Mini-me für Gamer: Nvidia Shield TV (2017) im Test
Vor zwei Jahren präsentierte Nvidia seinen ersten Shield TV, der als Mediaplayer und clevere Mini-Konsole vor allem Wohnzimmer-Gamer ansprechen sollte. Insbesondere die Steamingfunktionen im Zusammenspiel mit dem Heimrechner waren ein Novum. Nun kommt die zweite Generation des Mediaplayers. Wir finden heraus, ob Nvidia ein sinnvolles Upgrade auf die Beine gestellt hat oder bloße Modellpflege betreibt.
Als Streaming- und App-Maschine stellte sich Nvidias erster Shield TV anno 2015 in eine Reihe mit den Video-Dongles von Amazon und Google. Auch mit den deutlich kleineren und billigeren Sticks war es damals bereits möglich, Filme, Videos und Musik einfach auf den großen Fernseher zu übertragen. Pionierarbeit leistete Nvidias Mediaplayer hingegen für Zocker, die neben Filmen auch echte Blockbuster-Games am großen Schirm spielen konnten. Nun kommt der neue Nvidia Shield TV, der in einigen Punkten überarbeitet wurde.
Gleiche Leistung, kleineres Gehäuse
Der erste sticht direkt ins Auge: Die neue Konsole fällt rund ein Drittel kleiner und erheblich leichter (250 statt 650 Gramm) aus. Auch wenn das Gewicht zur Nebensache wird, sobald das Kästchen einmal seinen festen Platz gefunden hat, freut es uns, dass der Shield TV nun kaum noch Raum unter dem Fernseher wegnimmt. Zähneknirschend muss man jedoch akzeptieren, dass im Zuge der Schrumpfkur der rückseitige Micro-SD-Slot für die Speichererweiterung gestrichen wurde. Als zusätzliches Datengrab, das beim 16-Gigabyte-Basismodell dringend nötig ist, muss man nun einen schnellen USB-Stick oder eine externe Festplatte an einen der rückseitigen USB-3.0-Ports hängen. Auch der primär von Software-Bastlern genutzte Micro-USB-Anschluss musste dem Fortschritt weichen, HDMI-Buchse, Ethernet und der proprietäre Stromstecker bleiben erhalten.
Quelle: Nvidia
Das hat sich gelohnt: Trotz gleichbleibender Hardware fällt der zweite Shield TV deutlich kleiner aus - Hut ab!
Mehr in der Box
In Sachen Lieferumfang kommt der Shield TV nun mit mehr Zubehör: Im Paket findet sich neben dem Controller auch eine kompakte Fernbedienung. Insbesondere das Gamepad hat dabei ein umfassendes Facelift erfahren und präsentiert sich im komplett neuen Look. Von der sehr klobigen Form des alten Controllers ist nichts mehr geblieben, stattdessen kommt die überarbeitete Version deutlich schlanker und im auffallenden Polygonen-Style daher. Durch die ergonomischere Form mit der griffigen Oberfläche liegt das Eingabegerät nun deutlich besser in der Hand. Dazu tragen auch die anders geformten Schultertasten sowie die geriffelten Sticks ihren Teil bei. Beim Innenleben der Konsole bleibt derweil alles beim Alten. In der 2017er-Version arbeitet nämlich die gleiche Kombination aus Tegra-X1-Chip und drei Gigabyte Arbeitsspeicher wie im Vorgänger. Ein Update war hier allerdings auch gar nicht nötig: Sowohl die Menünavigation als auch das Öffnen von Apps oder das Spielen von aufwendigen Mobile-Games geht auf der Konsole äußerst flüssig vonstatten. Bis auf vereinzelte Miniruckler hatte das Shield TV im Test zu keiner Zeit mit Performanceproblemen zu kämpfen. Neu hinzugekommen ist die Unterstützung von UHD-Material in 60 Frames sowie HDR. Aktuell werden diese neuen Qualitätsstandards allen voran auf Amazon Video, Netflix und Youtube genutzt, wodurch die entsprechenden Inhalte auf diesen Plattformen in neuem Glanz erstrahlen - zumindest auf dem passenden Fernseher. Softwareseitig arbeitet das Shield TV unter Android TV in Version 7.0. Da der Vorgänger aus 2015 per Update auf den gleichen Stand gebracht wurde, ist man hier mit dem neuen Modell aber nicht mehr im Vorteil. Bei der Bedienung der Oberfläche nutzt man gerne die kompakte Fernbedienung, die mit einer neuen Art der Lautstärkeregelung ausgestattet wurde. Zum Anpassen des Pegels streicht man nur noch mit dem Finger über die berührungsempfindliche Frontseite der Remote. Allerdings reagiert diese sehr sensibel, weshalb man die Fernbedienung bei Nichtbenutzung komplett aus der Hand legen sollte oder die Sensorfläche bewusst meiden muss. Zudem sind auch Spracheingaben möglich. Bei deutschen Begriffen fällt die Sprachverständlichkeit gut aus, englische Namen und Titel bringt die deutsche Lokalisierung jedoch etwas durcheinander. Schade finden wir es, dass sich nicht alle Apps per Voice-Kommando durchsuchen lassen. Auf Youtube oder in der Google Play Movies-App klappt das gut, Lieder auf Spotify oder in der Plex-Bibliothek können dadurch jedoch nicht gefunden werden. Vielleicht ändert sich dies jedoch mit dem nächsten großen Update, das wahrscheinlich auch den Google Assistant und die passende Smart-Home-Steuerung nachliefert. Wann wir hierzulande damit rechnen können, will Nvidia jedoch noch nicht verraten.
Quelle: Nvidia
Der Homescreen wartet mit großen Kacheln auf. In dieser Ansicht kann man jedoch nicht vom Ende einer App-Reihe direkt wieder an den Anfang springen. Dies bedeutet viel Scrollarbeit für alle, die einige Programme horten.
Klug gespielt
Abschließend beschäftigen wir uns mit dem einzigen wirklichen Alleinstellungsmerkmal der Nividia Shield TV: den Gaming-Funktionen. Zocker können das Shield TV auf drei Arten verwenden. Zunächst stehen im Google Play Store einige Top-Titel wie Tales of the Borderlands zur Verfügung, die speziell auf das Gaming-Kästchen optimiert sind. Der Tegra-X1-Chip kommt hier auch mit den anspruchsvollsten Titeln bestens klar. Neu hinzugekommen ist Nvidias GeForce-Now-Dienst. Hier bekommt man für 10 Euro monatlich Zugriff auf eine Sammlung an Spielen, die aus der Cloud auf die Konsole gestreamt wird. Im Paket enthalten sind einige ältere Triple-A-Titel wie Thief, Hitman: Absolution oder Deus Ex: Human Revolution. Für neuere Titel wie The Witcher 3 oder Shadow Warrior 2 muss man jedoch draufzahlen. Der Dienst an sich funktioniert gut, allerdings benötigt man hier eine wirklich flotte Internetleitung. Im Test mit 25 MBit/s fällt die Darstellung merklich grobkörnig und etwas ruckelig aus. 100 MBit/s sollte die eigene Leitung hergeben. Besitzer eines Rechners mit aktueller Nvidia-Grafikkarte können ihre Spiele zudem via Gamestream im heimischen Netz an den Shield TV übertragen - in der aktuellen Version sogar mit bis zu 4K, 60 FPS und Surround-Sound. Dies klappt im Gigabit-Heimnetz problemlos.

Mir geht es speziell um die hohe Datenrate von bis zu 100MBit.
Sony-TV von 2016 (z.B. XD8505) und 2017 (z.B. XE9305) haben damit Probleme.
Samsung Q9FN von 2018 kann es scheinbar.
Bei der "neuen" Generation kam halt noch Dolby Vision dazu.
Konnte die Shield 2017 schon 4K/UHD-Video mit 100Mbit in z.B. H.264 und H.265 wiedergeben?
Geforce Now, also der Streamingdienst, kostet 10 EUR im Monat. Hier findest du eine Übersicht: https://www.nvidia.de/shi...
Was ich aber selbst nicht verstehe, einige Spiele scheinen mit den 10 EUR / Monat abgedeckt zu sein, bei den anderen steht kostenpflichtig ... aber leider ohne Angabe eines Preises.
Ich hab bislang nur von meinem PC im Arbeitszimmer ins Wohnzimmer auf den Fernseher gestreamt, hier funktionieren so gut wie alle Spiele. Ich hab das neue GotG von Telltale Games getestet, aber auch Batman über Steam zu Need for Speed über Origin.
Läuft.
Dieses Streaming ist natürlich kostenlos ... man benötigt eben nur die Spiele auf seinem PC, sollte klar sein! :ugly: :-D