Metal Gear Solid Master Collection: Nostalgie auf absoluter Sparflamme

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Kolumne Stefan Wilhelm - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen 50,99 €
Metal Gear Solid Master Collection: Nostalgie auf absoluter Sparflamme
Quelle: Konami

Der vielgescholtene Publisher Konami macht endlich wieder was mit seiner vielleicht wichtigsten Marke - das Ergebnis liegt aber irgendwo zwischen ganz nett und ganz schön unverschämt, findet Serien-Fan Stefan.

Bei den Ankündigungen zur Metal Gear Solid Master Collection und dem Remake zu Snake Eater habe ich wirklich nicht schlecht gestaunt: Konami macht etwas mit Metal Gear, und es ist weder Glücksspielautomat noch Zombiespiel! In gleich mehreren Projekten will der japanische Publisher seine wohl prestigeträchtigste Marke an ein modernes Publikum verkaufen, nachdem sie abseits von Metal Gear Solid 5 seit Jahren auf alten Systemen feststeckt.

Der erste Teil dieser Lizenzpflegeoffensive ist nun erschienen - und obwohl man meinen möchte, mit liebevoll verpackten Klassikern könnte man nicht viel verkehrt machen, kommt die Master Collection Vol. 1 sehr durchwachsen daher. Die Krux an der Sache sind dabei nicht unbedingt die Klassiker an sich, sondern das "liebevoll". Diesem Prädikat wird die Sammlung nämlich nicht gerecht.

Bergeweise Content ...

Hier ein kurzer Überblick, was man für den Startpreis von 60 Euro alles zu spielen bekommt:

  • Metal Gear Solid (alle regionalen Versionen, inklusive der aufgebohrten Integral-Fassung und den VR- und Special-Missions)
  • Metal Gear Solid 2: Sons of Liberty in seiner HD-Collection-Version
  • Metal Gear Solid 3: Snake Eater in seiner HD-Collection-Version
  • Metal Gear Solid: Digital Graphic Novel 1 & 2 (Digitalisierte Comics, in denen die Stories von MGS 1 und 2 nacherzählt werden)
  • Metal Gear (MSX-, NES- und Famicom-Versionen)
  • Metal Gear 2: Solid Snake
  • Snake's Revenge (damals als Nachfolger von Metal Gear auf dem NES veröffentlicht, heutzutage nur noch als Spin-off anerkannt)

Dazu gesellen sich Master-Books zu den Spielen, in denen ich ihre Entstehungsgeschichten, Storys und allerlei geheime Tricks nachschlagen kann, sowie das Screenplay jedes Spiels, also das Drehbuch inklusive aller Dialoge. Beim Schmökern darf ich außerdem den Soundtrack des jeweiligen Metal Gear hören, einen separaten Musikplayer mit einer Auswahl aus der ganzen Reihe gibt's auch noch.

Snake lauert hinter einem Glashäuschen. Quelle: Konami Der erste Eindruck ist durchaus positiv, auch wenn es sicher nicht verkehrt gewesen wäre, alle Inhalte der Collection in einer Anwendung zu versammeln. Zumindest auf Steam werden mir geschlagene fünf neue Programme in die Bibliothek gepackt. Starte ich eines davon, begrüßt mich ein schick designtes Menü voller ikonischer Yoji-Shinkawa-Artworks und die Menge an Zusatzinhalten ist über jeden Zweifel erhaben.

... mit bergeweise Macken

Auf dem PC drängen sich aber schon vor Spielstart erste Probleme auf: Es gibt keinerlei Grafikeinstellungen, weder zur Auflösung noch zur Detailstufe, es darf nur zwischen Vollbild und Fenster umgeschaltet werden. Will ich Metal Gear Solid 1 in seiner flüssigeren US-Version spielen, muss ich vorher ein Sprachenpaket herunterladen.

Die Option dafür existiert zwar auch im Spielmenü, allerdings ist dort offenbar der falsche Link hinterlegt - es öffnet sich nämlich die Startseite des Steam-Shops, nicht die des Sprachenpakets. Warum hier nicht, wie bei so ziemlich jedem Steam-Spiel, der verfügbare DLC automatisch bei der Installation heruntergeladen wird, bleibt ein Geheimnis.

Snake und Raiden zücken ihre Waffen. Quelle: Konami Während die Präsentation der Menüs und der Bonus-Content zunächst noch überzeugen, macht sich beim Starten eines Spiels schnell Ernüchterung breit. Metal Gear Solid 1 wird etwa standardmäßig in seiner PAL-Version installiert. Die bietet zwar unter anderem die legendär trashige deutsche Vertonung, läuft aber wegen der damaligen Fernseherstandards nur in 25 FPS, während ihre US- und Japankollegen deutlich flüssigere 30 Bilder pro Sekunde abliefern.

Ein optischer Genuss ist aber keine der verfügbaren Fassungen, weil die hier genutzte Emulation null optische Modernisierungen bietet. Wer den populären PS1-Emulator Duckstation schon einmal benutzt hat, der weiß, dass es dort keine zehn Sekunden dauert, höhere Auflösungen und stabile Texturen einzustellen. Bei Metal Gear Solid 1 liefert Konami einen simplen Port mit der Originalauflösung von 240p, unscharfer Hochskalierung und fröhlich herumwabernden PS1-Pixeltapeten. Die Stellen im Spiel, die auf der PS1 für Slowdowns sorgten, tun das auch in der Collection, weil die originale Taktung der Konsole emuliert wird.

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    • Kommentare (2)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von TheRattlesnake Spiele-Kenner/in
        Zitat von StarFox86
        Konami sollte sich von Capcom/ NIntendo/ Sony kaufen lassen. Die wissen wie man Remakes & Remaster macht
        Wie das MGS3 Remake wird muss man ja erstmal abwarten.
        Die Collection sind halt nur einfach Ports. Was anderes sollte es doch nie sein.

        Nur der Preis ist mir für einfache Ports noch etwas zu hoch. Ansonsten bin ich froh die Spiele nun auch mal auf neueren Plattformen spielen zu können und nicht erst meine PS3 wieder aufbauen zu müssen. Fehlt halt nur noch MGS4.
      • Von TheRattlesnake Spiele-Kenner/in
        Zitat von StarFox86
        Konami sollte sich von Capcom/ NIntendo/ Sony kaufen lassen. Die wissen wie man Remakes & Remaster macht
        Wie das MGS3 Remake wird muss man ja erstmal abwarten.
        Die Collection sind halt nur einfach Ports. Was anderes sollte es doch nie sein.

        Nur der Preis ist mir für einfache Ports noch etwas zu hoch. Ansonsten bin ich froh die Spiele nun auch mal auf neueren Plattformen spielen zu können und nicht erst meine PS3 wieder aufbauen zu müssen. Fehlt halt nur noch MGS4.
      • Von StarFox86 Hobby-Spieler/in
        Konami sollte sich von Capcom/ NIntendo/ Sony kaufen lassen. Die wissen wie man Remakes & Remaster macht
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