Mage Knight: Apocalypse

0
Test Felix Schütz - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

Erneut bekommt das strapazierte Action-Rollenspiel-Genre lieblosen Zuwachs.

Auf den ersten Blick besitzt Mage Knight: Apocalypse alles, was ein gutes Action-Rollenspiel braucht, sogar eine ordentliche Lizenz. Mage Knight kennt man nämlich als Tabletop-Strategiespiel, das Elemente von Warhammer mit Einflüssen von Kartenspielen vermischt. Und doch ist der PC-Ableger trotz guter Ansätze und zusätzlicher Entwicklungszeit (die US-Version erschien bereits im Herbst letzten Jahres) nur ein drittklassiges Produkt.
Mage Knight: Apocalypse
Fünf Helden stehen zur Wahl, es sind die üblichen Verdächtigen: Zwergen-Krieger, halbnackte Amazonen, bullige Krieger. Gestaltungsmöglichkeiten gibt es kaum, die Klassen sind grob vorgegeben. Die Charakterentwicklung hat ihren Reiz: Alle Skills verteilen sich auf je drei Talentbäume, wobei Mage Knight auf Erfahrungspunkte und Levelstufen verzichtet. Es steigen nur die Skills auf, die man auch regelmäßig einsetzt. So entwickelt der Spieler seinen Charakter intuitiv und passend zum eigenen Stil.
Mage Knight: Apocalypse
Einige Talente sind jedoch übertrieben stark, während das Spiel an manchen Stellen plötzlich zu schwer gerät. Besonders die übermächtigen Bossgegner besiegt man nur, indem man sich immerfort und absolut straffrei an den nahe gelegenen Speicherpunkten wiederbelebt. Die Lebenspunkte der Feinde regenerieren nicht, das heißt: Man bringt einen Treffer an, stirbt, reanimiert, schlägt noch einmal zu, stirbt, reanimiert und so weiter. Ein stumpfes Spielprinzip, das schnell ermüdet.

Die austauschbare Handlung trieft vor Klischees. Auch die Zwischensequenzen tragen dank mäßiger Synchronsprecher kaum zur Atmosphäre bei. Da leistet die Spielgrafik mehr: Viele Figuren sind ordentlich gestaltet, teilweise gut animiert. Zaubereffekte sorgen für hübsche Farbenspiele und die Umgebungen wirken meistens stimmig. Die Areale sind jedoch sehr begrenzt und streng linear aufgebaut - es geht oft nur von A nach B, zwischendrin streckt man Dutzendschaften an Gegnern nieder.

Die Steuerung ist schlecht. Per WASD-Tasten haben Sie nur wenig Kontrolle über die viel zu schnell rennende Spielfigur, die Mausbedienung ist ebenfalls ungenau. Um Talente anzuwenden, muss man den Cursor über dem Gegner platzieren, das Selektieren von Figuren ist nicht möglich.

Bildergalerie

Sie sind auch mit Begleitern unterwegs, deren KI-Routinen aber häufige Aussetzer haben. Am ärgerlichsten ist das Inventar: Viel zu klein und umständlich, macht es einfach keinen Spaß, die zahllosen Gegenstände einzusacken. Auch das solide Alchemiesystem leidet darunter.

Wertung zu Mage Knight: Apocalypse (PC)

Wertung:

6.0 /10
Pro & Contra
Ansprechende CharakterentwicklungOrdentliche Grafik
Umständliches, viel zu kleines InventarTräge Handlung ohne AtmosphäreBugs und Balancing-Probleme

Artikel teilen

Per E-Mail versenden

0
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk