120 Hz reichen nicht: Worauf Gamer beim TV-Kauf wirklich achten müssen

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120 Hz reichen nicht: Worauf Gamer beim TV-Kauf wirklich achten müssen
Quelle: LG, Samsung, Hisense

Fernseher sind heute weit mehr als Größe und Helligkeit. Neben flüssiger Spielwiedergabe und schickem HDR müssen sie auch für Streaming taugen und vor allem intuitiv bedienbar sein. Dieser Ratgeber erklärt, worauf man beim Kauf achten sollte, und welche TVs sich für Gaming und Heimkino eignen.

Während man sich früher wohl maßgeblich um die Größe seines Fernsehers gesorgt hat, sind inzwischen zahllose weitere Kriterien hinzugekommen. Natürlich brüstet sich da jedes neue Modell mit allerhand Abkürzungen und beeindruckendster Technik, doch welche TVs sind wirklich für das eigene Heimkino und/oder zum Zocken geeignet? In diesem Ratgeber klären wir über die wichtigsten Fragen auf, damit man auch lange etwas von seiner Investition hat.

Bildschirmgröße & Sitzabstand: Wie groß sollte ein Fernseher wirklich sein?

Ein Schaubild, das die unterschiedlichen Zollgrößen bei Fernsehern zeigt. Quelle: LG Wie groß der TV werden soll, hängt neben dem verfügbaren Platz auch von der Auflösung und dem Anwendungsfall ab.

Trotz allem bleibt die Größe ein wichtiger Aspekt. Denn wer im Wohnzimmer einige Meter entfernt auf der Couch sitzt, statt wie am Schreibtisch direkt vor dem Monitor, wird für eine gute Detailwiedergabe natürlich eine entsprechende Bilddiagonale brauchen. Bei einem kleineren Sitzabstand tut es vielleicht noch ein 40- bis 55-Zöller. Allerdings wurde dieser alte Standard mittlerweile abgelöst und 55 (139,70 cm), 65 (165,10 cm) oder sogar 75 Zoll (190,5 cm) sind heute keine Seltenheit mehr. Größer geht zwar theoretisch immer - dann wird es aber schnell sehr teuer. Außerdem kann ein Fernseher von 100+ Zoll fast schon zu wuchtig wirken. Möchte man dieses Heimkinoerlebnis trotzdem nicht missen, kann man aber auch zu einem guten 4K-Projektor wechseln. Und wer möglichst viel Bild für vergleichsweise wenig Geld möchte, für den sind Mini-Beamer vielleicht eine gute Alternative.

In jedem Fall gilt jedoch, dass man den für sich idealen Sitzabstand herausfinden muss. Dazu findet man online alle möglichen "Faustregeln" - zum Beispiel das 1,5- bis 2,5-fache der Bildschirmdiagonale. Letztlich kommt es aber vielmehr auf die Auflösung, den gewünschten Immersionsgrad und natürlich den Platz im Zimmer an. Filme, Serien, Couch-Koop oder bildgewaltige Open-World-Games wirken auf einem möglichst großen Bild deutlich beeindruckender, sodass man ruhig weiter weg sitzen kann. Braucht man dagegen den vollen Überblick, um etwa kompetitiv zu zocken, reicht womöglich auch ein kleinerer Fernseher und eine geringere Distanz.

Reicht 4K-Auflösung noch, oder doch lieber 8K?

Das Gerät kann noch so groß sein, doch wenn die Auflösung nicht entsprechend mitwächst, kann man am Ende die Pixel zählen. Full HD spielt bei modernen TVs daher kaum noch eine Rolle und wurde von 4K bzw. UHD als Standard ersetzt. Durch die höhere Pixeldichte wirkt das Bild deutlich schärfer und man kann je nach Größe auch etwas näher sitzen, ohne dass Pixel auffallen. Für sehr große Bilddiagonalen hingegen gibt es theoretisch noch 8K - doch da sich hier sowohl Nachfrage als auch effektiver Mehrwert in Grenzen halten, haben sich viele Hersteller bereits aus diesem Segment zurückgezogen.

Ein Schaubild, das die unterschiedlichen Auflösungstypen von HD bis 8K zeigt. Quelle: PCGH 8K-Gaming überfordert selbst High-End-GPUs, weswegen UHD bzw. dessen Variationen wohl noch eine Weile der Standard bleiben dürften. UHD ist dabei übrigens nicht gleich 4K. Die beiden Begriffe werden zwar meist synonym verwendet. Allerdings ist das eigentliche 4K im Kino verortet und beschreibt eine Auflösung von 4.096 × 2.160 Pixel. UHD mit 3.840 × 2.160 Pixeln kommt wiederum in TVs und 16:9-Monitoren vor und ist weitaus gängiger. Dementsprechend unterstützen auch aktuelle Konsolen diese Auflösung, zumeist bei 60 oder 120 Bildern pro Sekunde.

Upscaling bei Fernsehern

Damit Spiele trotz hoher Auflösung flüssig laufen, nutzen PC und Konsole immer öfter Upscaling-Techniken (z. B. DLSS oder FSR), bei denen intern niedriger gerendert und anschließend hochskaliert wird. Fernseher verfolgen ein ähnliches Ziel, arbeiten technisch jedoch anders: Sie analysieren das Eingangssignal, glätten Kanten, reduzieren Bildrauschen und rekonstruieren fehlende Details mithilfe spezieller Bildprozessoren. Natürlich kann kein Fernseher aus schwachem Quellmaterial echte 4K-Details "herausrechnen". Gerade beim Streaming oder älteren Games spielt Upscaling jedoch eine große Rolle, sodass 1080p- oder sogar 720p-Inhalte auf einem UHD-Bildschirm deutlich ansehnlicher wirken können. Schwächere Modelle liefern dagegen oft ein weicheres oder überschärftes Bild, weil sie Details entweder zu stark glätten oder künstlich hervorheben.

Was neben 120 Hz noch wichtig für einen Gaming-TV ist

Wenn es ums Zocken auf dem Fernseher geht, ist die Auflösung allerdings nur die halbe Wahrheit. Mindestens genauso wichtig ist, wie flüssig Bewegungen dargestellt werden. Kinofilme werden üblicherweise mit 24 Bildern pro Sekunde gedreht, 25 sind hingegen im europäischen (PAL) und 30 im NTSC-Raum (USA, Japan) gängig. Zwar gibt es im Kino auch einige Ausreißer wie Der Hobbit oder Avatar mit 48 oder Gemini Man mit 120 Fps. Diese sogenannte High Frame Rate (HFR) hat sich aber bis heute nicht so recht durchgesetzt, während es den meisten Gamern wiederum gar nicht genug Bilder pro Sekunde sein können.

Unterschied zwischen Fps und Hz

Obwohl es oft synonym verwendet wird, gibt es einen wichtigen Unterschied: Fps sind die bereitgestellten Bilder, Hz auf der anderen Seite gibt Auskunft über die tatsächliche Ausgabe.

Und hier kommt nun die Bildwiederholrate des Fernsehers ins Spiel. Sie wird in Hertz (Hz) angegeben und beschreibt, wie oft das Panel pro Sekunde ein neues Bild ausgeben kann. Klassische TVs arbeiteten lange mit 60 Hz, was aufgrund der oben beschriebenen Normen in Film und Fernsehen völlig ausreichte. Doch je leistungsstärker Konsolen wurden, desto mehr wuchs der Hunger nach höheren Hertz-Zahlen. Aktuelle Modelle bieten daher zunehmend native 120 Hz, sodass Spiele mit bis zu 120 Fps auch tatsächlich dargestellt werden können.

Neben der Bildwiederholrate spielt natürlich die Reaktionszeit eine Rolle, die beschreibt, wie schnell einzelne Pixel ihre Farbe wechseln können. OLEDs haben hier in der Regel die Nase vorn. Bei einigen LCD-Modellen kann es dagegen zu leichtem Nachziehen kommen. In der Praxis ist jedoch meist der Input Lag entscheidender - und der hängt an weit mehr als der Millisekunden-Angabe im Datenblatt.

Momentaufnahme aus einem Spiel, welche eine deutliche Verschiebung des Bildes ab der Mitte zeigt - ein sogenanntes Tearing. Quelle: PCGH Wenn die Bildfrequenz des Bildschirms nicht für die Framerate des Spiels ausreicht, dann kann es zu einem sogenannten Tearing kommen.

VRR & ALLM

Damit Bildrate und Darstellung harmonieren, unterstützen moderne Gaming-TVs zudem VRR (Variable Refresh Rate). Das passt die Bildwiederholrate dynamisch an die aktuelle Framerate an und verhindert so Tearing oder Ruckeln bei schwankenden Fps. Konsolen benötigen dafür in der Regel HDMI 2.1. Das ermöglicht dann gleichzeitig auch ALLM (Auto Low Latency Mode), wodurch der Fernseher automatisch in den Spielemodus wechselt und unnötige Bildverarbeitung abschaltet, um den Input Lag zu reduzieren. 120 Hz sind also durchaus von Vorteil - doch vor allem in Kombination mit VRR und ALLM bekommt man bei schnellen Games wie Shootern oder Rennspielen ein spürbar flüssigeres Erlebnis. Wer hingegen rein nach einer Heimkinomaschine sucht, kann auf derlei Features auch problemlos verzichten.

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  1. Seite 1 Bildgröße, Auflösung & Bildrate
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  3. Seite 3 Anschlüsse, OS- & Herstellerübersicht
    • Kommentare (3)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Crispy Redakteur
        Danke für den Hinweis, allerdings habe ich das so verstanden und recherchiert, dass 8.192 x 4.320 die Auflösung fürs Kino ist, und 7.680 x 4.320 (also das Doppelte von UHD) bei Fernsehern greift. Das ist ja die ganze Verwirrung mit den Bezeichnungen, die mal synonym verwendet werden und mal nicht. Aber da ich erst letzte Woche bei LG war und mir einmal mehr bestätigen lassen hab, dass 8K-Fernseher höchstwahrscheinlich nicht die massentaugliche Zukunft sind, müssen sich die allermeisten Kunden damit ohnehin glücklicherweise nicht rumschlagen
      • Von PCGH_Crispy Redakteur
        Danke für den Hinweis, allerdings habe ich das so verstanden und recherchiert, dass 8.192 x 4.320 die Auflösung fürs Kino ist, und 7.680 x 4.320 (also das Doppelte von UHD) bei Fernsehern greift. Das ist ja die ganze Verwirrung mit den Bezeichnungen, die mal synonym verwendet werden und mal nicht. Aber da ich erst letzte Woche bei LG war und mir einmal mehr bestätigen lassen hab, dass 8K-Fernseher höchstwahrscheinlich nicht die massentaugliche Zukunft sind, müssen sich die allermeisten Kunden damit ohnehin glücklicherweise nicht rumschlagen
      • Von PascalParvex Stille/r Leser/in
        Die Grafik hier
        https://www.pcgames.de/sc...

        Es ist bei den 4K- und/oder 8K-Flächen falsch. Das müsste an der Position 8192x4320 Pixel heissen oder an UHD gerückt sein.
      • Von MatSch Gelegenheitsspieler/in
        Da muss ich zuhause direkt mal den Abstand nachmessen. Ich habs meiner Frau schon öfter gesagt, wir sind dahingehend völlig untermotorisiert.
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