Manchester By The Sea: Filmkritik zum melancholischem Familiendrama
Nach dem Tod seines Bruders Joe kehrt der zurückgezogene Hausmeister Lee in seine Heimat Manchester zurück, um dessen Beerdigung und Nachlass zu arrangieren. Darüber hinaus muss er den Verbleib und die Zukunft seines Neffen regeln. Dort angekommen, erwartet ihn aber auch eine düstere Vergangenheit.
Autor und Regisseur Kenneth Lonergan erzählt auf sanfte und melancholische Weise von der langsamen Wiederannäherung einer schon vor langer Zeit zerbröckelten Familie. Hierbei handelt es sich nicht unbedingt um eine neue Geschichte, aber Lonergan umgeht Kitsch und Klischees mit leisem Sarkasmus und nüchterner Erzählweise. Ebenso mitreißend ist das erst zurückhaltende und später immer emotionalere und intensivere Spiel der Haupt- und Nebendarsteller, das allerdings nie in Melodramatik ausartet. Rückblenden eröffnen langsam die Tragik hinter der störrischen Familienfassade. Konflikte lassen sich nicht fein säuberlich lösen, aber die Hoffnung bleibt, dass Heilung langsam und schrittweise vonstatten gehen kann. Ein Film, der ohne konkretes Happy End auskommt, aber dennoch optimistisch bleibt.
Fazit
Wunderbar authentisch gespieltes Drama, das Altbekanntes ohne Kitsch und dennoch in ehrlicher Hoffnung verpackt.
