Mass Effect: Andromeda - Entwicklung auf Publisher-Druck "quick & dirty" - sagt Voice-Actor
Mit Mass Effect: Andromeda startete BioWare den Versuch, eine neue Ära für das Mass Effect-Universum einzuleuten. Leider nur mit mäßigem Erfolg. Jetzt meldet sich ein Synchronsprecher zu Wort und erzählt vom enormen Druck des Teams.
Vor rund neun Jahren startete BioWare den Versuch, das Mass-Effect-Franchise auf eine gänzlich neue Ebene zu heben. Hierfür sollte das Spiel Mass Effect: Andromeda dienen. Leider blieb der Erfolg dieses Spiels weitgehendst aus und vielen Fans fehlte in diesem Titel die Magie der Vorgängerspiele. Kürzlich hat sich nun der Synchronsprecher von Scott Ryder zu Wort gemeldet und erzählte über verschiedene Missstände im Rahmen der Entwicklung.
Was genau hat der Synchronsprecher von Scott Ryder erzählt?
Tom Taylorson, der Sprecher von Scott Ryder in Mass Effect hat kürzlich mit der Fanseite We Are Mass Effect gesprochen und erzählte, was im Rahmen der Entwicklung und auch nach der Veröffentlichung von Mass Effect: Andromeda (jetzt kaufen 14,19 € ) so alles schiefgelaufen ist. Knapp ein Jahrzehnt nach dem Release berichtet der Sprecher darüber, dass es erhebliche Probleme während der Entwicklung gab, wie der erzwungenen Wechsel zur Frostbite-Engine von DICE. Zudem wies BioWare zu diesem Zeitpunkt laut Taylorson noch eine mangelnde Erfahrung mit der Leitung derart umfangreicher Projekte auf.
Er sagte: "Mass Effect: Andromeda wurde nicht sauber entwickelt (quick and dirty), weil der Publisher Druck machte und zu hohe Erwartungen hatte, das Spiel nicht ausgereift war, es zu früh veröffentlicht wurde und die Entwickler gezwungen waren, die brandneue Engine des Konzerns zu verwenden, obwohl viele im Team nicht damit umgehen konnten und sie nicht für den Storytelling-Aspekt des Spiels geeignet war."
Viele Fans reagierten negativ auf Mass Effect: Andromeda
Tom Taylorson gab zudem zu verstehen, dass die Online-Reaktionen auf Mass Effect: Andromeda vonseiten der Fans der Reihe alles andere als freundlich waren. Hierzu sagte er: Das Spiel wurde in einer extrem toxischen Atmosphäre veröffentlicht, die sich sowohl online als auch in der Gaming-Szene zeigte".
Der Synchronsprecher ist überzeugt, dass die "Online-Trolle" die Probleme des Spiels während der Veröffentlichungsphase zudem noch zusätzlich verschärft haben: "Ihr Hass hat das Spiel letztendlich ruiniert. Traurig finde ich, dass dies nicht das letzte Mal war, dass ich an einem Projekt mitgearbeitet habe, das von Online-Hassern zum Scheitern verurteilt wurde: Ich habe auch bei Highguard mitgewirkt!"
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Quelle: eurogamer.net

Das mag zwar einige technische Probleme und Bugs erklären, aber nicht, weshalb das Spiel floppte. Immerhin war es durchaus spielbar, auch ohne gamebreaking Bugs.
All die Gründe, die ich ständig lese, kratzen irgendwie immer nur an der Oberfläche.
Meiner Meinung nach gibt es 2 Kerngründe für den Flopp von Andromeda.
Numero Uno sind die Quarianer. Unterm Strich kamen die Quarianer immer etwas kurz, in Mass Effect 3 erschienen sie auch erst eher später im Game. Die Entscheidung, dass Mass Effect 4 so ziemlich vollständig auf Quarianer verzichtet, konnte gar nicht gut enden.
Und die Story selbst war viel zu erzwungen. Während man in Mass Effect 1 quasi direkt mit uralten kosmischen Geheimnissen konfrontiert wird, fand in Andromeda alles innerhalb der letzten 1000 (eintausend!) Jahre statt und der Hauptbösewicht war ein stereotypischer durchgeknallter Fanatiker, wie er im Buche steht. All die "Zufälle" die nötig sind, um die Handlung innerhalb des kosmischen Augenblicks so zusammenzubringen, waren 0 überzeugend.
Dafür, dass nur ausgewählte Leute auf die Mission nach Andromeda gesandt wurden, gab es auch viel zu viele Verschwörungen und anderweitige Probleme mit dem Personal. In einer Quest hat man quasi einen neuen Außenposten Durchgeknallter ausgelöscht, in guter Anlehnung an die alten Cerberus-Basen, was in dem neuen Setting einfach gar keinen Sinn ergab.
Der enttäuschendste weil verwirrendste Moment war der sogenannte Erstkontakt mit den Angara. Man wusste bereits, dass die Outcasts unter Sloane Kelly feindseligen Kontakt mit denen hatten. Die NPCs haben sich auch fleißig drüber unterhalten. Aber irgendwie haben der Hauptcharakter und andere Experten sich als selektiv taub erwiesen und sind von einem Erstkontakt ausgegangen, als man endlich nach Aya kam. Der Erstkontakt war alles andere als überzeugend, und im Lauf einer Nebenquest gab es dann quasi das "Grand Reveal", dass der Erstkontakt deshalb so lackluster war, weil keiner von denen wegen den Outcasts wirklich Bock auf uns hatte. Als der Hauptcharakter davon überrascht war, konnte ich auch nur noch das Picard-Facepalm-Meme nachahmen.
Und wo ich grad Sloane Kelly eben erwähnt habe, die Gute taucht im Roman Nexus Uprising auf, wo erklärt wird, wie und weshalb die "Outcasts" die Nexus verlassen.
Ein wirklich gutes Buch, meiner Meinung nach und auch mit nachvollziehbarer Charakterentwicklung. Aber wie aus Sloane Kelly dann ein Mafia-Boss geworden ist, ist auch wieder völlig fragwürdig und ergibt für mich eher weniger Sinn.
Die Handlung von Mass Effect 4 ist dermaßen schwach und lässt zu wünschen übrig, ich weiß echt nicht, warum sonst niemand darüber spricht.
Meiner Meinung ist der Grund, weshalb Mass Effect 4 derartig floppte, dort begründet. Und deshalb sind auch einige Bugs bis heute nicht gefixt worden. Denn wäre die Technik, aus welchen Gründen auch immer, das einzige Problem, hätte man dort ja zumindest nachbessern können, um zu retten, was noch zu retten war.
Stattdessen wurde das Game ab nem gewissen Punkt komplett fallengelassen. Z.B. triggert bei 2 NPCs die Sprechen-Taste bis heute nicht richtig. Also die Nähe-Prüfung, damit man die Sprechen-Taste überhaupt drücken kann.
Ein Trauerspiel.
Sehr sehr schade das EA den Stecker zog und die Spieler mit einem fiesen Cliffhanger zurückgelassen hat.