Google Stadia wird eingestellt, aber das sollte echt niemanden wundern
Google stellt den Spiele-Streaming-Dienst Stadia nur drei Jahre nach Release wieder ein - doch das sollte echt niemanden wundern. Ein Kommentar.
Im Herbst 2022 ist kaum noch etwas so wie vor drei Jahren, also ganz kurz, bevor die Welt in die Coronapandemie und damit in eine beispiellose Ausnahmesituation geriet. Und nun der nächste KO-Stoß: Google Stadia wird eingestellt. Vor rund drei Jahren brachte Weltkonzern Google den Streaming-Dienst für Videospiele unter Begleitung massiven Marketings und saftiger Versprechungen auf den Markt. Nur um Stadia jetzt in wenigen Monaten ersatzlos einzustellen. Das sollte allerdings wirklich niemanden wundern - denn Google Stadia war von Anfang an dem Untergang geweiht, wie folgende Gründe belegen.
Google Stadia hatte immer schlechtes Geschäftsmodell
Der wohl massivste Fehler steckt schon in der DNA von Google Stadia: das Geschäftsmodell. Flatrate? Nö! Stattdessen muss man für jedes Spiel einzeln zahlen, und dann auch noch den Vollpreis wie bei anderen Spieleplattformen. Dadurch hat man zwar ein paar Vorteile, aber auch handfeste Nachteile, beispielsweise kann man gekaufte Spiele nicht weiterverkaufen oder verschenken. Und wenn Google mal den Dienst einstellt, kann man seine Games trotz Kauf gar nicht mehr zocken. Aber gut, das wird bei einem Weltkonzern wie Google schon nicht passieren, oder? Oh.
4K bei Google Stadia nur mit Premium-Abo
Obendrein kann man selbst für den vollen Preis gekaufte Spiele nur dann in bestmöglicher 4K- und HDR-Qualität mit Google Stadia zocken, wenn man zusätzlich ein kostenpflichtiges Premium-Abo abschließt. Dafür gibt's zwar weitere Goodies und auch eine ganze Reihe kostenlos spielbarer Games, aber mal ehrlich: Wer das gleiche Spiel für PC oder Playstation kauft, gelangt nicht nur wirklich in den Besitz einer Kopie des Spiels, sondern kann selbstverständlich auch in der bestmöglichen Qualität zocken, welche die Hardware ermöglicht.
Keine Exklusivspiele für Google Stadia
Allein das genügt eigentlich schon für den Misserfolg von Google Stadia, doch es gibt noch weitere Probleme. Keine exklusiven Spiele zum Beispiel. Große Töne spuckte Google seinerzeit 2019, welche weitreichenden Pläne man doch für eigene Studios und eigene Spiele hätte. Nur wurde daraus nie was und Google hat die Stadia-Studios längst wieder geschlossen. Dazu passt auch, dass Google generell das Interesse an Stadia nur kurz nach Release des Dienstes im Herbst 2019 zu verlieren schien. Seitdem fehlte es einfach auch am Marketing für Stadia.
Auch technische Probleme mit Google Stadia
Aber dann ist doch wenigstens die Technik von Stadia richtig gut, oder? Nun, auch nur teilweise. Grundsätzlich funktioniert das Spiele-Streaming zuverlässig und in annehmbarer Qualität, schnelles und zuverlässiges Internet vorausgesetzt. Doch schon seit Release des Dienstes und bis heute plagten sich viele Gamerinnen und Gamer auch immer wieder mit technischen Problemen. Und zu allem Überfluss ist auch die 4K-Qualität bei Stadia schlechter als beispielsweise 4K-Auflösung an einem PC, da trotz hohen Datenverbrauchs das Bild komprimiert beim Spieler ankommt.
Google Stadia: Und noch eine Google-Totgeburt
Immerhin einen dicken Pluspunkt kann sich Google trotz der Stadia-Misere sichern: Sämtliche Käufe werden vollumfänglich zurückerstattet, sowohl von Hardware als auch Software. Für Spielerinnen und Spieler bedeutet das: Sie stellten sich zwar im Nachhinein als Versuchskaninchen für einen (von vielen) gescheiterten Google-Versuch heraus, aber unterm Strich hat's zumindests nichts gekostet. Also, für Stadia-Nutzer. Google dürfte über die gesamte Zeit betrachtet einige Milliarden mit Stadia versenkt haben. Aber gut, mit der Werbeflut auf YouTube sollte Google das Geld schon wieder reinbekommen.

Im Herbst 2022 ist kaum noch etwas so wie vor drei Jahren, also ganz kurz, bevor die Welt in die Coronapandemie und damit in eine beispiellose Ausnahmesituation geriet. Und nun der nächste KO-Stoß: Google Stadia wird eingestellt.
Ansonsten: Ich habe ab Ende 2021 für ein viertel Jahr exklusiv auf Stadia gespielt, obwohl ich da nach eingehender Recherche schon wusste, dass das jederzeit den Bach runtergehen konnte. Die Technik hatte mich aber im Selbsttest und dank hiesigem 500 Mbit Glasfaster vollends abholen können. Wirklich beeindruckend und der Stadia Controller ist wirklich gelungen. Einfach Spiele jederzeit in Nullkommanix am TV, dem Laptop oder sogar Smartphone starten können und in AAA-Quali mit 4K/HDR zocken zu können, das ohne Patches/Updates/Gefrickel. Hatte was.
ABER: Ich stimme Johannes Artikel sonst vollkommen zu. Was Google dabei von A bis Z einfach nur strategisch/wirtschaftlich verkackt hat, geht auf keine Kuhhaut. Zuletzt, Mitte Januar 2022, ging die Bildquali plötzlich spür- und messbar nach unten, zahllose Reddit User haben das bestätigt und da war ich dann auch raus.
War ein schönes Experiment, aber ich würde nie wieder exklusiv in der Cloud zocken, sondern das höchstens als Ergänzung oder Notlösung in Betracht ziehen. Ein Glück, das ich meinen Invest von Google jetzt wenigstens wieder zurückbekomme...
Ist natürlich was anderes wenn man mit mehreren in einem Haushalt ist und mehrere Downloads laufen haben, das muss man dann auch wieder berücksichtigen.
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