Masters of Albion: Das hat Peter Molyneux' letztes Spiel auf'm Kasten - zwischen Black & White, Fable und Mittelmäßigkeit
Mit Masters of Albion will Peter Molyneux an seine Glanzzeiten anknüpfen. Wir verraten euch, wie gut ihm das gelingt und wie viel Black & White und Fable drinstecken.
In den Neunzigern und Zweitausendern ist Peter Molyneux mit Kultklassikern wie Dungeon Keeper (unser Retro-Special), Black & White oder Fable zur Entwickler-Legende geworden. 2012 und in den Folgejahren wechselte Molyneux' Status dann aber von berühmt zu berüchtigt. Mit Curiosity und Godus erntete er ausnehmend negative Schlagzeilen rund um falsche Versprechen und Täuschung.
Jetzt meldet er sich nach den Skandalen mit dem Götterspiel Masters of Albion wieder zurück und möchte damit an seine guten Zeiten anknüpfen. Wir haben uns den Early Access ausführlich angesehen und prüfen, inwiefern ihm das mit dem Mix aus Black & White und Fable mit einem Hauch Dungeon Keeper gelingt.
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Gott der Fabriken
In Masters of Albion übernehmen wir einen Auserwählten, der in einer Krypta die Maske der Meister findet und mit ihr übermenschliche Kräfte erhält. So können wir mit einer überdimensionierten Götterhand Zauber wirken, Leute und Objekte hochheben und durch die Gegend schleudern sowie Gebäude errichten. Und wie das als übermächtiges Wesen so ist, wollen die Leute dann natürlich direkt ständig was von uns.
Zum Beispiel sollen wir die Wirtschaft in Albion wieder in Gang bringen und den Leuten Arbeit und Wohnraum beschaffen. Dazu stöpseln wir mit einem modularen Bausystem Gebäudestücke aneinander, um etwa ein Wohnhaus oder eine Fabrik zu erschaffen. Oder eine Wohnfabrik. Masters of Albion lässt uns hier prinzipiell viele Freiheiten. So können wir auch direkt ins Produktionsgebäude Wohneinheiten reinsetzen, um die Laufwege zu minimieren, oder eine Balliste aufs Dach packen. Direkt in einer Fabrik zu wohnen, ist allerdings nicht so der Bringer, wobei die Konsequenzen für solche ungemütlichen Bauten sehr überschaubar in Form von kleinen Wirtschaftsnachteilen ausfallen.
Quelle: PC Games
Gebäude stöpseln wir aus verschiedenen Bausteinen zusammen. So geht auch ein Mix aus Arbeitsstätte und Wohngebäude.
Törtchenschwerter und Rattenkuchen
Apropos Wirtschaft, zu unseren göttlichen Aufgaben gehört es natürlich, Kuchen, Waffen und Klamotten zu entwerfen. Und anschließend dafür zu sorgen, dass die produziert und an die richtigen Leute geliefert werden. Wer kennt's nicht? Ne, ernsthaft, das ist sogar eins der Kernelemente in Masters of Albion. In den Fabriken bauen wir auch aus Einzelteilen bestimmte Nahrungsmittel und Ausrüstung ganz nach unseren Vorstellungen zusammen. Naja, oder besser gesagt nach Wunsch der Kunden. Die geben uns nämlich Vorgaben und grobe Hinweise, was sie haben wollen.
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Treffen wir die Vorstellungen mit unserem Design möglichst gut, kriegen wir Reputation und damit verbunden ein paar Belohnungen wie dauerhaft bessere Preise für künftige Lieferungen. Wie bei den Gebäuden dürfen wir uns auch hier austoben und verrückte Dinge wie Kuchenwaffen oder Schwerter mit zig Klingen entwerfen. Je mehr Teile wir verwenden, desto mehr Rohstoffe verschlingt die Produktion dann aber und damit auch Zeit.
Und diese Freiheit kann einem auch mal zum Verhängnis werden. An einem Spieltag sollten wir für den König Morgensterne liefern. In Masters of Albion haben wir lediglich einen fortlaufenden Spielstand, der in Tage gegliedert ist. Erst, wenn wir alle Aufgaben eines Tages erledigt und die Nacht überlebt haben, geht es weiter. Neuladen geht nicht, man kann nur den jeweiligen Tag neustarten oder das ganze Spiel.
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So musste auch der Auftrag des Königs bis zum Ende des Tages zwingend erledigt werden, damit das Spiel fortschreiten kann. Die Sache ist nur: Wir haben einen Morgenstern designt, bei dem die Bestellung mehr Metall verschlungen hat, als unsere Eisenmine an einem Tag produzieren konnte. Dabei haben wir nicht mal ein übertriebenes Design gewählt, es war ein recht simpler, funktionaler Morgenstern. Damit hat uns also ausgerechnet eine der Besonderheiten des Spiels einen Strich durch die Rechnung gemacht und dafür gesorgt, dass wir den Tag noch mal neu starten mussten. Immerhin: Wenn einem so ein Engpass früh genug auffällt, kann man die Produktionsdesigns in einer Fabrik jederzeit einfach anpassen, um Rohstoffe zu sparen.
Stumpfe Kämpfe
Ansonsten erkunden wir tagsüber die Spielwelt nach Schatztruhen, Auftraggebern und neuen Gebieten. Das können wir aber nicht einfach mit unserer Hand aus der Vogelperspektive erledigen, denn anfangs haben wir keine Macht in den meisten Gebieten. Stattdessen können wir wie in Dungeon Keeper unsere Untertanen und sogar manche Tiere beherrschen und mit ihnen losziehen. Besonders sinnvoll sind dafür unsere Helden, mit denen wir uns dann mit Monstern, Banditen und anderem Gesocks in sehr rudimentär umgesetzten Kämpfen kloppen. Dadurch wird das Spiel zu einem Rollenspiel Light. Wobei die Betonung stark auf dem Light liegt.
Das ist hin und wieder noch okay, wird teilweise aber unnötig überstrapaziert und dadurch schnell öde und nervig. So müssen wir im Verlauf der bisher verfügbaren Story gleich mehrere Spieltage nacheinander Wellen über Wellen von Monstern in verschiedenen Turnierkämpfen besiegen. Und hier geht es einem einfach nur auf den Keks, die immer gleichen paar Aktionen abzuspulen. Obendrein gibt es bisher keine Möglichkeit, unsere Helden während des Turniers zu heilen oder sie mit Zaubern zu stärken. Was dazu führt, dass man selbst mit guter Ausrüstung durch ein paar unglückliche Treffer alles von vorne beginnen muss. Auf der nächsten Seite sprechen wir über die größten Stärken von Masters of Albion aber auch technische und inhaltliche Probleme.
