Men of Valor
Familiensache
Neben Dschungel-Einsätzen führt Sie Men of Valor auch durch Wasser, in die Luft und sogar unter die Erde. In einigen der zwölf auf realen Ereignissen basierenden Missionen bedienen Sie das Maschinengewehr an Bord eines Hubschraubers und übergießen die Vietcong-Truppen am Boden mit einem Bleiregen. Bei einem Auftrag unternehmen Sie sogar eine rasante Bootsfahrt entlang eines Flusses, während die gegnerischen Soldaten Sie von beiden Ufern mit Raketenwerfern aufs Korn nehmen. Besonderes Lob verdienen dabei viele Skript-Ereignisse, die Schiffe in die Luft jagen, Hubschrauber vom Himmel holen oder mit Sequenzen in Spielgrafik die Geschichte vorantreiben. Der Grünschnabel Dean Shepard reift im Laufe seines Vietnam-Aufenthalts zum erfahrenen Soldaten und führt später selbst Truppen an. Zwischen den Missionen verarbeitet Shepard die Kriegserlebnisse in Briefen an seine Eltern. Oft erfahren Sie auch einige interessante Details über sein Umfeld, etwa dass sein jüngerer Bruder ebenfalls in Vietnam stationiert ist. Dieser begleitet Sie dann im weiteren Verlauf sogar in Einsätzen.
Technisch versiert
Das Stichwort "Grüne Hölle" lässt sich vom Vietnamkrieg ohne weiteres auf Men of Valor übertragen. Denn was die Entwickler aus der Unreal-Engine herauskitzeln, wirkt erschreckend real. Die detaillierte Vegetation plus Wettereffekte wie Regen oder Nebel simulieren eine ausgesprochen lebendige Umgebung. Auch das Pfeifen der Kugeln, heftige Explosionserschütterungen und je nach Situation panische oder euphorische Schreie beider Kriegsparteien verbreiten eine wahrlich beklemmende Stimmung. Lediglich die Animationen der Akteure sehen etwas hölzern aus, was aber aufgrund der ohnehin permanenten Hektik kaum ins Gewicht fällt. Und über die fehlende Speichermöglichkeit müssen wir meckern, denn das Spiel sichert Ihren Fortschritt nur an bestimmten Punkten. Im Zusammenspiel mit dem sehr hohen Schwierigkeitsgrad sorgte dies bei unserem Test für einige Frustmomente. Doch wer damit leben (besser: überleben) kann, bekommt mit Men of Valor den derzeit besten Vietnam-Shooter. Das gilt auch für den Mehrspieler-Modus: Neben dem obligatorischen Deathmatch und Team-Deathmatch locken vier weitere Varianten. Beispielsweise sammeln zwei Teams bei Search & Destroy auf der Karte verteilte Teile eines Mörsers ein, bauen die Waffe zusammen und setzen sie gegen die Kontrahenten ein. Leider waren zum Testzeitpunkt noch keine Server offen - über die Qualität des Mehrspieler-Modus in der Praxis informieren wir Sie daher in der kommenden Ausgabe.
