll | IPS | 2560x1440 | 60 Hz | keine | 410 Euro |
| Acer Predator XB240HAbpr | 24 Zoll | TN | 1920x1080 | 144 Hz | G-Sync | 430 Euro |
| Philips 272G5DJEB | 27 Zoll | TN | 1920x1080 | 144 Hz | keine | 440 Euro |
| BenQ XL2720Z | 27 Zoll | TN | 1920x1080 | 144 Hz | keine | 460 Euro |
| Dell S2716DG | 27 Zoll | TN | 2560x1440 | 144 Hz | G-Sync | 490 Euro |
| Asus MG278Q | 27 Zoll | TN | 2560x1440 | 144 Hz | Free-Sync | 490 Euro |
| Acer Predator XB270HAbprz | 27 Zoll | TN | 1920x1080 | 144 Hz | keine | 520 Euro |
| BenQ XL2730Z | 27 Zoll | TN | 2560x1440 | 144 Hz | Free-Sync | 550 Euro |
| Philips G-Line 272G5DYEB | 27 Zoll | TN | 1920x1080 | 144 Hz | G-Sync | 570 Euro |
| Asus MG279Q | 27 Zoll | IPS | 2560x1440 | 144 Hz | Free-Sync | 600 Euro |
| Asus ROG Swift PG278Q | 27 Zoll | TN | 2560x1440 | 144 Hz | G-Sync | 680 Euro |
| Acer Predator XB271HUmiprz | 27 Zoll | IPS | 2560x1440 | 165 Hz | G-Sync | 790 Euro |
| Asus ROG Swift PG279Q | 27 Zoll | IPS | 2560x1440 | 165 Hz | G-Sync | 830 Euro |

Habe sehr lange Zeit am TV RL gezockt. Auf nem 25" Monitor war ich dann plötzlich noch besser :D aber das ist wie gesagt subjektiv.